Filmografie
Kai Fischer (auch Kay Fischer) wurde am 18. März 1934 als Kai Anne Inge Fischer und Tochter eines höheren Beamten in Prag1) (nach anderen Angaben.*) in Halle (Saale)1)) geboren. "In einem Interview mit dem "Stern"1) aus dem Jahr 1959 beschrieb Kai Fischer ihre Unterbringung als Flüchtling aus Prag kommend in Halle (Saale) in einem unbenutzten Wasserturm."*) Nach Ende des 2. Weltkrieges zog ihre Familie nach München1), dort besuchte sie das "Maximiliansgymnasium"1), welches sie mit dem  dem Abitur abschlos. Ab den beginnenden 1950ern trat Kai Fischer ohne schauspielerische Ausbildung in dem Kabarett "Schwabinger Brettl" auf, betätigte sich zudem als Fotomodell und Mannequin. Mitte der 1950er Jahre schaffte sie, zunächst mit kleineren Aufgaben, den Sprung zum Film, in ihrem ersten größeren Part mimte sie in dem von Arthur Maria Rabenalt1) mit mit Karlheinz Böhm und Marianne Koch gedrehten Melodram "Die Ehe des Dr. med. Dannwitz"1) (1956)  folgerichtig ein Mannequin. Mit Streifen wie "Für zwei Groschen Zärtlichkeit"1) (1957), "Wetterleuchten um Maria"1) (1957) oder "Ich war ihm hörig"1) (1957) erregte Kai Fischer in der prüden Adenauer-Ära mit Rollen als zwielichtiges und "leichtes Mädchen" Aufmerksamkeit.

Kai Fischer im Oktober 1956
Urheber: Willy Pragher1) (1908 – 1992);
Rechteinhaber/© "Landesarchivs Baden-Württemberg"1)/
Staatsarchiv Freiburg"1) (Sammlung Willy Pragher:
File W 134 Nr. 045624a) Lizenz: CC BY 4.0;
Quelle: Wikimedia Commons

Kai Fischer im Oktober 1956; Urheber: Willy Pragher (1908–1992); Rechteinhaber/Copyright: "Landesarchivs Baden-Württemberg"/"Staatsarchiv Freiburg"; (Sammlung Willy Pragher: File W 134 Nr. 045624a); Lizenz: CC BY 4.0; Quelle: Wikimedia Commons
Kai Fischer als Bardame mit Inspektor Cromwell (Paul Klinger) in "Das Wirtshaus von Dartmoor"; Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film" Sie trug den Kopf hoch und nahm gern ein "Bad auf der Tenne"1) (1956), rothaarig, temperamentvoll und nicht ohne einen Schuss Selbstironie soll sie zu den Filmen jener Ära einmal gesagt haben "Mir hing die Wäscheschau zum Hals heraus". Doch sie wurde weiter als "Sexbombe" besetzt, in dem Kassenschlager "Das Wirtshaus im Spessart"1) (1957) sollte sie durch zu enge Pullis der eher züchtig wirkenden Protagonistin Franziska (Liselotte Pulver) als Räuberbraut Bettina Konkurrenz machen. Als frivoles "Mädchen der Nacht" entblätterte sie sich in "… denn keiner ist ohne Sünde" (1958, "Les filles de nuit") auch mal in einer französischem Produktion.
Bis Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre agierte sie unter anderem in "Mädchen für die Mambo-Bar"1) (1959) oder "Lockvogel der Nacht"1) (1959), mimte Bardamen oder die verführerische "femme fatale", präsentiete sich auch in beliebten Krimis wie "Zimmer 13"1) (1964) und "Das Wirtshaus von Dartmoor"1) (1964).
     
