| Die Schatzinsel | |||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Der von dem schottischen Autor Robert Louis Stevenson
(1850 1894) veröffentlichte Roman "Treasure Island" (dt.
"Die Schatzinsel") zählt zu den Klassikern der Abenteuerromane
schlechthin. Es ist das bekannteste Werk des Schriftstellers und machte diesen
weltweit berühmt. Stevenson publizierte die spannende Geschichte erstmals am 1. Oktober 1881 als
Fortsetzungsroman mit dem Titel "The Sea-Cook" in der Zeitschrift
"Young Folks", eine Buchausgabe, diesmal als "Treasure Island" folgte 1893 in London. Die deutsche
Übersetzung ließ nicht lange auf sich warten und kam 1887 auf den Markt. Wie
es zu der Entstehung des Romans kam,
wird bei Wikipedia
ausgeführt: Während einer Schlechtwetterperiode im schottischen Braemar
litt Stevenson unter einer starken Erkältung, musste seine
Wanderungen aufgeben und widmete sich seinem Stiefsohn Lloyd Osbourne. Er half ihm beim Malen:
"Bei dieser Gelegenheit fertigte ich die Landkarte einer Insel an. (
) Die Gestalt dieser
Insel befruchtete meine Phantasie außerordentlich. Da waren Hafenplätze,
die mich entzückten wie Sonette, und im Bewußstsein einer
Schicksalsbestimmung nannte ich mein Erzeugnis
'Die Schatzinsel'"1). Die Zeichnung der
Schatzkarte war die Inspiration für Stevensons ersten Roman "Die Schatzinsel", den er für Lloyd
schrieb und ihm widmete. Die Angaben, wer mit dem Zeichnen der Schatzkarte begann,
sind widersprüchlich, da Lloyd Osbourne beschreibt, dass er mit dem Zeichnen
der Karte begonnen hätte, sein Stiefvater diese optimiert und den Namen gegeben hätte. Erzählt wird das Abenteuer des 18-jährigen Gastwirtssohn Jim Hawkins, der bei einem toten Kapitän eine geheimnisvolle Landkarte findet. Hawkins begibt sich mit einem Dreimaster auf die Reise zu der auf der Karte verzeichneten Südseeinsel, auf der der Schatz des berüchtigten Piraten Flint vergraben sein soll. Mit ihm reisen Doktor Livesey und der Friedensrichter Squire Trelawney sowie eine wenig vertrauenswürdige Mannschaft, allen voran der zwielichtige einbeinige Schiffskoch Long John Silver. Bald stellt sich heraus, dass auf dem Expeditionsschiffs "Hispaniola", gesteuert von dem griesgrämigen Kapitän Smollett, einige ehemalige Crew-Mitglieder des grausamen Piratenkapitäns Flint mit angeheuert haben. Schon fast am Ziel, bedroht eine Meuterei nicht nur das Gelingen des Unternehmens, sondern auch das Leben aller Beteiligten Der Stoff diente schon früh etlichen Filmemachern als Vorlage für eine szenische Umsetzung, bereits 1912 entstand in den USA die erste stumme Version "Treasure Island" mit einem gewissen Addison Rothermel als Jimmy Hawkins, 1918 folgte ein weiterer Streifen für die noch stumme Leinwand mit Francis Carpenter (1910 1973) als Jim Hawkins sowie dem späteren "Tarzan"-Star Elmo Lincoln (1889 1952) als "Erzähler" (Prologue Player). Zwei Jahre später drehte Maurice Tourneur seine stumme Version mit Shirley Mason (1900 1979) als Jim Hawkins und Lon Chaney sen.2) (1883 1930) als blindem Pew. Der erste Tonfilm "Treasure Island" (Die Schatzinsel) kam 1934 in die Lichtspielhäuser, von Victor Fleming mit Jackie Cooper2) (geb. 1922) als Jim Hawkins, Wallace Beery2) (1849 1949) als Long John Silver, Lionel Barrymore3) (1878 1954) als Kapitän Billy "Bill" Bones, Nigel Bruce2) (1895 1953) als Squire Trelawney und Otto Kruger2) (1895 1974) als Doktor Livesey in Szene gesetzt. Danach dauerte es eine geraume Zeit, bis sich das Walt Disney Studio des Abenteuers erneut annahm und "Treasure Island" 1950 mit Robert