 |
Anthony Hopkins (Philip Anthony Hopkins) wurde am 31. Dezember 1937 im südwalisischen
Fischerdorf Port Talbot (Großbritannien) als einziger Sohn des Bäckers Richard Hopkins
und dessen Frau Muriel geboren. Der Großvater soll eigenen
Aussagen zufolge "ein sentimentales Scheusal" gewesen sein und der
Vater litt an Depressionen und so war Hopkins schon als Junge ein Außenseiter
und introvertierter Eigenbrötler. Durch die familiären
Verhältnisse litt er unter Versagensängsten und wurde von seinen Mitschülern
mit dem Spitznamen "Mad Hopkins" gehänselt, so dass
er sich völlig in sich zurück zog und oft wochenlang kein Wort sprach. Seine
Eltern, die mit ihrem Sohn nicht fertig wurden, schickten das psychisch
gestörte Kind ab seinem elften Lebensjahr auf ein drittklassiges Internat, wo
er sich als nur mäßiger Schüler erwies. Hopkins über diese Zeit: "Ich war ein Außenseiter,
dem es nie gelang, sich anzupassen. Ich fühlte mich immer als schrecklicher Versager.
Das hinterlässt tiefe Narben im Bild, das man von sich selbst
hat
Das einzig Gute an dieser furchtbaren Zeit war,
dass mich der Ehrgeiz packte. Ich wollte unbedingt Erfolg
haben."
Foto: Anthony Hopkins bei der Berlinale 2001 bzw. der
Vorstellung des Films "Hannibal" (11.02.2001)
Foto mit freundlicher Genehmigung von Bodo Petermann
© Bodo Petermann, BP PHOTO (www.bpphoto.de) |
Hopkins besuchte bis zu seinem 17. Lebensjahr die "Cowbridge Grammar
School", bis er an einer Amateurtheater-Produktion des
örtlichen Christlichen Vereins Junger Männer (YMCA) teilnahm und seine
Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckte. 1955 erhielt er wegen seiner
enormen Musikalität ein Stipendium am "Welsh College Of Music
& Drama" in Cardiff
und studierte dort zwei Jahre lang. Ursprünglich wollte er ein
berühmter Pianist werden, musste aber bald einsehen, dass er
am Klavier zwar einige Begabung, aber kein außergewöhnliches
Talent besaß. 1958 absolvierte er noch einen zweijährigen Militärdienst bei der
"Royal Artillery" in Bulford, bevor er endgültig die
Theaterlaufbahn einschlug. 1960 arbeitete er am "Library Theatre" in Manchester
und besuchte anschließend von 1961 bis 1963 die "Royal Academy Of Dramatic
Arts" in London sowie nochmals in Cardiff das "College of
Drama". Sein großes Vorbild war Richard Burton, der, ebenfalls aus
ärmlichen Verhältnissen stammend, den Sprung in die erste Riege der
Theaterschauspieler geschafft hatte; 1963 schloss Hopkins seine Studien als
"Silver Medalist" ab.
Mit ersten kleinen Engagements am "Phoenix Theatre" in Leicester, am
"Liverpool Playhouse" und am "Hornchurch Repertory"
hielt er sich über Wasser und gab dann 1964 sein Bühnendebüt in London.
Hier wurde 1965 Sir Laurence Olivier, der damals Intendant
des "National Theatre At The Old
Vic" war, auf das jungen Nachwuchsschauspieler aufmerksam und lud ihn zum Vorsprechen ein. Hopkins
bekam ein Engagement und bereits zwei Jahre später war er die Zweitbesetzung für
Laurence Olivier in Strindbergs "Totentanz". Sowohl Kritiker als
auch Publikum wurden auf sein Talent aufmerksam und Hopkins hatte die Aussicht
auf eine ganz große Theaterkarriere. Er wurde zu einem gefeierten Bühnenstar
und man sah ihn als würdigen Nachfolger von Sir Laurence Oliver und
Richard Burton.
Doch Hopkins hatte große Schwierigkeiten sich einzugliedern und verfiel immer
stärker dem Alkohol. Bald war er als Choleriker bekannt, mit dem es oftmals
Auseinandersetzungen gab. Seine Alkoholsucht führte dazu, dass seine 1967 geschlossene
Ehe mit der Schauspielerin Petronella Barker zerbrach. Aus dieser
ersten Ehe stammt Hopkins einzige Tochter Abigail.
