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Ernst Wilhelm Borchert (auch Ernst-Wilhelm) wurde am 13. März 1907 in
Rixdorf bei Berlin (heute Berlin-Neuköln) geboren. Sein Interesse galt schon früh der Schauspielerei und so brach er
folgerichtig eine Ausbildung zum Bibliothekar ab, um mit Wanderbühnen durch
Ostpreußen zu "tingeln". Herbert Maisch holte ihn 1928 an das
Erfurter Theater, zehn Jahre später spielte er bei Eugen Klöpfer an der
Berliner Volksbühne. Schon damals verkörperte Borchert seine Rollen als
"jugendlicher Liebhaber" nicht schwunghaft und unbekümmert,
sondern ernst und zerquält, wie es künftig sein Markenzeichen werden
sollte. Borcherts harte, kantige Physiognomie sowie seine Ernst und Strenge
ausstrahlende Stimme waren geradezu prädestiniert für getriebene, sich
auflehnende Figuren. Borcherts Paraderollen wurden nach Ende des 2. Weltkrieges
an den Staatlichen Bühnen Berlins Büchners "Woyzeck"
oder Hauptmanns "Fuhrmann Henschel" und "Florian Geyer";
1972 brillierte Borchert als "Vater" in Thomas Bernhards "Der
Ignorant und der Wahnsinnige".
Foto: Ernst Wilhelm Borchert in dem Stück "Das Grabmal des
unbekannten Soldaten" von Paul Raynal am "Jürgen-Fehling-Theater"
in Berlin-Zehlendorf im Januar 1946
Quelle: Deutsche
Fotothek, (file: df_pk_0000045_018)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek
Urheber: Abraham Pisarek (19011983; Link Wikipedia)
Datierung: 1946.01 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Genehmigung der Deutschen Fotothek zur Veröffentlichung innerhalb
dieser Webpräsenz wurde am 12.11.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung:
Wikimedia Commons
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Besonders in den klassischen Rollen des Charakter- und Heldenfachs beeindruckte Borchert Publikum und Kritiker gleichermaßen.
Er war der erste
"Woyzeck" der Nachkriegszeit und stand verschiedene Male als
"Faust" auf der Bühne. In Inszenierungen von Boleslaw Barlog, Fritz Kortner und Boy Gobert spielte
er eine große Bandbreite klassischer Bühnenrollen, zumeist getriebene, brüchige Charaktere.
(Quelle: Wikipedia)
Foto:
Ernst Wilhelm Borchert in dem dem Drama "Die Illegalen"
von Günther Weisenborn am Berliner "Hebbel-Theater" (Uraufführung
am 20. März 1946)
Quelle: Deutsche
Fotothek, (file: df_pk_0000061_041)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek
Urheber: Abraham
Pisarek (19011983; Link Wikipedia)
Datierung: 1946.03 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Genehmigung der Deutschen Fotothek zur Veröffentlichung innerhalb
dieser Webpräsenz wurde am 12.11.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung:
commons.wikimedia.org
bzw. Wikipedia |
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Auch auf der Leinwand verkörperte der Schauspieler ebenfalls meist diesen Typus des
"verwundeten" Menschen. Bereits mit 20 Jahren stand er erstmals in
"Die von der Sanitätskolonne" vor der Filmkamera, seine
größte Filmrolle war 1946 die des Heimkehrers und zweifelnden Arztes Dr. Hans Mertens
in dem ersten, noch in der sowjetischen Besatzungszone gedrehten, deutschen
Nachkriegsfilm "Die Mörder sind unter uns"1) unter der Regie von Wolfgang Staudte; Hildegard Knef
war seine Partnerin, der mit diesem Film der internationale Durchbruch gelang. Es folgten weitere Hauptrollen im
Kinofilm, wie beispielsweise 1949 der zum Mörder werdende
Kleinbürger Michael Scholz/Sylvio Sylvestro in Staudtes
"Schicksal aus zweiter Hand" zusammen mit Marianne Hoppe. 1954 sah
man Borchert in "Sauerbruch Das war mein Leben"1) neben Ewald Balser in
der Titelrolle sowie als Professor Georg Bertram in Victor Vicas' "Herr über Leben und Tod"
neben Maria Schell und Ivan Desny; 1958 spielte Borchert den
Generalfeldmarschall Friedrich Paulus in dem Kriegdrama "Hunde, wollt ihr ewig leben?"1).
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In den 1960er und 70er Jahren wirkte der Schauspieler nur noch selten in Film- oder
Fernsehproduktionen mit und konzentrierte er sich mehr auf das Theater.
Zuletzt sah man Borchert 1975 in der Fallada-Adaption "Jeder stirbt für sich allein"1)
sowie vier Jahre später in "Michael Kohlhaas" auf der Leinwand.
In nachhaltiger Erinnerung ist Borchert auf dem Bildschirm als
"Wallenstein" in Franz Peter Wirths zweiteiligen TV-Fassung aus dem Jahre 1961 nach
Schillers gleichnamigem Schauspiel geblieben.
Borchert war auch ein gefragter Synchronsprecher und lieh so berühmten
Kollegen wie Richard Widmark, Henry Fonda, Charlton Heston, Alec Guinness,
Trevor Howard, Burt Lancaster oder Richard Burton seine Stimme.
Foto:
Ernst Wilhelm Borchert (Mitte) als "Wallenstein" mit Wolfgang Kieling2) (l., Terzky) und
Alexander Golling2) (r., Illo) in dem
TV-Zweiteiler "Wallenstein" (1961)
Autor: Friedrich
Schiller1); Regie: Franz Peter Wirth1)
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services
mit weiteren Infos
zu dem Fernsehspiel; © SWR
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Der für seine künstlerischen Verdienste zum Staatsschauspieler und
Ehrenmitglied der Staatlichen Schauspielbühnen Berlins ernannte Ernst Wilhelm Borchert starb am 1. Juni 1990 mit
83 Jahren in Berlin-Schöneberg.
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