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Bei den Dreharbeiten zu dem historischen Abenteuerfilm "Feuer über England" hatte Olivier die Schauspielerin Vivian Leigh2) (1913 1967) kennen und lieben gelernt, eine leidenschaftliche Liaison begann. Vivian Leigh war zu der Zeit noch mit dem Juristen Herbert Leigh Holman verheiratet, Olivier seit Ende Juli 1930 mit der Schauspielerin Jill Esmond1) (1908 1990). Sowohl Olivier als auch Vivian Leigh hatten ein Kind aus ihrer jeweiligen Verbindung, Olivier den 1936 geborenen Sohn Tarquin, Vivian Leigh Tochter Suzanne. Im Juni 1938 verließ Vivien Leigh ihren Mann und zog mit Olivier, der sich ebenfalls von seiner Familie getrennt hatte, in eine Wohnung in Chelsea. Nachdem beide im Jahr 1940 geschieden worden waren, heiratete das Paar im August 1940. Gemeinsam mit Vivian Leigh stand Olivier für die Filme "21 Days" (1940) und "Lord Nelsons letzte Liebe"1) (1940, That Hamilton Woman) vor der Kamera, Produktionen, die das Par auch international berühmt machten. 1940 unternahm Olivier mit Vivian Leigh eine äußerst erfolgreiche Theatertournee durch die Vereinigten Staaten mit William Shakespeares Tragödie "Romeo und Julia". In diesem Jahr spielte er auch unter der Regie von Alfred Hitchcock in Oscar-gekrönten Psycho-Thriller "Rebecca" den undurchsichtigen Maxime de Winter mit Joan Fontaine als Partnerin.
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Während des 2. Weltkrieges leistete Olivier von 1941 bis 1944 seinen Dienst bei der Armee, danach übernahm er als Mitbegründer von 1944 bis 1948 die Leitung der neuen "Old Vic Theatre Company" in London, stand selbst dort für fünf Spielzeiten auf der Bühne und wurde von Kritik und Publikum gefeiert. Besonders seine Interpretation des durchtriebenen Richard III. wird als einer der Höhepunkte dieser Ära angesehen, ebenso seine Darstellung von Sophokles' "Ödipus" und Sheridans "Kritiker" an ein und demselben Abend. Seine außergewöhnliche Kraft als Shakespeare-Interpret aber auch als Regisseur konnte Olivier gleichermaßen auf der Leinwand unter Beweis stellen, unter seiner Regie und mit ihm als Protagonisten entstand 1944 die episch patriotische Verfilmung des "König Heinrich V."1), die Shakespeare-Adaption "Hamlet"1) kam 1948 in die Lichtspielhäuser, 1955 folgte "Richard III."3), Filme, die ihn zu Legende werden ließen; die Bühnenproduktion von "Othello" wurde 1965 als Verfilmung ein weiterer Triumph. Für "Heinrich V." erhielt Olivier von der amerikanischen Filmakademie den "Oscar" als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller. "Du bist England" soll Charles Laughton ausgerufen haben, nachdem er Laurence Olivier als Heinrich V. gesehen hatte. 1947 war Olivier von König Georg VI. zum Ritter geschlagen worden und durfte fortan den Titel "Sir" tragen, die Ernennung zum "Life Peer" als "Baron Olivier, of Brighton im County of Sussex" sollte 1970 folgen. Als Mitglied des Oberhauses, als Peer der Krone, als Baron auf Lebzeiten, war der Schauspieler Laurence Olivier wirklich England geworden oder wenigstens ein Stück davon. Auch wenn der Mime 1951 mit seiner Frau Vivian Leigh in die USA übersiedelte, blieb er dem britischen Kino erhalten, so produzierte er als Krönungsgeschenk für Queen Elizabeth John Gays "Bettleroper" (1953, The Beggar's Opera); für die Rolle des Captain MackHeath nahm er Gesangsunterricht, die Inszenierung übergab er seinem Freund Peter Brook. Die "Bettleroper" auf ihr beruht Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" ist einer der schönsten Filme von Laurence Olivier. Unter seiner Regie, mit ihm als Prinzregent und Marilyn Monroe als Elsie Marina entstand die "charmant, witzig, graziös und geistreich inszenierte Verfilmung eines Bühnenstücks" (Lexikon des internationalen Films) von Terence Rattigan, "Der Prinz und die Tänzerin"1) (1957, The Prince and the Showgirl). Die Monroe trat hier das erste Mal in einer dramatischen Rolle auf und zeigte, dass sie eine ernstzunehmende Schauspielerin war, während sie ihre vorherigen Kinoerfolge wie etwa Howard Hawks' "Blondinen bevorzugt" noch der geschickten Benutzung ihres naiven Auftretens verdankte. Mit großem Spaß spielte Olivier unter der Regie von Guy Hamilton den General John Burgoyne in der Verfilmung von George Bernard Shaws "Der Teufelsschüler" (1959, The Devil's Disciple) und den Marcus Licinius Crassus in Stanley Kubricks eindrucksvollem Monumentalfilm "Spartacus"1) (1960). In einem weiteren Monumentalepos, Basil Deardens "Khartoum Der Aufstand am Nil"1) (1966, Khartoum), übernahm er eindrucksvoll die Rolle des Mahdi Muhammad Ahmad, der sich an die Spitze einer Aufstandsbewegung gegen die ägyptische