Die ehemalige Schauspielerin Marina von Ditmar wurde am 30. Oktober 1914 in der russischen Großstadt Petrograd (heute wieder Sankt Petersburg) geboren und stammt aus einem baltischen Adelsgeschlecht, welches der Estländischen und Livländischen Ritterschaft1) angehörte. Sie begann ihre Karriere am Theater, wirkte unter anderem zwischen 1937 und 1940 in Berlin an der "Volksbühne". Hier erlebte man die stets elegant wirkende Mimin in Dramen und Komödien, beispielsweise in "Ein Fallissement" (1938) von Bjřrnstjerne Bjřrnson sowie den Gerhart Hauptmann-Schauspielen "Rose Bernd" (1937) und "College Crampton" (1938). Letzteres unter der Regie von Eugen Klöpfer, der mit von Ditmar Anfang März 1939 auch die Komödie des Franzosen Alfred Gehri "Im sechsten Stock" und im Februar/März 1940 die Uraufführung des Stücks "Liebe in USA" von Alessandro di Stefani inszenierte.
Seit den frühen 1930er Jahren trat Marina von Ditmar auf der Leinwand in Erscheinung und startete eine intensive, wenn auch kurze Filmkarriere. Eine erste kleine Rolle erhielt sie in dem Henny Porten-Streifen "Mutter und Kind"2) (1934), nach Auftritten in der von Georg Jacoby gedrehten Operetten-Adaption "Die Czardasfürstin"3) (1934) und Viktor Tourjanskys Abenteuer "Stadt Anatol"1) (1936) wurden die Aufgaben für die attraktive Schauspielerin mit der Zeit größer. Karel Lamač besetzte sie als eine der vier hübschen Töchter des Uhrmachers Fürchtegott Palme (Ernst Behmer) in seiner heiteren Geschichte "Vor Liebe wird gewarnt"3) (1937), Erich Waschneck als Tänzerin Paula Schönborn bzw. Schwester der "Göttlichen Jette" in der gleichnamigen Musik-Komödie1) (1937) mit Grethe Weiser in der Titelrolle.
 
Als Paul Martin das Historiendrama "Preußische Liebesgeschichte"1) (1938) über die Romanze zwischen Prinz Wilhelm von Preußen (Willy Fritsch), dem späteren Kaiser Wilhelm I.1), und der polnischen Prinzessin Elisa Radziwill1) (Lída Baarová) drehte, fand er in Marina von Ditmar eine ideale Besetzung für die Rolle der Prinzessin Maria, Tochter der Zaren-Schwester Erbgroßherzogin Maria Paulowna (Dagny Servaes). Aufgrund der bekannt gewordenen Affäre Baarovás mit Reichspropagandaminister Joseph Goebbels wurde der Film jedoch gleich nach Fertigstellung verboten und gelangte erst nach Kriegsende am 12. April 1950 unter dem Titel "Liebeslegende"3) in die Lichtspielhäuser.
Marina von Ditmar zeigte sich in einigen, bis heute zu den "Vorbehaltsfilmen"1) zählenden NS-Propagandastreifen, etwa als junge Französin neben Carl Raddatz in "Stukas"1) (1941) und als angebliche Spionin in der antisowjetischen Produktion "G.P.U."1) (1942) mit Laura Solari und Andrews Engelmann, jeweils von Karl Ritter in Szene gesetzt. Mit dem legendären Heinrich George spielte sie in Paul Verhoevens Drama "Der große Schatten"3) (1942) und mimte dessen junge Tochter Inge, die, einst verführt von dem Schauspieler Robert Jürgensen (Will Quadflieg), den Freitod wählte. Eine weniger tragische Rolle war die der bezaubernden Sophie von Riedesel, die sich in Josef von Bákys starbesetztem Abenteuer "Münchhausen"1) (1943) in den letzten Baron Münchhausen (Hans Albers) verliebt.
  
