Hans Häckermann wurde am 3. März 1930 im sächsischen Pirna geboren und wuchs in Hamburg auf. Sein
schauspielerisches Rüstzeug erwarb er sich in Freiburg
bei Claus Clausen1)
(1899 1989),
sein Bühnendebüt gab er 1951 am Theater in Lübeck,
wo er bis 1954 auch als Regie-Assistent arbeitete. Eine weitere Station
wurden das Stadttheater Bremerhaven, 1958 wechselte Häckermann an das
Staatstheater Kassel, wo er bis 1963 sowohl als Darsteller als auch als
Regisseur wirkte. Anschließend ging er für sechs Jahre an das Schauspielhaus Bochum,
wurde dann 1969 nach Hamburg an das "Deutsche Schauspielhaus" berufen,
dessen Ensemble er bis 1972 angehörte. Nach der Spielzeit 1972/73 am
"Badischen Staatstheater"
in Karlsruhe folgte eine zweijährige Tätigkeit als Oberspielleiter
an den "Städtischen Bühnen Osnabrück", ab 1975 war er für die
nächsten zehn Jahre Schauspieldirektor und stellvertretender
Generalintendant des "Landestheaters Schleswig". Von 1985 bis 1993 leitete Hans Häckermann das
"Staatstheater Oldenburg" und rief dort unter anderem die "Internationalen Balletttage" ins Leben.
Während dieser Zeit verkörperte der Schauspieler mehr als 160 Bühnenfiguren seines Fachs
und zeichnete für über 60 Inszenierungen
verantwortlich.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
|
 |
Bekannt und populär wurde er seit Mitte der 1960er Jahre nicht
zuletzt durch das Fernsehen, verkörperte auch hier mit seiner ruhigen,
unaufdringlich-souveränen Art viele schöne Rollen sowohl in ambitionierten
Literaturverfilmungen als auch Produktionen leichteren Genres. Man erlebte ihn
beispielsweise in Aufzeichnungen von Theateraufführungen wie Goethes "Clavigo" (1969),
Fritz Kortners letzten Inszenierung am "Hamburger Schauspielhaus", oder Leonard Steckels
Umsetzung von Georges Feydeaus Schauspiel "Einer muss der Dumme sein" (1970, ebenfalls Hamburg).
Claus Peter Witt besetzte ihn neben Helmut Qualtinger in "Geschäfte mit Plückhahn" (1971), Dieter Wedel
in den Mehrteilern "Einmal im Leben Geschichte eines Eigenheims"2) (1972)
und "Alle Jahre wieder: Die Familie Semmeling"1) (1976), Egon Monk in der
fünfteiligen Fallada-Adaption "Bauern, Bonzen und Bomben"2) (1973).
Im gleichen Jahr tauchte Häckermann als Hauptkommissar Böck in der Tatort-Episode
aus Bremen "Ein ganz gewöhnlicher Mord"3) auf, leider wurde seine
Rolle nicht weiter ausgebaut, lediglich in zwei weiteren "Tatort"-Geschichten
unterstützte er als Gastkommissar Böck den bayerischen Kollegen Kommissar
Veigl alias Gustl Bayrhammer (1973: Tote brauchen keine Wohnung) sowie in
" Der Mann aus Zimmer 22" (1974) den Essener Kommissar Haferkamp,
gespielt von Hansjörg Felmy. Der "Tatort" musste jedoch nicht ohne
Häckermann auskommen, in "Freund Gregor" (1979)
und "Der Schläfer" (1983, jeweils mit Horst Bollmann) tauchte er dann erneut wieder auf, in
dem NDR-Krimi "Slalom" (1981) klärte er als ziemlich
unsympathischer und hinterhältiger Hamburger Kommissar Beck das Verbrechen
auf; seinen letzten "Tatort-Auftritt hatte Häckermann in "Armer Nanosh" (1989)
mit dem Ermittler-Duo Manfred Krug und Charles Brauer.
In zahlreichen beliebten Krimi-Reihen war Häckermann wiederholt mit von der
Partie, agierte bei "Derrick", "Der Alte", "Sonderdezernat K1",
"Ein Fall für zwei", "Achtung Zoll!" oder "Schwarz-Rot-Gold",
war ein gern gesehener Gast in Serien wie "Pariser Geschichten" (1976),
"St. Pauli Landungsbrücken" (1979), "Jauche und Levkojen" (1979),
"Jakob und Adele" (1983), "Unsere schönsten Jahre" (1983),
"Der Glücksritter" (1984), "Der Landarzt" (1987),
"Der Elegante Hund" (1987), "Elbflorenz" (1994) oder
"Briefgeheimnis" (1994).
Eine schöne, wenn auch nur kleine Randfigur war die des Dr. Klingenbein
in Hartmut Griesmayrs Zweiteiler "Meister Timpe"4) (1980) mit
Hans Christian Blech in der Titelrolle, kurz zuvor war Häckermann in Dieter Wedels
"Ein Abend mit Labiche" (1980) als "Mr. Track"
aufgetreten. Mit Wedel drehte er auch die turbulente Geschichte um einen
Versicherungsschwindel "Wer den Schaden hat"5) (1981) und den
heiteren Sechsteiler "Der Mann, der keine Autos mochte"5) (1984), mit Griesmayr das Drama
"Jeans" (1981), mit Joachim Roering die Komödie "Zwei Tote im Sender und Don Carlos im Pogl"1) (1982)
und mit Rainer Wolffhardt das Dokumentarspiel "Joseph Süß
Oppenheimer" (1984). Zu Häckermanns TV-Filmografie
gehören weiterhin beispielsweise Herbert Lichtenfelds Thriller "Die Stunde des Löwen" (1982),
Franz Peter Wirths Zweiteiler "Zerbrochene Brücken" (1986) und
Herbert Ballmanns Krimi "Die Klette" (1986). In den 1990ern
zeigte er sich in Sohrab Shahid Saless' Psychodrama "Rosen für Afrika" (1992),
Wedels Vierteiler "Der Große Bellheim"1) (1993) und in der
Verwechslungskomödie "Ein Richter zum Küssen" (1994) sowie in Dieter Wedels
Quotenrenner "Der Schattenmann"5) (1996), dessen Ausstrahlung
er nicht mehr erlebte.
Der Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter Hans Häckermann starb am 16. September 1995 im Alter
von 65 Jahren im schleswig-holsteinischen Mölln; seine letzte
Ruhestätte fand der Künstler er auf dem Domfriedhof in Ratzeburg. Häckermann
war verheiratet und Vater eines Sohnes.
|