| Richard Lauffen |
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Richard Lauffen wurde am 2. Juni 1907 in Mönchengladbach
geboren und wuchs auch dort auf. Gleich nach seinem Hauptschulabschluss
entschied er sich für den Beruf des Schauspielers, ließ sich in
München unter anderem von Otto Wernicke und Therese Giehse
dementsprechend ausbilden. 1927 (nach anderen Quellen 1929) gab Lauffen
an den Münchner Kammerspielen sein Bühnendebüt als "Kötznickel" in
Max Mells Mysterienspiel "Nachfolge-Christi-Spiel", welches Otto Falckenberg inszeniert hatte.
Weitere Stationen von Lauffens
Bühnenkarriere wurden unter anderem Oldenburg und Mannheim, ab 1945 gehörte er für
drei Jahre zum Ensemble des Hamburger Theaters
"Die Auslese". Danach spielte er beispielsweise in
Berlin am "Theater am Kurfürstendamm", wirkte in Hamburg
an den Kammerspielen sowie am Schauspielhaus, spielte an bedeutenden
deutschsprachigen Bühnen wie in Zürich, Basel, Hannover und Köln;
außerdem trat er bei verschiedensten Festspielen in Erscheinung wie
beispielsweise den Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel. Zu seinen wichtigen Rollen zählen der "Ferdinand" in Schillers "Kabale und Liebe" und der "Franz Moor" in Schillers "Die Räuber" ebenso wie die Titelfiguren in Shakespeares "Hamlet", Goethes "Torquato Tasso" und "Clavigo"; als "Mephisto" wurde er in Goethes "Faust" gefeiert, er brillierte als "Dauphin" in Shaws "Die heilige Johanna", als "Riccaut de la Marlinière" in Lessings "Minna von Barnhelm" und auch in Stücken der Moderne zeigte er so als "Josef K." in Kafkas "Der Prozess" seine darstellerische Kraft. Über die Theaterszene hinaus bekannt und populär wurde der Schauspieler ab Mitte der 50er Jahre durch Film und Fernsehen. Bereits Ende der 40er hatte er für die Streifen "Menschen in Gottes Hand" (1948) und "Der Bagnosträfling" (1949) vor der Kamera gestanden, später folgten prägnante Nebenrollen in Kinofilmen wie "Damals in Paris" (1956), "Journey to the Lost City" (1959), "Der Tiger von Eschnapur" (1959), "Das Indische Grabmal" (1959) und "Der Rote Kreis" (1960). Weitere Leinwandauftritte hatte Lauffen unter anderem in der Storm-Verfilmung "Der Schimmelreiter" (1978) sowie zuletzt in Vicco von Bülows Meisterwerk "Ödipussi" (1988), wo er den leicht debilen Vater der Psychotherapeutin Margarethe Tietze (Evelyn Hamann) spielte. Doch vor allem das Fernsehen bot dem Schauspieler ein breites Betätigungsfeld, neben Literaturadaptionen wie "Der Richter von Zalamea" (nach Lope de Vega), "Zum Freispruch verurteilt" (nach Frisch) oder "Orphee" (nach Cocteau), in denen er bereits 1952 auf dem Bildschirm zu sehen war, agierte Lauffen Anfang der 60er mehrfach in der beliebten Krimi-Reihe "Stahlnetz". Karl-Heinz Bieber gab ihm die Hauptrolle des Mr. Edalji in "Conan Doyle und der Fall Edalji" (1966), in Tom Toelles szenischer Dokumentation "Der Reichstagsbrandprozess" (1967) spielte er den Dr. Parrisius und in Carlheinz Casparis historischen Doku "Novemberverbrecher Eine Erinnerung" (1968) den Politiker Emil Barth (1879 1941), der 1918 zum Vorsitzenden des von den Berliner Revolutionären Obleuten gebildeten "Provisorischen Arbeiter- und Soldaten-Rates" gewählt wurde. In der Karl May-Serie "Kara Ben Nemsi Effendi" (1973) mimte er den Scheich Mohammed Emin, eine schöne Rolle war auch die des Ludwig XIV. in Lutz Büschers ETA Hoffmann-Adaption "Das Fräulein von Scuderi" (1976). Zu Lauffens TV-Filmografie zählen beliebte Serien wie "Jede Woche hat nur einen Sonntag" (1977) oder "Es muss nicht immer Mord sein" (1982), in dem Mehrteiler "Timm Thaler" (1979) erlebte man ihn als Sekretär Anatol, der gemeinsam mit seinem Herrn, dem "Baron" (Horst Frank), versucht, dem Titelhelden sein Lachen abzukaufen. In dem abenteuerlichen Vierteiler "Der "Schwarze Bumerang" (1982) spielte er den Professor Vieli, neben Inge Meysel agierte er in "Mrs. Harris Freund mit Rolls Royce" (1984) und "Grenzenloses Himmelblau" (1985), als Oberst von Bredow sah man ihn in dem Tatort "Gegenspieler" (1987); zuletzt stand er für die unterhaltsame Serie "Wie gut, dass es Maria gibt" vor der Fernsehkamera. Neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater, Film und Fernsehen war der Schauspieler ein gefragter Synchronsprecher, wirkte mit seiner markanten Stimme auch in zahlreichen Hörspielproduktionen mit. So sprach er unter anderem in der Gruselserie "Die Nacht der Todes-Ratte" den Professor Hasquet, bei den "Drei ???" sprach er den Mr. Shelby in "Der unheimliche Drache". Richard Lauffen starb am 26. August 1990 im Alter von 83 Jahren im oberbayerischen Marquartstein. Dort hatte er mit seiner Frau, der Schauspielerin Elisabeth Wiedemann, mit der er mehr als zwanzig Jahre lang verheiratet gewesen war, bis zuletzt gelebt. |
| Siehe auch wikipedia.org; Filmografie bei der german.imdb.com |
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