Hermann Prey wurde am 11. Juli 1929 als Sohn eines Metzgers in Berlin geboren. Bereits als Junge war er Mitglied des Berliner Mozart-Chores, später ließ er sich ab 1948 drei Jahre lang an der Musikhochschule durch Jaro Prohaska (1891 – 1965), Günther Baum sowie Harry Gottschalk zum Sänger ausbilden. 1951 gab der Bariton seinen ersten Liederabend, ein Jahr später debütierte er in Wiesbaden als Mühlknecht Moruccio in Eugen d'Alberts "Tiefland"1) auf der Opernbühne. Zuvor hatte Prey beim "Meistersinger-Wettbewerb" in Nürnberg auf sich aufmerksam gemacht und den ersten Platz belegt; der Preis war unter anderem mit einer Reise in die USA verbunden. 1953 wechselte der Sänger auf Drängen des damaligen Opernregisseurs Günther Rennert1) (1911 – 1978; später Intendant der "Bayerischen Staatsoper") nach Hamburg an die "Staatsoper" und beeindruckte vor allem als Mozart-Interpret; so brillierte er beispielsweise als Graf Guglielmo in "Così fan Tutte"1), ebenso herausragend war seine Partie des Papageno in "Die Zauberflöte"1) oder die Titelpartie in "Don Giovanni"1). Prey machte sich aber auch als "Figaro" in Rossinis "Der Barbier von Sevilla"1) einen Namen, eine Figur die ihm 1956 an der " Wiener Staatsoper" zum internationalen Durchbruch verhalf. 
 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Herman Prey; Copyright Virginia Shue
1959 glänzte er dann bei den Salzburger Festspielen mit der Partie des Barbier Schneidebart in der Richard-Strauss-Oper "Die schweigsame Frau"1), im darauffolgenden Jahr feierte er als Wolfram in Wagners "Tannhäuser"1) Triumphe an der New Yorker "Metropolitan Opera", wo er von da ab bis 1970 regelmäßig zu Gast war; Auftritte an so bedeutenden Opernhäusern wie in Bayreuth, Mailand, London oder auch bei Festspielen wie in Aix-en-Provence zeugten von Preys sängerischer Dominanz.
Daneben engagierte sich Prey, der 1962 von der bayerischen Staatsoper zum "Kammersänger" ernannt worden war, intensiv für das deutsche Kunstlied und sang auch Werke weniger bekannter Komponisten wie beispielsweise von Hans Pfitzner oder Carl Loewe. Ein breites Publikum erreichte er in späteren Jahren mit der "leichteren Muse", er trat in Operetten und "komischen Opern" auf, veröffentlichte zahlreiche Schallplatten und war auch von dem Fernsehbildschirm in vielen Shows eine feste Größe.
Preys Stimme und deren Führung hat die Gesangsinteressierten immer in zwei Lager geteilt: Die einen fühlten sich vom warmen, körperhaften, einschmeichelnden Klang stark angesprochen, die anderen wurden abgeschreckt durch jene spezifische Prey-Mischung aus Kehldruck und Gaumigkeit, die mit einer gewissen Raffinesse am Knödeln vorbeihuscht, seinem Singen aber eine unbestreitbar charakteristische Note verlieh. Beide Lager hatten und haben auf ihre Weise recht.
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1981 brachte der Kammersänger seine Erinnerungen unter dem Titel "Premierenfieber" auf den Markt, ein Buch, welches später auch in englischer Sprache als "First Night Fever" eine internationale Leserschaft fand.  
Der berühmte Kammersänger und Bariton Hermann Prey, der seit 1982 Professor an der Musikhochschule Hamburg war, starb am 22. Juli 1998, wenige Tage nach seinem 69. Geburtstag, unerwartet an den Folgen eines Herzinfarkts im bayerischen Krailling; noch wenige Tage zuvor hatte er in München ein Konzert gegeben.
Hermann Prey war seit 13. Februar 1954 mit seiner Frau Barbara verheiratet und hinterließ die Töchter Annette und Franziska sowie Sohn Florian. Florian Prey1) (geb. 1960) schlug später ebenfalls die Sängerlaufbahn ein (lyrischer Bariton) und debütierte 1986 an der Wiener Kammeroper → www.florianprey.de.
 
Link: 1) Wikipedia
Quelle: 2) "Grosse Stimmen" von Jens Malte Fischer, Verlag J. B. Metzeler, Stuttgart 1993, S. 469
Siehe auch www.hermannprey.de sowie Wikipedia
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