|
||
Doch vor allem durch das Fernsehen erreichte der vielseitige Schauspieler in anspruchsvollen Stücken eine ungeheure Popularität und nachhaltige Wirkung. So agierte er unter anderem als Marquis von Arcis in "Die Marquise von Arcis" (1961), in "Ein Idealer Gatte" (1966) von Oscar Wilde gab er die Titelfigur des Sir Robert Chiltern neben Anaid Iplicjian als Lady Chiltern, im gleichen Jahr erlebte man ihn als Partner von Agnes Fink in "Das Lächeln der Gioconda". Neben vielen Auftritten in beliebten Krimireihen wie "Stahlnetz", "Kriminalmuseum, "Derrick", "Der Alte" oder "Tatort" sah man den markanten Schauspieler beispielsweise als Colonel Green in dem mehrteiligen Durbridge-Straßenfeger "Das Messer"2) (1971), in Franz Josef Wilds "Die Erbin" (1982) war er der Dr. Austin Sloper und Filmehemann von Heidelinde Weis und auch für internationale Produktionen wie dem TV-Mehrteiler "The Winds of War" (1983) oder dem Historienfilm "Young Catherine"1) (1991, Die junge Katharina) stand Kerst vor der Kamera. In dem Quotenrenner "Das Erbe der Guldenburgs"1) mimte er ab 1987 einige Folgen lang den Verleger Henry Deichmann, in Kurt Juneks Thriller "Wiener Walzer" übernahm er eine Hauptrolle, ebenso wie in Michael Kehlmanns Krimi "Der Meister des jüngsten Tages" (1990). 1995 spielte er in Dagmar Dameks kriminalistisch angehauchten TV-Drama "Anna Im Banne des Bösen" den Pastor Raabe, in Sergio Martinos Kriminalkomödie "Die Geliebte und der Priester" (Padre papà) den Pater Kurtius. In jüngerer Zeit agierte Alexander Kerst als John Hanks in der Pilcher-Verfilmung "Wind über dem Fluss" (2001) auf dem Bildschirm sowie in dem Dreiteiler "Die Patriarchin" (2005); in der spannenden Geschichte um den Familien-Clan einer Hamburger Kaffeerösterdynastie, mit Iris Berben als Nina Vandenberg in der Titelrolle, mimte er den Gorm Vandenberg, der sich vor Jahren wegen Herzproblemen aus der Firma zurückgezogen hat. Danach sah man ihn in zuletzt erneut neben Iris Berben sowie Matthias Habich in dem von Matti Geschonneck in Szene gesetzten, mehrfach prämierten Drama "Silberhochzeit"1) (2006). Neben seiner umfangreichen Arbeit für Film und Fernsehen war Alexander Kerst bis vor wenigen Jahren dem Theater immer treu geblieben. Noch in jüngerer Zeit begeisterte er das Publikum in Esther Vilars Komödie "Reisen mit Lady Astor" und spielte an der Seite der großen Mimin Maria Becker, eine der Ikonen deutschsprachiger Bühnen, den Georg Bernard Shaw. Zusammen mit Maria Becker hatte er auch im Sommer 2002 bei den Festspielen in Zürich im "Jedermann" brilliert. Darüber hinaus hielt der Schauspieler mit der unverwechselbaren Stimme Rezitationsabende und Lesungen mit literarischen Programmen ab. Der sympathische und renommierte Charakterdarsteller Alexander Kerst starb am 9. Dezember 2010 nach längerer Krankheit im Alter von 86 Jahren in seiner Wahlheimat München. Er war mit Ehefrau Ingrid verheiratet und Vater von zwei Kindern. Für die "Süddeutsche Zeitung" machten das "markantes Gesicht und die knarzende Stimme" die "große Wandlungsfähigkeit" des Charaktermimen aus, der "jahrzehntelang einer der gefragtesten Schauspieler in der deutschen Fernsehlandschaft" war. In dem Nachruf bei www.tagesschau.de wird der TV-Pionier Alexander Kerst als "Ein Offizier und Gentleman" bezeichnet. |
||
|
Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP Lizenz Foto Alexander Kerst (Urheber: Stuart Mentiply, Wolfsburg): Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar. |
||
| Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei www.imdb.de | ||
|
|
||
|
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster
schließen. Home: www.steffi-line.de |