Renate Blume (links) im Gespräch mit Kollegin Anastasia Wertinskaja (rechts) und Regisseur Frank Beyer1) 1964 beim "Filmfestival Karlovy Vary"; Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-C0710-0009-001; Fotograf: Hochneder, Christa / Datierung: 10.07.1964/ Lizenz CC-BY-SA 3.0.; Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-C0710-0009-001 bzw. Wikimedia Commons Renate Blume (auch Renate Blume-Reed) wurde am 3. Mai 1944 im hessischen Bad Wildungen als Tochter eines Flugzeugingenieurs geboren und wuchs seit Mitte der 1950er Jahre in Dresden auf. Sie besuchte als Schülerin recht erfolgreich das Kinderballett der "Palucca Hochschule für Tanz Dresden"1) und wollte anfangs Tänzerin werden, die Eltern hätten sie am liebsten als Ärztin gesehen. Doch die 18-Jährige entschied sich nach dem Abitur für die Schauspielerei und studierte ab 1962 an der "Staatlichen Schauspielschule Berlin" ("Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin"1)) im Berliner Ortsteil Niederschöneweide. Noch während der Ausbildung erhielt sie von Regisseur Konrad Wolf als Partnerin von Eberhard Esche die weibliche Hauptrolle in der Literaturadaption "Der geteilte Himmel"1) (1964), werkgetreu gedreht nach der Erzählung von Christa Wolf1). Der Film wird "ein internationaler Erfolg und zählt noch heute zu den bekanntesten Produktionen der DEFA, nicht zuletzt wegen der lebensnahen und ehrlichen Darstellung der jungen Renate Blume." konnte man auf der ehemaligen Website defa-sternstunden.de lesen.
 
Renate Blume (links) im Gespräch mit der sowjetischen Kollegin Anastasia Wertinskaja
und Regisseur Frank Beyer1) 1964 beim "Filmfestival Karlovy Vary"
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-C0710-0009-001;
Fotograf: Hochneder, Christa / Datierung: 10.07.1964 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz
wurde am 11.10.2010 erteilt. Originalfoto und Beschreibung:
Deutsches Bundesarchiv Bild 183-C0710-0009-001 bzw. Wikimedia Commons
Ein Jahr später beendete sie die Studien und gehörte ab 1965 für fünf Jahre zum Ensemble des "Dresdner Staatstheaters"1), wo sie sowohl in klassischen als auch modernen Stücken die unterschiedlichsten Figuren gestaltete. Die attraktive Mimin mit den braunen Augen und langen schwarzen Haaren stand während dieser Zeit, wenn auch eher sporadisch, vor der Kamera. Sie gehörte zur Besetzung des zweiteiligen Spionage-Streifens "Die gefrorenen Blitze"1) (1967), auf dem Bildschirm sah man sie vorwiegend in Literatur-Verfilmungen. Seit den 1970er Jahren festes Mitglied des Ensembles des "Deutschen Fernsehfunks"1) (DFF), intensivierte sie nun ihre Arbeit als Filmschauspielerin und avancierte mit zahlreichen prägnanten Rollen zum Publikumsliebling.
In Kino-Produktionen war sie eher selten vertreten, dennoch sind zwei Filme zu nennen, mit denen Renate Blume nachhaltigen Ruhm erlangte: Zum einen der DEFA-Indianerfilm "Ulzana"1) (1974), wo sie an der Seite von Gojko Mitić die mexikanische Ehefrau des Apachen-Häuptlings Ulzana mimte, die in die Hände des sadistischen Captain Burton (Rolf Hoppe) gerät und so tragisch endet. "Diese erste echte Frauenrolle im Bereich des attraktiven, abenteuerlichen Genres wurde durch ihre charaktergenaue Interpretation zum Beweis einer möglichen Differenzierung von Haltungen." notierte 1976 der Publizist bzw. Film- und Fernsehkritiker Heinz Hofmann.*) Auch privat waren Blume und der "DDR-Vorzeigeindianer" ein Paar, von 1974 bis 1976 lebte sie mit Gojko Mitić zusammen. Im Dezember 1974 gelangte Konrad Petzolds prominent besetzte Jack London-Verfilmung "Kit & Co"1) nach den Romanen "Alaska-Kid"1) und "Kid & Co." in die Lichtspielhäuser. Hier sah man sie an der Seite des von Dean Reed1) dargestellten Titelhelden Kit Bellew als aparte Tochter des erfolgreichen Goldsuchers Louis Gastell (Siegfried Kilian), die schließlich das Herz von Kit erobert. Bei dem gut aussehenden US-amerikanischen Schauspieler/Sänger Dean Reed, ehemaliges lateinamerikanisches Teenager-Idol und Frauenschwarm, der seit 1973 als bekennender Sozialist in der DDR lebte, hinterließ sie wohl einen bleibenden Eindruck – sieben Jahre später gaben sich beide am 22. September 1981 nach einer drei-jährigen Beziehung auf dem Standesamt in Berlin-Köpenick das Ja-Wort.
 