Kai Fischer als Bardame mit
Inspektor Cromwell (Paul Klinger)
in "Das Wirtshaus von Dartmoor"
Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film"
Erst allmählich konnte sich Kai Fischer durch qualitätsvollere Rollen in Fernsehspielen oder TV-Serien von ihrem Image der der Verführerin lösen. Eine schöne Serienfigur spielte sie als Privatdetektivin Kai Fröhlich neben Ursula Herking in "Die Karte mit dem Luchskopf" (1963), als Inge Masterson, Ehefrau des Anwalts Peter Masterson (Paul-Edwin Roth) tauchte sie in dem legendären Deiteiler "Die Gentlemen bitten zur Kasse" (1966) auf, gehörte zur Besetzung des dreiteiligen Straßenfegers "Babeck" (1967) oder präsentierte sich als Dompteuse "Tiger-Lilly" in der Familienserie "Salto Mortale" (1969). Neben Auftritten in populären Krimiserien wie "Derrick"1) und "Der Kommissar" konnte sie in dem von Wim Wenders1) nach der gleichnamigen Erzählung1) von Peter Handke1) in Szene gesetzten Kinofilm "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter"1) (1972) als Hertha Gabler, Ex-Freundin von Torwart Josef Bloch (Arthur Brauss), und in dem con Christian Rischert1) gedrehten Drama "Lena Rais"1) als Hella, unkonventionelle, emanzipierte Freundin  der Protagonistin (Krista Stadler1)) überzeugen.
Bis Ende der 1980er Jahre trat Kai Fischer noch vereinzelt im Film auf, so unter der Regie von Rolf Silber1) als Frau von Herrn Bauermann (Tilo Prückner) in der Komödie "Kassensturz"1) (1984), ein Jahr später in der zweiten Eoisode ("Fabrikanten"2)) der TV-Serie "Alte Gauner"1) sowie 1988 in der "Tatort"1)-Folge "Salü Palu"1).

Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film"

DVD-Cover: Die Karte mit dem Luchskopf"; Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film"
Zu ihren letzten Aktivitäten vor der Kamera zählte das Kino-Drama "Der Einstein des Sex"1) (UA: 08.08.1999) von Rosa von Praunheim1) mit dem Untertitel "Leben und Werk des Dr.  Magnus Hirschfeld"1) → Übersicht Filmografie.
Daneben stand Kai Fischer auf der Theaterbühne, schrieb Drehbücher und unter einem Pseudonym zudem Kriminalromane. Ab 1984 betätigte sie sich als Geschäftsfrau und eröffnete in München mehrere Fotoläden. Erwähnenswet ist ihr Ausflug in das musikalische Fach, so notiert Wikipedia: "1968 traf sie durch ihre Beziehung mit dem Bebop1)-Bassisten Ernst Knauff, Inhaber des Musikverlages und Münchener Jazz-Clubs "Domicile"1), den Jazz-Pianisten Jan Hammer1) und verpflichtete ihn als Songscheiber für ihre erste (und einzige) LP "Kai Fidelity", die sie 1970 (Metronome MLP 15.359) aufnahm. Neben Jan Hammer war auch die Jazz-Größße Olaf Kübler1) an der Produktion beteiligt. Die Stücke wurden von Fischer getextet und fallen in die Kategorie Jazz-Chanson."
Nach dem Ende ihrer Filmkarriere zog sich Kai Fischer aus der Öffentlichkeit zurück, über das Privatleben bzw. den weiteren Lebensweg ist derzeit nichts bekannt.
Kai Fischer  soll  laut Wikipedia am  5. August 2025 im Alter von 91 Jahren in Puerto del Rosario1), Hauptstadt der zu Spanien1) gehörenden Kanarischen Insel1) Fuerteventura1), gestorben sein. Es gibt jedoch keine offiziellen Bestätigungen oder Medienberichte, somit gilt die Info als nicht gesichert.
Kurzportrait nach "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars"
von Adolf  Heinzlmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 100)
Siehe auch Wikipedia
* Quelle Wikipedia: In einem Interview für die Zeitschrift "Rasselbande" gab sie im Jahr 1958 Prag als Geburtsort an ( vgl. Leonore Tochtermann: Das Interview: Kai Fischer. In: "Rasselbande", 08. 10,1958, S. 371.), eEbenso in einem Interview mit der Illustrierten "Stern" vom 23. Mai 1959. Auf der Artisten-Karte ihrer ersten Agentin wird allerdings Halle (Saale) als Geburtsort genannt (online). Im "Wer ist wer?" von 1985 wurde als Geburtsjahr 1936 angegeben.
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2)  Die Krimihomepage
    