Newton (1905 1956) als Long John Silver und dem Kinderstar Bobby Driscoll2) (1937 1968) als Jim Hawkins verfilmte. Newton übernahm die Rolle dann noch einmal in "Return to Treasure Island" (1954), Regisseur Byron Haskin adaptierte Stevensons Figuren und brachte 1954 den Film "Long John Silver" erneut mit Robert Newton in der Titelrolle in die Kinos. Mitte der 1960er Jahre entstand mit "Die Schatzinsel" in Deutschland die bisher werkgetreueste Verfilmung des Jugendbuchklassikers als Vierteiler für das Fernsehen. Keinen geringeren als Wolfgang Liebeneiner2) (1905 1987) hatte das ZDF als Regisseur gewinnen können, das Drehbuch stammte von Walter Ulbrich1) (1910 1991), der später unter anderem auch noch das Script zu "Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer"3) (1968), "Der Seewolf"3) (1971) und "Lockruf des Goldes"3) (1975) schrieb und sich damit einen Namen als "Vater der Adventsvierteiler" machte. Die Rolle des jungen Jim Hawkins übernahm Michael Ande, der bereits mit seinen Auftritten in Liebeneiners "Die Trapp-Familie" (1956) bzw. "Die Trapp-Familie in Amerika" (1958) zum Kinderstar geworden war und auch durch die Titelrolle in der TV-Verfilmung von "Peter Pan" (1962) reichlich Kamera-Erfahrung mitbrachte. Den einbeinigen Schiffskoch Long John Silver mimte der britische Theater- und Filmschauspieler Ivor Dean, der den Fernsehzuschauern als Pastillen lutschenden Chef-Inspektor Claude Eustace Teal in der Kult-Serie "Simon Templar"3) (The Saint; ab 1962) neben dem Titelhelden Roger Moore bekannt geworden war. Die anderen Rollen des in Co-Produktion mit dem französischen Sender O.R.T.F. gedrehten Mehrteilers waren überwiegend mit französischen Darstellern besetzt. Als inzwischen gealterten Jim Hawkins, der die ganze abenteuerliche Geschichte erzählt, ist in der deutschen Fassung die Stimme von "Lederstrumpf"-Darsteller Hellmut Lange aus dem Off zu hören. In Frankreich wurde "Die Schatzinsel" als 13-teilige Mini-Serie zu je 26 Minuten ausgestrahlt Titel: "L'Île au trésor". Erwähnt werden sollte vielleicht, dass die Dreharbeiten für Michael Ande fast in einem Fiasko geendet wären. Bei der Verfolgungsjagd auf dem Schiff stürzte er so unglücklich in sein Messer, dass ihm nur durch eine Notoperation das Leben gerettet werden konnte. Die Handlung des Vierteilers (Quelle: Wikipedia): Friedensrichter Trelawney, Dr. Livesey und die anderen Herren, die an unserem Abenteuer teilnahmen, haben mich damit beauftragt, die ganze Geschichte der Schatzinsel aufzuschreiben, mit allen Einzelheiten, und nichts zu verschweigen als nur die Lage der Insel und auch das nur, weil dort noch ungehobene Schätze liegen. So ergreife ich denn im Jahre des Heils 1781 die Feder und wandere im Geist zurück bis zu der Zeit, da mein Vater noch Wirt in der Schenke "Zum Admiral Benbow" war . Mit diesen Worten beginnt Jim Hawkins (Erzähler: Hellmut Lange) seinen Bericht über die abenteuerliche Suche nach dem Schatz des berüchtigten Piratenkapitäns Joshua Flint. Teil 1: Der alte Freibeuter (Erstausstrahlung: 25.12.1966; Länge rund 80 Minuten) Im England des Jahres 1758 nimmt ein alter Seebär namens Billy Bones (Dante Maggio) Quartier in dem einsam gelegenen Landgasthaus "Zum Admiral Benbow". Der Sohn des Gastwirtes, Jim Hawkins (Michael Ande), findet bald heraus, dass Bones ein ehemaliger Pirat unter dem berüchtigten Captain Flint war und sich vor einem Einbeinigen fürchtet. Nachdem Bones eines Tages von einem unheimlichen Besucher einen "Schwarzen Fleck" erhalten hat, bricht er nach einem Schlaganfall