Peter Schiff
Peter Schiff wurde am 27. Juni 1923 als Sohn des Theaterintendanten Dr. Hermann Schiff und der Schauspielerin Louise Schulz-Waida in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) geboren. Sein schauspielerisches Handwerkszeug erlernte er nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft ab 1949 bei Marlise Ludwig1) (1986 – 1982) in Berlin, ein erstes Engagement erhielt anschließend 1951 am Theater in Greiz (Vogtland, Thüringen). Engagements an verschiedenen Westberliner Bühnen schlossen sich an, im Laufe der Jahre avancierte Schiff vor allem am "Theater am Kurfürstendamm" und der "Komödie" vornehmlich in Boulevard-Stücken mit verschiedensten Rollen zu einem beliebten Volksschauspieler.
Einem breiten Publikum wurde Peter Schiff durch zahlreiche Auftritte in Film- und Fernsehproduktionen bekannt, meist erlebte man ihn in prägnanten Nebenrollen.
      
Sein Leinwanddebüt hatte er 1960 mit einer winzigen Rolle in dem musikalischen Unterhaltungsstreifen "Freddy und die Melodie der Nacht"1) gegeben, ein Jahr später war er der Inspektor Martens in dem Krimi "Unter Ausschluss der Öffentlichkeit"2). Es folgten noch einige weitere Spielfilme wie beispielsweise in den 1980ern "Didi und die Rache der Enterbten"1) (1985) oder 1992 "Otto – Der Liebesfilm"1), doch hauptsächlich konzentrierte sich der Schauspieler seit den 1970er Jahren auf seine Arbeit beim Fernsehen. In zahlreichen Serien tauchte er immer wieder auf, so beispielsweise als Handschi Ilia in der zweiten Staffel der Karl May-Adaption "Kara Ben Nemsi Effendi"3) (1975), als Berliner Original "Ost-Otto" in "Drei Damen vom Grill"1) (1977) oder als Herr Elmau in "Cafe Wernicke"4) (1978). Schiff zeigte sich im Verlaufe der Jahre in verschiedensten "Tatort"-Folgen, er war in der Serie "Berliner Weiße mit Schuß" ebenso auf dem Bildschirm präsent wie in der Anwaltsserie "Liebling – Kreuzberg"1), wo er neben Protagonist mit Manfred Krug als Rechtsanwalt Dr. Wolter in Erscheinung trat. In der Komödie "Mein Freund Harvey" (1985) mimte er, neben Harald Juhnke in der Titelrolle, den Dr. Chumley, in "Der Bettler vom Kurfürstendamm" (1989) spielte er zusammen mit Hans Clarin und in der Komödie "Drei Gauner, ein Baby und die Liebe" (1999) sah man ihn erneut mit Harald Juhnke. Zu Peter Schiffs weiteren Serien-Einsätzen zählen unter anderem "Manni, der Libero"1) mit Thomas Ohrner, "Die Nervensäge" mit Dieter Hallervorden, "Unser Lehrer Dr. Specht" mit Robert Atzorn, "Die Gerichtsreporterin" mit Gerit Kling, "Für alle Fälle Stefanie" mit Claudia Schmutzler sowie "Der Mond scheint auch für Untermieter" neben zahlreichen populären Schauspielerkollegen. In jüngerer Zeit sah man Peter Schiff in der kriminalistischen Comedy-Reihe "Der Kleine Mönch"1) (2002) als Pater Liborius, der seinen Pater Laurentius, gespielt von Dirk Bach, immer wieder zur Ordnung rufen muss, wenn dieser mal wieder seinem Hobby, der Verbrecherjagd, nachgeht.

Neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater, Film und Fernsehen machte sich Peter Schiff seit den 1960er Jahren auch einen Namen als Erzähler in zahlreichen Hörspiel- und Hörbuchproduktionen. Noch im Mai 2012 erhielt der damals fast 89-Jährige den Ehrenpreis des Hörbuch- und Hörspielpreises "Ohrkanus" für sein Lebenswerk. Außerdem war er ein vielgefragter Synchronsprecher, er lieh unter anderem Van Johnson, Harry Carey jr. und Ralph Meeker seine Stimme, in Stanley Kubricks Science Fiction Film "2001 – Odyssee im Weltraum"1) (1968; 2001: A Space Odyssey sprach durch ihn der Bordcomputer HAL-9000, den er auch in der Fortsetzung "2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen"1) (1984; 2010: The Year We Make Contact) Gehör verschaffte. Nach Gerd Martienzens1) Erkrankung sowie dessen Tod Ende April 1988 wurde er Martienzens Nachfolger als deutsche Stimme von Louis de Funès.
 
Der seit 1962 mit Ehefrau Gisela verheiratete sympathische Schauspieler Peter Schiff lebte zuletzt in Berlin. Wie www.rbb-online.de mitteilte, verstarb er dort im Alter von 90 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung; laut Traueranzeige starb Peter Schiff am 16. April 2014 → trauer.tagesspiegel.de. Seine letzte Ruhe fand der Schauspieler auf dem evangelischen Kirchhof Nikolassee (Grabstelle F IV 02) im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf  → Foto bei knerger.de.
 
Link: 1) Wikipedia, 2) prisma.de, 3) Beschreibung innerhalb dieser HP, 4) fernsehserien.de
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der Internet Movie Database
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