Ernst Wilhelm Borchert in dem Stück "Das Grabmal des unbekannten Soldaten" von Paul Raynal am "Jürgen-Fehling-Theater" in Berlin-Zehlendorf im Januar 1946;  Copyright: © SLUB Dresden/Deutsche Fotothek; Urheber: Urheber: Abraham; Datierung: 1946.01 / Lizenz CC-BY-SA 3.0. Ernst Wilhelm Borchert (auch Ernst-Wilhelm) wurde am 13. März 1907 in Rixdorf bei Berlin (heute Berlin-Neuköln) geboren. Sein Interesse galt schon früh der Schauspielerei und so brach er folgerichtig eine Ausbildung zum Bibliothekar ab, um mit Wanderbühnen durch Ostpreußen zu "tingeln". Herbert Maisch holte ihn 1928 an das Erfurter Theater, zehn Jahre später spielte er bei Eugen Klöpfer an der Berliner Volksbühne. Schon damals verkörperte Borchert seine Rollen als "jugendlicher Liebhaber" nicht schwunghaft und unbekümmert, sondern ernst und zerquält, wie es künftig sein Markenzeichen werden sollte. Borcherts harte, kantige Physiognomie sowie seine Ernst und Strenge ausstrahlende Stimme waren geradezu prädestiniert für getriebene, sich auflehnende Figuren. Borcherts Paraderollen wurden nach Ende des 2. Weltkrieges an den Staatlichen Bühnen Berlins Büchners "Woyzeck" oder Hauptmanns "Fuhrmann Henschel" und "Florian Geyer"; 1972 brillierte Borchert als "Vater" in Thomas Bernhards "Der Ignorant und der Wahnsinnige".
 
 
Foto: Ernst Wilhelm Borchert in dem Stück "Das Grabmal des unbekannten Soldaten" von Paul Raynal am "Jürgen-Fehling-Theater" in Berlin-Zehlendorf im Januar 1946
 
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000045_018)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek
Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983; Link Wikipedia)
Datierung: 1946.01 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Genehmigung der Deutschen Fotothek zur Veröffentlichung innerhalb
dieser Webpräsenz wurde am 12.11.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung: Wikimedia Commons
Besonders in den klassischen Rollen des Charakter- und Heldenfachs beeindruckte Borchert Publikum und Kritiker gleichermaßen. Er war der erste "Woyzeck" der Nachkriegszeit und stand verschiedene Male als "Faust" auf der Bühne. In Inszenierungen von Boleslaw Barlog, Fritz Kortner und Boy Gobert spielte er eine große Bandbreite klassischer Bühnenrollen, zumeist getriebene, brüchige Charaktere.
(Quelle: Wikipedia)
 
Foto:
Ernst Wilhelm Borchert in dem dem Drama "Die Illegalen" von Günther Weisenborn am Berliner "Hebbel-Theater" (Uraufführung am 20. März 1946)
 
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000061_041)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek
Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983; Link Wikipedia)
Datierung: 1946.03 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
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Ernst Wilhelm Borchert in dem dem Drama "Die Illegalen" von Günther Weisenborn am Berliner "Hebbel-Theater" (Uraufführung am 20. März 1946); Copyright: SLUB Dresden/Deutsche Fotothek;  Urheber: Abraham Pisarek; Datierung: 1946.03 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Auch auf der Leinwand verkörperte der Schauspieler ebenfalls meist diesen Typus des "verwundeten" Menschen. Bereits mit 20 Jahren stand er erstmals in "Die von der Sanitätskolonne" vor der Filmkamera, seine größte Filmrolle war 1946 die des Heimkehrers und zweifelnden Arztes Dr. Hans Mertens in dem ersten, noch in der sowjetischen Besatzungszone gedrehten, deutschen Nachkriegsfilm "Die Mörder sind unter uns"1) unter der Regie von Wolfgang Staudte; Hildegard Knef war seine Partnerin, der mit diesem Film der internationale Durchbruch gelang. Es folgten weitere Hauptrollen im Kinofilm, wie beispielsweise 1949 der zum Mörder werdende Kleinbürger Michael Scholz/Sylvio Sylvestro in Staudtes "Schicksal aus zweiter Hand" zusammen mit Marianne Hoppe. 1954 sah man Borchert in "Sauerbruch – Das war mein Leben"1) neben Ewald Balser in der Titelrolle sowie als Professor Georg Bertram in Victor Vicas' "Herr über Leben und Tod" neben Maria Schell und Ivan Desny; 1958 spielte Borchert den Generalfeldmarschall Friedrich Paulus in dem Kriegdrama "Hunde, wollt ihr ewig leben?"1).
Ernst Wilhelm Borchert (Mitte) als "Wallenstein" mit Wolfgang Kieling (l., Terzky) und Alexander Golling (r., Illo) in dem TV-Zweiteiler "Wallenstein" (1961); Autor: Friedrich Schiller; Regie: Franz Peter Wirth; Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; Copyright SWR In den 1960er und 70er Jahren wirkte der Schauspieler nur noch selten in Film- oder Fernsehproduktionen mit und konzentrierte er sich mehr auf das Theater. Zuletzt sah man Borchert 1975 in der Fallada-Adaption "Jeder stirbt für sich allein"1) sowie vier Jahre später in "Michael Kohlhaas" auf der Leinwand.
In nachhaltiger Erinnerung ist Borchert auf dem Bildschirm als "Wallenstein" in Franz Peter Wirths zweiteiligen TV-Fassung aus dem Jahre 1961 nach Schillers gleichnamigem Schauspiel geblieben.
  
Borchert war auch ein gefragter Synchronsprecher und lieh so berühmten Kollegen wie Richard Widmark, Henry Fonda, Charlton Heston, Alec Guinness, Trevor Howard, Burt Lancaster oder Richard Burton seine Stimme.
 
Foto:
Ernst Wilhelm Borchert (Mitte) als "Wallenstein" mit Wolfgang Kieling2) (l., Terzky) und Alexander Golling2) (r., Illo) in dem TV-Zweiteiler "Wallenstein" (1961)
Autor: Friedrich Schiller1); Regie: Franz Peter Wirth1)

Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services
mit weiteren Infos zu dem Fernsehspiel; © SWR
Der für seine künstlerischen Verdienste zum Staatsschauspieler und Ehrenmitglied der Staatlichen Schauspielbühnen Berlins ernannte Ernst Wilhelm Borchert starb am 1. Juni 1990 mit 83 Jahren in Berlin-Schöneberg.
  
Link: 1)  Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
Filmografie bei www.imdb.de
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