| Maria Andergast | ||||
| Maria Andergast wurde am 4. Juni 1912 als Maria Pitzer
in Brunnthal (bei München) geboren. Im Alter von zwei Jahren
verlor sie beide Elternteile, wuchs bei Verwandten in Wien auf, deren Namen
sie annahm, und verbrachte in Wien ihre Schulzeit.
Den Tanzunterricht bei Grete Wiesenthal1) (1885 1970) musste sie nach einem
schweren Verkehrsunfall abbrechen und wechselte
an die "Akademie für Musik und darstellende Kunst", wo sie Schauspielunterricht bei Josef Danegger
(1866 1933) nahm. Ihr Theaterdebüt gab Maria Andergast 1928 im
böhmischen Aussig an der Elbe
als Toni in dem Stück "Vater sein dagegen sehr", Bühnenauftritte am
"Deutschen Landestheater" in
Prag folgen. Von Prag ging sie 1936 nach ihrer Scheidung von dem Regisseur Heinz Helbig1)
(1902 ?) nach Berlin, spielte ab 1939 in Wien, später auch in München und auf Gastspielreisen
in Rom, Warschau, in der Schweiz und in Schweden. 1945 wurde sie Mitglied des Ensembles
des Wiener "Theaters in der Josefstadt", später gastierte sie über längere Zeit auch am
"Münchner Residenztheater". Von Luis Trenker2) (1892 1990) war die Schauspielerin den Film "Der verlorene Sohn" (1933/34) entdeckt worden, schaffte damit den Durchbruch auf der Leinwand und eroberte sich rasch einen Platz im Heimat- und Operettenfilm, aber auch im Melodram und in Komödien, mit ihren herben Frauengestalten zählte sie rasch zu den beliebtesten weiblichen Stars der dreißiger Jahre. In Trenkers Meisterwerk "Der verlorene Sohn" verkörperte sie die Braut, die in der Bergheimat treu auf ihren vom Fernweh in die Fremde getriebenen Jugendfreund wartet. In ihrem zweiten Film, "Abenteuer eines jungen Herrn in Polen" (1934), spielte sie eine russische Komtesse, die unter den politischen Bedingungen des Ersten Weltkrieges auf ihre Liebe zu einem österreichischen Offizier (dargestellt von Gustav Fröhlich) verzichten muss.3) Filme wie "Endstation"4) (1935), "Der Vogelhändler" (1935), "Der Kurier des Zaren" (1936), "Die Pfingstorgel"4) (1938), "Unsterblicher Walzer" (1939), "Das Glück wohnt nebenan"4) (1939), "Der liebe Augustin" (1940), "Das Große Spiel" (1941) oder "Und die Musik spielt dazu" (1943) begründeten ihren bis weit in die Nachkriegszeit reichenden Ruhm. Als eine der populärsten Schauspielerinnen der 1940er und 50er Jahre verkörperte sie später oft den Typ der feinen, humorvollen Wienerin, wobei sie häufig als Partnerin von Paul Hörbiger und Hans Moser auftrat. Hans Lang1) (1908 1992), ihr Gesangspartner, komponierte das Lied "Mariandl", das zu ihrem beliebtesten Schlager wurde und welches aus dem Film "Der Hofrat Geiger"1) (1947), einer fein gestrickten Schnulze, stammt. Auch im bundesdeutschen Nachkriegsfilm verlor die Karriere von "Mariandl" bis Ende der 1950er Jahre wenig an Glanz, Heimatstreifen wie "Auf der Alm, da gibt's ka Sund" (1950), "Das Schloß in Tirol"4) (1956), "Verlobung am Wolfgangsee"1) (1956), "Kaiserball"1) (1956) oder "Almenrausch und Edelweiß"1) (1957) markieren weitere Höhepunkte ihrer insgesamt allein mehr als 50 Filme umfassenden Laufbahn. Zu ihren weiteren Nachkriegsstreifen zählen unter anderem "Eva erbt das Paradies" (1951), "Hallo Dienstmann"1) (1951), "Der Mann in der Wanne" (1952), "Die Wirtin von Maria Wörth" (1952), "Der Verschwender" (1953), "Sanatorium total verrückt" (1953), "Wenn die Alpenrosen blühn"1) (1955) oder "Die fröhliche Wallfahrt"1) (1956). Danach wurde sie meist nur noch mit Nebenrollen besetzt. Mit ihren dunkel verschatteten Augen lagen der Andergast schlichte Frauengestalten mit einem melancholischen Zug. Später gingen ihre "Wiener Madln" mit Herz und Verstand nicht nahtlos im Klischee des "süßen Hascherls" auf; sie verkörperte auch ihre Antipodin, die verzichtende oder verzeihende Mutter.5) Nachdem 1964 ihr dritter Ehemann, der Schauspieler Richard Häußler1)
(1908 1964),
mit dem sie seit 1958 verheiratet war, verstarb und es ohnehin schon ruhiger um sie geworden war,
zog sich
Maria Andergast eine Zeit lang aus der Öffentlichkeit zurück. 1966 erlitt
sie bei einem Autounfall schwere Verletzungen, die sie
erneut für längere Zeit
pausieren ließen. Zu ihren letzten Arbeiten für das Kino zählt Theo Maria Werners
Heimat-Melodram
"Der Gestohlene Himmel"4) (1974, auch
"Wetterleuchten über dem Zillertal"),
wo Maria Andergast die Rolle
der Mutter Brandner übernommen hatte. Mitte der 1970er Jahre
zog sie zog sich ganz vom Theater und vom Film zurück, siedelte von München nach Wien
über; ab dieser Zeit tauchte ihr Name kaum mehr auf. |
||||
| Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait
innerhalb dieser HP, 4) Murnau-Stiftung Quelle: 3) Wikipedia (abgerufen 07.10.2011), 5) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S, 17) |
||||
| Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch | ||||
|
||||
|
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster
schließen. Home: www.steffi-line.de |