Käthe Gold wurde am 11. Februar 1907 als Katharina Stephanie Gold in Wien geboren. Die Tochter eines Schlossermeisters übernahm bereits mit vier Jahren kleine Kinderrollen an der Hofoper und am Burgtheater, erhielt später in ihrer Geburtsstadt eine Ausbildung an der "Akademie für Musik und darstellende Kunst". Anschließend gab sie 1926 am Berner Stadttheater ihr Bühnendebüt als Bianca in Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" und spielte dort ein Jahr lang. Ab 1928 folgten Engagements in Breslau sowie in München an den "Kammerspielen", weitere Stationen bis 1935 wurden in Wien das "Akademietheater" und das "Theater in der Josefstadt". 
Bereits 1932 war Käthe Gold auf Empfehlung von Werner Krauß, der die junge Schauspielerin in München gesehen hatte und von ihrer Ausdruckskraft begeistert war, erstmals nach Berlin gekommen, ab 1935 gehörte sie dann neun Jahre lang zum Ensemble des "Preußischen Staatstheater" in Berlin unter der Intendanz von Gustaf Gründgens1) (1899 – 1963) und feierte mit ihrem beseelten, ausdrucksstarken Spiel bis zur Schließung der Theaters (1944) triumphale Erfolge

Käthe Gold als Emilie in "Palace Hotel" (1952)
Quelle/Link: cyranos.ch bzw. Archiv "Praesens-Film AG" Zürich",
mit freundlicher Genehmigung von Peter Gassmann (Praesens-Film AG, Zürich)
© Praesens-Film AG → VHS shop.praesens.com

Käthe Gold als Emilie in "Palace Hotel" (1952); Quelle/Link: cyranos.ch bzw. Archiv "Praesens-Film AG" Zürich", mit freundlicher Genehmigung von Peter Gassmann (Praesens-Film AG, Zürich); Copyright Praesens-Film AG
Käthe Gold als Klara mit Bernhard Minetti (Leonhard) in "Maria Magdalena" von Friedrich Hebbel; Regie: Jürgen Fehling, 1938; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_hauptkatalog_0082281); © SLUB Dresden/Deutsche Fotothek; Quelle: www.deutschefotothek.de So beispielsweise als Klärchen in Goethes Trauerspiel "Egmont" oder als "Gretchen" in Goethes "Faust", Figuren, mit denen sie auch in späteren Jahren immer wieder Publikum und Kritik begeisterte. Einer ihrer Biographen (Ernst Wurm; 1906 – 1971) nennt sie "die reinste Goethespielerin unserer Tage".
Das Entzücken begründete sich auch aus jener innigen Verbindung von Person und Rolle, von natürlicher mit erdichteter Person, die wir Erfüllung nennen. Die letzten Worte Klärchens muß sie so gesammelt und seelisch entrückt gesprochen, die Liebestragödie und das politische Drama so ineinander gebunden haben, "daß es zum ersten Male notwendig erschien, sie nachher im Kerker als Göttin der Freiheit zu zeigen ". Der Akzent in diesem Befund Herbert Iherings liegt auf dem Wort "notwendig", weil ihr Klärchen die wunderbaren Kräfte späterer Verklärung schon in sich trug, eins also ins andere ging. Das war das Besondere an Käthe Gold, daß sie die reale Kontur einer Person übersteigen konnte, daß sie, von der Rolle durchströmt, die poetische Vision selbst werden konnte.2)

Käthe Gold als Klara mit Bernhard Minetti1) (Leonhard) in "Maria Magdalena"3)
von Friedrich Hebbel; Regie: Jürgen Fehling3), 1938
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_hauptkatalog_0082281)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
 

Käthe Gold interpretierte eindrucksvoll die großen klassische Frauenrollen des Welttheaters, brillierte beispielsweise als Ophelia in William Shakespeares "Hamlet"3), als Nora in Henrik Ibsens "Nora oder Ein Puppenheim"3), als Pippa in Gerhart Hauptmanns "Und Pippa tanzt"3), hauchte der Blanche in "Endstation Sehnsucht"3) und der Laura in "Die Glasmenagerie"3) von Tennessee Williams Leben ein – um nur einiges zu nennen.
Nach einer kurzen Übergangszeit in Zürich war Käthe Gold ab 1947 Ensemblemitglied des Wiener "Burgtheaters", wo sie bereits 1932 mit Richard Billingers "Rauhnacht" gastiert hatte. Damals war der Autor von ihrer Darstellung so begeistert gewesen, dass er zwei weitere Stücke für sie schrieb – unter anderem "Der Gigant", welches 1942 zur Empörung der "Gold-Fangemeinde" mit Kristina Söderbaum unter dem Titel "Die Goldene Stadt"3) verfilmt wurde. Daneben gab sie zahlreiche Gastspiele, unter anderem bei den Salzburger und Bregenzer Festspielen In Salzburg gestaltete sie beispielsweise 1949 die Marie Beaumarchais in Goethes Trauerspiel "Clavigo"3), 1961 die mächtige Fee Lacrimosa in Ferdinand Raimunds romantischem Zaubermärchen "Der Bauer als Millionär"3) und 1969 die "Guten Werke" in "Jedermann"3) von Hugo von Hofmannsthal. 1985 nahm die große Mimin ihren Abschied von der Bühne.
  
