Siegfried Breuer
Siegfried Breuer wurde am 24. Juni 1906 in Wien geboren; seine Eltern stammten aus dem Rheinland, sein Vater Hans Breuer1) (1868/1870 – 1929) war ein bekannter Wagnersänger, Mitglied der Wiener Hofoper und Schüler von Cosima Wagner gewesen. Der junge Siegfried Breuer ließ sich in Wien an der "Akademie für Musik und darstellende Kunst" zum Schauspieler ausbilden – seine damaligen Studienkolleginnen waren unter anderem Paula Wessely und Käthe Gold. 1924 gab er Bühnendebüt am "Volkstheater" sowie am "Theater in der Josefstadt", ging dann nach Prag und anschließend nach Berlin, wo er als Conferençier in Modeschauen auftrat ehe ihm Max Reinhardt eine tragende Rolle in Schillers "Prinz von Homburg" übertrug. Von 1935 bis 1941 gehörte Breuer zum Ensemble des "Deutschen Theaters" in Berlin, nach Ende des 2. Weltkrieges gründete er zusammen mit Peter Kreuder, Theo Lingen und anderen Schauspielerkollegen die "Künstlergemeinschaft Bad Ischl", die in Österreich auf Tournee ging. 1953 holte ihn Hilpert an das Göttinger Theater, wo Breuer unter anderem mit der Titelrolle in Lessings "Nathan der Weise" brillierte und somit vom "Bonvivant" in das Charakterfach wechselte.

Siegfried Breuer wurde erst spät für den Film entdeckt: Er hatte zwar bereits 1931 in dem Streifen "Weekend im Paradies" mitgewirkt, doch seine eigentliche Karriere als vielgefragter Filmschauspieler begann erst Ende der 30er Jahre. Meist auf den Typ "zwiespältiger, unangenehmer oder schwieriger Schurke, der durch Eleganz und Liebenswürdigkeit besticht" festgelegt, war er mit profilierten Nebenrollen zu sehen, spielte beispielsweise 1940 in Gustav Ucickys legendärem "Der Postmeister" neben Heinrich George den Rittmeister Minskij oder in "Der Weg ins Freie" (1941) den Grafen Stefan Oginski an der Seite von Zarah Leander; in "Romanze in Moll" sah man ihn 1943 als Viktor zusammen mit Marianne Hoppe, in "Orient-Express" (1944) als Baron Erich Hübner mit Gusti Wolf und Rudolf Prack oder in "Die Fledermaus" (1946) als Prinzen Orlowsky mit Marte Harell und Johannes Heesters. In Carol Reeds Klassiker "Der dritte Mann" spielte er 1949 den Rumänen Popescu, einen Oberst in "Johannes und die 13 Schönheitsköniginnen" (1951), in "Wenn abends die Heide träumt" (1952) mimte er den Konsul Berghaus und in "Der Fürst von Pappenheim" (1952) den Juan Pablo de Gonzales. Zu seinen letzten Kinoproduktionen zählt 1953 seine Rolle des Marquis de Tréville in der Operettenverfilmung "Der Vogelhändler" sowie die Filme "Unter den Sternen von Capri" (1953) und "Der Letzte Walzer" (1953).
Der Schauspieler mimte auf der Leinwand oftmals Schwerenöter, mit hoch gezogener linken Augenbraue musterte er seine Partnerinnen; hinter der Maske des eleganten Bonvivant mit schwarzem Bärtchen und kühlem Blick kamen nicht selten zwielichtige Charaktere mit morbidem Einschlag zum Vorschein.
(Quelle: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz)
  
Am Ende seiner Laufbahn zeichnete Breuer für drei Kinofilme auch als Regisseur verantwortlich: Für "Der Schuss durchs Fenster" (1950) mit Curd Jürgens, "Seitensprünge im Schnee" (1950) mit Heinz Engelmann sowie "In München steht ein Hofbräuhaus" (1952) mit Carl Wery und Liesl Karlstadt.  
Siegfried Breuer, der sechs Mal verheiratet war – unter anderem mit Maria Andergast2) (1912 – 1995) und Eva-Maria Meineke2) – starb am 1. Februar 1954 mit nur 47 Jahren nach kurzer Krankheit in Wien an einem Leberleiden, zu dem eine Lungenentzündung gekommen war; sein Sohn Siegfried Breuer Jr.1) (geb. 1930) trat in die Fußstapfen seines Vaters und wurde auch ein bekannter Ufa-Star, die Enkel Jacques Breuer1) und Pascal Breuer1) haben sich vor allem in zahlreichen Fernsehproduktionen einen Namen gemacht.
 

Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
Filmografie bei der german.imdb.com
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