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Karl Walter Diess wurde am 25. Januar 1928 in Salzburg geboren und wuchs auch dort auf. Nach der Schule, welche er
mit der Matura abschloss, nahm er Schauspielunterricht am Salzburger
"Mozarteum" sowie bei Professor Florian Kalbeck (1920 1996).
Nach einer kurzen Verpflichtung in Wien folgte er anschließend
einem Ruf Heinz Hilperts an das Deutsche Theater nach Göttingen,
wo er sich rasch zum bedeutenden Charakterdarsteller entwickelte.
Sieben Jahre lang spielte er in Göttingen viele große Rollen der
Theaterliteratur, ging dann an das Bayerische Staatsschauspiel nach
München. Elf Jahre lang gehörte Diess zum Ensemble des Residenztheaters,
zahlreiche Gastspiele wie bei den Festspielen in Bad Hersfeld
sowie verschiedenste Tourneen machten ihn bald im deutschsprachigen
Raum bekannt.
Zu den herausragenden Bühneninterpretationen von Karl Walter Diess
gehört unter anderem der Geheimrat Clausen in Hauptmanns "Vor
Sonnenuntergang", der "Estragon" in Becketts "Warten auf
Godot", aber auch der Saladin in Lessings "Nathan der Weise. Er
brillierte mit der Titelfigur in Goethes "Faust I" und in Brechts
"Das Leben des Galileo" oder gab einen eindrucksvollen Zauberkönig
in Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald" um nur
einiges zu nennen.
Foto: Karl Walter Diess bei der Buchpräsentation "Klausjürgen Wussow. Sein Leben mit Ida Krottendorff"
von Barbara und Alexander Wussow in Berlin im April 2009
Das Copyright liegt bei Tanja Golbeck-Junginger, die eine umfassende
Homepage
zur Serie "Die Schwarzwaldklinik"
erstellt hat.
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Seinen künstlerischen Schwerpunkt hatte Diess seit Mitte
der 60er Jahre auf das Fernsehen verlegt, erste Erfahrungen vor der Kamera
sammelte er bereits mit Géza von Cziffras Kino-Krimi "Banditen der
Autobahn" (1955). Im Laufe der Jahre geriet der sympathische
Schauspieler zum Dauergast auf dem Bildschirm, zeigte sich mit
unterschiedlichsten Figuren in Einzelproduktionen sowie zahllosen Serien.
Besonders populär war er Mitte der 80er Jahre durch seine Rolle des Dr. Schäfer in
dem Quotenrenner "Die Schwarzwaldklinik" geworden und so war es
nur folgerichtig, dass "Dr. Schäfer" auch in der Jubiläumsfolge
des TV-Klassikers, die 20 Jahre nach den ersten Dreharbeiten der
Kultserie 2005 unter dem Titel "Schwarzwaldklinik – Die
nächste Generation" ausgestrahlt wurde, neben der fast kompletten
ehemaligen Klinikcrew mit von der Partie war. Die Liste von Diess'
Serienauftritten ist lang, beliebte Krimiserien wie "Dem Täter auf der
Spur", "Der Kommissar", "Derrick", "Schwarz Rot Gold"
oder "Tatort" sind zu nennen, aber auch Unterhaltungsreihen wie
"Auf Achse" (mit Manfred Krug) oder "Das Traumschiff".
In eine bestimmte "Schublade" ließ sich der Schauspieler nie
stecken, zu seiner TV-Filmografie gehören Bühnenadaptionen wie "Der Widerspenstige Heilige" (1974) von
Paul Vincent Caroll oder Doku-Spiele wie Günter Gräwerts
"Ein Deutsches Attentat" (1975), ebenso wie Franz Peter Wirths
Mehrteiler "Wallenstein" (1978) oder Wolf Vollmars Hans Hellmut Kirst-Verfilmung
"Fabrik der Offiziere" (1989), wo er grandios die schillernde
Figur des verbitterten Hauptmann Feders spielte; in Tom Toelles "Bismarck" (1990) verkörperte
er wenig später neben Uwe Ochsenknecht in der
Titelrolle den berühmten Arzt Rudolf Virchow.
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Karl Walter Diess in der Aufführung "XYZ" (mit
Hannelore Elsner und Jörg Pleva; Regie Dieter Wedel)
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue
(Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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In den letzten Jahren hat sich Diess auf dem Bildschirm etwas rar gemacht,
so erlebte man ihn nach Dieter Wedels "Die Affäre Semmeling" (2002) in
dem Pilcher-Melodram "Wenn nur noch Liebe zählt" (2002), zuletzt war er
in dem im Winzermilieu angesiedelten Fernsehfilm
"Reblaus" (2005) sowie in der Episode "Keiner von uns dreien"
(2007) aus der Krimiserie "Siska" zu sehen.
In den 70ern agierte Diess auch in den von Alfred Vohrer in Szene gesetzten
Simmel-Verfilmungen auf der Leinwand, so in "Und Jimmy ging zum Regenbogen" (1971),
"Liebe ist nur ein Wort" (1971) und "Die Antwort kennt nur der Wind" (1974).
Vohrer besetzte ihn auch in dem packenden Heimatstreifen "Der
Edelweißkönig" (1975) nach dem Roman von Ludwig Ganghofer sowie in
dem Ruhrgebiets-Thriller "Anita Drogemöller und die Ruhe an der Ruhr" (1976).
Eine weitere Arbeit für das Kino war unter der Regie von Marco Serafini der
Wirtschaftskrimi "Schwarzer Lohn und weiße Weste" (1985).
Darüber hinaus war Karl Walter Diess ein gefragter Synchronsprecher,
der seine Stimme berühmten Kollegen wie Roger Moore und Christopher Plummer lieh.
In vielen Audioproduktionen ist seine unverwechselbare Stimme zu hören,
beispielsweise gehörte er auch zu den Sprechern der Kultreihen
"TKKG", "Die drei ???" oder "Fünf Freunde".
Karl Walter Diess, dem der Titel "Staatsschauspieler" verliehen
wurde, ist verheiratet und hat eine Tochter aus seiner geschiedenen Ehe mit
Schauspielerkollegin Silvia Simon. Er lebt wechselweise in München, Frankfurt, Salzburg und auf Mallorca.
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