Frank Sinatra am 3. Dezember 1960 beim "Girl's Town Ball" in Florida; Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Unbekannt; Information der NARA: Use Restrictions: Unrestricted Frank Sinatra (Francis Albert Sinatra) wurde am 12. Dezember 1915 in der Hafenstadt Hoboken (New Jersey) unweit von New York City geboren. Über die sozialen Verhältnisse, in denen er seine Kindheit und Jugendzeit verbrachte gibt es unterschiedliche Abgaben, man kann aber wohl davon ausgehen, dass er aus recht bescheidenen Verhältnissen stammte, auch wenn es seine Familie zu einem im Vergleich zu anderen italo-amerikanischen Familien seiner Heimatstadt zu einem gewissen Wohlstand gebracht zu haben scheint. Sein Vater Martin Anthony Sinatra (1894 – 1969), der als Profiboxer unter dem Namen "Marty O'Brien" sein Geld verdiente und sich später von dem Ersparten eine Kneipe pachtete, stammte aus Palermo (Sizilien), seine Mutter Natalie "Dolly" Sinatra (1896 – 1977) aus dem norditalienischen Lumarzo bei Genua. Das Paar war nach Amerika ausgewandert und hatte sechs Jahre vor der Geburt ihres einzigen Sohnes Francis geheiratet.
Nach dem Besuch der "Demarest High School" in seinem Heimatort wollte Sinatra eigentlich Journalist werden und arbeitete zunächst als Laufbursche in der Sportredaktion des Lokalblattes "The Jersey Journal". Allmählich stieg er auf, fing an über Sport zu schreiben, doch dies entsprach nicht seinen wahren Neigungen.

Foto: Frank Sinatra am 3. Dezember 1960 beim "Girl's Town Ball" in Florida
Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt eines Fotos mit Eleanor Roosevelt); Urheber: Unbekannt
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Schon früh hatte sich der junge Sinatra für Musik interessiert und sein großes Vorbild war Bing Crosby1) (1903 – 1977). Er schloss sich einer kleinen Amateurband, dem Vokalquartett "The Hoboken Four" an und wurde 1937 bei einem Amateurgesangswettbewerb entdeckt. Zunächst versuchte er sich als Sänger in verschiedenen Swing-Bands, trat dann ab 1939 bei der populären Big Band von Harry James2) (1916 – 1983) bereits vor einem großen Publikum als Leadsänger auf. Zwischen 1940 und 1942 gehörte er der Band von Tommy Dorsey2) (1905 – 1956) an, dem Leiter einer der berühmtesten Swingbands jener Zeit, anschließend beschloss Sinatra, eine Solokarriere zu starten.
Bald darauf nahm er zwei Platten unter der Regie des Trompeters, Arrangeurs und Bandleaders Axel Stordahls2) (1913 – 1963) auf und sehr schnell erhielt Sinatra ein Angebot von Manie Sacks, sich "Columbia Records" anzuschließen. Frank Sinatra "The Voice" wurde zum Idol von tausender junger Mädchen, die seine Konzerte füllten, während seine aufeinanderfolgenden Platten sich gegenseitig die obersten Plätze in den Hitlisten wegnahmen. Über 40 Millionen Fans waren in über 2.000 Fanclubs organisiert, eine regelrechte Massenhysterie herrschte um ihn. Seine Songs waren unablässig in unzähligen Radio-Shows wie "Hit Your Parade (1943/44) oder "Songs by Sinatra" (1945-1947) zu hören.

Parallel hierzu begann auch Sinatras Leinwandkarriere: Als Sänger debütierte er 1935 in Hollywood in dem Musikfilm "Major Bowes Amateur of the Air" und es folgten im Verlauf der nächsten Jahre so flotte Komödien, wie "Ship Ahoi" (1942), "Anchors Aweight" neben Gene Kelly (1945, Urlaub in Hollywood) oder "On The Town"2) (1949, Heute gehen wir bummeln), die alle zu Kassenschlagern gerieten.
Doch im Grunde war es nicht sein schauspielerische Talent, sondern die Musik, die ihn weiterbrachte. Schon bald füllte "Frankieboy", wie er von seinen Fans genannt wurde, riesige Konzertsäle. Dann kam Anfang der 1950er Jahre der Absturz und seine Karriere schien beendet. Wegen Problemen mit den Stimmbändern und etlicher Skandale – seine Affären und seine Verbindung zur Mafia füllten immer wieder die Boulevardblätter – wagte niemand mehr, ihn zu engagieren. 
Immer wieder wurde und wird Frank Sinatra nachgesagt, engere Verbindungen zu Mobstern2), insbesondere der italo-amerikanischen Cosa Nostra2), unterhalten zu haben, in deren Clubs er, wie zahlreiche seiner Berufskollegen auch, schon in den 1940er Jahren gesungen hatte. Bereits 1942 wurde behauptet, der Gangster Willie Moretti2) bzw. Sam Giancana2) habe Tommy Dorsey dazu gebracht, seinen Vertrag mit Sinatra aufzulösen. Laut Tochter Nancy Sinatra war es aber Jules Stein, Gründer der MCA, welcher Sinatra mit 75.000 US-Dollar aus dem Vertrag rauskaufte.3)

