|
||||||||||||||||||||||||||||||
|
Der erste Teil des Romans "El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha" in deutsch
etwa "Der geistreiche Junker Don Quijote aus Mancha" des spanischen
Schriftstellers Miguel de Cervantes
(ca. 1547 1616) erschien im Jahre 1605, der zweite Teil ein Jahr vor dem Tod
des berühmten Autors. Bis heute hat dieses Werk, welches schon zu Lebzeiten
von Cervantes als zeitkritisch und zugleich höchst ironisch empfunden wurde
und zu den großen Klassikern der Weltliteratur zählt, nichts von seiner
Aktualität eingebüßt und ist eines der meistgelesenen Bücher, gleich nach
der Bibel und dem Koran. Die abenteuerliche Geschichte des "Ritters von der traurigen Gestalt",
der mit seinem treuen Knappen Sancho Pansa unerschrocken als fahrender Ritter
aufbricht, um Großes zu vollbringen, dabei die skurrilsten Situationen erlebt
und jedes Mal scheitert, hat über Jahrhunderte Millionen von Lesern weltweit
in seinen Bann gezogen. Über die eigentlich geplante Satire auf den Ritterroman seiner Zeit hinaus schuf der Dichter
das Spiegelbild einer ganzen Epoche, der Kampf eines kleinen
Landadeligen, der mit klappriger Rüstung und einer Barbierschüssel als Helm
gegen Windmühlen zu Felde zieht, wurde zum Symbol für die vergebliche
Unrechtsbekämpfung. Die beiden Kontrastfiguren des verstiegenen, in eine
phantastische Idee vernarrten Idealisten Don Quijote und seines
bauernschlauen, grob-realistischen, nur auf seinen Vorteil und sein gutes
Essen bedachten dickbäuchigen Begleiters Sancho Pansa heben sich gegenseitig,
scheinen uns untrennbar und wachsen sich zu Urbildern menschlicher
Eigenschaften aus. Erst jetzt tut Don Quijote die weltberühmten Taten, die
uns schon von Kindheit an vertraut sind, kämpft er gegen die Windmühlen, die
er für Riesen hält, attackiert er staubumwölkte Hammelherden, die ihm mächtige
Heere zu sein scheinen, erobert er das Barbierbecken, das sich ihm als Helm
des Mambrin darstellt, besteht er den "blutigen" Kampf mit einigen
Schläuchen roten Weines, und was dergleichen Abenteuer mehr sind. Auf einem
Ochsenkarren kehrt der Ritter von der traurigen Gestalt übel zugerichtet mit
seinem treuen Knappen endlich wieder heim. Damit schließt der erste Teil.
(Quelle: www.klassiker-der-weltliteratur.de)
"Don Quixote de la Mancha" ist zweifellos eines der wichtigsten Bücher
der Weltliteratur, ganz zu schweigen von seiner Bedeutung im spanischsprachigen Raum.
In der Literaturgeschichte des Abendlandes begründet das Werk die neue Gattung
"Roman". Der Ritter Don Quijote hat bald nach seiner Geburt
ein eigenes Leben als literarische Figur entwickelt, die Cervantes,
der wohl ursprünglich eine kurze, herbe Parodie auf die damals populären
Rittergeschichten schreiben wollte, völlig mitgerissen hat. Jedoch nur vordergründig betrachtet ist der
"Don Quijote" eine Parodie auf Ritterromane. Das zentrale
Thema Cervantes' ist wie bei seinem Zeitgenossen William Shakespeare die Frage, was
in unserer Umwelt Wirklichkeit ist und was Traum, der Konflikt zwischen Ideal und Realität. Nicht nur den
Sinnen, auch den Worten kann man nicht vertrauen, selbst Namen werden zweideutig.
Sogar der Leser bleibt im Zweifel, ob er seinen Helden als versponnenen Idealisten oder
aber als lächerlichen Narren einordnen soll. Schließlich wird im zweiten Band aus dem Narren
ein Weiser, während sich sein tumber Begleiter zu einem zweiten Salomo mausert.
