Joan Fontaine
Joan Fontaine wurde am 22. Oktober 1917 als Joan de Beauvoir de Havilland in der japanischen Hauptstadt Tokio geboren. Die Tochter eines britischen Patentanwalts und der Schauspielerin Lillian Fontaine (1896 – 1975) erhielt schon in jungen Jahren gemeinsam mit ihrer 1916 geborenen Schwester, der Hollywoodlegende Olivia De Havilland1) , Schauspielunterricht von der Mutter. Später ließ sich die Familie in Kalifornien nieder, da man sich dort bessere Heilungschancen für die gesundheitlich labile Mutter versprach. Der Vater ging aber wegen eines japanischen Dienstmädchens bald nach Japan zurück und ließ sich scheiden. Joan folgte dem Vater nach Tokio und besuchte dort die Amerikanische Schule. 1934 kehrte sie in die USA zurück und musste feststellen, dass ihre Schwester dabei war, sich einen Namen auf der Bühne zu machen. (Quelle: Wikipedia).
 
Um nicht den Namen ihrer bereits erfolgreichen Schwester zu tragen, nannte sich Joan auf der Bühne Joan St. Joan oder Joan Burfield und unter Pseudonym sah man sie 1935 auch in ihrem ersten Film "No More Ladies"2) (Schluß mit den Frauen) von George  Cukor, der ihr jedoch nicht den erhofften Erfolg als Filmschauspielerin brachte. 1937 nahm sie den Namen des Stiefvaters Fontaine an und wurde nach dem erfolgreichen Debüt in dem Bühnenstück "Call It Day" von Jesse L. Lasky von der Filmgesellschaft RKO unter Vertrag genommen.
 
"Quality Streets" (1937) von Regisseur George Stevens mit Katharine Hepburn und Franchot Tone war für Joan Fontaine dann einer der interessanteren Filme des Studios, mit dem sie sich als anerkannte Darstellerin auf der Leinwand profilierte. Es folgte das ebenfalls von George Stevens in Szene gesetzte beschwingte Musical "A Damsel in Distress"2) (1937, Ein Fräulein in Nöten) mit Hollywood-Legende Fred Astaire und ihrer Rolle der Lady Alyce Marshmorton. Joan Fontaine fand in romantischen Komödien wie in George Cukors "Die Frauen"3) (1939, The Women2)) Beachtung, oder in George Stevens' Abenteuer "Aufstand in Sidi Hakim"2) (1939, Gunga Din) als Partnerin von Frauenidol Cary Grant. Nach dem Biopic "Man of Conquest"2) (1939, Rache für Alamo) engagierte sie Produzent David O. Selznick als schüchterne Mrs. De Winter und Partnerin Laurence Oliviers in Alfred Hitchcocks Daphne du Maurier-Adaption "Rebecca"2) (1940), wofür Joan Fontaine eine Oscar-Nominierung erhielt bzw. die Herzen des Publikums eroberte (siehe auch die Filmbeschreibung von prisma-online.de).
Ihr nächster Hitchcock-Film, "Verdacht"2) (1941, Suspicion), brachte der Fontaine dann den begehrten Oscar ein. Sie spielte eindrucksvoll die Rolle der schüchternen Lina Aysgarth, die ihren Mann alias Cary Grant verdächtigt, sie ermorden zu wollen.
1943 erhielt Joan eine weitere Oscar-Nominierung für Edmund Gouldings Film "Liebesleid" (1943, The Constant Nymph) an der Seite von Charles Boyer. Erfolgreich war sie als Partnerin von Orson Welles in Robert Stevensons Melodram "Die Waise von Lowood"2) (1944, Jane Eyre) sowie in Max Ophüls' "Brief einer Unbekannten"2) (1948, The Letter from an Unknown Woman), wo sie noch einmal in einer ihrer großen Rollen glänzte In den 50ern folgten Filme wie Richard Thorpes "Ivanhoe – Der schwarze Ritter"2) (1951/52, Ivanhoe) mit Robert Taylor und Elizabeth Taylor, Hugo Fregoneses "Boccaccios große Liebe" (1953, The Decameron Nights) mit Louis Jourdan oder "Flug nach Tanger" (1953, Flight to Tangier) mit Jack Palance.
  
