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Das "Lexikon des internationalen Films" charakterisiert den Film folgendermaßen: "Das aus Sketchen zusammengesetzte Vergnügen glossiert mit witzig-treffenden Ausführungen die Schwierigkeiten und Schrullen im Alltagsleben von Vorruheständlern und Rentnern. Zugleich eine Gelegenheit für Loriot, seinen geistvollen Witz in einer Paraderolle zu demonstrieren." (Siehe auch Wikipedia) Weniger bekannt ist, dass von Bülow bereits Ende der 1950er Jahre kleinere, wenn auch ganz anders geartete Rollen in einigen Kinoproduktionen übernommen hatte. So spielte er in Frank Wisbars Anti-Kriegsfilm "Haie und kleine Fische"1) (1957) mit, in Bernhard Wickis Meisterwerk "Die Brücke"1) (1959) agierte er als Stabsfeldwebel und auch für dessen "Das Wunder des Malachias"1) (1961) stand er vor der Kamera. Nach der US-amerikanischen Produktion "The Longest Day"1) (1962, Der längste Tag), wo er einen deutschen Offizier mimte, entschied sich von Bülow diese Art der Schauspielerei aufzugeben. Ende der 1980er Jahre wandte er sich einem anderen Genre zu, der Oper: Verantwortlich für die Regie, das Bühnenbild und die Kostüme inszenierte er 1986 die Oper "Martha"1) von Friedrich von Flotow an der Staatsoper Stuttgart, zwei Jahre später folgte die Inszenierung der Oper "Der Freischütz"1) von Carl Maria von Weber bei den Schlossfestspielen Ludwigsburg; außerdem interpretierte er für deutsche Theaterbühnen sowohl textlich als auch musikalisch in den vergangenen Jahren klassische Werke von Thomas Mann und Prokofjew, Voltaire und Richard Wagner aus seiner Sicht neu. Zusammen mit Walter Jens1) stellte von Bülow 1994 im Hamburger Schauspielhaus Ausschnitte aus dem Briefwechsel zwischen Friedrich dem Großen und Voltaire mit dem Titel "Wo es um Freundschaft geht" vor, 1996 las er in den Münchner Kammerspielen aus den Werken von Thomas Mann1). Zu seinen weiteren Arbeiten zählen unter anderem neue, verbindende Texte für "Karneval der Tiere"1) von Camille Saint-Saëns, zu "Peter und der Wolf"1) von Sergei Prokofjew und zur konzertanten Aufführung von "Candide"1) von Leonard Bernstein; des weiteren verfasste er zu einer konzertanten Aufführung von Wagners "Der Ring der Nibelungen"1) zusammenfassende Texte. Bereits seit Mitte der 1950er Jahre veröffentlichte das Allround-Genie von Bülow seinen unverwechselbaren Humor in zahllosen Büchern, die "in keinem Bücherschrank fehlen dürfen" und die inzwischen millionenfach verkauft wurden; hierzu zählt sein erstes Werk "Auf den Hund gekommen" (1954), für das er anfangs keinen Verleger fand; erst durch den Schweizer Diogenes-Verlag kam das Buch auf den Markt. Es folgten unter anderem "Der gute Ton" 1957) "Loriots großer Ratgeber" (1968), "Loriots dramatische Werke" (1981), "Möpse und Menschen" (1983) und "Große Deutsche" (1998); siehe auch die Liste der Bücher bei Wikipedia. Während seiner erfolgreichen Karriere wurde von Bülow, der zu den profiliertesten und populärsten Persönlichkeiten des deutschen Theaters und Fernsehens zählt, mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt; er war seit 1993 