Zum Film war die Schauspielerin Mitte der 1930er Jahre gekommen, ihr Leinwanddebüt gab sie mit der Rolle der betrogenen Ehefrau Alkmene in Reinhold Schünzels Lustspiel "Amphitryon – Aus den Wolken kommt das Glück"3) (1935), doch mit Ausnahme Hans Schweikarts Lessingverfilmung "Das Fräulein von Barnhelm"4), in der Käthe Gold 1940 die Titelrolle spielte, nutzte der Film zu selten ihre geniale Gestaltungskraft. Ihre Filmfiguren waren schwebend leicht, sie verlieh ihnen eine damenhaft-exzentrische Grazie und ihre dem Theater verhaftete Sprech- und Spieltechnik wurde in verhältnismäßig wenigen Filmen ausgeschöpft.5) So stand Käthe Gold neben ihrer umfangreichen Arbeit für das Theater in jenen Jahren nur sporadisch vor der Kamera, man erlebte sie in dem von Hans Steinhoff nach einer Komödie von Max Dreyer in Szene gesetzten Lustspiel "Der Ammenkönig" (1935, auch "Das Tal des Lebens"), 1937 neben Karl Ludwig Diehl in der französischen Produktion "Andere Welt" (La dame de Malacca), zwei Jahre später an der Seite von Elisabeth Flickenschildt und Ewald Balser in Heinz Hilperts Literaturverfilmung "Die unheimlichen Wünsche"4), welche nach dem Roman "La peau de chagrin" von Honoré de Balzac entstanden war.
 
Nach Kriegsende hatte die Schauspielerin weitere bedeutende Leinwandrollen, so beispielsweise 1950 als verzweifelte, todkranke Mutter in "Der Wallnerbub" (auch: Das Jahr des Herrn6)), 1951 zeigte sie sich neben René Deltgen und Paul Wegener in dem bereits 1944 gedrehten Melodram "Augen der Liebe"4). Als gelähmte, verständnisvolle Frau Flamm in Wolfgang Staudtes Gerhart-Hauptmann-Verfilmung "Rose Bernd"4) glänzte sie neben Maria Schell, als mächtige Fee Lacrimosa in der Filmversion von Ferdinand Raimunds Bühnenstück "Der Bauer als Millionär"3) (1961). Danach übernahm sie vereinzelt interessante Aufgaben für das Fernsehen, bleibt unter anderem in nachhaltiger Erinnerung als Klara May in Hans-Jürgen Syberbergs TV-Biografie "Karl May"3). Auch in einigen Episoden der beliebten Krimi-Reihe "Der Kommissar" war sie auf dem Bildschirm präsent, letztmalig erlebten die Fernsehzuschauer die Charakterdarstellerin in der "Derrick"-Episode "Eine Reihe von schönen Tagen" (1988;  → www.zauberspiegel.de).

Zahlreiche Auszeichnungen belegen die darstellerische Kraft der bereits 1936 zur "Staatsschauspielerin" ernannten Käthe Gold: Den Titel "Kammerschauspielerin" verlieh man ihr 1952 in Wien, acht Jahre später konnte sie sich in die erlesene Riege der "Hans Reinhart-Ring"3)-Trägerinnen einreihen. Die "Josef-Kainz-Medaille"3) erhielt sie 1965 für ihre herausragende Darstellung der "Frau Page" in Shakespeares "Die lustigen Weiber von Windsor". Den "Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien"3) konnte sie 1967 entgegennehmen, 1982 den "Ehrenring der Stadt Wien"3). 1988 wurden ihre Leistungen mit dem "Filmband in Gold"3) für "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film" gewürdigt.
Das von Ernst Wurm im Grazer Leykam-Verlag veröffentlichte Buch "Käthe Gold. Eine Monographie", unter anderem mit zahlreichen Fotografien, erschien 1951 und bietet auch eine Analyse der wesentlichen Rollen der Künstlerin, die für Jahrzehnte zu den strahlendsten Erscheinungen der deutschen Bühne gehörte.
  
Käthe Gold starb am 11. Oktober 1997 mit 90 Jahren in ihrer Geburtsstadt Wien; die letzte Ruhe fand sie auf dem Friedhof Wien-Sievering (Gruppe 29, Reihe 5, Nummer 9) → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Im Jahre 2016 wurde in Wiener Gemeindebezirk Döbling (19. Bezirk) der "Käthe-Gold-Weg" nach ihr benannt.
Textbausteine des Kurzportraits aus
"Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 128/129 
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch, tls.theaterwissenschaft.ch
sowie den Nachruf bei www.zeit.de
Fotos bei www.virtual-history.com
1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) Wikipedia, 4) Murnau Stiftung, 6) filmportal.de
Quelle:
2) Berliner Zeitung vom 14.10.1997; Nachruf "Erspieltes Glück, fröhliche Bescheidenheit: Zum Tod der Schauspielerin Käthe Gold" von Günther Rühle
5) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 129 
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, Murnau Stiftung, filmportal.de, cyranos.ch, fernsehserien.de)
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