Peter Schiff wurde am 27. Juni 1923 als Sohn des Theaterintendanten Dr. Hermann Schiff*) und der Schauspielerin Louise Schulz-Waida in Neustrelitz1) (Mecklenburg-Vorpommern) geboren; 1924 zog die Familie nach Stettin1), wo Schiff aufwuchs. Im Frühjahr 1942 wurde der 19-Jährige zum Kriegsdienst eingezogen, geriet aber bald in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Sein schauspielerisches Handwerkszeug erlernte er nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft ab 1949 bei Marlise Ludwig1) (1986 – 1982) in Berlin, ein erstes Engagement erhielt er anschließend 1951 am Theater in Greiz1) (Vogtland, Thüringen). Engagements an verschiedenen Westberliner Bühnen schlossen sich an, im Laufe der Jahre avancierte Schiff vor allem am "Theater am Kurfürstendamm"1) bzw. der "Komödie am Kurfürstendamm" vornehmlich in Boulevard-Stücken mit verschiedensten Rollen zu einem beliebten Volksschauspieler.
Einem breiten Publikum wurde Peter Schiff durch zahlreiche Auftritte in Film- und Fernsehproduktionen bekannt, meist erlebte man ihn in prägnanten Nebenrollen. Sein Repertoire reichte von Literaturadaptionen über Komödien und Krimis bis hin zu Melodramen, in denen der Mann mit dem mitunter melancholischen Gesichtsausdruck aber auch verschmitztem Lächeln immer wieder seine darstellerische Vielseitigkeit unter Beweis stellen konnte.
      
Sein Leinwanddebüt hatte er 1960 mit einer winzigen Rolle in dem musikalischen Unterhaltungsstreifen "Freddy und die Melodie der Nacht"1) gegeben, ein Jahr später war er der Inspektor Martens in dem Krimi "Unter Ausschluss der Öffentlichkeit"1). Es folgten noch einige weitere Kinoproduktionen wie beispielsweise in den 1980ern "Didi und die Rache der Enterbten"1) (1985) oder 1992 "Otto – Der Liebesfilm"1), doch hauptsächlich konzentrierte sich der Schauspieler seit den 1960er Jahren auf seine Arbeit beim Fernsehen. In zahlreichen Serien tauchte er immer wieder auf, so beispielsweise als Handschi Ilia in der zweiten Staffel der Karl May-Adaption "Kara Ben Nemsi Effendi" (1975), als Berliner Original "Ost-Otto" in "Drei Damen vom Grill"1) (1977) oder als Herr Elmau in "Cafe Wernicke"1) (1978). Schiff zeigte sich im Verlaufe der Jahre in verschiedensten "Tatort"-Folgen, er war in der Serie "Berliner Weiße mit Schuß" ebenso auf dem Bildschirm präsent wie in der Anwaltsserie "Liebling – Kreuzberg"1), wo er neben Protagonist Manfred Krug in den Staffeln 1 bis 5 als dessen Freund Rechtsanwalt Dr. Wolter in Erscheinung trat. In dem Komödienklassiker "Mein Freund Harvey" (1985) mimte er neben Harald Juhnke als spleenigem Elwood P. Dowd den Dr. Chumley, in "Der Bettler vom Kurfürstendamm" (1989) spielte er zusammen mit Hans Clarin und in der Komödie "Drei Gauner, ein Baby und die Liebe" (1999) sah man ihn erneut mit Harald Juhnke. Zu Peter Schiffs weiteren Serien-Einsätzen zählen unter anderem "Manni, der Libero"1) mit Thomas Ohrner1), "Die Nervensäge"1) mit Dieter Hallervorden, "Unser Lehrer Dr. Specht"1) mit Robert Atzorn, "Die Gerichtsreporterin" mit Gerit Kling1) oder "Für alle Fälle Stefanie"1). In jüngerer Zeit sah man Peter Schiff in der kriminalistischen Comedy-Reihe "Der kleine Mönch"1) (2002) als Pater Liborius, der seinen Pater Laurentius, gespielt von Dirk Bach1), immer wieder zur Ordnung rufen muss, wenn dieser mal wieder seinem Hobby, der Verbrecherjagd, nachgeht → Übersicht Filmografie.

Neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater, Film und Fernsehen machte sich Peter Schiff seit den 1960er Jahren zudem einen Namen als Sprecher in zahlreichen Hörspiel- und Hörbuchproduktionen. Noch im Mai 2012 erhielt der damals fast 89-Jährige den Ehrenpreis des Hörbuch- und Hörspielpreises "Ohrkanus"1) für sein Lebenswerk. Erwähnt werden sollte, dass Schiff unter anderem zum festen Ensemble des West-Berliner Puppentheaters "Die Kullerköpfe"1) gehörte, das vor allem durch seine intensive Hörspielarbeit bundesweite Bekanntheit erlangte. Schiff wirkte bei etlichen kommerziellen Hörspielen mit, unter andrem als Erzähler bzw. Matrose Ismael in der Hörspielfassung von "Moby Dick"1) (1968/1973), als Erzähler bzw. Kunstdrechsler und Mechanikus Paul Paulsen in "Pole Poppenspäler"1) (1974) oder als Erzähler und Herr Taschenbier in den Geschichten um "Das Sams"1) (1982–1997) sowie mit diversen Rollen in den Hörspielen um "Benjamin Blümchen"1). Allein für den Hörspiel-Veteran Kurt Vethake1), mit dem Schiff fast 15 Jahre zusammenarbeitete, gehörte er in rund 30 Hörspielen zur Besetzung. Beispielsweise bleibt er unvergessen in diversen legendären Karl-May-Hörspielen, so unter anderem als Sam Hawkens2) in "Old Firehand"2) (1966) und als Hadschi Halef Omar1) in "Durchs wilde Kurdistan"1) (1971) → karl-may-wiki.de. Schiff bereicherte zahlreiche Produktionen vor allem des "RIAS Berlin"1) und des "Sender Freies Berlin"1) (SFB), eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Stücke findet man hier.
Außerdem war Schiff ein vielgefragter Synchronsprecher, er lieh unter anderem Van Johnson1), Harry Carey jr.1) und Ralph Meeker1) seine Stimme, in Stanley Kubricks Science Fiction Film "2001 – Odyssee im Weltraum"1) (1968, "2001: A Space Odyssey") sprach durch ihn der mörderische Bordcomputer HAL-9000, den er auch in der Fortsetzung "2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen"1) (1984; "2010: The Year We Make Contact") Gehör verschaffte. Wikipedia notiert: "Die in keiner Weise mechanisierte, sondern betont sanfte und einfühlsame Stimme blieb selbst bei Hinterhältigkeiten und tödlichen Entscheidungen des Raumschiffcomputers unverändert freundlich und geduldig. Sie veränderte die öffentliche Wahrnehmung erheblich und prägte im deutschen Sprachraum auf Jahrzehnte ein Bild von der Technologisierung durch Computer, ähnlich wie es der Originalsprecher Douglas Rain1) in der englischen Originalfassung vermocht hatte." Nach Gerd Martienzens1) Erkrankung sowie dessen Tod Ende April 1988 wurde Schiff Martienzens Nachfolger als deutsche Stimme von Louis de Funès. In der ersten Staffel der deutsch-australischen Zeichentrickserie "Tabaluga"1) sprach er 1997/98 den Uhu Shouhu → mehr bei synchronkartei.de.
 
Der seit 1962 mit Ehefrau Gisela verheiratete sympathische Schauspieler Peter Schiff, der im Alter an Morbus Parkinson1) erkrankte, lebte zuletzt in Berlin-Zehlendorf1). Dort starb er am 16. April 2014 im Alter von 90 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung → trauer.tagesspiegel.de. Die letzte Ruhe fand der Schauspieler auf dem evangelischen Kirchhof Nikolassee1) (Grabstelle F IV 02) im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf  → Foto der Grabstelle bei knerger.de sowie Wikimedia Commons.
Siehe auch Wikipedia sowie den Nachruf bei zauberspiegel-online.de
*)  Wikipedia führt hierzu aus: Peter Schiff sagt selbst, sein Vater sei Intendant des "Landestheaters Neustrelitz" gewesen (Vgl. Livemitschnitt Verleihung Ohrkanus 2012 auf youtube.com, abgerufen am 4. Mai 2014). Das stimmt nicht. Der Vater war damals unter der Intendanz von Hermann Jacobs (1876–1936) am "Landestheater Neustrelitz" als Regisseur und Spielleiter tätig, wo er u. a. Goethes Trauerspiel "Clavigo" neu inszenierte (Vgl. Neubrandenburger Zeitung, 30. Oktober 1923 und 2. November 1923). Jacobs war von 1919 bis 1927 Intendant des Landestheaters ebd. (Vgl. LBMV, Bildersammlung Sign. BISA713). Ein längerer Aufenthalt seines Vaters bzw. der Eltern in Neustrelitz ist in zeitnahen Adressbüchern der Residenzstadt nicht nachweisbar.
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) karl-may-wiki.de
      
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia, Die Krimihomepage,
fernsehserien.de, deutsches-filmhaus.de, fernsehlexikon.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia)
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