Corny Collins wurde am 18. Dezember 1933 als Gisela Szymanski in Berlin geboren. Bevor sie im Unterhaltungsfilm der 50er Jahre zum Star avancierte, hatte sie als Arztassistentin gearbeitet. Von Günther Pfitzmann entdeckt, spielte sie anfangs Kabarett bei Wolfgang Neuss und Ursula Herking, nahm dann in Berlin bei Marlise Ludwig Schauspielunterricht. Ihr Bühnendebüt gab sie in der Komödie "Ein Tag im siebten Himmel", wo der Regisseur und Schauspieler Axel von Ambesser auf sie aufmerksam wurde und ihr eine Rolle in seinem Film "Die Freundin meines Mannes" (1957) an der Seite von Peter Kraus anbot. Die Kritiker lobten die junge Schauspielerin als "süß und komisch", nach den Filmen "Italienreise – Liebe inbegriffen" (1958) und und "Herz ohne Gnade" (1958) spielte sie dann im gleichen Jahr in Alfred Vorhers "Schmutziger Engel", wo sie in der frechen Hauptrolle des Mädchens Beate ihren Lehrer alias Peter van Eyck kompromittiert. Schnell wurde Corny Collins als Teenagerstar berühmt, agierte bis Ende der 50er Jahre in Kassenschlagern wie "Immer die Radfahrer" (1958), "Der Maulkorb" (1958), "Vater, Mutter und neun Kinder" (1958), "Freddy, die Gitarre und das Meer" (1959) oder "Am Tag, als der Regen kam" (1959). In den 60er Jahren blieb sie anfangs noch ihrem Image des "frischen Mädels" treu, war unter anderem in den Filmen "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh'n" (1961) und "Ferien wie noch nie" (1963) oder in dem Wallace-Krimi "Das Indische Tuch" (1963) zu sehen.
Ab Mitte der 60er Jahre war es stiller um den einstigen Star geworden, vorübergehend mit dem Schauspieler Christian Wolff, dann mit einem Nervenarzt verheiratet und in unglückliche Liebesaffären verwickelt, erlebte sie ihr erstes berufliches Comeback 1969 in Ulrich Schamonis " Wir zwei" und konnte dann in den 70er Jahren, nach langer ausschließlicher Synchrontätigkeit, beim Fernsehen wieder Fuß fassen. Unter anderem sah man sie in einigen "Tatort"-Folgen, sie wirkte in der TV-Serie "St. Pauli Landungsbrücken" (1979) mit, stand 1982 für das TV-Stück "Wir haben uns doch mal geliebt" vor der Kamera und ihre letzte Leinwandrolle spielte sie in "Reise ohne Wiederkehr" (1989). Danach konzentrierte sich Corny Collins fast ausschließlich auf ihre Arbeit am Theater.

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Corny Collins
Ihre mädchenhaft-grazile Erscheinung brachte ihr anfangs Rollen ein, in denen Vaterfiguren sich als Beschützer aufdrängen, deshalb spielte sie neben Bräuten und Freundinnen oft unbekümmerte Töchter. Als Nachwuchsstar der 50er Jahre der Prototyp einer weiblichen Jugend, die der seichte Film gern als süß und unschuldig konstruierte, erlebte sie meist das Happy End, wenn nicht als die erste Frau im Leben ihres Angebeteten, dann sicher als die letzte. Die übersprudelnde Berlinerin hatte viel komisches Talent, zunehmend erlitten ihre Rollenfiguren jedoch ein trauriges Schicksal. Sie gab ihren Darstellungen in der zweiten Karrierehälfte den Ton von Frauen, die kein Vertrauen mehr in die Männerwelt haben. (Quelle: Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz)
  
Filmografie bei der german.imdb.com
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