| Maria Andergast |
| Maria Andergast wurde am 4. Juni 1912 als Maria Pitzer
in Brunnthal (bei München) geboren. Im Alter von zwei Jahren
verlor sie beide Elternteile, wuchs bei Verwandten in Wien auf und verbrachte
dort ihre Schulzeit.
Den Tanzunterricht bei Grete Wiesenthal brach sie nach einem Verkehrsunfall ab und wechselte
an die Akademie für Musik und darstellende Kunst, wo sie Schauspielunterricht bei Josef Danegger
nahm. Ihr Theaterdebüt gab Maria Andergast 1928 in Aussig an der Elbe
als Toni in dem Stück "Vater sein dagegen sehr", Bühnenauftritte am
Deutschen Landestheater in
Prag folgen; von Prag ging sie 1936 nach ihrer Heirat mit dem Regisseur Heinz Helbig
nach Berlin, spielte ab 1939 in Wien, später auch in München und auf Gastspielreisen
in Rom, Warschau, in der Schweiz und in Schweden. 1945 wurde sie Mitglied des Ensembles
des Theaters in der Josefstadt in Wien, später gastierte sie über längere Zeit auch am Münchner Residenztheater. Von Luis Trenker war die Schauspielerin 1934 für den Film "Der verlorene Sohn" entdeckt worden, schaffte damit den Durchbruch auf der Leinwand und eroberte sich rasch einen Platz im Heimat- und Operettenfilm, aber auch im Melodram und in Komödien, mit ihren herben Frauengestalten zählte sie rasch zu den beliebtesten weiblichen Stars der dreißiger Jahre. Filme wie "Endstation"1) (1935), "Der Vogelhändler" (1935), "Der Kurier des Zaren" (1936), "Die Pfingstorgel"1) (1938), "Unsterblicher Walzer" (1939), "Das Glück wohnt nebenan"1) (1939), "Der liebe Augustin" (1940), "Das Große Spiel" (1941) oder "Und die Musik spielt dazu" (1943) begründeten ihren bis weit in die Nachkriegszeit reichenden Ruhm. Als eine der populärsten Schauspielerinnen der vierziger und fünfziger Jahre verkörperte sie später oft den Typ der feinen, humorvollen Wienerin, wobei sie häufig als Partnerin von Paul Hörbiger und Hans Moser auftrat; Hans Lang, ihr Gesangspartner, komponierte das Lied "Mariandl", das zu ihrem beliebtesten Schlager wurde und welches aus dem Film "Der Hofrat Geiger" (1947), einer fein gestrickten Schnulze, stammt. Auch im bundesdeutschen Nachkriegsfilm verlor die Karriere von "Mariandl" bis Ende der 50er Jahre wenig an Glanz; neben ihrer Arbeit für den Film stand Maria Andergast am Wiener "Theater in der Josefstadt" und am Münchner "Residenztheater" erfolgreich auf der Bühne. "Auf der Alm, da gibt's ka Sund" (1950), "Das Schloss in Tirol" (1956) oder "Almenrausch und Edelweiß" (1957) markierten weitere Höhepunkte ihrer insgesamt allein mehr als 50 Filme umfassenden Laufbahn. Zu ihren weiteren Nachkriegsstreifen zählen unter anderem "Eva erbt das Paradies" (1951), "Hallo Dienstmann" (1951), "Der Mann in der Wanne" (1952), "Die Wirtin von Maria Wörth" (1952), "Der Verschwender" (1953), "Sanatorium total verrückt" (1953) oder "Wenn die Alpenrosen blühn" (1955). Danach wurde sie meist nur noch mit Nebenrollen besetzt. Mit ihren dunkel verschatteten Augen lagen der Andergast schlichte Frauengestalten mit einem melancholischen Zug. Später gingen ihre "Wiener Madln" mit Herz und Verstand nicht nahtlos im Klischee des "süßen Hascherls" auf; sie verkörperte auch ihre Antipodin, die verzichtende oder verzeihende Mutter. (Quelle: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz)
Nachdem 1964 ihr dritter Ehemann, der Schauspieler Richard Häußler,
mit dem sie seit 1957 verheiratet war, verstarb und es ohnehin schon ruhiger um sie geworden war,
zog sie sich eine Zeit lang aus der Öffentlichkeit zurück. 1966 erlitt
Maria Andergast bei einem Autounfall schwere Verletzungen, die sie
erneut für längere Zeit
pausieren ließen. Zu ihren letzten Arbeiten für das Kino zählt Theo Maria Werners
Heimat-Melodram
"Der Gestohlene Himmel"1) (1974, auch Wetterleuchten über dem Zillertal),
wo Maria Andergast die Rolle
der Mutter Brandner übernommen hatte. Mitte der siebziger Jahre
zog sie zog sich ganz vom Theater und vom Film zurück, siedelte von München nach Wien
über; ab dieser Zeit tauchte ihr Name kaum mehr auf. |
| Der Link führt zur Filmbeschreibung von 1) der Murnau-Stiftung |
| Siehe auch Wikipedia,
www.cyranos.ch Filmografie bei der german.imdb.com |
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