Edith Hancke wurde am 14. Oktober 1928 als Tochter eines Bankangestellten in Berlin geboren. Trotz zunächst heftigen Widerstands ihrer Eltern entschied sich die junge Edith, Schauspielerin zu werden und nahm nach dem 2. Weltkrieg Unterricht bei Marlise Ludwig1) (1886 – 1982). Schnell avancierte sie zu einer vielbeschäftigten und beliebten Darstellerin und steht seit 1948 an vielen Berliner Theatern auf der Bühne, erst am "Deutschen Theater", später an Westberliner Spielstätten und beim Kabarett: So war sie auch zwei Spielzeiten lang Mitglied bei dem legendären Kabarett "Die Stachelschweine"1), wo sie gerne als "kesse Berliner Göre" eingesetzt wurde, oder feierte Triumphe im Theater "Tribüne". 
Edith Hancke und ihr Mann Klaus Sonnenschein 2008 auf Dampferfahrt mit dem Theaterclub Berlin; Copyright Helga Schlack Dort lernte sie 1970 auch ihren zweiten Ehemann, den Intendanten, Regisseur und Schauspieler Klaus Sonnenschein1) kennen, den sie 1972 heiratete, der mit ihr viele Boulevardstücke inszenierte und bis heute gemeinsam mit ihr auf der Bühne steht. Noch bis kurz vor Hanckes 75. Geburtstag im Oktober 2003 sah man das Paar in der "Komödie Winterhuder Fährhaus", wo die populäre Schauspielerin als umtriebige Portiersfrau Annie in dem Boulevard-Dauerbrenner von Curth Flatow "Das Fenster zum Flur" zu sehen war – einem Stück mit dem sie ab Frühjahr 2004 auch auf Tournee ging.
 
 
Edith Hancke und ihr Mann Klaus Sonnenschein 2008 auf Dampferfahrt mit dem Theaterclub Berlin
Foto mit freundlicher Genehmigung von Helga Schlack, Witwe des Schauspielers Peer Schmidt2) (1926 – 2010);
© Helga Schlack
Ebenfalls riesigen Erfolg verzeichnete die umtriebige Schauspielerin mit dem Flatow-Stück "Mutter Gräbert macht Theater", einem Singspiel das Klaus Sonnenschein mit viel Schwung in Szene gesetzt hat und in dem Edith Hanke mit der Titelrolle der verwitweten Mutter Gräbert im Berliner "Theater am Kurfürstendamm" seit Ende Oktober 2002 vier Monate lang sowohl Kritiker als auch Publikum begeisterte. Edith Hancke wurde 2003 zum zwölften Mal vom Berliner Publikum als beliebteste Theaterschauspielerin gewählt und erhielt für ihre Leistungen auch den "Goldenen Vorhang" des Berliner Theaterclubs.
 
Die Schauspielerin war und ist noch heute vor allem immer dann gefragt, wenn es um echte Berlinerinnen mit "Herz und Schnauze" geht. Auch der Film entdeckte schon früh das Talent der jungen Edith Hancke und ihr Leinwanddebüt gab sie 1949 als couragierte Adelheid Wolff in Erich Engels Filmversion von Gerhard Hauptmanns "Der Biberpelz". Im Verlaufe der Jahre folgten für die quirlige Schauspielerin mit der markanten kieksend-grellen Stimme Rollen in verschiedensten Kinoproduktionen. So agierte sie beispielsweise 1954 als Fräulein Müller-Muthesius in "Der Raub der Sabinerinnen"1), war 1956 in Kurt Hoffmanns Zuckmayer-Adaption "Der Hauptmann von Köpenick"1) neben Heinz Rühmann als das kranke Mädchen Lieschen zu sehen und wurde für ihre Leistung mit dem "Deutschen Filmpreis" ausgezeichnet. 1958 beispielsweise stand sie als "Billa" in Wolfgang Staudtes "Der Maulkorb" zusammen mit O.E. Hasse vor der Kamera, ein Jahr später mimte sie in dem Ehrhardt-Film "Natürlich die Autofahrer"1) eine Autofahrerin. Man sah Edith Hancke in verschiedensten, meist komischen Rollen auf der Leinwand, so 1961 als Lizzy Smith in dem Wallace-Streifen "Die Seltsame Gräfin"1), 1962 als "Mimi" in "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett"1) oder 1964 als Friedericke Kussmaul in "Holiday in St. Tropez". In den 70ern spielte sie unter anderem in "Unser Willi ist der Beste"1) (1971) die Elsetraut Knöpfke oder wirkte 1973 in dem Roy Black-Streifen "Alter Kahn und junge Liebe"1) mit.
  