(Quelle: Wikipedia)
Schon früh wurde versucht, das komplexe Werk von Cervantes auf
die Leinwand zu bannen, wenn auch stets mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Zwischen 1903 und 1915 entstanden in Frankreich, Spanien, Italien und in den USA kurze
stumme Versionen, die szenische Umsetzung "Don Quixote" (1923) des britischen
Regisseurs Maurice Elvey, mit dem damaligen Leinwandidol
Jerrold Robertshaw (1866 1941) als
edlem Ritter und George Robey1) (1869 1954) als Sancho Pansa, musste
ebenfalls noch ohne Ton auskommen. Für die spanisch-dänischen Koproduktion
"Don Quijote" (1926) hatte Regisseur Lau Lauritzen2) (1878 1933) die
Komiker Carl Schenstrøm2) (1841 1942) und
Harald Madsen2) (1890 1949) besser bekannt
als "Pat & Patachon"3) als Protagonisten gewinnen
können. Auch hier handelte es sich noch um eine stumme Verfilmung, die ganz
auf das dänische Komikerduo zugeschnitten war, der lange dünne Schenstrøm
gab den Don Quijote, der rundliche Madsen den Sancho Pansa.
Teil 1: Erstausstrahlung: 08.10.1965, Länge rund 81 Minuten In einem kleinen Ort der Mancha in Spanien lebt in seinem alten Haus der Landedelmann Don Quijano (Josef Meinrad), ein Hagestolz und seltsamer Kauz, der nur eine Leidenschaft kennt, die Lektüre von Ritterromanen. Er ist so besessen, dass er die phantastischen Abenteurer der Romane für Wirklichkeit und ihre Helden für Zeitgenossen hält. Eines Tages beschließt er, zusammen mit seinem Nachbarn Sancho Pansa (Roger Carrel), den er sich als Knappen auserwählt hat, und seiner getreuen Stute Rosinante als fahrender Ritter Don Quijote de la Mancha in die Welt zu ziehen, Abenteuer zu bestehen und Unrecht zu bekämpfen. In einem Dorf treffen sie auf Wäscherinnen, die Don Quijote für verzauberte Prinzessinnen hält. Eine von ihnen, Aldonza (Maria Saavedra), erwählt er im stillen als "Dulcinea" zur Dame seines Herzens, um derentwillen er Gefahren und Leiden zu ertragen gewillt ist. In einer Herberge lässt Don Quijote sich vom Wirt zum Ritter schlagen. Danach stürzt sich der tatendurstige in die verschiedensten Abenteuer, deren letztes so übel ausgeht, dass er zu Hause tagelang das Bett hüten muss. Teil 2: Erstausstrahlung: 15.10.1965, Länge rund 81 Minuten Don Quijote lässt sich nicht davon abbringen, erneut in die Welt zu ziehen und Abenteuer zu bestehen, die auf eingebildeten und idealisierten Umständen beruhen. So verhilft er einem Trupp Sträflinge zur Flucht, "ersticht" sämtliche Weinschläuche in einer Herberge und besteht seinen berühmten Kampf, den gegen die Windmühlenflügel. Teil 3: Erstausstrahlung: 22.10.1965, Länge rund 86 Minuten Sancho Pansa soll überredet werden, sich von den verrückten Unternehmungen seines Herrn zu distanzieren. Während er noch hin- und hergerissen ist zwischen Vernunft und Loyalität gegenüber Don Quijote, droht diesem die Verhaftung, die sich aber wunderbarerweise abwenden lässt. Trotzdem gelingt es dem Pfarrer (Guy Tréjan) und dem Barbier (Paul Mercey), mit Sancho Pansas Hilfe Don Quijote "einzufangen". Doch dieser scheint mittlerweile einflussreiche Gönner gewonnen zu haben und wird auf das Schloss des Herzogs (Fernando Rey) eingeladen. Dort hat man aber nur ein grausames Spiel mit ihm im Sinn, man will ihm eine Vorstellung bieten, die den Ritter "kurieren" und zur allgemeinen Abwechslung und Erheiterung beitragen soll. Teil 4: Erstausstrahlung: 29.10.1965, Länge rund 77 Minuten Der Herzog treibt den Spaß mit dem "Ritter von der traurigen Gestalt" Don Quijote weiter. Seine Gunst hat sich unterdes dem Knappen Sancho Pansa zugewandt, den er wie dieser es von seinem Herrn versprochen bekommen hatte zum Gouverneur einer Insel ernennt. Da aber der gewitzte Sancho Pansa nicht müßig ist