Cary Grant im Jahre 1973; Quelle: commons.wikimedia.org bzw. Wikipedia; Urheber: Allan Warren (www.allanwarren.com); Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar. Cary Grant wurde am 18. Januar 1904 als Archibald Alexander Leach geboren; Grant stammte aus Bristol (England), verließ früh die Schule und schloss sich bereits im Alter von dreizehn Jahren als Sänger und Tänzer einer Akrobatentruppe an, um den ärmlichen Verhältnissen seiner Familie zu entfliehen. Zu Beginn der zwanziger Jahre bereiste er mit einer englischen Theatergruppe die USA, arbeitete am Varieté und übernahm in New York als Archie Leach Hauptrollen in komischen Musicals. 1927 debütierte er am Broadway in dem Musical "Golden Dawn".
Mit dem Aufkommen des Tonfilms suchte Hollywood dringend nach Nachwuchsschauspielern mit gutem Aussehen und geschulter Stimme. Der attraktive Grant erhielt so schon bald einen Vertrag beim Hollywood-Studio "Paramount". Sein Leinwanddebüt gab er mit kleineren Rollen in den Streifen "This Is the Night" (1932) und "Sinners in the Sun" (1932), erste Aufmerksamkeit erregte Grant als begüterter Frauenheld in Josef von Sternbergs "Blonde Venus"1) (1932, Die blonde Venus) als Partner von Marlene Dietrich.

Foto: Cary Grant im Jahre 1973
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Nun folgten Hauptrollen in zahlreichen anspruchsvollen Komödien, in denen Grant den eleganten Liebhaber und Charmeur gab und zu einem der zugkräftigsten Hollywood-Stars seiner Zeit avancierte. Vor allem durch die beiden Filme mit Mae West, "She Done Him Wrong"1) (1933, Sie tat ihm unrecht) und "I'm No Angel" (1933, Ich bin kein Engel") war er populär geworden, zum Topstar an der Seite der Leinwandschönheiten jener Jahre entwickelte er sich aber erst Ende der dreißiger Jahre in den hochkarätigen "Screwball"-Komödien Hollywoods. "The Awful Truth"1) (1937, Die Schreckliche Wahrheit2)) mit Irene Dunne, "Bringing Up Baby"1) (1938, Leoparden küsst man nicht) und "Holiday"1)(1938, Die Schwester der Braut2)) mit Katharine Hepburn oder "My Favorite Wife"1) (1940, Meine Lieblingsfrau) mit Irene Dunne gerieten zu Kassenschlagern, in denen Grant seinen unnachahmlichen Stil als charmanter Verführer entwickelte, den er auch in späten Jahren noch überzeugend mimte: Elegant, aber auch von rüder Drastik, witzig und überheblich, aber auch kindlich erstaunt und verwirrt, locker und umgänglich ebenso wie slapstickhaft stocksteif. Weitere Produktionen jener Jahre mit Grant in der männlichen Hauptrolle waren beispielsweise die Komödie "Topper"1) (1937, Topper – Das blonde Gespenst) und die Fortsetzung "Topper takes a trip" (1939, Topper geht auf Reisen), das Abenteuer "Gunga Din"1) (1939, Aufstand in Sidi Hakim), die Melodramen "In Name Only"1) (1939, Nur dem Namen nach), "The Howards of Virginia" (1940) und "Penny Serenade"1) (1941, Akkorde der Liebe) oder der Kriegsfilm "Destination Tokyo"1)  (1943, Bestimmung Tokio). Sehenswert ist auch die sechsfache Oscar-nominierte, heitere Geschichte "The Talk of the Town"1) (1942, Zeuge der Anklage) mit Jean Arthur.

