| Melissa | ||||||||||||||||||||||||||||||||
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In den 1960er Jahren hatten im deutschen Fernsehen eine Reihe von Krimis
Hochkonjunktur, die aus der Feder des britischen Autors
Francis Durbridge1) (1912 1998)
stammten und in die TV-Geschichte als "Straßenfeger" eingingen.
Unvergessen bleibt wohl der legendäre Sechsteiler "Das
Halstuch"2) (1962) mit einem "Enthüllungsskandal" des
Berliner Kabarettisten Wolfgang Neuss2)
(1923 1989), der einen Tag vor Ausstrahlung der letzten Folge
der Nation den Mörder verriet. Die Mehrteiler "Tim Frazer"2) (1963)
und "Die Schlüssel"2) (1965)
gerieten ebenfalls zu Quotenrennern, 1966 wurde mit "Melissa" die
Erfolgs-Story im ersten deutschen Fernsehen (noch gab es bis August 1967 nur
diesen einen Sender) fortgesetzt. Erneut führte Paul May1) (1909 1976) Regie, der bereits "Die Schlüssel" inszeniert hatte bzw. als Macher zahlreicher Spielfilme (u. a. die "08/15"-Filme und "Via Mala") kein Unbekannter war. Neben "Das Halstuch" gehört wohl "Melissa" zu "den" Durbridge-Klassikern, auch diesmal versammelten sich die Menschen ab 10. Januar 1966 vor der noch schwarz-weißen Flimmerkiste und verfolgten weitere zwei Abende lang (12.1./14.1.1966) die rund eine Stunde lang dauernden spannenden Geschichte. Dass Kneipen- und Kinobesitzer oder sonstige Veranstalter wiederum keine Chance hatte, versteht sich von selbst, auch bei "Melissa" waren die Innenstädte und Ortschaften verödet, die Frage nach dem Mörder "das" Thema. Die Einschaltquoten stiegen von 72 Prozent über 82 Prozent auf 89 Prozent und erreichten den Rekord, den vier Jahre zuvor der Durbridge-Mehrteiler "Das Halstuch" erzielt hatte. Wie schon bei den vorhergehenden Durbridge-Verfilmungen hatte man eine Reihe populärer Schauspieler verpflichten können, allen voran als ermittelnden Beamten von Scotland Yard den beliebten Siegfried Wischnewski, der bereits in "Tim Frazer: Der Fall Salinger" (1964) den Kriminalinspektor gemimt hatte und auch sonst mit Kinostreifen wie Wolfgang Staudtes "Der Letzte Zeuge" (1960) oder der Wallace-Verfilmung "Der Zinker" (1963) reichlich Krimi-Erfahrung mitbrachte. Zur prominenten Besetzungsliste gehörten Namen wie Hanne Wieder, Erik Schumann und Albert Bessler, für Günther Stoll sowie Ruth Maria Kubitschek als (nur kurz auftretender Titelheldin) begann mit "Melissa" eine fulminante Film- und Fernsehkarriere. Die faszinierende Story handelt von dem arbeitslosen Journalisten Guy Foster (Günther Stoll), dessen Frau Melissa (Ruth Maria Kubitschek) tot aufgefunden wird. Bei der Suche nach dem Mörder wird Forster mit vielen Ungereimtheiten und zwielichtigen Gestalten konfrontiert. Die Handlung (Quelle: Wikipedia): Die Forsters sind auf einer Party des Rennfahrers Don Page (Erik Schumann) eingeladen. Nach einem erfolglosen Tag bleibt der arbeitslose Journalist und Schriftsteller Guy Foster (Günther Stoll) lieber zu Hause. Seine Frau Melissa (Ruth Maria Kubitschek) geht aber zusammen mit den befreundeten Hepburns (Hanne Wieder/Hubert Suschka) auf die Party. Nach einiger Zeit erhält Guy einen Anruf seiner Frau. Sie bestellt ihn an eine Adresse, um dort jemanden zu treffen, der ihm beruflich weiterhelfen könne. Vergeblich sucht er nach der Adresse und muss wenig später erfahren, dass seine Frau Melissa tot aufgefunden wurde. Doch nicht nur, dass Foster durch den seltsamen