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und seit 1997 der Akademie der Künste in Berlin-Brandenburg; im Juni 2001 erhielt er von der Bergischen Universität Wuppertal die Ehrendoktorwürde. Die Laudatio anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde findet man bei www.presse.uni-wuppertal.de, ebenso wie die Dankesrede von Bülows. Im Frühjahr 2003 wurde dem "Grandseigneur des deutschen Humors", Vater von "Wum und Wendelin" und Entdecker der berühmten Steinlaus, der "petrophaga lorioti", die "Goldene Kamera" der Film- und Fernsehpreis von HÖRZU, für sein Lebenswerk verliehen. Seit dem Sommersemester 2003 war er Honorarprofessor der Berliner Universität der Künste für das Fach "Theaterkünste". Das Fernsehen ehrte den bekanntesten Humoristen Deutschlands mit von ihm selbst konzipierten Jubiläumssendungen zum 60., 65. und 70. Geburtstag sowie mit einer Gala-Sendung zu seinem 80. Geburtstag, in der alte Weggefährten wie Evelyn Hamann, Edgar Hoppe, Rudolf Kowalski und Heinz Meier mit ihm feierten und der Meister selbst humorvoll bislang Unbekanntes aus seinem Leben berichtete. Neben dem Großen Bundesverdienstkreuz, welches ihm 1974 überreicht wurde, konnte von Bülows unter anderem auf folgende Auszeichnungen zurückblicken: die "Goldene Kamera" (1969), den "Adolf-Grimme-Preis" (1973), den "Deutsche Schallplattenpreis" (1976, 1982), die "Goldene Europa" (1973), den "Karl-Valentin-Orden" (1974), den "Telestar" (1986), den "Deutschen Filmpreis" (1989), den "Erich-Kästner-Preis" (1984), den "Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor" sowie den "Bayerischen Verdienstorden" (1980). Neuerdings hatte Vicco von Bülow auf dem am 10. September 2010 eingeweihten Berliner "Boulevard der Stars" auch einen "Stern", in prominenter Lage, mitten in Berlin auf der Potsdamer Straße, wurde er neben legendären Filmschaffenden wie Marlene Dietrich, Hildegard Knef und Romy Schneider bzw. herausragenden Schauspielern wie Mario Adorf, Bruno Ganz , Armin Mueller-Stahl oder Götz George "verewigt"; siehe auch den Auszug der Auszeichnungen und Ehrungen bei Wikipedia. Anlässlich des 85. Geburtstages von Vicco von Bülow am 12. November 2008 war am 6. November im Berliner "Film- und Fernsehmuseum" am Potsdamer Platz in Anwesenheit des Künstlers die bisher größte Ausstellung zum Werk des "größten deutschen Humoristen" eröffnet worden. Die Sonderausstellung der Deutschen Kinemathek "Loriot. Die Hommage zum 85. Geburtstag" konnte bis zum 29. März 2009 besucht werden, endlich hatten Loriot-Fans Gelegenheit, das "Gesamtkunstwerk Loriot" zu bestaunen, da Vicco von Bülow nun seinen künstlerischen "Vorlass" dem Museum zu Lebzeiten übergeben hatte: Drei Themen nahm er in diesem Zusammenhang immer wieder unter die Lupe: Die mangelnden kommunikativen Fähigkeiten in der Gesellschaft, vor allem die zwischen Frauen und Männern; das Verhältnis von Mensch und Tier; und die Frage, was unser Leben mit den Errungenschaften der so genannten Hochkultur, den schönen Künsten, insbesondere mit der Musik, der Literatur und der Malerei zu tun hat zu tun haben könnte. ( ) Die Ausstellung greift über drei Stockwerke hinweg, bis