Max Adalbert
Max Adalbert wurde am 19. Dezember 1874 als Max Krampf und Sohn einer altpreußischen Offiziersfamilie in Danzig geboren. Seine Theaterlaufbahn begann er an Provinzbühnen, kam dann nach Berlin und avancierte rasch zu einem der eigenwilligsten Komiker seiner Zeit. Dort feierte er Triumphe in Stücken von Schnitzler oder Tolstoi am "Deutschen Künstlertheater" oder dem "Kleinen Theater" und wurde als "verknautschter spießig-philiströser Kleinbürger der Großstädte", wie es der Schriftsteller und Journalist Kurt Pinthus einmal auf den Punkt brachte, zur festen Größe auf der Bühne. Auch im Kabarett, vor allem im legendären "Kabarett der Komiker", welches er 1924 zusammen mit Kurt Robitschek und Paul Morgan gegründet hatte, begeisterte Adalbert in den zwanziger Jahren mit seiner frechen Berliner Schnauze das Publikum.
Mit bereits über 40 Jahren kam der Schauspieler zum Stummfilm, agierte erstmals 1915 in dem Streifen "Wie werde ich Amanda los?" auf der Leinwand. Im Laufe der Jahren übernahm er Hauptrollen unter anderem in "Die Verführten" (1919), "König Nicolo" (1919) oder "Judith Trachtenberg" (1920), 1921 besetzte ihn Fritz Lang in seinem Klassiker "Der müde Tod", ebenso wie ein Jahr später in "Dr. Mabuse, der Spieler".
In den späteren Stummfilmen kam Adalbert über Chargenrollen meist selten hinaus, konnte dann jedoch im Tonfilm erneut große Erfolge feiern, da sein Spiel durch seinen Sprachwitz entscheidend bereichert wurde. Zu seinen ersten Tonfilmen zählt 1930 "Hans in allen Gassen", wo er an der Seite von Hans Albers zu sehen war, 1931 spielte er die Titelrolle des Aldalbert Bulcke in der Komödie "Das Ekel"1), im gleichen Jahr die Hauptrolle in "Hurra – ein Junge!". Nach seiner Hauptrolle in "Die Schlacht von Bademünde"1) (1931) folgte dann ein Glanzlicht seiner Karriere: In Richard Oswalds Verfilmung von Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick" beeindruckte Adalbert 1931 als Schuster Voigt, eine Rolle, die er zuvor bereits am Deutschen Theater gespielt hatte. Seine Interpretation des grotesken Schusters Wilhelm Voigt war volkstümlich-realistisch, und machte damit etwas deutlich, "was sechzig Millionen guter Deutscher auch wussten, ohne etwas zu merken", soll Carl Zuckmayer über die brillante Darstellung Max Adalberts gesagt haben.

In den nächsten zwei Jahren agierte Adalbert in Filmen wie "Mein Herz sehnt sich nach Liebe" (1931), "Kyritz – Pyritz" (1931), "Der Herr Finanzdirektor" (1931), "Mein Leopold" (1932), "Ein Toller Einfall" (1932), "Der Schützenkrieg" (1932), "Der Schützenkönig" (1932) oder "Husarenliebe" (1932); zu seinen letzten Kinoproduktionen zählen 1933 "Hände aus dem Dunkel" sowie die Rühmann-Komödie "Lachende Erben"2).
Am 7. September 1933 verstarb Max Adalbert mit nur 58 Jahren in München an den Folgen einer Lungenentzündung.
      
Max Adalbert, ein zerknittertes knochiges Männlein, kurzsichtig, bleich, mit spitzer Nase und dünnem Haar über der hohen Stirn, war nicht nur auf der Leinwand die Inkarnation des kleinen Mannes und traurigen Spaßvogels, der seine Hilflosigkeit durch Unverfrorenheit zu kaschieren versucht. Seine Sprachclownerien und die gespielte Wurstigkeit rückten den Geschlagenen in die Nähe des Philosophen. 
(Quelle: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz)

Die Links führen zur Filmbeschreibung von 1) der Murnau-Stiftung, 2) Wikipedia
Siehe auch Wikipedia, Fotos bei film.virtual-history.com
Filmografie bei der german.imdb.com
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