Trotz allem war er auf der Bühne in allen großen klassischen Rollen, von
denen ein jeder Schauspieler nur träumt, zu
sehen und bis 1973 blieb er dem "National Theatre" verbunden.
Mit Hilfe seiner zweiten Frau Jennifer Lynton, die er nach seiner Scheidung von Petronella Barker 1973 heiratete,
sowie den Anonymen Alkoholikern, denen er sich 1975 anschloss, schaffte
es Hopkins seine 15-jährige Alkoholsucht zu besiegen.
1967 gab Hopkins sein Filmdebüt in "The White Bus" und ein Jahr
später spielte er neben Katherine Hepburn und Peter O'Toole als junger Richard Löwenherz
im Oscar-gekrönten Historienfilm "Der Löwe im Winter" (The
Lion in Winter) von Regisseur Anthony Harvey nach dem Bühnenstück von James Goldman. Für seine Rolle erhielt
der junge Schauspieler eine Auszeichnung der "British Academy of Film & Television
Arts". 1969 folgte der psychedelische Agenten-Thriller "The Looking
Glass War" (Krieg im Spiegel) nach einem Roman von John Le Carrè.
1972 siedelte Hopkins in die USA, war dort aber zunächst nur im Fernsehen
erfolgreich, so z. B. 1975/76 als Entführer Bruno Hauptmann in "The
Lindbergh Kidnapping Case" (Die Entführung des Lindbergh-Babys) oder 1980
als Adolf Hitler in "The Bunker"; für beide Rollen wurde er
mit dem "Emmy" ausgezeichnet.
1975 war Hopkins auch am Broadway überaus erfolgreich; für sein Debüt
in "Equus" konnte der Schauspieler hochrangige Auszeichnungen
entgegennehmen. In der späteren Kinofassung übernahm jedoch Richard Burton seinen Part.
Es folgten zahlreiche
Fernseh-Produktionen, auf der Leinwand war er weiter auf Nebenrollen als
Charakterdarsteller festgelegt. Eine eindringliche Rolle spielte er 1980 als
Arzt Dr. Frederick Treves in "The Elephant Man"1)
(Der
Elefantenmensch2)) von
David Lynch oder 1984 als gewaltiger, grausamer Kapitän Bligh neben Mel Gibson
als Fletcher Christian und Laurence Olivier als Admiral Hood in Roger Donaldsons "The Bounty"2)
(Die Bounty), einem Remake
des schon mehrfach verfilmten Klassikers "Meuterei auf der Bounty".
Ab Mitte der 1980er Jahre kehrte Hopkins regelmäßig nach London zurück und
spielte dort überaus erfolgreich Shakespeare-Rollen am Theater wie in "Antonius und
Kleopatra" oder "King Lear". Nebenbei trat er in so intimen und
unspektakulären Kinofilmen wie "Between the Lines" (1987, Zwischen
den Zeilen) auf und arbeitete weiter für das Fernsehen. Wegen seiner
eindringlichen Stimme wurde er auch für unzählige Werbespots engagiert.
Erst 1991 bekam Hopkins' Karriere mit 54 Jahren den endgültigen Auftrieb in
Jonathan Demmes erfolgreichem Hollywood-Thriller "The Silence of the
Lambs"1) (Das Schweigen der Lämmer2)) an der Seite einer ausgezeichneten Jodie Foster.
Als gefährlicher Serienmörder Hannibal Lecter gelang ihm der internationale
Durchbruch und für seine Rolle erhielt er einen Oscar als bester
Hauptdarsteller. Kinogänger wie Kritiker faszinierte die Intensität seiner
Darstellung gleichermaßen; den extrem gefährlichen Kannibalen mit einer Vorliebe für rohe
(Menschen-)Leber, Favabohnen und Chianti verkörperte er mit atemberaubender
Präsenz und einem erotischen Touch, der das Blut in den Adern gefrieren ließ.
2001 drehte er dann mit Regisseur Ridley Scott "Hannibal"1)
(Hannibal2))
die Fortsetzung dieses
Gruselstücks und im Oktober 2002 kam er erneut als Dr. Hannibal Lecter in "Red Dragon"2)
(Roter Drache) auf die Leinwand.