Die Fernsehzuschauer erlebten Renate Blume unter anderem in erfolgreichen Mehrteilern, beispielsweise als Jüdin Esther Schattmann in "Die Bilder des Zeugen Schattmann"1) (1972) nach dem Roman von Peter Edel1), als schöne Titelheldin in "Die sieben Affären der Doņa Juanita"1) (1973) nach dem Roman von Eberhard Panitz1), als Lehrerin Karin Lindau in "Der Leutnant vom Schwanenkietz"1) (1974) oder als Ehefrau Hilde Schneller (1894–1989) in "Ernst Schneller"1) (1977), dem Biopic über den kommunistischen Lehrer und Politiker Ernst Schneller1) (1890–1944). Mehrfach spielte sie seit Ende der 1970er Jahre für die Story wichtige Frauenfiguren in dem Dauerbrenner "Polizeiruf 110"1) – so unter anderem als Kellnerin "Lottchen", die in der Geschichte "Trüffeljagd"1) (1981) den Männern den Kopf verdreht und für ihre kriminellen Machenschaften benutzt. In der spannenden Abenteuerserie "Archiv des Todes1) (1980) zeigte sie sich als mutige Funkerin bzw. Unterführerin Renate Wiesner, in der Nachfolgeserie "Front ohne Gnade"1) (1984) als Wiederstandskämpferin Lydia Messmer. Nachhaltigen Eindruck hinterließ sie in der 7-teiligen deutsch-sowjetischen Koproduktion "Karl Marx – die jungen Jahre"2) (1981) als Jenny, Ehefrau des Protagonisten der Arbeiterbewegung Karl Marx1), der "Leninpreis"1) war 1982 der Lohn für ihr eindrückliches Spiel. Eine weitere Person der Zeitgeschichte stellte sie in "Martin Luther"1) (1983) dar, dem Fünfteiler über den von Ulrich Thein verkörperten Reformator Martin Luther1) – hier trat sie als Barbara, Ehefrau von Lucas Cranach der Ältere1), in Erscheinung. Dass sich Renate Blume nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen ließ, bewies sie als Mutter von Benno in der zweiteiligen Komödie "Benno macht Geschichten"1) (1982), als Fabrikarbeiterin Yvonne in dem Krimi "Die lieben Luder"1) (1983) oder als sympathische, ehemalige Kindergärtnerin Josi in der Familienserie "Barfuß ins Bett"1) (1988). Eine ihrer letzten Rollen für den DFF war die der Tabea Mandel, Vertraute und Geliebte Albert Einsteins1) im 1. Teil ("Der letzte Sommer") des Zweiteilers "Albert Einstein"2) (1990).
Den Frauentyp, den sie selbst gern darstellt, beschreibt die anspruchsvolle und vielseitige Künstlerin Anfang der 70er Jahre im Interview: "Die selbständig denkenden und handelnden Frauen, von denen es viele in unserem Leben gibt, sind für mich ergiebiger, weil sie es ermöglichen, Extreme auszuloten, Widersprüche aufzudecken und dadurch zur Überwindung von alltäglichen Schwierigkeiten beizutragen, ohne konstruierte Heiterkeit 'aufsetzen' zu müssen."3)
 