und die Regierung wirklich ernst nimmt, korrupte Beamte einsperren lässt und Ähnliches, beschließt der Herzog ganz schnell wieder, ihn zu entmachten und einen Aufstand anzuzetteln. Der zwar gerechte, aber nicht sehr mutige Sancho Pansa flieht und trifft wieder auf seinen alten Herrn. Sie bestehen noch weitere Abenteuer, bis Don Quijote in einem inszenierten Kampf dem "Weißen Ritter", hinter dem sich der Barbier verbirgt, unterliegt und sein Elan gebrochen ist. Er kommt nach Hause und stirbt. Einige Fotos der legendären ZDF- Produktion gibt es im Internet bei "Seewolf & Co." auf den Seiten zu "Don Quijote" von Oliver Kellner und Ulf Marek. Hier weisen die Autoren auch auf den umfassenden Bild-Textband "Seewolf & Co. Robinson Crusoe, Lederstrumpf, David Balfour, Mathias Sandorf, Tom Sawyer die großen Abenteuer-Vierteiler des ZDF" hin (www.vierteiler.privat.t-online.de). Die erweiterte Neuausgabe ist 2005 im Verlag "Schwarzkopf und Schwarzkopf" erschienen. Die DVD zu dem legendären Vierteiler ist seit Anfang November 2006 im Handel erhältlich; neben dem Booklet gibt es eine Bildergalerie und animierte Produktionsnotizen. Der Mehrteiler wurde dem Cervantes-Klassiker voll und ganz gerecht, Josef Meinrad als Don Quijote lieferte eine Glanzleistung ab, in spitzbübisch edler Manier spielt er den "Ritter von der traurigen Gestalt". Auch Roger Carrel als sein schrulliger Gegenpart weiß zu überzeugen, verleiht dem Sancho Pansa liebenswerte Züge. Allerdings wirkt es heute noch ein wenig befremdlich, das Meinrads Stimme synchronisiert wurde. Meinrad verkörperte den Don Quijote bzw. Cervantes auch auf der Bühne in dem Musical "Der Mann von La Mancha" (im Original: The Man of La Mancha), nach Meinrads eigenem Bekenntnis "die Erfüllung des Schauspielertraums". Den ersten großen Erfolg feierte das Stück mit der Musik von Mitch Leigh2) bereits im Jahre 1965 am New Yorker Broadway und wurde ein enormer Publikumserfolg mit weit über 2.000 Vorstellungen in sechs Jahren. Die Hymne des Don Quijote "To Dream the Impossible Dream" wurde zu einem der großen Evergreens der Musicalgeschichte. Die österreichische Uraufführung am Theater an der Wien 1968 war gleichzeitig die deutschsprachige Uraufführung. Neben Josef Meinrad in der Titelrolle und Blanche Aubry2) (1921 1986) als Aldonza bzw. Dulcinea brillierte Fritz Muliar3) als Sancho Pansa. 1972 wurde das Musical "Man of La Mancha" in den USA von Arthur Hiller aufwendig verfilmt und mit einer hochkarätigen Besetzung auf die Leinwand gebracht. Hollywoodstar Peter O'Toole3) schlüpfte in das Kostüm des Don Quijote bzw. seines Autors, Kassenmagnet Sophia Loren3) war als attraktive Aldonza/Dulcinea zu sehen: Der glücklose Schriftsteller Cervantes fristet sein Dasein im Kerker. Die spanische Inquisition wirft ihm Gotteslästerung vor. Als ihn seine Mitgefangenen nötigen, den Inhalt eines Manuskriptes preiszugeben, erblüht im Inneren des tristen Gefängnisses die fabelhafte Welt des Ritters der traurigen Gestalt. Die Mitgefangenen werden zu Protagonisten in dem großen phantastischen Meisterwerk des Cervantes, der seinen Don Quichotte gegen Windmühlen kämpfen lässt, in der einfachen Magd Aldonza das Idealbild aller Frauen, seine Dulcinea, erblickt und stets darum bemüht ist, Recht und Ordnung durch seine Ritterlichkeit wiederherzustellen. (Quelle: www.spielfilm.de; siehe auch www.arte.tv) Ein Jahr später sah man in der britischen Fernsehproduktion "The Adventures of Don Quixote" (1973) einen weiteren Filmstar, der sich als Don Quijote versuchte: Oscar-Preisträger Rex Harrison3) (1908 1990), eher prädestiniert für die Darstellung des vollendeten britischen Gentlemans, machte jedoch auch in dieser Rolle eine gute Figur