Auch die Fernsehzuschauer kennen die beliebte Volksschauspielerin aus Stücken, in denen sie ihr kesses Mundwerk und frechen Witz voll ausleben kann. Neben Dauerbrennern wie "Drei Damen vom Grill"1) oder "Ein Mann für alle Fälle" mit Harald Juhnke sah man Edith Hancke in unzähligen Unterhaltungssendungen mit Berliner Milieu. 1978 beispielsweise agierte sie als Sekretärin in dem Fallada-Mehrteiler "Ein Mann will nach oben"2), wirkte Ende der 1970er Jahre in der beliebten Serie "Café Wernicke" mit oder zehn Jahre später in der Serie "Hotel Paradies". 1992 mimte sie in "Auto Fritze" die Frau Kewenig und in jüngerer Zeit sah man sie 2002 mit liebenswerten Nebenrollen in den humorvollen Beziehungskomödien "Aus lauter Liebe zu Dir" und "Mord an Bord" auf dem Bildschirm. Im Herbst 2003 stand sie für die romantische ARD-Komödie "Heiraten macht mich nervös"3) vor der Kamera, die im Frühjahr 2004 ausgestrahlt wurde. Danach zeigte sie sich mit kleinen Auftritten in den heiteren Geschichten "Zwei Männer und ein Baby"1) (2004), "Ich leih mir eine Familie"3) (2006) und "Vater Undercover – Im Auftrag der Familie"3) (2006).
Nach längerer Fernsehabstinenz mimte sie dann in der ganz auf die Hauptdarstellerin zugeschnittenen ARD-Beziehungskomödie "Schaumküsse"3) (EA: 23.10.2009), nach dem "Schwangerschaftsroman" von Bärbel Schäfer, die schnoddrige Mutter der Berliner Mietköchin Lilly Heiden alias Christine Neubauer; auch Hanckes Ehemann Klaus Sonnenschein war als Filmvater mit von der Partie.

Edith Hancke machte sich auch als gefragte Sprecherin einen Namen, wann immer eine schrille Stimme gefragt ist; so hört man sie beispielsweise in der Anfang der 1990er Jahre produzierten US-amerikanischen TV-Serie "Die Dinos"1) als "Das Baby", sowie als "Pflanze Karin" beim "Käpt'n Blaubär".
 
Verheiratet ist die umtriebige Künstlerin seit 1972 mit ihrem Kollegen Klaus Sonnenschein und lebt mit ihm in einem Haus in Holstein, wenn sie nicht gerade mit ihrem Mann gemeinsam auf der Bühne steht. In letzter Zeit tourte das Paar mit dem Stück "Herbstzeitlose" durch die Lande, einer Komödie von Andreas Fritjof: Die Hancke mimt in dieser unterhaltsamen Geschichte um eine wohlorganisierte Senioren-WG die flotte Agnes, Klaus Sonnenschein gab den Leopold, dritter im Bunde war Alexander alias Gerhard Friedrich.
Eine Paraderolle für Edith Hancke war sicherlich auch die der liebenswürdigen, aber etwas spleenigen Autorin Josephine Zillerthal, die sie seit Sommer 2009 in der Wiederaufnahme des von Jürgen Wölffer inszenierten Komödienklassikers "Pension Schöller" gab. Das Stück stand bis 10. Januar 2010 auf dem Spielplan, als Eugen Schöller, Schauspielschüler mit L-Fehler, glänzt Winfried Glatzeder, den Part des Großwildjägers Fritz Bernhardy hatte übrigens ihr Mann Klaus Sonnenschein übernommen (→ www.theater-am-kurfuerstendamm.de). Zuvor hatte das Paar im Sommer 2009 in der Uraufführung von "Alles Astro" das Publikum begeistert
(→ www.komoedie-berlin.de).
 
Edith Hancke wurde 1987 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, im Jahre 2000 erhielt sie die "Goldene Kamera" für ihr Lebenswerk. Den "Goldenen Vorhang"1) des "Berliner Theaterclubs e. V." erhielt die Künstlerin mehrfach, 1977, 1980, 1985 – 1989, 1991, 1992, 2002 und zuletzt 2006.
 

Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP, 3) prisma.de Stand: Oktober 2011
Siehe auch Wikipedia, www.komoedie-berlin.de
Filmografie bei www.imdb.de
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