Seit den 1960er Jahren widmete sich Matthias Fuchs verstärkt seiner Bühnenkarriere
und übernahm nur noch selten Rollen für Film- und Fernsehen. Über
Engagements in Wien ("Theater in der Josefstadt", 19621964), Hannover
("Staatstheater Hannover"; 19651967) und Köln ("Bühnen der Stadt Köln";
19681970) kam Fuchs 1971 nach Frankfurt am Main, wo er bis 1979 auf der Bühne stand,
1981 wurde er festes Ensemblemitglied am
"Deutschen Schauspielhaus"
in Hamburg. Anfangs noch der jugendliche Liebhaber, übernahm er später
Rollen, die mehr zu seinem Alter passten wie beispielsweise die des
"Marquis von Keith" in Frank Wedekinds gleichnamigen Stück.
In Hamburg berühmt geworden sind insbesondere seine Arbeiten mit dem Regisseur Peter Zadek; so übernahm er 1988 in Zadeks fünfaktiger
"Lulu"-Inszenierung, an der Seite von Susanne Lothar, die Rolle des Malers Eduard Schwarz. Weitere Rollen Fuchs' in Hamburg waren:
die Titelrolle in
"Perikles" (1981, Regie: Augusto Fernandes), der Gyges in
"Gyges und sein Ring" von Friedrich Hebbel (1982, Regie: Ernst Wendt), der Orgon in
"Tartuffe" (1982, Regie: Ernst Wendt), der Jupiter in
"Amphitryon" (1989, Regie: Christof Nel), der Leicester, den Fuchs
"als schon etwas verblühten alternden Playboy"*) und
"ältlichen, nervösen Beau"**) in "Maria Stuart" (1990, Regie: Michael Bogdanov) gab, der
Kurfürst in
"Der Prinz von Homburg" (1994, Regie: Martin Kuej), der Schalimov in
"Sommergäste" von Maxim Gorki (1997, Regie: Elke Lang) und der Philipp von Burgund in
"Die Jungfrau von Orléans" (1999, Regie: Matthias Hartmann). 2000 spielte er in
"Merlin oder das wüste Land" von Tankred Dorst in einer Inszenierung von Jossi Wieler. Fuchs' letzte Rolle am "Deutschen Schauspielhaus" war 2001
in Roland Schimmelpfennigs Theaterstücks
"Push Up", in dem Fuchs noch drei Tage vor seinem Tod auf der Bühne stand.
Fuchs spielte am "Deutschen Schauspielhaus" neben seinen Auftritten im klassischen Theaterrepertoire
auch in zahlreichen Theaterstücken moderner Dramatiker, so unter anderem in Werken von Tony Kushner
("Angels in America", 1993) und Peter Turrini ("Tod und Teufel", 1991).3)
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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| Erst ab Mitte der 1970er Jahre sahen die Zuschauer Matthias Fuchs auch wieder
regelmäßig auf dem
Bildschirm, sporadisch wirkte er auch in einigen Kinoproduktion mit. Neben
Auftritten in verschiedenen "Tatort"-Folgen tauchte Fuchs beispielsweise 1980 als
junger Arzt in Fassbinders TV-Serie
"Berlin Alexanderplatz"2) auf, in der Jakob Wassermann-Adaption
"Der Fall Maurizius"1) überzeugte
er ein Jahr später mit der Titelrolle des Leonhart Maurizius. Fuchs wirkte in so bekannten
Kinofilmen wie Fassbinders "Lola"2) (1981), Robert van Ackerens
"Die Flambierte Frau"2) (1983),
Roland Emmerichs "Das Arche Noah Prinzip" (1984)
oder Hans-Christoph Blumenbergs "Der Sommer des Samurai" (1986) mit.
Es folgten Auftritte beispielsweise in Uwe Schraders hochgelobtem Film
"Mau Mau"2) (1992)
oder Romuald Karmakars Psychogramm nach Originalakten über den Serienmörder
Fritz Haarmann2)
(1879 1925) in "Der Totmacher"2) (1995), wo Fuchs neben Protagonist Götz George den Arzt Dr. Machnik
darstellte.
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Im Fernsehen konnte Fuchs vor allem in den 1990er Jahren seine darstellerische
Bandbreite unter Beweis stellen, so unter anderem 1992 als Baron Gunnar von Trauberg in der Serie "Schloss Hohenstein",
1994 als Dr. Mohn in "Rosa Roth In Liebe und Tod" mit Iris Berben
als unkonventioneller Kommissarin "Rosa Roth" oder erneut neben
Götz George in Nico Hofmanns preisgekröntem Psychothriller "Der
Sandmann"2) (1995). In den letzten Jahren seines
TV-Schaffens waren es vornehmlich Krimis, in denen sich Fuchs auf dem Bildschirm
präsentierte, so als der "Stille Herr Genardy" (1997) neben Iris Berben oder 1999 als der zwielichtiger Herr Leclerc
in "Schwarzes Blut".
Mehrfach mimte er zwischen 1997 und 2001 den Kiezanwalt Manthey in der
RTL-Reihe "Doppelter Einsatz". Zuletzt sah man den Schauspieler 2002 als Richter in "Mord im Haus des Herrn"
auf dem Bildschirm. Er selbst erlebte die Ausstrahlung dieser Sendung nicht mehr:
Matthias Fuchs erlag in den frühen Morgenstunden des 1. Januar 2002 im Hamburger Universitätskrankenhaus
mit 62 Jahren den Folgen seines Lungenkrebsleidens. Die Hamburger
Theaterzuschauer hatte ihn noch bis kurz vor seinem Tod in dem Stück "Push
up" auf der Bühne sehen können. Auch als Synchronsprecher hatte sich
Matthias Fuchs mit seiner prägnanten, rauen und beruhigenden Stimme einen
Namen gemacht, ebenso wie als Sprecher in etlichen Hörspielen; hier ist vor
allem die Hörspielserie "Die drei ???" zu nennen, in der Fuchs seit 1995 als Erzähler fungierte.
Die Tochter von Matthias Fuchs, Maria Fuchs2), ergriff
ebenfalls den Schauspielerberuf; unter anderem
wirkt sie seit 2008 in der ARD-Telenovela "Rote
Rosen"2) mit.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Link: 1) Kurzportrait bzw.Bbeschreibung innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia
Quelle: 3) Wikipedia (abgerufen 23.10.2011) mit der Quellenangabe: *) Aufführungskritik
zu: "Maria Stuart" in: "Die Bühne", Ausgaben 376387,
Verlag Austria International 1990 sowie **) "Zwanzig Jahre Hamburg"
in: "Theater heute", Ausgaben 16, 2002 (Auszüge bei Google Books)
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