und gab den Helden heiter-ironisch. Der von den "Tanz-Göttern" Rudolf Nurejew2) (1938 1993) und Sir Robert Helpmann1) (1909 1986) in Szene gesetzte australisch-britische Ballett-Film "Don Quixote" (1976) mit Sir Robert Helpmann als Don Quijote ist die Umarbeitung des Romans von Cervantes für die Tanzbühne und zeigt den russischen Tanzstar Nurejew zusammen mit dem australischen Nationalballett. Keine um Authentizität bemühte Literaturverfilmung also, sondern ein durchweg brillantes Tanzfeuerwerk kann man bei www.kabeleins.de nachlesen. Dieser Ballettfassung des Stoffes verhalf vor allem der berühmte Tänzer und Choreograph Rudolf Nurejew zu allgemeiner Anerkennung, bereits 1966 hatte er für die Bühnenfassung an der Wiener Staatsoper tosenden Applaus erhalten und setzte sich nicht nur damit ein Denkmal. Die in Schweizerdeutsch gehaltene Tragikomödie "Dünki Schott" (1987) von und mit Franz Hohler2) (Co-Autor und Hauptdarsteller) greift das Cervantes-Motiv auf, ist aber vor allem als humoristische Variante zu sehen: Der spinnige Professor Dünki-Schott studiert das Rittertum anhand der Kreuzritter. Zurückgezogen auf einem Schlösschen hat der etwas linkische Gelehrte alsbald genug von bloßer Theorie. Er will das Ritterleben am eigenen Leibe nacherfahren, kauft sich ein Pferd und zieht mit dem Schlossgehilfen Santschi los. Ein Kampf gegen die "Drachen" unserer Zeit beginnt. (Quelle: www.artfilm.ch) Sehenswert ist der spanische TV-Fünfteiler "El Quijote de Miguel de Cervantes" (1991) mit Fernando Rey, der ja bereits in dem legendären ZDF-Mehrteiler 1965 als Herzog aufgetreten war: Die opulent ausgestattete, erstklassig besetzte und bildmächtige Verfilmung des spanischen Nationalepos' nach Miguel de Cervantes ist eine moderne, ambitionierte und von der Kritik vielgelobte Prestigeproduktion des spanischen öffentlichen Fernsehens. Regisseur Manuel Gutierrez Aragòn wurde 1942 in Santander geboren und machte sich mit der Trilogie "Camada Negra", "Sonambulos" und "El Corazon del Bosque" einen Namen. ( ) In diesem TV-Fünfteiler verfilmt er mit außerordentlicher literarischer Treue und historischer Genauigkeit bis in Ausstattungsdetails hinein eines der unvergänglichen Meisterwerke der Weltliteratur, das Miguel de Cervantes (1547 1616) Anfang des 17. Jahrhunderts geschrieben hat. Gedreht wurde an Originalschauplätzen der Hochebene von Castilla la Mancha, zwei Schenken sowie ein typisches Dorf wurden für die Produktion im ursprünglichen Maßstab nachgebaut. Beeindruckend ist in erster Linie die Leistung der Hauptdarsteller Fernando Rey ("French Connection") und Alfredo Landa, die zu den renommiertesten spanischen Schauspielern zählen. Vom Krebs gezeichnet, spielte Rey mit der tragikomischen Figur schlechthin seine physisch schwierigste und vielleicht beste Rolle. Der vielfach ausgezeichnete Schauspieler starb 1994. (Quelle: www.prisma-online.de) Neben weiteren Produktionen, beispielsweise einer ungarischen Kinoversion im Jahre 1997, ist der US-amerikanische Fernsehfilm "Don Quixote" (2000) von "Bullitt"-Regisseur Peter Yates zu nennen. John Lithgow2) spielt den Don Quijote, Bob Hoskins2) mimt den Sancho Pansa: Der verwirrte spanische Edelmann Alonso Quixada lebt nur in der Traumwelt seiner Ritter- und Abenteuerromane. Eines Tages zieht er als "Don Quichotte de la Mancha" mit seinem Diener Sancho Panza in die Welt, um wieder Rittertugenden zu verbreiten. Doch er wählt eine Bäuerin zu seiner Herzensdame, hält Windmühlen für böse Riesen, befreit Sträflinge als vermeintliche Sklaven und verbreitet nur Chaos Die berühmte Abenteuerkomödie des spanischen Schriftstellers Miguel de Cervantes diente schon vielen Filmen als Vorlage. Mit einem brillanten