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Ihr erster Tonfilmpart war die der Lucie Dreyfus in Oswalds Drama "Dreyfus" (1930) an der Seite von Fritz Kortner in der Titelrolle, in Hans Tintners Verfilmung von Friedrich Wolfs "Cyankali" (1930), einem Stück, das sich gegen den den Paragraphen 218 wendet, verkörperte sie die Hete Fent: "Lastend schon vor der Katastrophe, wuchs sie im Leid weit über den Ausbruch hinaus. Sie steigerte den Schmerz bis an die äußerste Grenze. Da ging ein Menschenkind beinahe resignierend in schmerzloses Nichts auf.", so P. Marcus in "Das 12-Uhr-Blatt". Es folgten noch die Filme "Yorck"2) (1931), "Arme, kleine Eva" (1931), "Arm wie eine Kirchenmaus" (1931) und "Moral und Liebe" (1933), danach verließ die Schauspielerin Nazi-Deutschland, ging von Berlin zunächst nach Klagenfurt, um dann 1934 nach Großbritannien zu emigrieren; 1933 war ihre erste, am 28. Juni 1928 geschlossene Ehe mit dem Schauspieler Oskar Homolka3) (1898 1978) geschieden worden. Nach anfänglichen Sprachschwierigkeiten bzw. intensivem Englischstudium spielte sie dort bald wieder erfolgreich Theater und drehte die musikalische Komödie "Car of Dreams" (1935) mit John Mills als Sohn eines Multimillionärs, der sich in sie verliebt und sie mit einem Luxusauto für sich gewinnen will. Doch dieser Film sollte für Jahrzehnte die letzte Arbeit vor der Kamera bleiben: Bei der Londoner Aufführung des Stückes "Two Share a Dwelling" von Alice Campbell lernte sie den Industriellen und Kunstmäzen Howard Gould kennen, den sie 1937 heiratete. Das Paar ließ sich ein Jahr später in New York nieder, auf Wunsch ihres Ehemannes hängte Grete Mosheim zunächst die Schauspielerei an den Nagel. Erst 1941 übernahm sie wieder Aufgaben beim Theater und trat am Broadway in dem pazifistischen Schauspiel "Letters to Lucerne" des emigrierten Autors Fritz Rotter auf. Wenig später gründete sie gemeinsam mit Felix G. Gerstman (eig. Felix Gerstmann; 1898 1967), Lili Darvas1) (1902 1974) und Hans Jaray1) (1906 1990) das deutschsprachige Ensemble "The Players from Abroad". Erst Anfang der 1950er Jahre kehrte Grete Mosheim nach Deutschland zurück; inzwischen war ihre Ehe mit Howard Gould gescheitert, 1947 hatte sich das Paar scheiden lassen. Rasch konnte sie an ihre früheren Theatererfolge anknüpfen, unter der Regie von Fritz Reichert trat sie am Berliner "Schloßpark-Theater" in John van Drutens "Ich bin eine Kamera" auf und erntete viel Kritikerlob; Von Friedrich Luft war unter anderem im RIAS zu hören "Grete Mosheim schaltete die Figur des Flappers Sally Bowles so sicher von Verderbtheit zu Naivität, von Laszivität zu seelischer Reinlichkeit, von Albernheit zu Herz, von moralischer Schlampigkeit zu heimlicher Strenge der Gefühle, dass das Publikum sie sofort liebte, wie sie da nach fast zwanzig Jahren wieder auf einer Berliner Bühne stand und genau die Vielfalt der besten Sinnes volkstümlichen Töne hören ließ, die diese Stadt immer an ihr bewunderte." In den kommenden Jahren gab Grete Mosheim Gastspiele an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen, glänzte vor allem in Stücken englischsprachiger Dramatiker; so beispielsweise in Thornton Wilders Farce "Die Heiratsvermittlerin", in Colin Higgins' Tragikkomödie "Harald und Maude", in Samuel Becketts Schauspiel "Glückliche Tage" sowie in Stücken von Eugene O'Neill und Tennessee Williams. 1963 wurde sie für ihre Leistungen mit dem Theaterpreis des Verbands Deutscher Kritiker geehrt, 1971 erhielt sie das Filmband in Gold "für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film", drei Jahre später wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Von wenigen TV-Auftritten abgesehen, arbeitet sie nur noch ein Mal für den Film: Für Hark Bohms "Moritz, lieber Moritz"1) (1978) ließ sie sich überreden vor die Kamera zu treten, um eine Großmutter zu spielen. Grete Mosheim, die in dritter Ehe mit dem Journalisten und "Time"-Korrespondenten Bert Cooper verheiratet war, lebte zuletzt wieder in den USA; dort erlag sie am 12. Dezember 1986 im Alter von 80 Jahren in New York ihrem Krebsleiden. |
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| Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP | ||||
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Siehe auch www.cyranos.ch,
Wikipedia Fotos bei film.virtual-history.com |
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