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| Elisabeth Bergner kam am 22. August 1897 als Elisabeth Ettel in Drohobycz, damals Galizien, heute Russland, zur Welt. Sie lernte ihr schauspielerisches Handwerk bereits als Vierzehnjährige an einer privaten Schauspielschule sowie ein Jahr später am Konservatorium in Wien, wo sie ein Stipendium erhalten hatte. | ||||||||||||||||||||||||||||||
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Ihre größten Leistungen zeigte die nymphenhafte Nerven- und Seelenschauspielerin als Strindbergs
"Königin Christine" und "Fräulein Julie", sie glänzte
in Shaws "Heilige Johanna", als "Puck" in Shakespeares
"Sommernachtstraum", als "Porzia" in dessen "Der
Kaufmann von Venedig" oder mit der weiblichen Titelrolle in "Romeo und
Julia". Die Bergner begeisterte beispielsweise als "Rosalinde"
in Shakespeares "Wie es Euch gefällt" ebenso wie mit der
Titelrolle in Gerhart Hauptmanns "Hanneles Himmelfahrt", sie gab O'Neills
"Nina Leeds" in "Strange Interlude" (Seltsames Zwischenspiel)
oder die "Alkmene" in Kleists "Amphitryon"; schlechte Kritiken erlebte sie nur
einmal als Alexandre Dumas' "Kameliendame". |
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Ihr Leinwanddebüt hatte Elisabeth Bergner 1922
als bucklige Schneiderstochter in Holger Madsens Opernverfilmung
"Der Evangelimann" gegeben und wurde in den folgenden Jahren meist auf den Typ der kindlich-androgynen
Heldin festgelegt. Ab 1924 arbeitete sie ausschließlich mit dem Regisseur Paul Czinner
(1890 1972)
zusammen, der auch privat ihr Lebenspartner war. Große Erfolge hatte sie z. B. in
"Nju" (1924), wo sie eine Ehebrecherin von lyrischer
Besessenheit spielte, es folgte "Liebe" (1926) oder "Dona Juana" (1927),
ihren größten Stummfilmerfolg feierte sie jedoch als Arthur-Schnitzler-Heldin "Fräulein
Else" (1928/29). Den Übergang zum Tonfilm schaffte die theatergeprüfte Elisabeth mühelos: "Ariane" (1930/31) und ihre Rolle der russischen Studentin Ariane Kusnetzowa, die sich in einen älteren Lebemann verliebt, wurde gleich ein großer Erfolg. Das Melodram "Der träumende Mund"1) (1932) nach dem Stück "Mélo" von Henri Bernstein, bei dem sie auch am Drehbuch mitgeschrieben hatte, schildert eine tragisch endende Ménage-ŕ-Trois. Nach der Machtübernahme Hitlers am 30. Januar 1933 löste die Bergner ihre Verpflichtungen am Deutschen Theater in Berlin und emigrierte mit Paul Czinner zunächst nach Wien, dann nach London, wo sie im gleichen Jahr heirateten. Anfangs hatten beide noch Schwierigkeiten, vor allem mit der Sprache, doch schon bald lebten sie sich gut in Großbritannien ein. In London wurde Elisabeth Bergner von Cochran für die Hauptrolle in Margret Kennedys Bühnenfassung von "Escape me never" verpflichtet, in der sie im November 1933 ihren ersten großen Erfolg im angelsächsischen Raum hatte. Auch an ihre früheren Filmerfolge konnte sie anknüpfen: Zuerst brillierte die Bergner mit der Titelrolle in Czinners "The Rise of Catherine the Great" (1934, Katharina die Große) als angehende russische Zarin an der Seite von Douglas Fairbanks jr., der zweite Film unter der Regie Czinners war das Melodram "Verlass mich niemals wieder" (1935), in dem Elisabeth Bergner die verführerische Gemma Jones spielt, die nach dem Tod ihres Mannes mit einem Kind mittellos dasteht; für ihre herausragende Darstellung bekam die Schauspielerin eine Oscarnominierung. 1936/35 drehte sie ein Remake von "Der träumende Mund" (Dreaming Lips), war ein Jahr später neben Laurence Olivier in der Shakespeare-Verfilmung "As You Like It" als Rosalind zu sehen. 1938 wurde die Bergner britische Staatsbürgerin, 1940 siedelte sie mit ihrem Mann von Großbritannien in die USA über . Während des Krieg drehte sie nur einen Film, den Anti-Nazi-Streifen "Paris Calling" (1941) ihr einziger Hollywood-Film, der nicht besonders erfolgreich war. Schwerpunkt ihrer Arbeit wurde bis Kriegsende das Theater. Hier ist es vor allem das Bühnenstück "Die beiden Mrs. Carolls" zu nennen, in dem die Schauspielerin sich das amerikanische Theater eroberte.
Elisabeth Bergner, die zu den Mitunterzeichnern der Erklärung des "Council For A Democratic Germany" war, starb am 12. Mai 1986 mit 89 Jahren in London; in Berlin wurde ein Park nach ihr benannt. Ihre Memoiren veröffentlichte die Schauspielerin unter dem Titel
"Bewundert viel und viel gescholten. Elisabeth Bergners
unordentliche Erinnerungen"; von Klaus Völker stammt die Biografie
"Elisabeth Bergner. Das Leben einer Schauspielerin. Ganz und doch immer
unvollendet". |
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| 1) Der Link führt zur Filmbeschreibung von Wikipedia | ||||||||||||||||||||||||||||||
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Siehe auch Wikipedia,
www.exil-archiv.de, www.cyranos.ch,
www.prisma-online.de Fotos bei film.virtual-history.com |
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| Textpassagen der Biografie stammen von Basti sowie aus dem "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars. |
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