Der dritte Teil des Horror-Thrillers, in dem Anthony Hopkins wieder
sein Katz- und Mausspiel mit der US-Bundeskriminalpolizei FBI treibt, landete
nach dem Kinostart auf Platz 1 der nordamerikanischen Kinocharts
und brachte dem Universal Studio am ersten Wochenende 37,5 Millionen Dollar
(38,2 Millionen Euro) in US- und kanadischen Filmtheatern
ein. Im "Roten Drachen" wird Hannibal Lecter von
seinem Erzfeind, dem jungen FBI-Agenten Will Graham (Edward Norton) gebeten,
sich in die Psyche eines neuen Serienmörders hinein zu versetzen
und zu seiner Ergreifung beizutragen. Der neue Killer Francis Dolarhyde wird von Ralph Fiennes
mit größter Ambivalenz als innerlich zerrissener und zutiefst gestörter Mann dargestellt.
|
Das Schweigen der Lämmer
Titel USA: The Silence Of The Lambs
Genre: Thriller
USA, 1991
Regie: Jonathan Demme
Drehbuch: Ted Tally
Musik: Howard Shore
Kamera: Tak Fujimoto
Darsteller:
Jodie Foster: Clarice Starling, Anthony Hopkins: Dr. Hannibal Lecter,
Scott Glenn: Jack Crawford,
Ted Levine: Jame Gumb/"Buffalo Bill",
Anthony Heald: Dr. Frederick Chilton,
Brooke Smith: Catherine Martin,
Diane Baker: Senatorin Ruth Martin,
Kasi Lemmons: Ardelia Mapp,
Charles Napier: Lt. Boyle,
Tracey Walter: Lamar,
Roger Corman: FBI-Direktor Hayden Burke,
Ron Vawter: Paul Krendler,
Danny Darst: Sgt. Tate, Frankie Faison: Barney Matthews,
Paul Lazar: Pilcher, Dan Butler: Roden,
Chris Isaak: SWAT-Einsatzleiter,
Obba Babatundé: Fernsehmoderator,
Alex Coleman: Sgt. Jim Pembry, Daniel von Bargen: SWAT-Mitglied,
George A. Romero: FBI-Agent in Memphis, und andere
(Die Links führen zu Wikipedia) |
Kurzinhalt:
Die junge, psychologisch geschulte FBI-Akademie-Schülerin Clarice Starling (Jodie Foster)
soll eine vermisste Frau finden, die in den Händen eines gefährlichen
Serienkillers vermutet wird. Buffalo Bill, wie die Presse den Psychopathen nennt,
tötet zumeist junge
Mädchen, zieht ihnen die Haut ab und versenkt die Körper in abgelegenen Seen.
Der psychologische Dienst des FBI kann trotzdem keine Anhaltspunkte auf den möglichen Täter
finden und befindet sich in einer Sackgasse. Um Hinweise auf Motiv und
Täter zu bekommen, will Clarice Starling
einen anderen Massenmörder interviewen, den
inhaftierten Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins).
Dieser sitzt streng bewacht in Isolationshaft, darauf bedacht,
dass niemand auch nur in seine Nähe kommt.
Der Psychopath Dr. Lecter war einst selbst ein renommierter
Psychiater, ist distinguiert und hochintelligent. Er trägt den Namen "Hannibal, der
Kannibale" weil er einst seine Opfer zu verspeisen pflegte. Lecter ist
einverstanden, verlangt aber im Gegenzug Haftvergünstigungen
und detaillierte Informationen über die Psyche von Agentin Starling. Er durchschaut die Absicht der Agentin und macht sie
zum Spielball seiner kühl kalkulierenden, grausamen Lust
und zieht sie in seinen Bann. Zwischen Lecter und Starling
entwickelt sich eine intime, seltsame und gefährliche geistige
Bindung. Schließlich kann Clarice Starling mit seiner teuer
erkauften Hilfe den Täter ausfindig machen. Da bricht
Lecter aus
Der Film wurde nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Harris
inszeniert; Regisseur Jonathan Demme schuf einen perfekten, hypnotisierender
Psychothriller, der geschickt Tabuthemen anfasst und die Phantasie
anheizt.