hinein in die "Ständige Ausstellung Fernsehen" alle diese Themen auf. Sie möchte anschaulich werden lassen, worin das Besondere des Loriot'schen Humors besteht. Deshalb blickt sie dem Künstler auch beim Entstehen seiner Werke gleichsam über die Schulter. Sie zeigt, mit welcher Präzision und Perfektion LORIOT arbeitet. Sie erzählt davon, wie sich die außergewöhnliche Vita und die besondere Weltanschauung des Künstlers mit dem scheinbar ganz und gar unspektakulären Leben seiner Mitmenschen verbindet niemals schadenfroh, doch mit scharfem Blick für die tragikomischen Seiten des Lebens und das Chaos, das hinter jedem Versuch lauert, die Welt zu ordnen. Und sie begleitet den Künstler bei seinen wiederholten Ausflügen in die Welt des Kinos, der Oper und der klassischen Musik.5) Im Verlag Hatje Cantz erschien auch der Begleitband "Ach was! Vicco von Bülow zum 85. Geburtstag". Die ARD sendete zum 85. Geburtstag von Loriot am 13. November 2008 um 22:45 Uhr eine 90-minütiges Porträt mit dem Titel "Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow genannt Loriot."6) In seiner Porträtcollage zeigt Klaus Michael Heinz den Werdegang des gebürtigen Brandenburgers und beleuchtet die unterschiedlichen Seiten des Mannes, der vielen nach wie vor als größter deutscher Humorist unserer Tage gilt. Was inspirierte ihn zu seinen Pointen? Wie arbeitete er? Von welchem Vorbild ließ und lässt er sich leiten? Was würde er ändern, könnte er noch einmal von vorne anfangen? Loriot hat sich zu diesen und anderen Fragen geäußert, in Interviews unter anderem mit Reinhold Beckmann, Gero von Boehm, Axel Corti, Hellmuth Karasek, Marianne Koch, Lea Rosh, Gerhard Schmitt-Thiel und August Everding.7) Wenige Monate später wurde von Bülow anlässlich der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2009 mit einem Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Am 24. April 2009 nahm der Humorist unter Standing Ovations die "Goldene Ehren-Lola" der Deutschen Filmakademie im Rahmen einer feierlichen Gala im Palais am Funkturm in Berlin aus den Händen seines Laudators Michael "Bully" Herbig entgegen. Der Präsident der Deutschen Filmakademie, Günter Rohrbach bezeichnete im Vorfeld Filme wie "Ödipussi" und "Pappa ante Portas" als "Höhepunkte deutscher Komödienproduktion, beide unvergleichlich in ihrem Witz und ihrer intellektuellen Brillanz". Loriot kommentierte die zahlreichen Auszeichnungen für ihn im "Stern"-Interview trocken: "Eine gewisse Häufigkeit ergibt sich wohl aus der Tatsache, dass ich nicht mehr der Jüngste bin. Die Zeit zur Überreichung von Preisen wird knapp." Der 85-Jährige macht sich bereits Gedanken über die "feierliche Entgegennahme der heiligen Lola". "Ich habe Tag für Tag an ein paar Worten gefeilt und dann wieder alles weggeschmissen. Vielleicht bleibt mir nichts anderes übrig, als Lola schweigend in die Arme zu nehmen."8) Anfang Januar 2011 legte die Deutsche Post AG im Rahmen der Serie "Für die Wohlfahrtspflege" vier Sondermarken mit Loriot-Motiven auf: "Der sprechende Hund", "Das Frühstücksei", "Herren im Bad" und "Auf der Rennbahn" (Link bzw. Abbildungen bei Wikipedia).