Die Scheidung von seiner Frau Nancy, die Affäre mit Lana Turner, die Ehe mit Ava Gardner und Alkohol- und Drogenprobleme belasteten sein Image. Neben zahlreichen Liebesaffären sagte man Frank Sinatra immer wieder Alkoholprobleme nach. Besonders mit seinen Freunden Sammy Davis jr., Dean Martin, Joey Bishop und Peter Lawford, mit denen er legendäre Auftritte im "The Sands" in Las Vegas hatte (später bezeichnet als "The Rat Pack", sie selbst verwendeten diese Bezeichnung nie und nannten ihre Shows "The Summit"), waren angeblich regelrechte Gelage keine Seltenheit. Sein Entertainerauftritt im eleganten Smoking mit dem Whiskyglas in der rechten Hand und dem Mikrofon in der Linken war dabei charakteristisch für ihn.3) 
Doch schon 1953 feierte Sinatra mit einer kleine Nebenrolle in einer Verfilmung von James Jones' Roman über den japanischen Angriff auf Pearl Harbor in dem Kriegsdrama "Verdammt in alle Ewigkeit"2) (From Here to Eternity) ein Comeback als Filmstar. Fred Zinnemann hatte ihm die tragische Rolle des kleinen, geschundenen G.I. Angelo Maggio angeboten und sie wurde sein Schicksal. Er erhielt zwar nur eine kleine Gage von 8.000 Dollar – ein Taschengeld im Vergleich zu den 150.000 Dollar pro Film, die er davor erhalten hatte –  seine Darstellung verschaffte ihm jedoch einen Oscar als "Bester Nebendarsteller" und leitete das bis dahin größte Comeback in der Geschichte des US-Showbusiness ein. Nun war Sinatra wieder wer, nicht mehr der Backfischstar früherer Jahre, der penibel auf seinen Ruf zu achten hatte, sondern ein anerkannter Schauspieler und Entertainer, dem die US-Amerikaner gelegentliche Affären und Alkoholgeschichten nicht mehr übel nahmen und der sich nun künstlerisch nach seinen Vorstellungen verwirklichen konnte.
Es war der endgültige Durchbruch und es folgten 1955 weitere Kassenhits wie der Musikfilm "The Tender Trap" (
Zärtlich schnappt die Falle zu) von Charles Walters oder das Musical "Guys and Dolls"2) (Schwere Jungs und leichte Mädchen) von Joseph L. Mankiewicz neben Marlon Brando. Sinatra spielte mit seiner zweiten Filmkarriere nun aber auch weiter dramatische Rollen, so 1955 den drogenabhängigen Musiker Frankie Machine in Otto Premingers Rauschgift-Drama "The Man with the Golden Arm"2) (Der Mann mit dem goldenen Arm4)) – für diese brillante Darstellung erhielt Sinatra eine Oscar-Nominierung. In dem während des spanischen Freiheitskampfes gegen Napoleon angesiedelten Abenteuer "The Pride and the Passion"4) (Stolz und Leidenschaft zeigte sich Sinatra 1957 neben Cary Grant und Sophia Loren als sturer spanischer Revolutionär, ein Jahr später glänzte er eindrucksvoll in Vincente Minnellis düsterem Verlierer-Porträt "Some Came Running"2) (1958, Verdammt sind sie alle"4)) als gescheiterter Schriftsteller und Kriegsheimkehrer Dave Hirsh.