"Das Schweigen der Lämmer" erzielte mit seiner düsteren
Atmosphäre eine erschütternde Wirkung und erlangte alsbald verdienten
Kultstatus. Der Film schaffte als einer der ersten überhaupt fünf Oscars
auf einen Streich, Lecter-Darsteller Anthony Hopkins und Jodie Foster, die
als FBI-Agintin Starling in der Rolle der Gegenspielerin zu sehen war,
machte er zu Weltstars.
Lexikon des internationalen Films:
Eine perfekt inszenierte
grauenerregende Geschichte, die weniger auf blutige Effekte als auf einer
Atmosphäre bedrückender Angst aufgebaut ist. Im Mittelpunkt steht eine
resolute Frau, deren Mut und Kraft einer extremistischen Männerwelt
gegenübergestellt wird. Fesselnde Spannungsunterhaltung; hervorragend gespielt.
Prisma-online.de (www.prisma-online.de):
Der Zuschauer wird hier durch präzise platzierte Anspielungen,
durch geschickte Kameraführungen und Schnitte in die Falle gelockt.
Oscar 1992 für
"Das Schweigen der Lämmer": Bester Film
Jonathan Demme: Beste Regie
Ted Tally: Bestes Drehbuch nach einer Vorlage
Anthony Hopkins: Bester Hauptdarsteller
Jodie Foster: Beste Hauptdarstellerin
Oscar-Nominierung 1992 für
Craig McKay (Schnitt)
Tom Fleischmann, Christopher Newman (Ton)
|
Thomas Harris erfand für seine Romane den feingeistigen Serienmörder
Dr. Hannibal Lecter2) und landete damit einen Mega-Erfolg:
Die Bücher erreichten Bestseller-Auflagen, und im Film ist Lecter ebenfalls ein Hit.
Im Spätfrühling 1989 bot die Produktionsgesellschaft ORION
dem Kultfilmer Jonathan Demme die Verfilmung von Thomas Harris' intelligentem Reißer an.
Der Regisseur hielt sich konsequent an die Vorlage. Gedreht wurde der Authentizität halber
auch in einem echten Gefängnis und
einer Anstalt für Geisteskranke. (Quelle: www.kinopolis.de)
Eine Fortsetzung war unvermeidlich; da Autor Harris in
seiner vielfach verkauften Roman-Fortsetzung jedoch ein
für Hollywood-Verhältnisse unverfilmbares Ende vorgelegt hatte,
verweigerten Regisseur Demme und Jodie Foster ihre Mitarbeit.
Deswegen kam bei "Hannibal", der die Geschichte um den
genial-bösartigen Serienmörder inhaltlich fortsetzt, Regisseur Ridley Scott zum Zuge.
Er holte erneut Anthony Hopkins als Hannibal Lecter vor die Kamera,
den Part der FBI-Agentin Starling besetzte er mit Julianne Moore, deren etwas
kühlere Note der Rolle gut zu Gesicht steht. Mit Ausnahme des Endes, das durch
ein nicht minder trickreiches Finale ersetzt wurde, hielt sich Scott in seinem
Film eng an die Vorlage von Harris herausgekommen ist ein bösartiges
Schauermärchen mit wohldosierten blutigen Effekten, das ebenso wie
"Das Schweigen der Lämmer" das Zeug zum Klassiker hat:
Agentin Clarice Starling wird in einem grausigen Intrigenspiel um
Rache und Korruption von der Jägerin erst zur Beschützerin und schließlich selbst zum Opfer.
Thomas Harris wurde 1940 in Mississippi geboren. Er arbeitete
als Gerichtsreporter in den USA und in Mexiko,
war Redakteur der "Associated Press" in New York, bevor er zum Thrillerautor wurde.
Sein Erstlingswerk "Schwarzer Sonntag" konnte Kritiker
und Leser gleichermaßen begeistern. Mit seinem zweiten Buch gelang ihm sein bisher bestes
Roman; "Roter Drache", der zugleich auch der Auftakt zur
bis heute dreiteiligen Hannibal Lecter-Serie war. Die Fortsetzung
"Das Schweigen der Lämmer" hielt sich wochenlang an der Spitze
der internationalen Bestsellerlisten.
Der Fortsetzung, schlicht "Hannibal", erging es ähnlich,
jedoch war der Erfolg in Deutschland wesentlich geringer als in den USA.
Alle drei "Lecter"-Bücher wurden verfilmt; siehe auch das
Kurzportrait zu Thomas Harris
bei Wikipedia.
