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Bis Ende der 40er Jahre folgten Filme wie "The Big Blockade" (1940, Die Blockade), "You Will Remember" (1941), "Major Barbara" (1941), "This Was Paris" (1942), "The Young Mr. Pitt" (1942) oder "The Ghosts of Berkeley Square" (1947), doch erst in den 1950er und 1960er Jahren konnte Morley mit vielen eindrucksvollen Rollen seine schauspielerische Bandbreite so richtig zum Ausdruck bringen. Allein schon durch seine außergewöhnliche Physiognomie und seine unverwechselbare Gestalt verlieh er vielen Figuren einen nachhaltigen Eindruck, vor allem wenn er sie mit seinem komödiantischen Talent, das niemals ins Klamaukhafte abglitt, überzeichnete. Unvergessen bleibt wohl seine Darstellung des Missionars Samuel Sayer in John Hustons Abenteuerfilm "The African Queen"1) (1951) neben Humphrey Bogart und Katharine Hepburn, ebenso seine Darstellung des W. S. Gilbert in "The Story of Gilbert and Sullivan" (1953) an der Seite von Maurice Evans, der filmischen Biografie des britischen Komponisten Sir Arthur Seymour Sullivan (1842 1900), der durch seine Operetten, die er auf Libretti des englischen Dramatikers William S. Gilbert geschrieben hatte, bekannt wurde. Amüsant war Morleys Interpretation des Königs Georg III. in dem heiteren Historienabenteuer "Beau Brummell"1) (1954, Beau Brummell Rebell und Verführer) mit Stewart Granger und Elizabeth Taylor, einen König, Ludwig XI., mimte er auch in "The Adventures of Quentin Durward" (1955, Die Abenteuer des Quentin Durward) mit Robert Taylor in der Titelrolle. In "Around the World in Eighty Days"1) (1956, In 80 Tagen um die Welt), der amüsanten Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jules Verne, sah man ihn ebenso wie in der Komödie "The Doctor's Dilemma" (1958, Arzt am Scheideweg) mit Leslie Caron und Dirk Bogarde oder dem amüsanten Western "The Sheriff of Fractured Jaw"1) (1958, Sheriff wider Willen). Herrlich war auch sein Reithotel-Besitzer Hector Enderby in dem humorvollen Agatha Christie-Krimi "Murder at the Gallop"1) (1963, Der Wachsblumenstrauß), der die Hobbydetektivin Miss Marple alias Margaret Rutherford in die Irre zu führen versucht und der nicht grade schlanken Kriminalistin im Reitdress Komplimente macht (" sportlich und weiblich zugleich"). In Jules Dassins Parodie auf Gaunerfilme "Topkapi"1) (1964) mit Peter Ustinov und Melina Mercouri agierte er als der der geniale Tüftler Cedric Page, in dem Historienspektakel "Dschingis Khan"1) (1965) als Kaiser von China und in "Those Magnificent Men in Their Flying Machines"1) (1965, Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten) als britischer Verleger Lord Rawnsley. Eine schöne Rolle hatte Morley auch in Frank Tashlins gelungener Agatha Christie-Verfilmung "The Alphabet Murders" (1965, Die Morde des Herrn ABC); hier beschützt er als britischer Spion Hastings den berühmten belgischen Detektiv Hercule Poirot alias Tony Randall. Zu Morleys weiteren Arbeiten in den 1960er Jahren zählen "A Study in Terror"1) (1965, Sherlock Holmes' größter Fall), der Wallace-Streifen "The Trygon Factor"1) (1966, Das Geheimnis der weißen Nonne) mit Stewart Granger, die Komödie "Tendre voyou" (1966, Geliebter Schuft) mit Jean-Paul Belmondo, die Gaunerkomödie "Hot Millions"1) (1968, Das Millionending) mit Peter Ustinov, das romantische Drama "Twinky" (1969, Der Amerikaner) mit Charles Bronson sowie die aufwendige Historienverfilmung "Cromwell"1) (1969, Cromwell Der Unerbittliche) mit Richard Harris als Oliver Cromwell, Alec Guinness als König Charles I. und Morley als Earl of Manchester. Glänzend war auch seine Darstellung des Papstes Leo X. in dem US-amerikanischen TV-Drama "Luther" (1968) neben Robert Shaw in der Titelrolle. Die 1970er zeigen Morley in Filmen wie der Komödie "Doctor in Trouble" (1970, Ein Blinder Passagier hat's schwer), dem Agentenfilm "When Eight Bells Toll" 1971, Das Mörderschiff) mit Anthony Hopkins oder dem Horrorstreifen "Theatre of Blood"1) (1973, Theater des Grauens). In Ted Kotcheffs rabenschwarzer Kriminalkomödie "Who Is Killing the Great Chefs of Europe?"1) (1978, Die Schlemmerorgie) war ihm die Hauptrolle des massigen Gourmet-Kritikers und Herausgeber eines Feinschmecker-Magazins Max Vanderveere, der in Mordverdacht an den Meisterköchen Europas gerät, gewissermaßen auf den Leib geschrieben. Zu Morleys letzten Arbeiten für das Kino zählen unter anderem "The Human Factor"1) (1979, Der menschliche Faktor), "Oh Heavenly Dog"1) (1980, Ein Himmelhund von einem Schnüffler), "High Road to China"1) (1983, Höllenjagd bis ans Ende der Welt), "The Trouble with Spies" (1987) und "Istanbul" (1989). Weitere interessante Rollen verkörperte Robert Morley in seinen letzten Jahren auch im Fernsehen, so beispielsweise in den Mehrteilern "The Old Men at the Zoo" (1983), "War and Remembrance" (1988, Feuersturm und Asche) und "Around the World in 80 Days"1) (1989, In 80 Tagen um die Welt) sowie in der TV-Fassung von "Alice in Wonderland" (1985). Neben seiner umfangreichen Tätigkeit für Theater und Film machte sich Morley, der wegen seiner humorvollen Äußerungen immer ein gern gesehener Gast in verschiedensten Talk-Shows war, auch als Schriftsteller einen Namen: 1966 erschien seine Autobiografie "Responsible Gentleman", er veröffentlichte Satiren, humorvolle und skurrile Geschichten. So gab er 1978 "Robert Morley's Book of Brickss" heraus, welches er autistischen Kindern widmete und welches zum Bestseller wurde, ebenso wie drei Jahre später sein "The Second Book of Bricks". 1979 erschienen seine Werke "Book of Worries" und "More Morley", weitere Publikationen sind unter anderem "Morley Matters" (1980), "The Best of Robert Morley" (1981), "The Pleasures of Age" (1988) oder "Aerobics for the spirit" (1990). Der große Charakterdarsteller Robert Morley, der für mehr als 100 Filme vor der Kamera stand,
starb am 3. Juni 1992 wenige Tage nach seinem
84. Geburtstag im britischen Wargrave (Berkshire), wo er zuletzt lebte,
an den Folgen eines Schlaganfalls.
Seit 1940 war er mit Joan North Buckmaster (1910 2005), der Tochter der
renommierten britischen Schauspielerin Dame Gladys Cooper1)
(1888 1971) verheiratet; aus der Verbindung gingen
drei Kinder hervor, die Söhne Sheridan (1941 2007)
und und Wilton (geb. 1951) sowie Tochter Annabel (geb. 1946). Der
älteste Sohn Sheridan Morley
war ein bekannter
Theaterkritiker und Biograf, der 1993 die Biografie "Robert, My Father"
veröffentlichte. Eine weitere Biografie war bereits 1979 von Schwiegertochter
Margaret Morley unter dem Titel "Larger Than Life: The Biography of Robert Morley"
auf den Markt gekommen. |
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Link: 1) Wikipedia
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Siehe auch www.prisma-online.de,
Wikipedia Filmografie bei www.imdb.de |
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