Aber auch in weniger tragischen Filmen war Sinatra überaus erfolgreich. 1956 agierte er als Partner von seinem früheren Idol Bing Crosby sowie neben Grace Kelly als unbekümmerter Reporter in Charles Walters' witzig-musikalischen Geschichte "High Society"2) (Die oberen Zehntausend4)) und 1957 erhielt er die Titelrolle des Sängers Joey Evans in George Sidneys Musical-Verfilmung "Pal Joey"2) (Pal Joey4)). Die Komödien wie "Ocean Eleven"2) (1960, Frankie und seine Spießgesellen3)) oder "Robin And The Seven Hoods"2) (1964, Sieben gegen Chicago) mit seinen "Rat Pack"-Gefährten Dean Martin, Sammy Davis Jr. und Peter Lawford wurden allesamt Kassenschlager, ebenso wie die heitere Geschichte "Marriage on the Rocks"2) (1965, Dreimal nach Mexiko) mit Deborah Kerr und Dean Martin.
Sinatra drehte zahlreiche Filme von denen viele in die Filmgeschichte eingegangen sind. John Frankenheimers 1962 in Szene gesetzter Politthriller "The Manchurian Candidate"2) (Botschafter der Angst), wo Sinatra einen Korea-Veteran spielt, gehört mittlerweile zu den unsterblichen Klassikern Hollywoods. 1965 wurde er von Mark Robson mit der Rolle des Colonel Joseph Ryan in dem Kriegsfilm "Van Ryan's Express"2) (Colonel Van Ryan's Express) besetzt. Ende der 1960er Jahre agierte der Schauspieler Sinatra in verschiedenen Krimis, so unter anderem in "Tony Rome"2) (1967, Der Schnüffler), "The Detective" (1968, Der Detektiv) und "Lady In Cement"2) (1968, Die Lady in Zement) von Regisseur Gordon Douglas. Die Leinwandauftritte wurden jedoch immer seltener und Streifen wie die Westernparodie "Dirty Dingus Magee"4) (1970, Der "schärfste" aller Banditen) gehören nicht unbedingt zu den Kino-Highlights; 1980 zog sich der Entertainer dann fast vollständig vom Filmgeschäft zurück.

Sinatra konzentrierte sich nun auf seine TV-Arbeit und Welttourneen als Sänger, häufig mit seinen nicht minder erfolgreichen "Rat Pack"-Kollegen2) Sammy Davis Jr.1) (1925 – 1990) und Dean Martin1) (1917 – 1995) – zusammen mit diesen gehörte er zu den bestbezahlten Entertainern der USA. Von seinen Fans und der Presse bewundert "The Voice" genannt, ersang er sich mit Dauerbrennern wie "My Way"2), "New York, New York"2), "Fly Me to the Moon"2) oder "Strangers In The Night"2) Weltruhm und wurde schon zu Lebzeiten eine Legende. Der Song "My Way" wurde zu seinem Markenzeichen, bis zuletzt beendete er damit regelmäßig seine Konzerte → Auswahl bedeutender Songs bei Wikipedia.
Die Zahl seiner veröffentlichten Singles und Alben lässt sich nur schwer zählen und ist von kaum einem anderen Sänger – ausgenommen vielleicht Elvis Presley – erreicht worden. Hunderttausende seiner Platten sind verkauft worden, von denen mehrere den ersten Platz in den Listen der angesehenen nordamerikanischen Zeitschrift "Billboard" erreichten; Sinatra wird mit Recht "der" Entertainer des 20. Jahrhunderts genannt. Er war ein Mann, auf den alle denkbaren Superlativen der populären Musik Anwendung fanden. Im Laufe seiner 60-jährigen Karriere gelang es ihm, mit seiner unverwechselbaren Stimme seinen unverkennbaren Stil zu bewahren und trotz gegenläufiger Trends immer an der Spitze des kommerziellen Erfolgs zu bleiben. So geriet er zu einem der wichtigsten Charaktere im amerikanischen und internationalen Musikgeschäft. 1971 gab "Frankie Boy" seine erste "unwiderrufliche" Abschiedsvorstellung, zahlreiche sollten folgen.
Mit über 1.800 Songaufnahmen, 60 Filmrollen, neun "Grammys" und einem "Oscar" sprengte dieser Mann alle Rekorde der Unterhaltungsbranche. Von 1955 bis 1995 war ein Sinatra-Song wöchentlich in den "Billboard"-Charts vertreten. Seine Auftritte als Entertainer wurden zum Treffpunkt der Prominenz aller Kategorien. Die Reichen und Mächtigen aus Politik, Wirtschaft und Unterwelt rechneten sich die Bekanntschaft mit "Frankie Boy" zur Ehre an, die schönsten Frauen sammelte er um sich, seine Affären wurden zur Legende und zu heißen Schlagzeilen. Mit seinen kassenträchtigen Filmen, TV-Auftritten, Schallplatten und Showtourneen häufte Sinatra ein Vermögen an, das er in Beteiligungen in Industrie, Immobilien, Spielcasinos und Rennbahnen investierte und ihn zu einem der reichsten Entertainer der Welt machte.
Nur wenige wissen, dass sich Sinatra sowohl sozial als auch politisch engagiert hat. Er spendete Millionen an Hilfsorganisationen und oft schickte er anonym Geld an Bedürftige, von deren Misere er in den Medien gehört hatte. Er war es auch, der in der McCarthy-Zeit gegen die Schwarzen Listen Hollywoods kämpfte und verbannte Filmschaffende auf seine Lohnliste nahm. Er war auch ein offener Gegner des Rassismus und verhalf farbigen Talenten wie Sammy Davis Jr. erst zum Erfolg.