tot zusammen. Jim Hawkins findet in der Seemannstruhe eine wasserfest verschnürtes Päckchen. Mit seiner Mutter (Ilsemarie Schnering) kann er fliehen, als das Gasthaus in der Nacht von Banditen unter der Führung des Blinden Pew (Jean Mauvais) überfallen wird. Hawkins findet Hilfe bei Doktor Livesey (Georges Riquier) und Squire Trelawney (Jacques Dacqmine), die entdecken, dass es sich bei dem verschnürten Päckchen um eine Schatzkarte handelt. Trelawney will ein Schiff chartern und Hawkins als Schiffsjunge auf der Schatzsuche mitnehmen. Teil 2: Der Schiffskoch (Erstausstrahlung: 26.12.1966; Länge rund 88 Minuten) In Bristol hat Squire Trelawney das Schiff "Hispaniola" unter Kapitän Alexander Smollett (Jacques Monod) gechartert. Der einbeinige Schiffskoch Long John Silver war ihm eine große Hilfe bei der Rekrutierung der restlichen Mannschaft. Der Kapitän ist mit dessen Auswahl jedoch nicht sehr zufrieden und beklagt sich zudem bei Trelawney, dass anscheinend die Mannschaft mehr über den Reisezweck weiß, als er selbst. Einige Zeit nach Beginn der Reise verschwindet plötzlich der Steuermann Arrow und Jim Hawkins belauscht in einer Nacht ein Gespräch Silvers, in dem ganz klar wird, dass sich fast die gesamte Besatzung der "Hispaniola" aus ehemaligen Piraten von Flints Mannschaft zusammensetzt und Silver deren Anführer ist, der, sobald der Schatz gefunden ist, eine Meuterei anzetteln will. Teil 3: Das Blockhaus (Erstausstrahlung: 31.12.1966; Länge rund 91 Minuten) Nach Ankunft bei der Schatzinsel erlaubt der Kapitän der Mannschaft an Land zu gehen, wohl wissend, dass die Piraten sich sofort selbst auf Schatzsuche machen werden. Dadurch wird aber deren Zahl an Bord reduziert und die Schiffsführung, die in Unterzahl ist, kann die Zurückgebliebenen erst einmal festsetzen. Hawkins hat sich, unerlaubterweise, mit dem Landetrupp auf die Insel begeben und flieht in das Landesinnere, kurz verfolgt vom Bootsmann Israel Hands (Jacques Godin). Dort trifft er auf einen ausgesetzten Seemann, Ben Gunn (Jean Saudray), der ebenfalls einmal zu Flints Bande gehörte. Er will Hawkins und der Schiffsführung helfen. Die hat sich mittlerweile an Land begeben und ein altes von Flint gebautes Blockhaus ausfindig gemacht, wo sie sich verschanzen können. Nach Eintreffen beim Blockhaus muss Jim Hawkins erst einmal eine gehörige Standpauke über sich ergehen lassen. Doktor Livesey ist jedoch sehr erfreut, als er von Ben Gunn hört. Silver will die Schiffsführung zur Aufgabe überreden, wird jedoch harsch zurückgewiesen. Bei einem anschließenden Überfall der Piraten können einige von ihnen getötet werden, aber auch die Schiffsführung hat Verluste. Als der Doktor die Insel erkunden will, folgt ihm Hawkins erneut ohne Erlaubnis und hat sich bald darauf verlaufen. Er findet ein verstecktes Boot von Ben Gunn und macht sich zur ankernden "Hispaniola" auf. Teil 4: Die Entscheidung (Erstausstrahlung: 01.01.1967; Länge rund 84 Minuten) Auf der "Hispaniola" kann Hawkins unbemerkt das Ankertau durchtrennen. Allerdings ist er nicht allein an Bord. Israel Hands liegt anscheinend schwer verletzt an Deck und fordert Hawkins auf, ihm zu helfen. Hawkins merkt allerdings, dass Hands ein Messer hat und ist auf der Hut, als er diesem etwas zu trinken bringen will. Als sich Hands auf Hawkins stürzen will, läuft die treibende "Hispaniola" mit einem Ruck auf Grund und Hawkins kann sich als erster aufrappeln und in die die Takelage fliehen. Den nachfolgenden Hands befördert er mit einem Fußtritt ins Meer. Glücklich dieser Gefahr entronnen