Erik Frey (auch Eric Frey) wurde am 1. März 1908 als Sohn eines Zahnarztes in
Wien geboren und verbrachte dort auch seine Kindheit und Jugend. Gleich nach
der Matura, dem österreichischen Abitur, ließ er sich von dem Schauspieler
und "Burgtheater"-Direktor Albert Heine1) (1867 1949) zum Schauspieler
ausbilden. Anschließend gab er 1927 sein Bühnendebüt am
Wiener "Deutschen Volkstheater"; weitere Engagements führten Frey unter anderem nach Bremen,
Hamburg ("Deutsches Schauspielhaus" und
"Thalia-Theater"),
Berlin ("Staatstheater") und nach Prag ("Deutsches Theater"). Seit 1935 war das Wiener
"Theater in der Josefstadt"
seine künstlerische Heimat geworden.
Während seiner langen Theaterkarriere spielte Erik Frey viele große Rollen
seines Fachs, anfangs war er der jugendliche Liebhaber, später der
tragische Held; zuletzt trat er überwiegend in Stücken von Nestroy, Moliere,
Raimund, Oscar Wilde, Arthur Schnitzler und Shaw auf. Viele dieser Aufführungen wurden auch im
Fernsehen übertragen, beispielsweise 1961 Raimunds "Der Bauer als Millionär"
und ein Jahr später Schnitzlers "Professor Bernhardi". Mit
Attila Hörbiger sah man ihn in Nestroys "Lumpazivagabundus" (1962)
in einer Inszenierung von Leopold Leopold Lindtberg oder mit Paula Wessely in Oscar Wildes
"Eine Frau ohne Bedeutung" (1964).
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue
(Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Besonders seit den 1960er Jahren übernahm der Schauspieler vermehrt Aufgaben
für das Fernsehen, nachdem interessante Kinorollen immer seltener wurden.
So erlebte man ihn unter anderem in Theodor Grädlers Hochhut-Adaption
"Donadieu" (1962) als Lavalette and der Seite von Ewald Balser,
der die Titelrolle spielte; unter der Regie von John Olden mimte er
in "An der schönen blauen Donau" (1965) den Oberst Schanti, war ein
Minister in Jörg A. Eggers' Drama "Rebell in der Soutane" (1970).
Zu seinen weiteren Arbeiten für das Fernsehen zählen in den 1970ern Stücke
wie "Der Tag danach", "3. November 1918",
"Späte Liebe" und "Cella oder Die Überwinder"
(nach Werfel). Rudolf Nussgruber besetzte ihn als General Bernhard Graf
Artenberg in seiner 12-teiligen
Geschichte "Ringstraßenpalais"1) (1980), Edouard Molinaro
als Vater in dem Zweiteiler "Tarabas"2) nach
dem Roman von Joseph Roth. Frey stand für Heide Pils'
Literaturverfilmung "Der grüne Stern" (1983) vor der Kamera, ein
Jahr später wurde Helmut Polixas Inszenierung von Alexander Galins "Einmal Moskau und zurück"
auch im Fernsehen übertragen. Mit Imo Moszkowicz drehte er
"Das Attentat" (1984, nach Milo Dor), mit Heinz Schirk
erarbeitete er den Georg Talbot, Graf von Shrewsbury, in Schillers "Maria Stuart" (1986); einen
seiner letzten TV-Auftritte hatte
Frey in der "Schwarzwaldklinik"-Episode "Das Vermächtnis" (1987)
sowie in Kurt Juneks Thriller "Wiener Walzer" (1988).
Seit Ende der 1930er Jahre war Erik Frey für den Film tätig gewesen, mimte
in mehr als 120 Kinoproduktionen meist prägnante Nebenrollen. Sein
Leinwanddebüt hatte er 1936 in Willi Forsts legendärem Epos
"Burgtheater"1) gegeben, es folgten Streifen wie "Fräulein" (1939),
"Der Postmeister"1) (1940, mit Heinrich George),
"Die Heimliche Gräfin" (1942, mit Marte Harell)
oder "Reisebekanntschaft" (1943, mit Hans Moser). Auch
im österreichischen bzw. deutschen Nachkriegsfilm blieb Erik Frey ein
vielbeschäftigter Darsteller, agierte in zahlreichen Unterhaltungsfilmen
und Melodramen wie "Das Unsterbliche Antlitz" (1947), "Vagabunden der Liebe" (1949),
"Wiener Walzer" (1951), "Saison in Salzburg" (1952) oder
"Der Förster vom Silberwald"1) (1954). Oft mimte
Frey Adlige wie in
"Kaiserwalzer" (1953), gab den Kaiser Franz Josef wie in "Ewiger Walzer" (1954),
"Ludwig II."1) (1955)
und "Kronprinz
Rudolfs letzte Liebe"1) (1956) oder hochrangige Militärs wie in "Der Letzte
Akt"1) (1955) oder "Es geschah am 20. Juli"1) (1955),
wo er als General Friedrich Olbricht1) (1888 1944) in Erscheinung
trat; in Otto Premingers Literaturadaption "Der Kardinal"1) (1963, The
Cardinal) stellte er den Reichsstatthalter bzw. NS-Kriegsverbrecher Arthur Seyß-Inquart
(1892 1946) dar. Frey tauchte
in etlichen beliebten Heimatfilmen der 1950er Jahre auf, so unter anderem in "Dort oben, wo die Alpen glühen"1) (1956),
"Heimweh
dort wo die Blumen blüh'n"1) 1957), "Die Lindenwirtin vom
Donaustrand"1) (1957) und "Im Prater blüh'n wieder die Bäume" (1958),
auch in "Sissi Schicksalsjahre einer Kaiserin"1) (1957) war er
mit von der Partie. In den 1960ern wirkte er beispielsweise in "Der Brave Soldat
Schwejk" (1960) mit, in Georg Tresslers Filmbiografie "Schicksals-Sinfonie" (1961)
sah man ihn als Grafen Guicciardi an der Seite von Karlheinz Böhm in der
Titelrolle des Ludwig van Beethoven, als Bürgermeister in der Komödie
"Hochwürden drückt ein Auge zu"1) (1971). Eine seiner letzten
Kinorollen war der Kaiser Maximilian in Wolfgang Liebeneiners
Goethe-Adaption "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand" (1979).
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Erik Frey in in "Dantons Tod" (Salzburger Landestheater 1981)
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue
(Hamburg)
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Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Kammerschauspieler Erik Frey, Träger des "Verdienstkreuzes der Republik Österreich"
sowie des "Goldenen Ehrenzeichens für besondere Verdienste um das Bundesland
Wien", starb am 2. September 1988 im Alter von 80 Jahren in seiner
Geburtsstadt Wien; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem dortigen Döblinger
Friedhof → Foto der Grabstätte bei www.knerger.de.
Ab 1935 war Frey vier Jahre lang mit der Schauspielerin
Jane Tilden3) (1910 2002) verheiratet gewesen. Aus seiner 1940 mit der
Schauspielerin Susi Witt geschlossenen Ehe stammen
die Kinder Gabriele und Thomas.
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