Frank Sinatra war vier Mal verheiratet; am 4. Februar 1939 hatte er seine Jugendliebe Nancy Barbato geheiratet; aus dieser Ehe, die 1951 geschieden wurde, stamm(t)en Tochter Nancy2) (geb. 8. Juni 1940), die später selbst eine erfolgreiche Sängerin wurde, Sohn Franklin Wayne Emmanuel2) (1944 – 2016), der zwischen 1988 und 1995 Sinatras Orchesterleiter war, sowie Tochter Christina2) (geb. 1948), die als Filmproduzentin tätig ist.
Nach seiner Scheidung folgte am 7. November 1951 die spektakuläre Hochzeit mit dem Filmstar Ava Gardner1) (1922 – 1990); die Ehe hielt nur wenige Jahre bis 1957. Nach einiger Zeit als Junggeselle heiratete Sinatra am 19. Juli 1966 mit 51 Jahren die 21-jährige Schauspielerin Mia Farrow1); die von vielen als "skandalös" bezeichnete Ehe zerbrach bereits nach zwei Jahren. Seit Mai 1976 bis zu seinem Tod war das Allroundgenie mit Barbara Marx2) (1927 – 2017) verheiratet, Witwe des legendären Komikers Zeppo Marx2) (1901 – 1979), der zeitweise Mitglied der Komikertruppe "Marx-Brothers"1).
Aufsehen erregte seinerzeit Eva Bartok1) (1928 – 1998), die behauptete Sinatra sei der Vater ihrer Tochter Deana, die während der Ehe mit Curd Jürgens1) (1915 – 1982) geboren wurde. Sinatra hatte zwar eine die kurze Romanze mit der Schauspielerin, die auch zur Scheidung von Ava Gardner beigetragen haben soll, erkannte die Vaterschaft jedoch nie an.

1995 zog sich der inzwischen 80-jährige Sinatra endgültig aus dem Showbusiness zurück – drei Jahre später, am 14. Mai 1998 verstummte "the voice" des größten Entertainers unserer Zeit für immer und in aller Welt trauerten nicht nur Fans. Frank Sinatra starb im "Cedars-Sinai-Krankenhaus" in Los Angeles im Alter von 82 Jahren an den Folgen eines neuerlichen Herzinfarktes. Zu seinen Ehren wurden in Las Vegas für drei Minuten die Lichter der Stadt ausgeschaltet, das Empire State Building in New York City wurde, in Anspielung auf seinen Spitznamen "Ol' Blue Eyes", drei Tage in blaues Licht getaucht.3) Im Anschluss an eine vom Erzbischof von Los Angeles Roger Kardinal Mahoney in Los Angeles gehaltene Totenmesse fand Sinatra am 20. Mai 1998 auf dem "Desert Memorial Park" in Cathedral City (Kalifornien) die letzte Ruhe → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons
Bei der Beerdigung sollen der Presse zufolge Freunde und Familienmitglieder persönliche Gegenstände in das Grab gegeben haben; so z.B. einen Ring mit der Gravur "Dream", eine kleine Flasche "Jack Daniel's"-Whiskey, ein Päckchen Camel-Zigaretten und ein Zippo-Feuerzeug.
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia (mit einer Übersicht der Auszeichnungen), www.whoswho.de, www.laut.de
sowie die Fanseite "Sinatra – The Main Event"
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia,  4)  prisma.de
3) Quelle: Wikipedia (abgerufen Juni 2011/August 2015)
Lizenz Foto Frank Sinatra: This media is available in the holdings of the National Archives and Records Administration, cataloged under the ARC Identifier (National Archives Identifier) 196156. Dieses Bild ist gemeinfrei, Information der NARA: Use Restrictions: Unrestricted; In Fällen in denen dies nicht möglich ist: Es ist jedem erlaubt dieses Bild für jeglichen Zweck, ohne Einschränkungen, zu nutzen, außer es bestehen gesetzliche Einschränkungen.
 
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie
Wikipedia (englisch)
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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