Quellen: Wikipedia,
www.filmzentrale.com,
www.moviemaster.de,
www.dieterwunderlich.de,
Dirk
Jasper FilmLexikon
|
|
Hopkins avancierte nun in den 90er Jahren zu einem der gefragtesten
Hollywood-Darsteller und seine Rollen wurden abwechslungsreicher. Mit Filmen
wie James Ivorys E. M. Foster-Verfilmung "Howards End"1) (1992, Wiedersehen
in Howards End2)), wo Hopkins den Henry Wilcox an der Seite von Vanessa Redgrave spielte
oder 1992 als stiller Butler wohl seine brillanteste Rolle
in Ivorys "Remains of the Day"1)
(Was vom Tage übrig
blieb2)), oder
ein Jahr später an der Seite von Debra Winger in Richard Attenboroughs
Liebesdrama "Shadowlands"1) (1993, Shadowlands Ein Geschenk des Augenblicks)
verlor er endgültig sein Grusel-Image und wurde als
"charismatischer Meister des Gefühlskinos", so die
"News", gefeiert. Als Kurarzt Dr. Kellogg war er 1994 in der
Satire "The Road to Wellville"1)
(Willkommen in Wellville2)) zu sehen
und bei "August", einer nach Wales verlegten Adaption von
Anton Tschechows "Onkel Vanja" war er 1995/96 neben der Hauptrolle auch
für Regie und Filmmusik verantwortlich. 1994 gab der Mime einen alten Colonel an der
Seite von Brad Pitt in "Legends
of the Fall"2) (Legenden der Leidenschaft) und 1995 lief
Oliver Stones Polit-Drama "Nixon"2) mit Hopkins in der Titelrolle
des des 37. Präsidenten der Vereinigten Staaten in
den US-Kinos mit großem Erfolg. Oscar-Nominierung erhielt er 1993 als
"Bester Hauptdarsteller" in "Was vom Tage übrig
blieb" und 1995 für seine Rolle in " Nixon". Im Jahre 1998 erkannte die Amerikanische
Filmakademie dem Charakterdarsteller eine weitere Oscar-Nominierung zu, diesmal
in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" glänzende Verkörperung
des 6. US-Präsidenten John Quincy Adams2) (1767 1848) in
Steven Spielbergs Sklavendrama "Amistad"1) (1997,
Amistad2)).
Neben Alec Baldwin
agierte Hopkins im gleichen Jahr unter der Regie von Lee Tamahoris in dem
Experimentaldrama "The Edge"1)
(1997, Auf Messers Schneide Rivalen am
Abgrund2)), dessen Drehbuch David Mamet verfasst
hatte, sowie an der Seite von Latin Lover Antonio Banderas und Catherine Zeta-Jones
in Martin Campbells romantischem Abenteuerfilm "The Mask of
Zorro"2) (Die Maske des Zorro), der 1998 in die Kinos
kam und in dem Hopkins den Don Diego de la Vega bzw. den gealterten Zorro mimt. Im selben Jahr
erschien Hopkins außerdem neben Brad Pitt in Martin Brests Drama "Meet Joe Black"2)
(Rendezvous mit Joe Black), einem Remake des von Mitchell Leisen gedrehten
"Death Takes a Holiday" aus dem Jahre 1934, auf der
Leinwand sowie 1999 in Jon Turtletaubs Psycho-Thriller "Instinct"1)
(Instinct2)). Ebenfalls 1999 beendete der umtriebige Brite die
Dreharbeiten für "Titus"2), Juliet Taymors Filmadaption von
Shakespeares Tragödie "Titus Andronicus". Unmittelbar nach "Hannibal"
sprach Hopkins 2000 die
Erzählerstimme in der englischsprachigen Fassung des Hollywood-Weihnachtsmärchen "Dr. Seuss's How the
Grinch Stole Christmas"2) (Der Grinch) und 2001 stand der vielfach ausgezeichnete Mime
für Scott Hicks' Verfilmung des Stephen-King-Romans "Hearts in Atlantis"2)
vor der Kamera.