macht sich Hawkins auf den Weg zurück zum Blockhaus, wo er entsetzt feststellt, dass dieses von den Piraten eingenommen wurde. Die Schiffsführung ist verschwunden. Noch entsetzter ist Hawkins, als er feststellt, dass Silver auch noch die originale Schatzkarte in Händen hält. Die Restpiraten wollen Hawkins töten, doch Silver setzt sich durch und schleppt den gefesselten Hawkins hinter sich her bei der Suche nach dem Schatzversteck. Dort angekommen erwartet die Piraten eine Enttäuschung. Nur ein einziges Zwei-Guineen-Stück ist zu finden, sonst nichts. Da fallen Schüsse die Schiffsführung hat im Hinterhalt gelegen. Die überlebenden Piraten fliehen mit Ausnahme von Long John Silver. Ben Gunn hatte in der langen Zeit, die er auf der Insel verbrachte, den Lageort des Schatzes ausfindig gemacht und ihn geborgen und dies dem Doktor mitgeteilt. So konnte dieser den Piraten auch einfach die Schatzkarte überlassen. Der Schatz wird an Bord gebracht und die "Hispaniola" legt, mit Silver an Bord, ab zur Heimreise. Bei einem Zwischenstopp zur Auffüllung der Mannschaft verschwindet Silver mit einem Teil des Schatzes. Es soll sich jedoch immer noch ein Teil des Schatzes auf der Insel befinden doch Hawkins schwört sich, nie mehr dorthin zurückzukehren. Eine ausführlichere Inhaltsangabe (mit Fotos) gibt es im Internet bei "Seewolf & Co." auf den Seiten zu "Die Schatzinsel" von Oliver Kellner und Ulf Marek. Hier weisen die Autoren auch auf ihr Buch "Seewolf & Co. Robinson Crusoe, Lederstrumpf, David Balfour, Mathias Sandorf, Tom Sawyer die großen Abenteuer-Vierteiler des ZDF" hin (www.vierteiler.privat.t-online.de). Die erweiterte Neuausgabe ist 2005 im Verlag "Schwarzkopf und Schwarzkopf" erschienen. Der in Farbe realisierte Weihnachts-Vierteiler fand in Deutschland trotz seiner Ausstrahlung in schwarz-weiß (das Farbfernsehen wurde erst am 25. August 1967 eingeführt) eine enorme Zuschauerakzeptanz. Gedreht vor malerischen Kulissen in der Bretagne, auf Korsika und am Gardasee sowie in historischen Kostümen, fing Regisseur Wolfgang Liebeneiner die abenteuerliche Stimmung gekonnt ein, auch die musikalische Untermalung des tschechischen Komponisten Jan Hanuš (1915 2004) trug zum Erfolg bei. Eingespielt wurde die Musik vom Filmorchester Praha (FISYO) mit ca. 45 Personen unter Mitwirkung eines gemischten Chores von Pavel Kühn. Allerdings waren die Sänger der deutschen Sprache nicht mächtig und mussten den umfangreichen Text des Piratenliedes "Fünfzehn Mann auf des toten Mannes Kiste" phonetisch lernen. So passierte ihnen der Fehler, dass sie im Titellied statt "Fünfzehn Mann" "Siebzehn Mann auf des toten Mannes Kiste" sangen. (Quelle: Wikipedia) Auch in den nachfolgenden Jahrzehnten blieb der Reiz des von Stevenson geschaffenen Abenteuers ungebrochen. 1972 entstand unter der Regie von Andrew White und John Hough "Treasure Island"4) mit Orson Welles3) (1915 1985) als hinterhältigem Oberschurken Long John Silver, Rik Battaglia2) als Kapitän Smollett und Walter Slezak2) (1902 1983) als Squire Trelawney. 