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de, Die Krimihomepage, fernsehserien.de, deutsches-filmhaus.de; R: Regie)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
  • 1963: Die Jagd nach Helena (eine Revue von H. G. Lange; als Jenny; → IMDb; Kurzinfo: Große Aufregung
    im Olymp, dem Sitz der griechischen Götter: Helena (Marina Orschel) ist verschwunden. Man ahnt nicht, dass sie
    auf die Erde herabgestiegen ist, um an einer Schönheitskonkurrenz teilzunehmen. Paris (Walter Wilz) und
    Götterbote Merkur (Peer Schmidt), von der olympischen Generalversammlung entsandt, führt die Suche nach
    Helena durch alle Erdteile. Dabei hat beide viele reizvolle und pikante Abenteuer zu bestehen. Zu guter letzt
    landen sie in Florida, wo die internationale Schönheitskonkurrenz zur Wahl der "Miss Universum"
    auf Hochtouren läuft. Plötzlich erscheint eine schöne und geheimnisvolle Unbekannte, die Paris und 
    Merkur schnell als Helena erkennen. Alle Überredungskünste der beiden sind vergeblich, die schöne Helena
    möchte unbedingt an der Wahl teilnehmen und natürlich gewinnen …
    "Gong" (39/1963): "Schlagermusikalischer Ausflug zu den sehr irdischen Stätten des Vergnügens im Rahmen einer
    schwachwitzigen Glosse über den altgriechischen Götterhimmel."
    "
    Gong (43/1963) schrieb in seiner Kritik: "Die Erwartungen sind wohl schuld daran, dass die Enttäuschung
    über diese "Revue" so groß wurde. (…) Der "Olymp" zeigte nur peinliche, geistlose Blödeleien; die "irdischen"
    Stätten des Vergnügens waren teilweise mit sehr ordinären Nummern bespickt; die Sucherei nach Helena aber
    wurde mit der Zeit so langweilig, dass dem Zuschauer am Bildschirm das große Gähnen überfiel. (…)
    Es ist eine Unverschämtheit, dem Fernsehpublikum Abfälle verkrachter Filme oder sonstiger Objekte vorzusetzen."
    "Hörzu" (42/1963) schrieb in ihrer Kritik: "Im zweiten Programm machte Paris "Jagd auf Helena". Sie fand, jedenfalls in
     norddeutschen Breiten, im Dunkel statt. Introduktion und Finale waren zu sehen, der Rest war "Unterbrechung". Das Bild
     war weg, der Ton lief weiter."
    (Quelle: tvprogramme.shoutwiki.com))
  • 1963–1965: Die Karte mit dem Luchskopf (Krimiserie; als Privatdetektivin Kai Fröhlich, die mit ihrer Tante
    Viktoria von Proschwitz (Ursula Herking) die "Detektei Luchs" betreibt
    ) → Wikipedia
    "Die Karte mit dem Luchskopf": Szenenfoto mit Kai Fischer als Privatdetektivin Kai Fröhlich; mit freundlicher Genehmigung von "Pidax Film", welche die Serie am 05.11.2010 auf DVD herausbrachte  "Die Karte mit dem Luchskopf":
    Szenenfoto mit Kai Fischer als
    Privatdetektivin Kai Fröhlich
     