Anruf kein Alibi hat, Inspektor Cameron (Siegfried Wischnewski) stößt bei seinen Mordermittlungen auf den Nervenarzt Dr. Swanson (Albert Bessler). Dieser erklärt, dass Foster sein Patient sei, wovon Guy aber nichts weiß. Auf Nachfrage erklärt Swanson, Foster habe Probleme mit seiner Eifersucht gehabt und seine Frau habe sich bedroht gefühlt. Nachdem seine Frau tot ist, entdeckt Guy weitere Ungereimtheiten, die ihm zuvor nie aufgefallen waren. So findet er eine Hutschachtel, obwohl seine Frau keine Hüte trug. Diese verschwindet dann auch noch auf mysteriöse Weise. Außerdem muss er feststellen, dass Melissa über große Mengen Geld und teuren Schmuck verfügt hat. Selbst Felix Hepburn (Hubert Suschka) hatte sich 1.000 Pfund von ihr geliehen, wie ein Schuldschein beweist. Auch findet er einen Brief, den seine Frau an ihn adressiert hat und in dem von einem Geliebten namens Peter Antrobus die Rede ist. Als er nach einem Treffen mit Felix in seine Wohnung zurückkehrt, findet er ein Taschentuch mit Monogramm "M" und eine Nachricht in seiner Schreibmaschine, die ihn nach Elvingdale führt. Dort findet er einen zwölfjährigen Jungen namens Peter Antrobus, der mit Schwester Mary (Christine Uhde) und Vater George Antrobus (E. O. Fuhrmann) in einer Tankstelle wohnt. Und er stößt auf Joyce Dean (Katinka Hoffmann), die Sprechstundenhilfe von Dr. Swanson, die aus dem Ort stammt. Abends, wieder zuhause, erhält Guy Foster einen Anruf. Die Stimme seiner Frau sagt ihm, er solle zu ihr in ihr gemeinsames Cottage kommen. Foster, der zuvor stark dem Alkohol zugesprochen hatte, kommt aber auf der Fahrt dahin von der Straße ab und landet in einem Feld, wo er betrunken einschläft. Als er mit mehrstündiger Verspätung schließlich im Cottage ankommt, findet er dort die tote Mary Antrobus. Bei der Befragung durch Inspektor Cameron will er ihm den Brief seiner Frau zeigen, doch der ist inzwischen ausgetauscht worden gegen einen, der keinen Namen enthält. Später stürmt ein bewaffneter Mann in Guy Fosters Wohnung, gibt sich als George Antrobus zu erkennen und beschuldigt ihn, seine Tochter ermordet zu haben. Guy kann ihn besänftigen und befragt ihn zu seiner Tochter. Er erfährt von dem Mann, dass Mary Antrobus am Abend eine Verabredung mit einem Felix H. und M. haben sollte bei einem Turm in der Gegend. Zur selben Zeit, als er dort ist, um die Verabredung zu überprüfen, wird Joyce Dean überfallen und verletzt. Als er mit Cameron Antrobus aufsucht, um die Angaben zu überprüfen, stellt sich heraus, dass ihn jemand anderes aufgesucht und sich für Antrobus ausgegeben hatte. Dann kommt es aber zum entscheidenden Wendepunkt, als Joyce Dean behauptet, ein Mann in Wildlederjacke mit metallenem Uhrarmband habe sie gewürgt. Foster trug eine solche Jacke, durch einen Zufall war aber sein Uhrarmband gerissen und befand sich zur Tatzeit bei einem Uhrmacher. Nun glaubt auch Cameron an ein teuflisch geplantes Komplott. Der falsche Antrobus erweist sich als ein einschlägig bekannter Verbrecher und Fälscher. Als dieser gefasst wird, erfährt der Inspektor, dass Melissa Foster die Komplizin eines Erpressers gewesen war, die mit einer Hutschachtel herumgegangen war, um die Erpressungsgelder einzusammeln, ein Detail, das den Inspektor schon früh misstrauisch hatte werden lassen. Als der Kopf hinter den Erpressungen seine Komplizin loswerden wollte, fasste er einen