Wie etliche ihrer ostdeutschen Kollegen hatte auch Renate Blume nach der Wiedervereinigung Probleme, in der gesamtdeutschen Filmszene Fuß zu fassen. Sie betätigte sich anfangs kurzzeitig als Schauspiellehrerin, ab 1992 folgten Theater-Engagements unter anderem in Berlin, München und Düsseldorf. Parallel dazu erhielt sie nun auch wieder Angebote für TV-Produktionen und tauchte in den nachfolgenden Jahren meist mit Episodenrollen in beliebten Serien auf. Hier ist aber auch zwischen 2005 und 2008 die durchgehende Figur der Ingrid Lindbergh, Ehefrau des despotischen Senior-Chefs des "Grand Hotel Lindbergh" Albrecht Lindbergh (Reiner Schöne), in der ZDF-Vorabendserie bzw. Hotel- und Familiensaga "Fünf Sterne"4) zu nennen. Eine schöne Rolle war ebenfalls die der (vermeintlichen) Tante des charmanten Hochstaplers Felix Rath (Thomas Heinze) in der SAT.1-Komödie "Ich bin ein Berliner" (2005) – Tante Agnes soll eine kurze, wilde Affäre mit John F. Kennedy während seines legendären Besuchs in Berlin im Jahre 1963 gehabt haben. Der finanziell klamme Felix nutzt dir Gunst der Stunde und gibt sich als unehelicher, in Berlin gezeugter Sohn des ehemaligen Präsidenten aus … → tittelbach.tv. Zuletzt präsentierte sie sich auf dem Bildschirm mit einem kleinere Part in dem ganz auf Fritz Wepper zugeschnittenen Krimi "Lindburgs Fall"5) (2011).
Nur zwei Mal wirkte sie nach 1990 in einer Kino-Produktion mit, so als Mutter von Tom (Fabian Kübler) in dem Kinder-Krimi "Die Distel"1) (1992) und als Frau Boley in dem Drama "Sternzeichen"6) (2003).
 
Das Theater nahm und nimmt seit Beginn der 1990er Jahre einen breiten Raum im künstlerischen Schaffen von Renate Blume ein, die auf der Bühne immer wieder ihre schauspielerische Vielseitigkeit unter Beweis stellt. Sie war unter anderem auf Tournee mit den Stücken Die Glasmenagerie"1) (1992/93) von Tennessee Williams, "Das zweite Kapitel" von Neil Simon1) (1993/94) und "Tod eines Handlungsreisenden"1) (2001/2002, mit Horst Sachtleben als Willy Loman) von Arthur Miller. Gastspiele gab sie an den "Landesbühnen Sachsen"1) bzw. dem "Theaterkahn Dresden"1) in "Der Tod und das Mädchen"1) von Ariel Dorfman (Premiere: 24.04.1993), sie trat am "Theater am Dom" in Köln, in der "Kleinen Komödie am Max II" in München, am "Theater am Kurfürstendamm" in Berlin (1998, "Geteilte Freude" von Peter Yeldham), am "Winterhuder Fährhaus" in Hamburg und am "Theater an der Kö" in Düsseldorf auf. Seit 2003 sah man sie wiederholt im "Berliner Kriminal Theater" (→ www.kriminaltheater.de), so 2004 als Mutter der Hauptfigur in "Zwei Fremde im Zug" nach dem Thriller "Strangers on a Train"1) von Patricia Highsmith1), sowie in den Kriminalstücken "Mord um Mord" von Wolfgang Binder (→ www.theaternetz.org) und "Mörderspiele" von Anthony Shaffer1). In "Arsen und Spitzenhäubchen", dem Klassiker des schwarzen Humors von Joseph Kesselring1), glänzte sie 2009 als liebenswert-ältere Dame Martha Brewster, die zusammen mit Schwester Abby (Vera Müller1)) ein "mordlustiges" Pärchen abgibt – Frank Capras Hollywood-Verfilmung1 aus dem Jahre 1944 (unter anderem mit Cary Grant und Peter Lorre) gilt bis heute als Meisterwerk des Genres.
Erwähnt werden muss zwischen 1999 und 2002 ihre Mitwirkung bei den "Störtebeker Festspielen"1) in Ralswiek auf der Insel Rügen, in den spektakulären Aufführungen "Die Vitalienbrüder" (1999), "Die Kreuzritter" (2000), "Hamburg–Hanse–Henker" (2001) und "Die Strandräuber" (2002) gab sie hoch zu Ross die ehrgeizige Königin Margarete von Dänemark; 2001 gehörte auch Sohn Alexander als Keno tom Broke zur Besetzung. In jüngerer Zeit konnte man Renate Blume, die auch im vorgerückten Alter nichts von ihrer jugendlichen Ausstrahlung verloren hat, im Sommer 2011 und 2012 im Rahmen der Theaterreihe "Klassik am Meer" (→ www.klassik-am-meer.de) in der Dorfkirche Koserow auf der Insel Usedom als Milliardärin Claire Zachanassian in der Tragikomödie "Der Besuch der Alten Dame"1) von Friedrich Dürrenmatt bewundern – Wolfgang Winkler gestaltete den honorigen Bürger Alfred Ill, der Claire einst verführte → Foto bei www.swr.de. Zudem fanden Gastspiele im "Goethe-Theater"1) in Bad Lauchstädt und bei den "Weißenfelser Theatertagen" (Sachsen-Anhalt) statt. Zur Spielzeit 2013/14 präsentierte sie zusammen mit Heinz Klevenow1), unter anderem auch an dem von Blumes Freund Rolf Hoppe gegründeten "Hoftheater Dresden" (→ www.hoftheater-dresden.com), das 1990 für den Pulitzerpreis nominierte Stück "Love Letters" von Albert Ramsdell Gurney1). An der "Comödie Dresden"1) begeisterte sie seit der Premiere am 8. März 2013 zusammen mit Viktoria Brams1), Walfriede Schmitt1), Ursula Karusseit, Uta Schorn und Angelika Mann1) in der heiteren Geschichte "Kalender Girls" von Tim Firth → www.comoedie-dresden.de, www.mz-web.de.
  