Quichotte/Panza-Team, sehenswerten Tricks und wunderbaren Bildern ist dies sicherlich eine der besten Umsetzungen. Allerdings macht Yates den gleichen Fehler wie fast alle Regisseure vor ihm: Das plumpe Bauernmädchen Aldonza wird von der anmutigen Vanessa Williams gespielt. Im Roman jedoch ist diese eine hässliche Schranze. (Quelle: www.prisma-online.de) Auch vier Jahrhunderte nach der Erstveröffentlichung ist die satirisch-abenteuerliche Geschichte von Cervantes für Filmemacher und Publikum immer noch reizvoll: 2002 zeigte der spanische Regisseur Manuel Gutiérrez Aragón seinen Film "El Caballero Don Quijote" auf dem Filmfestival in Venedig, der spanische Film- und Fernsehstar Juan Luis Galiardo glänzt als Don Quijote. In Frankreich entstand von Jacques Deschamps für das Fernsehen das Filmessay "Don Quichotte oder Die Missgeschicke eines zornigen Mannes" (2004, Don Quichotte ou le mésaventures d'un homme en colère): Ein Regisseur will Cervantes Roman "Don Quichotte" mit sich selbst in der Hauptrolle in einer Mischung aus Videoprojektion, Marionetten- und Schattentheater auf die Bühne bringen. Er reist mit dem Darsteller des Sancho Pansa nach Spanien, um an den Schauplätzen des Romans das Wesen des Ritters von der traurigen Gestalt zu ergründen, wird mit der Inquisition konfrontiert, stößt auf die Grenzlinie zwischen Wirklichkeit und Fantasie und erkennt, dass Don Quichotte erst im Scheitern seine eigene Wahrheit fand. Eine ambitionierte Auseinandersetzung mit einem Klassiker der Weltliteratur, in der Historiker und Autoren die Romanfiguren in der heutigen Zeit wiederbeleben und jene Epoche auferstehen lassen, in der Spanien seine Vormachtstellung in der Welt behauptete. (Quelle: www.kabeleins.de) Der von Albert Serra realisierte Film "Honor de Cavalleria" (2006) ist ein katalanischer Spielfilm, in dem Laienschauspieler agieren. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem auf dem Filmfestival in Cannes 2006 und beim CineLatino 2007. "Honor de Cavalleria" ist keine Literaturverfilmung im engeren Sinn. Kaum ein Ereignis aus dem dickleibigen Roman des Cervantes findet Eingang in den Film. Keine Windmühlen, keine Kämpfe, keine Dulcinea, nicht einmal von Ritterbüchern ist die Rede. Wo der Roman die Geschichte eines Mannes war, der über der Lektüre von Trivialliteratur wahnsinnig wird, weil er fiktionale Welten für bare Münze nimmt, da führt der Film das, woraus eine Geschichte besteht, ganz im Gegenteil in den Rohzustand zurück. (Quelle bzw. mehr bei www.filmzentrale.com) Eine wunderbar-witzige Variante der berühmten Vorlage spielt in unserer heutigen Zeit. "Don Quichote Gib niemals auf!" heißt der von Sibylle Tafel in Szene gesetzte Fernsehfilm von Sat.1 aus dem Jahre 2008 mit Christoph Maria Herbst2) als Don Quijote und dem jungen Johann Hillmann: Don Quichote lebt noch! Der 12-jährige Moritz (Johann Hillmann) begegnet in Spanien zufällig einem wunderlichen Reiter, der behauptet, der legendäre Don Quichote zu sein. Die beiden freunden sich an und erleben miteinander zahlreiche spannende Abenteuer "Besonders "Stromberg"-Darsteller Christoph Maria Herbst bietet hier als Don Quichote eine wahrhaft meisterliche Leistung" kann man bei prisma-online lesen. Regisseure wie der große Orson Welles3) (1925 1985) und in jüngerer Zeit Terry Gilliam2) versuchten den Stoff zu verfilmen, scheiterten jedoch. Mit "Don Quijote de Orson Welles" (1992) verarbeitete der Spanier Jess Franco2) den ab 1955 vierzehn Jahre lang gedrehten, unvollendeten Orson-Welles-Film "Don Quijote" auf intelligente Weise zu einem eigenständigem Werk mit alten und neuen Dokumentaraufnahmen, in dem sich Fakt und Fiktion sowie Film und Dokumentation miteinander vermischen. Mit "Lost in La Mancha"2) schufen Keith Fulton und Louis Pepe einen Dokumentarfilm über Gilliams Traumprojekt "The Man who Killed Don Qixote", eine moderne Adaption des Cervantes' Klassikers mit Johnny Depp und Jean Rochefort in den Hauptrollen. Die Dreharbeiten wurden zur Katastrophe, Jets einer nahen Nato-Basis stiegen ständig während des Drehs auf, ein Wolkenbruch machte die Wüstenlandschaft ungeeignet für die Continuity der Filmaufnahmen, und als schließlich der Hauptdarsteller Jean Rochefort wegen gesundheitlicher Probleme nicht mehr reiten konnte, wurden die Dreharbeiten eingestellt. Der Dokumentarfilm "Lost in La Mancha" von Keith Fulton und Louis Pepe zeigt das Scheitern dieser Dreharbeiten. Die Rechte am Film gingen über in den Besitz der deutschen Versicherungsfirma, die den Film versichert hatte, was eine Neuaufnahme der Dreharbeiten jahrelang unmöglich machte. Im Juli 2006 jedoch berichtete Gilliam, dass die rechtlichen Streitigkeiten mittlerweile beigelegt seien, so dass "The Man Who Killed Don Quixote" doch noch in absehbarer Zeit realisiert werden könne. Johnny Depp sei nach wie vor bereit, an diesem Film mitzuwirken, während Jean Rochefort aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme, die auch einer der Hauptgründe für den Abbruch der Dreharbeiten waren, nicht mehr als "Don Quixote" auftreten wird. (Quelle: Wikipedia; siehe auch den Kommentar zu "Lost in La Mancha" bei www.filmspiegel.de. Erwähnt werden sollte auch noch die Dokumentation "Don Quijote und das Land der Träumer" von Charlotte Acklin aus dem Jahre 2002. Der Film folgt den Spuren denen des Don Quijote von einst ebenso wie denen seiner "Nachfolger", die heute gar nicht so selten anzutreffen sind. In den Ebenen und Dörfern von La Mancha treffen die "RomanWelten" auf die "Freunde der Mühlen", die sich deren Rettung verschrieben haben, auf Theaterleute voll Enthusiasmus, die an die Modernität der Geschichte des Don Quijote glauben, auf den einsamen Nachfahren eines Rittergeschlechts, der die Ideale des Don Quijote hoch hält, und schließlich auf eine Bürgermeisterin, die mühelos den Bogen spannt von Don Quijotes’ unglücklicher Liebesgeschichte hin zum wachsenden Einfluss der Frauen in Spaniens Politik. (Quelle: ZDF-Theaterkanal; siehe auch www.3sat.de) Vor allem Komponisten haben sich des Cervantes-Themas angenommen. Zu nennen sind an erster Stelle die Tondichtung für großes Orchester "Don Quixote" von Richard Strauss2) (1864 1949) aus dem Jahre 1897 sowie die "heroische" Oper "Don Quichotte" des Franzosen Jules Massenet2) (1842 1912), in der wie erwähnt Fjodor Schaljapin in Monte Carlo 1910 als Titelheld Triumphe feierte. Weitere wichtige Vertonungen findet man bei Wikipedia. Als Hörbuch ist der Roman über den genialen Edelmann "Don Quijote de la Mancha" seit einigen Jahren ebenfalls erhältlich. Bereits 1962 produzierte der Hessische Rundfunk den Weltklassiker als Hörspiel mit Willy Birgel3) (1891 1973) als Ritter Don Quijote und Walter Richter3) (1905 1985) als treuem Knappen Sancho Pansa. Im August 2003 veröffentlichte der Hörverlag (München) diese legendäre Produktion in gekürzter Fassung auf 6 CDs zu insgesamt acht Stunden und 10 Minuten. Link: 1) Wikipedia (englisch), 2) Wikipedia (deutsch), 3) Kurzportrait bzw. Beschreibung innerhalb dieser Webpräsenz Siehe auch Wikipedia,
Seewolf & Co., www.bamby.de,
www.fernsehlexikon.de
*) Link: Internet Movie Database
|
||||||||||||||||||||||||||||||
| Lizenz Portrait Miguel de Cervantes: Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers. | ||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||
|
Um zur Seite der TV-Serien zurückzukehren, bitte dieses Fenster
schließen. Home: www.steffi-line.de |