ausgeklügelten Plan. Er legte die Spuren und veranlasste durch weitere Erpressungen Zeugenaussagen so, dass alles auf Guy Foster als Täter hinwies. Um die Identität des wahren Mörders und Verbrechers herauszubekommen, stellt Inspektor Cameron eine Falle und verbreitet, dass sich bei Guy Foster ein Tonband von Melissa befinden soll, auf dem sie ihren Mörder belastet. Wer bei Foster auftaucht ist Felix Hepburn, der die Herausgabe des Tonbands fordert. Er hatte Melissa damit erpresst, dass sie bereits verheiratet gewesen war, als sie Guy geheiratet hat, und somit Bigamie begangen hatte, und versucht es damit auch beim Ehemann. Allerdings wird dieses Gespräch von der Polizei mitgehört und Hepburn so überführt und verhaftet. Als er abgeführt werden soll, versucht er jedoch zu fliehen und wird von einem Polizisten erschossen. Günther Stoll konnte mit der Hauptfigur des harmlos und melancholisch wirkenden Guy Foster überzeugen, ein Gegenpol zu dem glänzend von Wischnewski dargestellten eher handfesten Polizeiinspektor mit kühlem Kopf. Die vom WDR produzierte deutsche Fassung machte nicht nur wegen der fein dosierten Spannung und der beachtlichen schauspielerischen Leistungen von sich reden, auch die gelungene musikalische Untermalung aus der Feder von Peter Thomas1) machte Furore. Am 12. Februar 1966 erreichte der Musiktitel "Melissa" Platz 4 der deutschen Charts und war dann 12 weitere Wochen dort vertreten. Peter Thomas nahm den Titel mit der "Harald Banter Media Band" auf, bei der, als Kuriosum, der Bert Kaempfert-Trompeter Charly Tabor ("Wunderland bei Nacht") nur für diese Aufnahme ein einziges Mal die Bassgitarre spielte. Das Thema wurde im Dreiteiler nur als Musikuntermalung eingesetzt und war da auf einer Odeon-Single zu sehen. Tatsächlich erfolgte die Single-Veröffentlichung in einer Neueinspielung bei CBS, bei der Thomas dann an der Bassgitarre Franz Löffler einsetzte. Das eigentliche Titel- und Schlussthema wurde später unter dem Titel "Die Schlüssel" auf der CD "Straßenfeger" (Colosseum/Cinesoundz CST 80772) veröffentlicht, zusammen mit dem "Melissa"-Thema. (Quelle: Wikipedia) Das Originaldrehbuch von Francis Durbridge war wieder, wie die bisherigen Verfilmungen, von Marianne de Barde übersetzt worden. Bereits 1964 hatte die BBC "Melissa" als Sechsteiler für das englische Fernsehen realisiert. Eine Farbversion drehte die BBC im Jahre 1974, mehr als zwei Jahrzehnte später wurde mit "My Wife Melissa" (1997, fünf Teile) ein modernisiertes Remake aufgelegt. 1970 drehte Regisseur bzw. Drehbuchautor Daniele D'Anza eine italienische Version als schwarz-weißen Sechsteiler. Der legendäre Mehrteiler "Melissa" ist seit Ende November 2008 (zusammen mit "Ein Mann namens Harry Brent") in der Reihe "Straßenfeger" auf DVD erhältlich (Straßenfeger 06: Melissa/Ein Mann namens Harry Brent). Für die DVD-Veröffentlichung von "ARD Video" wurden die alten Filmaufnahmen höchst aufwendig und mit großer Akribie digital restauriert. Ergänzt durch spannende und informative Extras dürfte dieses Wiedersehen mit den Krimi-Klassikern der 60er Jahre nicht nur Durbridge-Fans freuen.
Siehe auch Die Krimihomepage
und Wikipedia;
1) Der Link führt zu Wikipedia
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| *) Der Link führt zur "german.imdb.com" bzw. "imdb.com" | ||||||||||||||||||||||||||||||||
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