Von Januar 1969 bis Frühjahr 1975 war Renate Blume mit dem Regisseur Frank Beyer1) verheiratet, aus dieser Verbindung stammt der im Juni 1969 geborene Sohn Alexander, der von Blumes zweitem Ehemann Dean Reed adoptiert wurde; wie erwähnt hatte das Paar 1981 geheiratet – für den damals 43-jährigen Dean Reed war es die dritte Ehe. Das Glück währte nur wenige Jahre und Renate Blume wurde 1986 mit einer Tragödie konfrontiert – bei Wikipedia (Stand 01.07.2017) ist zu lesen: Am 13. Juni 1986 fand man Reed tot im knietiefen Wasser des Zeuthener Sees mit aufgeschnittenen Pulsadern und einer Überdosis Schlaftabletten.7) Er hinterließ einen 15 Seiten langen Abschiedsbrief an den Abteilungsleiter im SED-Zentralkomitee Eberhard Fensch1), der von der DDR-Regierung bis 1990 unter Verschluss gehalten wurde. Darin hieß es unter anderem, seine Frau quäle ihn seit Jahren durch Eifersucht. Dem Sozialismus schwor er nicht ab und schrieb dazu: "Es ist die einzigste Lösung für die Hauptprobleme für die Menschheit der Welt."8) Die Nachrichtensendung des DDR-Fernsehens, "Aktuelle Kamera"1), meldete Reeds Tod als "tragischen Unglücksfall".7) Das führte zu Spekulationen um die tatsächlichen Todesumstände. Es entstanden Gerüchte, Reed sei von der Stasi oder dem KGB ermordet worden, weil er sich mit dem Gedanken getragen hätte, in die USA zurückzukehren. Andere vermuteten, die CIA hätte gerade das verhindern wollen. Reed wurde zunächst auf dem Waldfriedhof von Rauchfangswerder1) begraben. 1991 wurde seine Urne auf Wunsch der Familie nach Boulder (Colorado) überführt, wo sie auf dem "Green Mountain Cemetery" beigesetzt wurde. → siehe auch den Artikel bei www.tagesspiegel.de sowie das Porträt zu Dean Reed bei www.defa-stiftung.de. 2007 drehte der aus Dresden stammende Regisseur Leopold Grün1) einen Dokumentarfilm über den Aufstieg und den Niedergang des einst gefeierten Amerikaners unter dem Titel "Der rote Elvis"1) → filmportal.de.
Alexander Reed studierte auf Anraten der Eltern "Produktion" an der "Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf"1)  im Potsdamer Stadtteil Babelsberg und absolvierte eine Ausbildung zum Schauspieler an dem von Maria Körber geleiteten Schauspielstudio, seither ist er vornehmlich als Schauspieler aktiv → www.deanreed.de.
Quellen: "Lexikon der DDR-Stars"*), Wikipedia, Artikel bei
defa-sternstunden.de → Memento bei web.archive.org sowie
www.deanreed.de
Siehe auch www.schumann-management.com
*) "Lexikon der DDR-Stars" von F.-B. Habel und Volker Wachter (Ausgabe 1999, S. 31)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehenderddr.de, 4) fernsehserien.de, 5) tittelbach.tv, 6) filmportal.de
3) defa-sternstunden.de (Seite nicht mehr existent) → Memento bei web.archive.org bzw. www.filmstadt-quedlinburg.de
7) Quelle: www.spiegel.de
8) Quelle: www.n-tv.de
   
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de

(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de, fernsehenderddr.de, fernsehserien.de, tittelbach.tv)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
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