1985 schlüpfte Martin Landau2) für Raoul Ruiz in das Kostüm des "Old Captain", wobei es sich bei dieser Version von "Treasure Island" um eine eher moderne Adaption des Klassiker handelte. Von der Figur des Piraten Silver war wohl auch "Ben-Hur"-Legende Charlton Heston3) (1924 2008) angetan, 1990 tauchte er in der prominent besetzten US-amerikanischen TV-Version "Treasure Island" als durchtriebener Schiffskoch auf, an seiner Seite sah man Leinwandstars wie Christopher Lee3) als Blinder Pew, Oliver Reed2) (1938 1999) als Billy Bones sowie als Jim Hawkins Christian Bale2), dessen Karriere gerade so richtig startete. Ende der 1990er Jahre inszenierte Peter Rowe das Stevenson-Abenteuer mit Western-Haudegen Jack Palance2) (1919 2006) als Fiesling Silver. In jüngerer Zeit entstand von Regisseur Alain Berbérian in Frankreich der Kinostreifen "L'Île aux trésors" (2007) mit Gérard Jugnot2) (John Silver) und Vincent Rottiers (Jim Hawkins), im gleichen Jahr (26./27.11.2007) wurde die aufwendige zweiteilige "ProSieben"-Produktion "Die Schatzinsel" von Hansjörg Thurn im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Tobias Moretti2) als brutaler, holzbeiniger Long John Silver, Jürgen Vogel2) als mordlüsterner Israel Hands und Richy Müller2) als undurchsichtiger "Black Dog" waren Garanten für hohe Einschaltquoten. Mit Christian Tramitz2) als adligem Squire Trelawney, Michael Gwisdek3) als blindem Pew sowie François Goeske2) als schlauem Jim Hawkins hatte der Privatsender weitere beliebte Akteure vor die Kamera gelockt. DER SPIEGEL schrieb in seinem Kommentar (26.11.2007) zwar "ProSieben versucht sich mit großem Aufwand an einer zeitgemäßen Aufbereitung des Abenteuerklassikers "Die Schatzinsel" und liefert doch nur hölzernes deutsches Sprech- und Fechttheater.", dennoch fand das Piraten-Spektakel gerade bei jüngeren Zuschauern großen Zuspruch. Bei prisma-online.de kann man nachlesen: Gefilmt ist dies durchaus sehenswert, das historische Ambiente (Kostüme, Kulissen und Drehorte) ist stimmig und die darstellerischen Leistungen sind zum größten Teil in Ordnung. Fehlbesetzt ist allerdings Comedian Christian Tramitz in der Rolle des John Trelawney. Entscheidender ist jedoch, dass Thurn, der auch das Drehbuch verfasste, an der Vorlage einfach zuviel geändert hat. So fragt man sich etwa, was die Einführung von Flints im Original nicht vorhandener Tochter (Diane Willems) soll. Zumal es mehr als unwahrscheinlich ist, dass ein junges Mädchen an Bord eines ausschließlich von Männern besetzten Schiffes unerkannt bleibt. Zu wünschen übrig lassen die Dialoge, die stellenweise reichlich aufgesetzt und holprig wirken. (mehr bei www.monstersandcritics.de) Nicht nur als Real-Verfilmung machte "Die Schatzinsel" Furore, mehrere animierte Versionen rund um John Silver und seine Mannen entstanden im Laufe der Jahre. Zu nennen sind japanische Zeichentrickfilme (1971 und 1978), 1992 kam eine britische Adaption des Klassikers mit zusätzlichen Figuren und Handlungssträngen auf den Bildschirm, die sich auf 26 Episoden verteilte. "Der Schatzplanet" (2002, Treasure Planet) ist ein Disney-Zeichentrickfilm, der die Geschichte in den Weltraum verlegt und Long John Silver als Mischung aus Lebewesen und Maschine (Cyborg) darstellt. Auch die berühmten "Muppet"-Figuren begaben sich auf die "Schatzinsel", Brian Hensons "Muppet Treasure Island" (1996, Die Muppets Schatzinsel) mit Tim Curry2) als Long John Silver wurde ebenfalls in den Disney-Studios produziert und bot ein Piratenabenteuer der besonderen Art. Kermit der Frosch als mutiger Kapitän Smollet oder Miss Piggy als Benjamina Gunn, Insel-Königin der Warzenschweine, ist ein umwerfend witziges Vergnügen nicht nur für Kinder. Verschiedentlich wurde die Geschichte um "Die Schatzinsel" weitergesponnen, der Mehrteiler in Spielfilmlänge "Return to Treasure Island" (Die Rückkehr zur Schatzinsel) mit dem Neuseeländer Dean O'Gorman2) als Jim Hawkins und Stig Eldred als Long John Silver lief 1997 im Nachmittagsprogramm der ARD. Die siebenteilige Science-Fiction-Fernsehserie "Der Schatz im All"2) (1986/87, Treasure Island in Outer Space) mit Hollywood-Legende Anthony Quinn3) als Long John Silver hatte nur noch am Rande etwas mit der Original-Vorlage von Stevenson zu tun. Andere Streifen wie "The Secret of Treasure Island" (1938), "Charlie Chan at Treasure Island" (1939, Charlie Chan auf der Schatzinsel) oder das Horror-Machwerk "Pirates of Treasure Island" (2006) mit Tom Nagel nutzen lediglich den berühmten Titel zwecks besserer Vermarktung. Mit bisher mehr als 20 Kino- und Fernsehproduktionen gehört "Die Schatzinsel" zu den Jugendbuch-Klassikern, die wohl am meisten verfilmt wurden und reiht sich damit in die Tradition alter Piraten- und Abenteuerfilme ein. Liebeneiners Inszenierung der 1960er Jahre wird dabei immer ein Highlight bleiben. Im Verhältnis zu heutigen Kino- und Fernsehproduktionen scheint der Aufwand, der für "Die Schatzinsel" betrieben wurde, gering. Doch dem ist nicht so. Die Ausstattung u.a. des "Admiral Benbow", der "Hispaniola", aber auch der Kulisse für Bristol, und die Kostüme all das war von auch heute noch beeindruckender Sorgfalt gekennzeichnet, all das zauberte eine Stimmung herbei, die von wirklicher Piraten- und Seemannsherrlichkeit zeugte, wie man sie aus den entsprechenden Romanvorlagen kannte. Vor allem aber war "Die Schatzinsel" ein Spiel der Charaktere. Michael Ande als junger, unbedarfter, aber äußerst mutiger junger Jim Hawkins war eine Identifikationsfigur für alle Jugendlichen, nicht nur für männliche Teenager. Ivor Dean als alter gerissener, hoch intelligenter, aber eben auch skrupelloser Pirat mit Holzbein und schwarzem Hut war ein überzeugender Gegenpart zu Jim Hawkins. Daneben brillieren Georges Riquier als schlauer Dr. Livesey, der sich als ein einem John Silver durchaus gewachsener Gegenspieler erweist, Jacques Dacqmine als anfangs ziemlich einfältiger Gutsherr Trelawney und vor allem Jacques Monod als rauer, strenger Kapitän mit dem Herz auf dem richtigen Fleck. Jacques Godin als hinterhältiger Israel Hands und Jean Saudray als Ben Gunn, der aufgrund der jahrelangen Einsamkeit auf der Schatzinsel etwas wirr geworden ist, aber dennoch seinen Verstand nicht ganz verloren hat, ergänzen die auch aus heutiger Sicht glänzende Crew dieses spannenden Spiels zwischen Verrat, Intrige, Geldgier und Treue. (Quelle: www.filmzentrale.com) Seit Anfang Dezember 2005 ist der legendäre Vierteiler "Die Schatzinsel" auf DVD erhältlich. Die Box enthält ein Booklet mit 16 Seiten. Darin befindet sich ein kurzes Vorwort von Michael Ande, ein längeres Interview mit dem Schauspieler, eine ausführliche Inhaltsangabe sowie "Auf der Suche nach der 'Hispaniola'. Eine spannende Recherche" von Jürgen Seibert, der den Spuren des Schiffs auf dem Gardasee folgt, wo ein Teil des Films gedreht wurde. Geschmückt ist das Booklet natürlich mit Bildern aus dem Film. Die DVDs selbst enthalten noch Produktionsnotizen sowie eine Bildergalerie mit Fotos von einigen Schauplätzen des Films damals und heute. (Quelle: www.filmzentrale.com) 1) Mein erstes Buch, in: Die Schatzinsel, Zürich 1979, S. 314 f 2) Der Link führt zu Wikipedia 3) Der Link führt zum Kurzportrait bzw. zur Beschreibung innerhalb dieser Webpräsenz 4) Der Link führt zu prisma-online.de Siehe auch Wikipedia,
Seewolf & Co.
www.bamby.de,
www.tv-serien.de.tf,
www.tv-nostalgie.de
*) Der Link führt zur "german.imdb.com" bzw. "imdb.com"
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Um zur Seite der TV-Serien zurückzukehren, bitte dieses Fenster
schließen. Home: www.steffi-line.de |