 |
Gernot Duda wurde am 13. Mai 19281) im oberschlesischen Rutenau
(heute Chróścice, Polen) geboren. Nach Schule und Abitur studierte er
zunächst Theaterwissenschaft und Germanistik, anschließend nahm er
in München Schauspiel- und Gesangsunterricht. Ein erstes Engagement erhielt
Duda am Stadttheater Ingolstadt, weitere Verpflichtungen führten ihn
zu Provinzbühnen wie Hof und Augsburg, seit Mitte der 60er Jahre gab
er Gastspiele unter anderem an der Freien Volksbühne in Berlin, am
"Fritz-Rémond-Theater im Zoo" Frankfurt/Main sowie bei den Festspielen in Schwäbisch Hall und Recklinghausen.
Sowohl in klassischen als auch modernen Bühnenstücken zeigte Duda seine
darstellerische Vielseitigkeit, war in Lessings "Minna von Barnhelm"
und Kleists "Das Käthchen von Heilbronn" ebenso zu sehen
wie mit der Titelrolle in Hauptmanns "Fuhrmann Henschel" oder
als Kurfürst in Dürrenmatts "Die Wiedertäufer".
Seinen Bekanntheitsgrad verdankte der Schauspieler jedoch vor allem seinen
unzähligen Rollen in Fernsehproduktionen, in denen er seit Anfang der 1960er Jahre auf dem Bildschirm präsent war.
Meist waren es die prägnanten Nebenfiguren,
die für die Handlung unerlässlich sind und denen er mit seinem intensiven
Spiel stets einen nachhaltigen Eindruck verlieh.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von Ingrid Duda-Wiersch, Witwe des Schauspielers,
zur Verfügung gestellt.
Das
Copyright liegt bei Ingrid Duda-Wiersch. |
Angefangen hatte die Arbeit vor der Kamera mit Georg Wilhelm Pabsts Kinofilm
"Es geschah am 20. Juli"1) (1955), in dem er an der Seite von Bernhard Wicki
als Oberst Graf Schenk von Stauffenberg einen Leutnant spielte, 1959 folgte Franz Peter Wirths
Krimi "Menschen im Netz", Paul Mays Erpressungsgeschichte
"Der Schleier fiel" sowie der Streifen "Das schwarze
Schaf"1), wo er den zu Unrecht als Hammermörder verdächtigten Schmied Barnes
mimte, der von Pater Brown alias Heinz Rühmann entlastet wird. Weitere
Leinwandauftritte hatte Duda unter anderem in "Town Without Pity"
(1961, "Stadt ohne Mitleid" mit Kirk Douglas und Barbara Rütting),
"Schlagerparade 1961" (1961), "The The Bashful Elephant" (1962),
"Kennwort
Reiher" (1964), "Gib Gas Ich will Spaß!"1) (1983),
"Liebe in Deutschland" (1983) und "Big Mäc"1) (1985,
mit Thomas Gottschalk).
Zur Arbeit für das Fernsehen gehören wiederholte Auftritte in beliebten
Krimi-Reihen wie "Die Fünfte Kolonne", "Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger",
"Mordkommission", "Derrick", "Der Alte" und
"Tatort", Serien wie "Es geschah an der Grenze" (1960),
"Die Höhlenkinder" (1962), "Der Rasende
Lokalreporter" (1969), "Okay S.I.R." (1972), "Die Pawlaks Eine Geschichte aus dem
Ruhrgebiet" (1982) und "Forsthaus Falkenau", wo er ab 1992
mehrere Folgen lang als 'Wastl' Schlüter zu sehen war, gehören ebenfalls zur
Serien-Filmografie.
Aus Dudas Hunderten TV-Nebenrollen ragen der frühe Zadek-Film "Die
Kurve" (1961), nach der gleichnamigen Farce von Tankred Dorst, mit der
Rolle des "Rudolf" heraus, zwei Jahre später erlebte man ihn in Rudolf Nussgrubers
Krimi "Der Trick mit dem Schlüssel". Eine schöne Rolle hatte er
auch in Helmut Käutners letztem Film "Mulligans Rückkehr" (1977)
nach dem gleichnamigen Roman von Hans Frick mit Helmut Qualtinger in der
Hauptrolle; zu Dudas letzten Fernsehproduktionen zählen die "Schwarz-Rot-Gold"-Folge
"Mafia Polska" (1993), "Der Berg der Begierden" (1997) aus der
Reihe "Der Bulle von Tölz", der Krimi "Zwei Brüder Kaltes Herz" (1998),
das Heimat-Melodram "Wilder Kaiser" (1999), der Thriller "Brennendes Schweigen" (2000)
sowie die Familienserie "Jenny & Co." (2001).
Neben seiner umfangreichen darstellerischen Arbeit für Film und Fernsehen
gehörte Duda seit vier Jahrzehnten zu den vielbeschäftigten
Synchronsprechern. So lieh er beispielsweise berühmten Hollywood-Stars wie Charles Bronson,
Yul Brynner und Gene Hackman seine unverwechselbare Stimme, man hörte ihn als
"Faxe" in der Zeichentrickreihe "Wickie und die starken Männer" (1974)
oder als "Onkel Ali" in der Serie "The Arabian Nights: Adventures of Sinbad" (1975);
in der US-Zeichentrickserie "Die Simpsons" (1986) sprach er
die Figuren "Barney Gumble" und "Hans Maulwurf"
Gernot Duda starb am 18. Dezember 20042) im Alter von 76 Jahren in München;
ein Jahr zuvor war der Schauspieler in der Münchener U-Bahn unglücklich gestürzt
und hatte sich schwere Verletzungen am Kopf zugezogen, seit dieser Zeit war er
Medienberichten zufolge gelähmt und konnte nicht mehr sprechen.
Sohn Alexander Duda1) (geb. 1955) sowie Tochter
Solveig Duda1) (geb. 1972) traten in
die Fußstapfen ihres Vaters und haben sich inzwischen einen Namen als
renommierte Schauspieler bzw. Sprecher gemacht.
Foto (Quelle): Wikipedia
bzw. Wikimedia Commons
Urheber: Udo Grimberg (Wikipedia-Benutzer
Chester100)
Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier
|
 |
|