Zu Hopkins' jüngeren Kinoproduktionen zählt der eher zu vernachlässigende
Thriller "Bad
Company"1) (2002, Die Welt ist in guten Händen2)), nach der
3. Geschichte um Dr. Hannibal Lecter und "Red Dragon" (2002) spielte er in
Robert Bentons Drama "The
Human Stain"1) (2003, Der menschliche
Makel2))
an der Seite von Nicole Kidman den 71-jährigen Universitätsprofessor Coleman,
der seine Anstellung verliert, weil man ihm Rassismus vorwirft. In Oliver Stones
opulenten Historienspektakel "Alexander"2) (2004) mimte er den alten
Ptolomäus und einstigen Mitstreiter Alexanders, der lange nach dem Tod des
legendären Eroberers dessen Geschichte erzählt. John Madden besetzte den
Star in dem Drama "Proof"2) (2005, Der Beweis Liebe zwischen Genie und Wahnsinn)
als dominanten Mathematikprofessor, der mehr und mehr seinen brillanten
Verstand verliert, eine eindrucksvolle Rolle verkörperte Hopkins ein Jahr
später in Roger Donaldsons Biopic "The World's Fastest Indian"1)
(2005, Mit Herz und
Hand2)); der Film ging am 26. Oktober 2006 in Deutschland an
den Start. Authentisch verkörpert Hopkins hier den Neuseeländer Burt Munro (1899 1979),
der 1967 in der Salzwüste von Utah mit seinem bereits als junger Mann zusammengebastelten Motorrad einen Geschwindigkeitsrekord
aufgestellt hat: In den 60er Jahren nimmt sich neuseeländische Rentner
Burt Munro vor, der schnellste Mann der Welt zu werden. Obwohl ihn seine
Freunde für verrückt erklären, hält er an seinem Traum fest und investiert
all seine Ersparnisse in ein 1920 erbautes Motorrad. Nach dem Umbau beginnt er
schließlich die lange und ereignisreiche Reise zur Speed Week in der Wüste
von Utah. (Quelle: www.moviemaze.de)
Hopkins stand für Emilio Estevez' hochkarätig besetzen
Episodenfilm "Bobby"1) (2006,
Bobby2))
vor der Kamera, in dem fiktive Ereignisse im Hotel Ambassador in den letzten
Stunden des Lebens von Robert F. Kennedy2) in der Nacht zum 6. Juni 1968
gezeigt werden und spielte den Hotelportier John Casey; in Deutschland
kam der Film im März 2007 in die Kinos. Eine eher kleinere, dennoch prägnante Rolle übernahm er in Steven Zaillians
"All the King's Men"2) (2006, Das Spiel der Macht),
der Thriller "Fracture"2) (2007, Das perfekte Verbrechen)
zeigt Hopkins wieder mit einer brillant
gespielten Hauptrolle. Für Regisseur James Ivory hatte er gerade das
Leinwanddrama "City of Your Final Destination" (Kinostart: 2008)
abgedreht, für den Filmemacher Robert Zemeckis schlüpfte er in dem
digitalisierten Fantasy-Abenteuer "Beowulf"2) (2007,
Die Legende von Beowulf) in die Maske des
korrupten Königs Hrothgar. Die Geschichte, welche bereits mehrfach verfilmt
wurde, handelt von der Legende des Wikingerkriegers Beowulf (Ray Winstone2))
im 5. und 6. Jahrhundert, der mit 14 Gefährten zum Hof von König Hrodgar aufbricht,
um diesen im Kampf gegen das Monster Grendel zu unterstützen.
Alle Akteure erscheinen auf der Leinwand als computeranimierte Figuren, die
Darsteller werden wie für eine "normale" Produktion gefilmt, ihre
Gesichtszüge, Bewegungen und Ausdrucksweise im Anschluss jedoch digital auf
die Trickfiguren übertragen. Angelina Jolie2) mimt die verführerische Mutter
des Dämons Grendel alias Crispin Glover2); Kinostart in Deutschland
war der 15. November 2007.
Wenig später, im Dezember 2007 begannen die Dreharbeiten zu Mark Romaneks
Horrorstreifen "The Wolf Man"2)
(Wolfman), der am 11. Februar 2010 in die deutschen Kinos kam und in dem Hopkins
die Rolle des Sir John Talbot, Vater des Protagonisten Lawrence Talbot (Benicio del Toro2))
übernommen hat.
