Else Elster
Else Elster wurde am 22. Februar 1910 in Danzig geboren. Bevor sie zu einer vielbeschäftigten Theater- und Filmdarstellerin avancierte, hatte sie in Wien die Musikhochschule besucht und sich von der legendären Mimin Ilka Grüning1) (1876 – 1964), einer der renommiertesten Schauspielerinnen jener Zeit, ausbilden lassen.
Erste Aufgaben beim Film übernahm Else Elster noch vor ihrem Theaterdebüt und konnte gleich mit ihrem ersten Auftritt in der Komödie "Die Blonde Nachtigall"2) (1930) mit einer Hauptrolle überzeugen. Es folgten Unterhaltungsstreifen wie "Der Herr auf Bestellung" (1930), "Purpur und Waschblau" (1931), "Gesangverein Sorgenfrei" (1931) und "Viktoria und ihr Husar" (1931), im darauffolgenden Jahr wurde sie nach "Tod über Shanghai" (1932) in "Husarenliebe" (1932) von Carl Heinz Wolff mit einer weiteren größeren Aufgabe betraut. In Erich Engels Gruselgeschichte "Das Geheimnis des blauen Zimmers" (1932) zeigte sie sich als Partnerin von Theodor Loos, Wolfgang Staudte und H. A. Schlettow, mimte die junge, hübsche Irene von Hellberg, der drei Jugendfreunde anlässlich ihres 21. Geburtstages ihren Mut beweisen und trotz Warnung des Schlossherrn in einem mysteriösen, von allen gefürchteten Raum übernachten wollen…
In Carl Boeses "Drei von der Kavallerie" (1932) mit Paul Hörbiger, Paul Heidemann und Fritz Kampers war sie dann die "Dame ohne Unterleib" Isabella, in "Ein süßes Geheimnis"2) (1932) das fesche Mädel Liesel und ledige Tochter einer Wiener Modehausbesitzerin, die erst nach turbulenten Verwicklungen zu Liebe und Glück findet. Nach "Der Frechdachs"2) (1932) und "Wenn am Sonntagabend die Dorfmusik spielt" (1933) tauchte sie als Anni Lüders und Partnerin Aribert Mogs in "Muss man sich gleich scheiden lassen" (1933, Anfang der 1950er Jahre mit Ruth Leuwerik erneut verfilmt) auf.
Weitere heiter-belanglose Produktionen mit Else Elster wurden unter anderem "Hochzeit am Wolfgangsee" (1933), "Der Kaiserjäger"2) (1933), "Mach' mich glücklich"2) (1935) und "Die Jugendsünde"2) (1936). E. W. Emo besetzte sie neben Maria Andergast und Gretl Theimer in "Drei Mäderl um Schubert" (1936), Veit Harlan in dem Schwank "Krach im Hinterhaus"2) (1936) und J. A. Hübler-Kahla in der Komödie "Das Veilchen vom Potsdamer Platz"2) (1936). Bis Ende der 1930er Jahre erlebte man die Schauspielerin beispielsweise in "Skandal um den Hahn"2) (1938), "Der Optimist" (1938), "Es leuchten die Sterne"2) (1938), "Wenn Männer verreisen"2) (1939) sowie in dem Heesters-Film "Hallo Janine!"2) (1939), wo sie auch als Sängerin auftrat. Während des Krieges stand Else Elster nur für vier Filme vor der Kamera: Für "Weltrekord im Seitensprung" (1940), "Liebe ist zollfrei"1) (1941) und "Fritze Bollmann wollte angeln"2) (1943) sowie als Luziana, Maitresse der titelgebenden Figur, in dem unsäglichen NS-Hetzfilm "Jud Süß"1) (1940). 

Nach Ende des 2. Weltkrieges war Else Elsters große Zeit beim Film endgültig vorbei, lediglich in E. W. Emos "Nichts als Zufälle" (1949, mit Theo Lingen) fand sie noch einmal eine kleine Aufgabe. Sie konzentrierte sich wieder auf ihre Arbeit am Theater, zeigte sich auf der Kabarettbühne und arbeitete für den Hörfunk.
Else Elster war verheiratet und hatte vier Kinder; sie starb am 28. März 1998 im bayerischen Günzburg, wenige Wochen nach ihrem 88. Geburtstag.
 
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung

Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch;
Fotos bei film.virtual-history.com

  
Kinofilme
Filmografie bei www.imdb.de

(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia)
  • 1930: Die Blonde Nachtigall
  • 1930: Der Herr auf Bestellung
  • 1931: Viktoria und ihr Husar
  • 1931: Purpur und Waschblau
  • 1931: Gesangverein Sorgenfrei
  • 1931: Weekend im Paradies
  • 1931/32: Ein süßes Geheimnis
  • 1932: Tod über Shanghai
  • 1932: Husarenliebe
  • 1932: Geheimnis des blauen Zimmers
  • 1932: Johann Strauss K.u.K. Hofballmusikdirektor / Kaiserwalzer
  • 1932: Der Frechdachs
  • 1932: Eine wie Du
  • 1932: Friederike
  • 1932: Flucht nach Nizza
  • 1932: Drei von der Kavallerie
  • 1933: Seine erste Liebe
  • 1933: Alle machen mit
  • 1933: Hochzeit am Wolfgangsee
  • 1933: Der Kaiserjäger
  • 1933: Muss man sich gleich scheiden lassen
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