Nach 1956 hatte Joan Fontaine immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und stand nur noch selten vor der Kamera, so beispielsweise mit einer kleinen Rolle in Henry Kings "Zärtlich ist die Nacht" (1962, Tender Is the Night). Auch danach übernahm sie nur sporadisch Aufgaben für Film und Fernsehen, einen letzten Auftritt hatte die Filmlegende 1994 als Königin Ludmilla in dem Fernsehfilm "Good King Wenceslas"2) (Der gute König).
1978 veröffentlichte die Schauspielerin ihr Buch "No Bed of Roses". In dieser Autobiographie erzählte sie freimütig von zahllosen Affären und einem ausgeprägten Desinteresse an den eigenen Kindern, die sie eher als Belastung empfand. Besonders diese fehlende Mutterliebe soll ein Hauptkritikpunkt ihrer Schwester Olivia gewesen sein. Insgesamt scheint die von der Presse inszenierte Dauerfehde der Schwestern jedoch nicht ganz so dramatisch gewesen zu sein. (Quelle: Wikipedia)

Joan Fontaine war insgesamt vier Mal verheiratet, alle Beziehungen endeten vor dem Scheidungsrichter. 1939 hatte sie den britischen Schauspielerkollegen Brian Aherne2) (1902 – 1986) geehelicht, von dem sie sich Mitte Juni 1945 wieder scheiden ließ. Wenig später gab sie Anfang Mai 1946 dem US-amerikanischen Filmproduzenten und Schauspieler William Dozier4) (1908 – 1991) das Ja-Wort, doch auch diese Verbindung wurde trotz der gemeinsamen, 1948 geborenen Tochter Deborah Leslie Ende Januar 1951 offiziell getrennt. Ehemann Nummer 3 wurde am 12. November 1952 der amerikanische Drehbuchautor und Filmproduzent Collier Young4) (1908 – 1980), die Scheidung erfolgte Anfang Januar 1961. Auch die zuletzt Ende Januar 1964 geschlossenen Ehe mit dem Zeitungsverleger Alfred Wright Jr. war kein langes Glück beschieden, 1969 ging das Paar getrennte Wege.
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia (deutsch), 3)  prisma-online.de, 4) Wikipedia (englisch)
 
Zu den bekannten Filmen von Joan Fontaine zählen weiterhin:
Mitchell Leisens "Der Pirat und die Dame" (1944, Frenchman's Creek) mit Arturo de Cordova und Basil Rathbone
Billy Wilders "Ich küsse Ihre Hand, Madame" (1947/48, The Emperor Waltz) mit Bing Crosby
William Dieterles "Liebesrausch auf Capri" (1949/50, September Affair) mit Joseph Cotten
Norman MacLeods "Mr. Casanova" (1952, Casanova's Big Night) mit Bob Hope
George Stevens' "Wofür das Leben sich lohnt" (1952, Something to Live For) mit Ray Milland
Ida Lupinos "Der Mann mit den zwei Frauen" (1954, The Bigamist)
Fritz Langs "Jenseits allen Zweifels"  (1956, Beyond a Reasonable Doubt)
Anthony Manns "Serenade" (1956) mit Mario Lanza
Robert Rossens "Heiße Erde" (1957, Island in the Sun)
Jean Negulescos "Ein gewisses Lächeln" (1958, A Certain Smile)
Irwin Allens "Unternehmen Feuergürtel" (1961, Voyage to the Bottom of the Sea)
Link: Filmbeschreibung bei Wikipedia
  
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Siehe auch Wikipedia;
Filmografie bei der german.imdb.com
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