Weitere aktuelle Arbeiten sind Woody Allens neuster Film, die Tragikomödie "You Will Meet a Tall Dark Stranger"2)
(Ich sehe den Mann deiner Träume),
der am 2. Dezember 2010 in Deutschland Premiere feierte und in dem Hopkins neben Antonio Banderas2),
Josh Brolin2) und Naomi Watts2)
ebenfalls in einer Hauptrolle zu sehen ist und den 73-jährigen Alfie spielt,
der sein Alter nicht akzeptieren kann. In dem Biopic "Hemingway & Fuentes"
von Regisseur Andy Garcia verkörpert er den berühmten Schriftsteller Ernest Hemingway2)
(1899 1961), Andy Garcia2),
der auch das Drehbuch in Zusammenarbeit mit Hemingways Enkeltochter Hilary Hemingway
verfasste, spielt den Freund des Schriftstellers Gregorio Fuentes2) (1897 2002).
Als vierte Ehefrau Hemingways, Mary Welsh Hemingway (1908 1986),
konnte Annette Bening2) gewonnen werden; der Kinostart ist noch offen.
Abgedreht ist Kenneth Branaghs Spektakel "Thor"2), eine Realverfilmung der im
amerikanischen Comicverlag "Marvel" erschienenen Storys um den
Superhelden und nordischen Donnergotts Thor2).
Neben Chris Hemsworth2) in der Titelrolle des Thors bzw. des Doktors Don Blakes
mimt Hopkins Thors Vater, Herrscher über Asgard; Kinostart in Deutschland
war der 28. April 2011.
Zwei Wochen zuvor, am 17. März 2011, feierte Mikael Håfströms Horrorthriller
"The Rite" (The Rite Das Ritual) seine
Deutschlandpremiere. In dem aufwendig produzierten Streifen nach dem gleichnamigen Roman von
Matt Baglio geht es um das Thema Exorzismus, Hopkins erscheint in der Rolle
des frommen Priesters Lucas, der Experte auf dem Gebiet des
Exorzismus ist und unkonventionelle Methoden anwendet, um Dämonen
auszutreiben.
In dem Drama "The Song of Names", von Vadim Perelman
nach dem preisgekrönten Roman von Norman Lebrecht inszeniert, spielt er neben
Dustin Hoffman die Hauptrolle. Weiterhin in der Produktionsphase befindet sich
Chuck Russells Action-Fantasy-Spektakel "Arabian Nights", in dem
aufwendigen 3D-Kostümstreifen bzw. in dem auf den Märchen aus 1001 Nacht
basierenden Geschichte mimt Anthony Hopkins den teuflisch-bösen Zauberer
Pharotu.
Der wandlungsfähige Schauspieler hat im Verlauf seiner Karriere zahlreiche Ehrungen bekommen, die größte Auszeichnung erhielt er
wohl an seinem 55. Geburtstag, an dem sein Ritterschlag in London
bekannt gegeben wurde. Die Zeremonie wurde am 23. Februar 1993 im Buckingham
Palace abgehalten und seitdem darf sich Anthony Hopkins mit dem kleinen,
aber bedeutungsvollen Wörtchen
"Sir" anreden lassen. Seit Juni 1987 trägt
er außerdem den Titel "Commander Of The Order Of The
British Empire"; weitere Auszeichnungen siehe Wikipedia.
Hopkins war von 1967 bis 1972 mit der Schauspielerin Petronella Barker verheiratet, aus der
Verbindung stammt die gemeinsame, 1968 geborene Tochter Abigail Hopkins3),
die sich inzwischen einen Namen als Sängerin, Schauspielerin und
Theater-Regisseurin gemacht hat. Wenig später
ehelichte er Mitte Januar 1973 die Produktionsassistentin Jennifer Lynton; seit 1995
lebte der Schauspieler, dem mehrere Affären nachgesagt werden, jedoch meist von seiner
zweiten Frau getrennt in Pacific Palisades in der Nähe von Hollywood;
am 30. April 2002 wurde
das Paar offiziell geschieden. Am 1. März 2003 heiratete
Hopkins in dritter Ehe die ehemalige Antiquitätenhändlerin und heutige
Schauspielerin bzw. Produzentin Stella Arroyave3). Die Hochzeit fand
im kleinen Kreis in dem kalifornischen Küstenort Malibu unweit von Hollywood
statt, wo Hopkins seit Jahren lebt.
Im Jahre 2000 nahm Hopkins die amerikanische
Staatsbürgerschaft an, behielt aber gleichzeitig die britische.
|