    Mit freundlicher Genehmigung
    von "Pidax Film", welche die
    Serie am 5. November 2010
    auf DVD herausbrachte.
  • 1965: Das Strafquartett: Ein Knastical (als Madame Piqueton) → IMDb
  • 1966: Die Gentlemen bitten zur Kasse (Dreiteiler über den Postzugraub in Großbritannien am 08.08.1963;
    R: John Olden, Claus Peter Witt; als Inge, Ehefrau des Anwalts Peter Masterson (Paul-Edwin Roth)
    ) → Wikipedia
  • 1966: Hafenpolizei (Krimiserie; als Gangsterin Fräulein Steffens in Folge 37 "Juwelen nach Maß")
  • 1968: Babeck (Dreiteiler; R: Wolfgang Becker; als Caroline) → Wikipedia
  • 1969–1972: Salto Mortale (Serie; als Dompteuse Lilly Swoboda alias "Tiger-Lilly") → Wikipedia
  • 1973: Desaster (R: Reinhard Hauff; als Fräulein Baum)
  • 1973: Okay S.I.R. (Krimiserie; als Beatrix Werden in Folge 22 "Nicht gerade damenhaft")
  • 1974: Sergeant Berry (Krimiserie; als Miss Richie in Folge 12 "… und die Blume des Todes")
  • 1974: Der Verrat (R: Lutz Büscher; als Helen)
  • 1975: Das Double (als Sonja; → weitere Besetzung IMDb; Kurzinfo: Die Münchner Filmemacherin Christa Maar,
    promovierte Kunsthistorikerin, war schon mit ihrem Erstlingsfilm "Wandas Paradies" als sensible Regisseurin von
    Außenseiter-Themen aufgefallen. "Das Double", nach einem Illustriertenbericht, ist die Geschichte einer Abhängigkeit:
    Eine naive, lebensuntüchtige Supermarkt-Kassiererin läßt sich von einer Pensionswirtin (Kai Fischer/Anna Martins
     als Hausputtel anheuern und sich schließlich überreden, anstelle der Wirtin ins Gefängnis zu gehen. "Ich will zeigen",
    erläutert Christa Maar, "daß passives Verhalten zu Aggressionen provoziert."
    (Quelle: spiegel.de))
  • 1975: Dein gutes Recht (Serie; als Witwe Elke Darius in Folge 12 "Der Barpianist")
  • 1975: Der Kommissar (Krimiserie mit Erik Ode; als Erna in Folge 93 "Ein Playboy segnet das Zeitliche")
  • 1976: Die Unternehmungen des Herrn Hans (Serie mit Christian Wolff; als Chefin)
    • 3. Der Ballbesuch
    • 7. Die Gewichtskontrolle
    • 9. Die launige Darbietung
  • 1977: Notsignale (TV-Reihe; als Lehrerin Kolbe in Folge "Im Nest")
  • 1978: Elfriede (R: Wolfgang Panzer; mit Vérénice Rudolph als Elfriede; als Sonja) → tvspielfilm.de, IMDb
  • 1978: Derrick (Krimiserie mit Horst Tappert; als Doris Hemma in Folge 49 "Der Spitzel")
  • 1979: Die Protokolle des Herrn M (Krimiserie mit Herbert Fleischmann; → Die Krimihomepage:
    als Lola, Mutter von Stefan Grossky (Michael Mayrhofer), in Folge 2 "Routinefall Stefan Grossky"
    )
  • 1980: Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger (Krimiserie mit Beppo Brem; als Amalie Grünspan
    in Folge 2.16 "Drei Pässe zuviel"
    )
  • 1982: Familien-Bande (Serie; als Uschi)
  • 1983: Ausflug zum Vater (Serie; als Schauspielerin Luzie Prybilla bzw. Mutter von Johnny (Lutz Reichert)) → wunschliste.de
  • 1985: Alte Gauner (Serie; als Elfriede, Ehefrau von Erwin Schlaker (Harald Leipnitz), Eltern von Ilse (Margit Geissler),
    in Folge 2 "Fabrikanten"
    )
  • 1986: Der Fahnder (Krimiserie; als Frau Klingsohr in Folge 1.15 "Hitzewelle")
  • 1988: Tatort (Krimireihe) – Salü Palu (R: Hans-Christoph Blumenberg; mit Jochen Senf als KHK Max Palu:
    als Kneipenwirtin Alma, ehemalige Musikerkollegin des Jazz-Pianisten/entlassenen Untersuchungs-Häftlings
    Jacques Domberg (Gabriel Barylli)
    )
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de