"Mit Vicco von Bülow alias Loriot verliert die Republik ihren größten Humoristen. Präzise skizzierte er in hauchzarter Überzeichnung unseren Alltag. Ohne ihn ist die deutsche Nudel nicht mehr denkbar." schrieb Jörg Thomann unter anderem in der F.A.Z., "Und wir empfinden eine tiefe Dankbarkeit für die großen Verdienste von Bülows an seinem Lande. Dass nach der schwarzen Zeit der Hitler-Herrschaft und dem Zweiten Weltkrieg einer kommen würde, der die Deutschen wieder das Lachen lehrte, war nur eine Frage der Zeit doch was für ein Glücksfall war es, dass derjenige ausgerechnet Vicco von Bülow war." Die Beisetzung fand laut Medienberichten auf Wunsch der Angehörigen Ende August nur im engsten Familienkreis bzw. unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt; seine letzte Ruhestätte fand von Bülow auf dem Waldfriedhof Heerstraße in Berlin-Charlottenburg. Am 17. September 2011 dagegen konnten in von Bülows Geburtsstadt Brandenburg an der Havel, dessen Ehrenbürger er seit 1993 war, im Rahmen einer öffentlichen, bewegenden Gedenkfeier in der St. Gotthardtkirche (Loriots Taufkirche) Brandenburgerinnen und Brandenburger gemeinsam mit von Bülows Witwe Rose-Marie und seiner Tochter Susanne sowie rund 1.000 Gästen Abschied nehmen; bis dahin konnten sich die Bürger/-innen im Rathaus und in der Taufkirche in Kondolenzbücher eintragen und ihm so die letzte Ehre erweisen.9) Für alle Diejenigen, die keinen Platz mehr in der Kirche fanden, wurde die Gedenkfeier live auf dem Gotthardtkirchplatz auf einer Videoleinwand übertragen. In seinem letzten Wohnort Münsing am Starnberger See ist voraussichtlich für Ende September eine Trauerfeier geplant. Zudem widmet die "Deutsche Ope"r in Berlin, deren Ehrenmitglied Loriot war, dem Verstorbenen am 5. November 2011 eine festliche Operngala. Auch die konzertanten Aufführungen des Musicals "Candide" am 15. und 18. März 2012 sind seinem Andenken gewidmet.10) Bereits elf Tage nach von Bülows Ableben erschien im Münchener "Riva-Verlag" Anfang September 2011 die erste Biografie über den großen Humoristen des 20. Jahrhunderts. Das Buch mit dem schlichten Titel "Loriot Biographie" des Journalisten Dieter Lobenbrett (Pseudonym) sollte ursprünglich zum 88. Geburtstag Vicco von Bülows im November 2011 auf den Markt kommen. Lobenbrett begibt sich mit diesem Nachschlagewerk auf eine Zeitreise und lässt auch Loriot, etwa durch Nacherzählen der Sketche, immer wieder zu Wort kommen. Die Biografie beginnt mit dem Kapitel "Kindheit und frühe Jugend" und endet mit "Der unruhige Ruhestand". "Das Buch geht dem Phänomen "Loriot" auf den Grund und ist ein unverzichtbares Werk für alle Fans und Anhänger des intelligenten Humors." schreibt der Verlag auf seiner Internet-Seite. Auch der Schweizer "Diogenes Verlag" zog seine ursprünglich für Mitte November geplante Veröffentlichung von Loriots letztem Buch "Bitte sagen Sie jetzt nichts" vor und brachte es am 16. September 2011 in den Handel. Das Buch enthalte Gespräche, die verschiedene Partner mit Vicco von Bülow, alias Loriot, über vier Jahrzehnte hinweg geführt hätten. Anfang Oktober folgt dann der Jubiläumsband "Das große Loriot Buch" in einer Sonderauslieferung.11) |
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Link: 1) Wikipedia, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 4) prisma-online.de,
6) ARD
Quellen: 2) Wikipedia (abgerufen 27.08.2011), 5) www.filmmuseum-berlin.de, 7) ARD, 8) www.derwesten.de 9) www.stadt-brandenburg.de, 10) www.handelsblatt.com, 11) diepresse.com |
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Loriot im Internet: www.loriot.de Siehe auch Wikipedia, www.prisma-online.de, www.whoswho.de, www.dieterwunderlich.de Ein Interview mit von Bülow anlässlich des 85. Geburtstages bei ZEIT-ONLINE Fotostrecke "Loriot privat" bei www.stern.de Nachrufe unter anderem bei www.tagesschau.de (mit weiterführenden Links), www.zeit.de, www.br-online.de, F.A.Z. |
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