Marina von Ditmar, die in jenen Jahren zu den beliebten Filmstars zählte, präsentierte sich einmal mehr als Tochter – diesmal von Otto Gebühr und Henny Porten – in Fritz Kirchhoffs Komödie "Wenn der junge Wein blüht"3) (1943), gab die hübsche, aber häusliche Schwester der nicht minder schönen gefeierten Primaballerina Gabriele Wilkens (Gisela Uhlen), die in Erich Waschnecks Melodram " Die beiden Schwestern"3) (1943) schließlich ihr Glück mit dem Komponisten Andreas Holk (O. W. Fischer) findet. Als weibliche Protagonistin bzw. Telefonistin Barbara Pohl tauchte sie in der musikalischen Verwechslungskomödie "Seine beste Rolle"2) (1944; Regie: Vladimír Slavínský) mit dem Star-Bariton Hans Hotter als Partner auf, nach einer kleineren Rolle in dem Beziehungslustspiel "Komm zu mir zurück"2) (1944, Regie: Heinz Paul) stand Marina von Ditmar im August/September 1944 noch für Karl Antons Krimi "Ruf an das Gewissen"1) vor der Kamera und gab die Tochter der wegen Mordes an einer Sängerin verurteilten Helga Andree (Käthe Haack). Fertiggestellt wurde der Film nach Kriegsende von der DEFA und kam, nach der Wiener Premiere (1949), erstmals in der ehemaligen DDR am 3. Februar 1950 in die Kinos.
 
Nach Ende des 2. Weltkrieges übernahm Marina von Ditmar nur noch in zwei Kinoproduktion Aufgaben, spielte mit Sybille Schmitz und Hans Nielsen in František Cáps Krimi "Kronjuwelen"2) (1951) sowie mit Ilse Werner und Paul Klinger in der turbulent-witzigen Geschichte "Mutter sein dagegen sehr" (1951; Regie: Viktor Tourjansky).
Danach zog sie sich ins Privatleben zurück, beendete ihre Karriere als Schauspielerin und verschwand somit aus dem Blickfeld der breiten Öffentlichkeit. Sie hatte 1949 den aus Breslau stammenden Bad Kissinger Chefarzt der "Rhön-Klinik" bzw. Sanatoriumsbesitzer Dr. Hans-Georg Dehnhardt (1913 – 2001) geheiratet, empfing dank persönlicher Kontakte zur Politik, zum Adel und zur Welt von Film und Theater gemeinsam mit ihrem Ehemann in den folgenden Jahrzehnten viele prominente Gäste in dem Bad Kissinger Sanatorium "Kurländer Haus" – beispielsweise das thailändische Königspaar Bhumibol und Sirikit sowie Bundespräsident Heinrich Lübke mit Gattin.4) "Hans-Georg Dehnhardt und seine Frau Marina sind als die letzten Repräsentanten des alten mondänen Weltbads Kissingen zu betrachten. Das lässt sich nicht nur durch die lange Reihe berühmter Schauspieler belegen, die das Paar zu seinen Gästen zählte. Bekanntester Beweis ist ein Besuch im August 1966, der letztlich ebenfalls der Verbindung zu Lübke zu verdanken war. Das thailändische Königspaar Bhumibol und Sirikit traf die Lübkes im "Kurländer Haus". Tags darauf begleiteten die bürgerlichen Heinrich und Wilhelmine Lübke das Monarchenpaar nach Würzburg." notierte unter anderem die "Main-Post" (26.07.2012).
Der 1968 in in Oshakati (Namibia) geborene, mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilmer, Regisseur Autor und Produzent Sebastian Dehnhardt1) ist nicht, wie bei filmportal.de ausgewiesen, der leibliche Sohn von Marina von Ditmar.
 
Die ehemals so beliebte Filmschauspielerin lebte bis zu ihrem Tod in Bad Kissingen, wo sie – rund zwei Monate vor ihrem 100. Geburtstag – am 3. September 2014 starb. Ihre letzte Ruhe fand sie auf dem dortigen "Parkfriedhof" → Traueranzeige; siehe auch die Nachrufe bei www.welt.de, www.infranken.de, www.mainpost.de.
Quellen (unter anderem): Wikipedia, www.cyranos.ch
Fotos bei www.virtual-history.com
Link: 1) Wikipedia, 2) filmportal.de, 3) Murnau Stiftung
4) Quelle: Wikipedia (abgerufen 16.07.2013)
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: filmportal.de, Murnau Stiftung, Wikipedia)
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