Regierung stellt. Eine glänzende schauspielerische Leistung bot Olivier auch als Inspektor Newhouse in dem Krimi "Bunny Lake ist verschwunden"1) (1965, Bunny Lake is missing), in Michael Andersons Drama "In den Schuhen des Fischers"1) (1968, The Shoes of the Fisherman; mit Anthony Quinn) überzeugte er als Ministerpräsident Piotr Ilyich Kamenev. Es folgten Produktionen wie "Die Luftschlacht um England"1) (1969, The Battle of Britain), "Nikolaus und Alexandra" (1971, Nicholas and Alexandra) und "Die Große Liebe der Lady Caroline" (1972, Lady Caroline Lamb), in denen Olivier mit prägnanten Nebenrollen glänzte, großartig war er auch als berühmter, egozentrischer Kriminalschriftsteller Andrew Wyke in Joseph L. Mankiewiczs nach einem Theaterstück von Anthony Shaffer inszenierten Krimi "Mord mit kleinen Fehlern"1) (1972, Sleuth) an der Seite von Michael Caine. Unvergessen bleibt Olivier als dämonischer KZ-Arzt Dr. Christian Szell in John Schlesingers "Marathon Mann"1) (1976) mit Dustin Hoffman oder als Professor James Moriarty in "Kein Koks für Sherlock Holmes"1) (1976, The Seven-Per-Cent Solution) in der Krimi-Komödie von Regisseur Herbert Ross. In Franklin J. Schaffners Thriller "The Boys from Brazil"1) (1978) brillierte er an der Seite von Gregory Peck und James Mason, in John Badhams "Dracula Eine Love Story"1) (1979, Dracula) mimte er den Vampirjäger Professor Van Helsing, unter der Regie von Desmond Davis den Göttervater Zeus in "Kampf der Titanen"1) (1981, Clash of the Titans). Sehenswert ist auch Roger Donaldsons spektakuläre Neuverfilmung der berühmten "Meuterei auf der Bounty"1) (1984, The Bounty) mit Olivier als Admiral Hood, Anthony Hopkins als grausamem Kapitän William Bligh und Mel Gibson als Offizier Fletcher Christian. Seine letzte Arbeit für das Kino war das Abenteuer "Wildgänse 2" (1985, Wild Geese II), wo er den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß (1894 1987) verkörperte. Nach seiner Scheidung von Vivian Leigh Anfang Dezember 1960 war Olivier nach England zurückgekehrt, seine dritte Frau, die Schauspielerin Joan Plowright1) heiratete er Mitte März 1961; aus der Verbindung stammen drei Kinder, der Sohn und spätere Regisseur Richard Olivier wurde 1962 geboren, später die Töchter Tamsin Olivier (geb. 10.01.1963) und Julie Kate Olivier (geb. 26.01.1966). Von 1965 bis 1973 leitete Olivier als Direktor das ehemalige "Old Vic Theatre" in London, das 1963 in "National Theatre" umbenannt worden war. Neben seiner Arbeit für das Theater bzw. das Kino war der große Mime seit den 70er Jahren verstärkt für das Fernsehen tätig, spielte auch hier viele seiner großen Bühnenrollen. So etwa den "Shylock" in der TV-Fassung von Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" (1973, The Merchant of Venice); seine Frau Joan Plowright verkörperte die "Portia". In George Cukors Drama "Liebe in der Dämmerung" (1975, Love Among the Ruins) war er der Partner von Katharine Hepburn, in dem von Franco Zeffirelli aufwendig inszenierten mehrteiligen Bibel-Epos "Jesus of Nazareth"1) (1977) gab er den Pharisäer Nikodemus, in dem fünfteiligen Historien-Spektakel "Die Letzten Tage von Pompeji" (1984, The Last Days of Pompeii) dem gleichnamigen Roman von Edward George Bulwer-Lytton den Patrizier Gaius. Eine seiner letzten TV-Arbeiten war Marvin J. Chomskys farbenprächtige vierteilige Filmbiografie über den russischen Zaren "Peter der Große" (1986, Peter the Great) mit der Figur des Königs Wilhelm von Oranien. Bis ins hohe Alter war Olivier ein gefragter Schauspieler, vor allem seiner ungewöhnlich schönen und ausdrucksstarken Stimme wegen. Seine letzte Leinwandrolle spielte der Schauspieler, der schon zu Lebzeiten ein Mythos war, 1989 als Soldat im Rollstuhl in Derek Jarmans "War Requiem".
Am 11. Juli 1989 starb Sir Laurence Olivier, der als der größte
englischsprachige Schauspieler des 20. Jahrhunderts angesehen wird, 82-jährig in Steyning (West Sussex).
Seine letzte Ruhestätte fand der Ausnahmeschauspieler im "Poet's Corner" in der
Londoner Westminster Abbey, Olivier ist nach David Garrick1) erst
der zweite Bühnendarsteller, dem diese Ehre zuteil wurde.
In den
letzten Jahren seines Lebens war Olivier von vielen Krankheiten geplagt, die er bis zuletzt immer wieder besiegte.
Unter den Mimen war er ein Titan, sagt Antonius an Cäsars
Bahre: "Wann kommt seinesgleichen wieder?" |
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Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de, Siehe auch die englischsprachige offizielle Homepage www.laurenceolivier.com Weitere Infos bei Wikipedia und www.whoswho.de Filmografie bei der www.imdb.de |
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