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1976 kam es zu einer Begegnung mit Vicco von Bülow alias "Loriot",
die entscheidend für ihre weitere Laufbahn bei Film- und Fernsehen
werden sollte. An der Seite des begnadeten Humoristen Loriot schlüpfte
Evelyn Hamann in zahllosen Sketchen in die verschiedensten Rollen und
wurde über Nacht für ein Millionenpublikum zum Inbegriff von
Komik. Unvergessen sind Szenen wie der "Nudelsketch",
die kleinbürgerliche Frau Hoppenstedt in der "Jodelschule",
die mit dem Jodeldiplom was "Eigenes" haben will, oder das
"Fräulein Dinkel", die krampfhaft versucht, ihrem Chef näher zu kommen.
Mit unverwechselbarer Mimik und Gestik spielte Evelyn Hamann in verschiedensten Masken und Verkleidungen
die Geschichten mit einer meisterhaften Perfektion und das Duo
Loriot/Hamann wurde zu "dem" Komiker-Paar der 70er Jahre. Auch in Vicco von Bülows erster Kino-Komödie "Ödipussi" stand sie 1988 dem Meister des hintersinnigen Humors zur Seite und spielte hinreißend die Diplom-Psychologin Margarethe Tietze, die von dem "Muttersöhnchen" Paul Winkelmann angebetet wird. In "Pappa Ante Portas" begeisterte sie 1991 als entnervte Ehefrau Renate des Vorruheständlers Heinrich Lohse alias Vicco von Bülow das Publikum. Doch nicht nur als Partnerin von Loriot war und blieb Evelyn Hamann erfolgreich und demonstrierte immer wieder ihre ungeheure Wandlungsfähigkeit. So spielte sie beispielsweise ab Mitte der 80er Jahre in der legendären Serie "Schwarzwaldklinik" die Haushälterin Carsta Michaelis, man sah sie 1993 in den Serien "Vater braucht eine Frau" und "Der Millionenerbe". Neben Auftritten in so erfolgreichen Produktionen wie "Das Traumschiff" oder "Tatort" erlangte die Schauspielerin ungeheure Popularität mit ihren Specials "Geschichten aus dem Leben", wo sie grandios verschiedenste Frauenfiguren verkörperte, zumeist jedoch Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und sich nicht unterkriegen lassen. Beispiele hierfür sind die ganz auf die Protagonistin zugeschnittenen Verwechslungskomödien "Wut im Bauch"1) (1998) und "Ehemänner und andere Lügner"1) (2000). Auch als eigenwillige "Tippse" Adelheid Möbius, die für ihren etwas trotteligen Chef Ewald Strobel alias Heinz Baumann in der humorvollen Krimi-Serie "Adelheid und ihre Mörder" so manchen kniffligen Fall löst, begeisterte sie nun schon seit 1993 das Publikum; die sechste und vorerst letzte Staffel wurde 2005 gedreht und startete am 8. Mai 2007 in der ARD (siehe auch Wikipedia). 1998 sah man sie in "Wut im Bauch" als berufstätige, einfallsreiche Mutter Charlotte Mayer, die bei der Postenvergabe untergebuttert wird, sowie 2001 als betrogene Ehe- und Hausfrau Gerda Förster in "Ehemänner und andere Lügner" und stellte damit wieder einmal ihr Talent für charakterstarke Rollen unter Beweis. "Komik ist genaue, die eigenen Mittel immer wieder hinterfragende Arbeit mit der Liebe zum Detail" sagte sie einmal auf die Frage nach der Wurzel ihres Könnens. Natürlich durfte die Schauspielerin in dem 90-minütigen Special "Die Schwarzwaldklinik Die nächste Generation", welches das ZDF Ende Februar 2005 ausstrahlte und damit das 20-jährige Bestehen der erfolgreichsten deutschen Fernsehserie aller Zeiten feierte, nicht fehlen. Die melodramatische Geschichte knüpfte an Dr. Benjamin Brinkmann (Alexander Wussow) an, der in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist und als Assistenzarzt in der Schwarzwaldklinik arbeitet. Auch alle anderen ehemaligen Stars der legendären Serie waren mit von der Partie, so Klausjürgen Wussow als Dr. Brinkmann, Gaby Dohm als seine Frau Christa, Sohn Udo alias Sascha Hehn, Eva-Maria Bauer als ehemalige Oberschwester Hildegard sowie viele mehr und selbstverständlich Evelyn Hamann als Haushälterin Carsta Michaelis.
Mit großer Bestürzung wurde wenige Wochen später die Nachricht aufgenommen, dass die so beliebte und sympathische Schauspielerin in der Nacht vom 29. Oktober 2007 nach kurzer schwerer Krankheit im Kreis ihrer Angehörigen an den Folgen ihrer bereits ein Jahr zuvor festgestellten Lymphdrüsenkrebserkrankung gestorben ist; auch ihr Bruder Gerhard erlag Anfang September 2000 dieser tückischen Krankheit. Die traurige Nachricht zog sich wie ein Lauffeuer durch die Medien, fast jede namhafte Zeitung brachte den überraschenden Tod der Ausnahmekomikerin einen Tag später auf der Titelseite ein Beweis für die ungeheure Popularität der Künstlerin. Das ZDF widmete ihr am 29. Oktober zur besten Sendezeit eine (allerdings ambivalent aufgenommene) Sondersendung, zu der Johannes B. Kerner Hamanns guten Freund, den Produzenten Markus Trebitsch, sowie die Schauspielerkollegen und Weggefährten Rudolf Kowalski (Partner in verschiedensten Loriot-Sketchen) und Gerhard Garbers (Ex-Ehemann in der satirischen Krimiserie "Adelheid und ihre Mörder") geladen hatte; gemeinsam erinnerte man sich mit diversen Loriot-Szenen an eine Frau, die mit ihrer unverwechselbaren Komik Fernsehgeschichte geschrieben hat.
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Wie die Medien berichteten, wurde Evelyn Hamann im engsten Familien-
und Freundeskreis in ihrer Heimatstadt Hamburg beigesetzt. |
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Textteile des Kurzportraits von
www.prisma-online.de Siehe auch wikipedia.org; Filmografie bei der german.imdb.com |
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