Cary Grant zeigte in Liebesfilmen, Komödien, Thrillern und Abenteuerstreifen seine enorme Wandlungsfähigkeit, Ende der 30er Jahre hatte die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Regisseur Howard Hawks begonnen, mit dem der Frauenschwarm bis 1952 noch vier weitere Filme drehte: Der für zwei Oscars nominierte Streifen "Only Angels Have Wings"1)  (SOS Feuer an Bord) war 1939 in die Kinos gekommen, ein Jahr später folgte "His Girl Friday"1) (1940, Sein Mädchen für besondere Fälle2)) mit Rosalind Russel  als Partnerin. Nach dem Krieg entstanden "I Was a Male War Bride"1) (1949, Ich war eine männliche Kriegsbraut2)) mit Ann Sheridan und "Monkey Business"1) (1952, Liebling, ich werde jünger2)) mit Ginger Rogers und Marilyn Monroe in einer prägnanten Nebenrolle. Ein weiterer großer Erfolg zu Beginn der 1940er Jahre war George Cukors "The Philadelphia Story"1) (1940, Die Nacht vor der Hochzeit), eine brillante Screwball-Komödie erneut mit Katherine Hepburn, sowie Frank Capras nach einem erfolgreichen Bühnenstück inszenierte schwarze Kriminalkomödie "Arsenic and Old Lace"1) (1944, Arsen und Spitzenhäubchen2)), ein filmisches Meisterwerk, das bis heute nichts von seinem Reiz verloren hat. Das "Lexikon des internationalen Films notiert: "Evergreen des schwarzen Humors, von Capra mit makabrem Witz und Phantasie angereichert, wobei er aus dem Gegensatz zwischen kleinbürgerlicher Behaglichkeit und nacktem Entsetzen köstliche Effekte erzielt."; siehe auch die Beschreibung innerhalb dieser HP)

Ein weiterer wichtiger Regisseur für Cary Grant war Alfred Hitchcock, für den er bis 1959 in vier hochkarätigen Thrillern vor der Kamera stand: In "Suspicion"1) (1941, Verdacht) wird Grant als Johnnie Aysgarth unterstellt, seine Ehefrau (Joan Fontaine) ermorden zu wollen, glänzend sein Agent der Abwehr in dem spannenden Krimi "Notorious"1) (1946, Berüchtigt2)) an der Seite von Ingrid Bergman, ebenso wie sein galanter Juwelendieb John Robie in "To Catch a Thief"1) (1955, Über den Dächern von Nizza2)) mit Grace Kelly. Als unbedarfter Geschäftsmann, der durch einen Zufall zum vermeintlicher Spion wird, zeigte er sich in Hitchcocks "North by Northwest"1) (1959, Der unsichtbare Dritte2)) mit einer Paraderolle an der Seite von Eve Marie Saint; siehe auch br-online.de.

Ein britischer Historiker schrieb einmal, Grant spiele "elegant wie ein Chanson von Cole Porter und trocken wie ein Martini". Den legendären Komponisten Cole Porter hatte Cary Grant übrigens 1945 in Michael Curtiz' Biopic "Night and Day"1) (Tag und Nacht denk' ich an dich) verkörpert. Unterhaltsame Produktionen mit Cary Grant in der Hauptrolle sowie seinen nicht minder populären Mitspielerinnen zogen das Publikum in die Kinos, Streifen wie die Komödie mit Myrna Loy "The Bachelor and the Bobby-Soxer"1) (1947, So einfach ist die Liebe nicht), der Politthriller "Crisis"2) (1950, Hexenkessel), die Romanzen "Dream Wife"1) (1953, Du und keine andere1)) und "An Affair to Remember"1) (1957, Die Große Liebe meines Lebens) mit Deborah Kerr oder "Kiss Them for Me"21) (1957, Stolz und Leidenschaft) mit Frank Sinatra und Sophia Loren gehören zu den unvergessenen Leinwanderfolgen der Hollywoodlegende. 
Zu den Kinohighlights gehört sicherlich auch die von Stanley Donen geistreich und elegant inszenierte Komödie" "Indiscreet"1) (1958, Indiskret2)) mit Ingrid Bergman, in "Houseboat"1) (1958, Hausboot2)) spielte Cary Grant mit Sophia Loren, in Blake Edwards' turbulenten U-Boot-Komödie "Operation Petticoat"1) (1959, Unternehmen Petticoat) war mit Tony Curtis eine andere Hollywood-Legende an seiner Seite. 
In den 1960er Jahren zog sich Grant vermehrt vom Filmgeschäft zurück, stand nur noch sporadisch vor der Kamera. Nach der Dreiecksgeschichte "The Grass Is Greener"1) (1960, Vor Hausfreunden wird gewarnt2)) mit Deborah Kerr und Robert Mitchum drehte er mit Doris Day die zauberhaft von Delbert Mann in Szene gesetzte Komödie "That Touch of Mink"1) (1962, Ein Hauch von Nerz2)), gemeinsam mit Audrey Hepburn, Walther Matthau und James Coburn agierte er in Stanley Donens exzellent gemachtem Thriller "Charade"1) (1963, Charade2)). Cary Grants letzten Arbeiten für das Kino waren das romantische Abenteuer "Father Goose"1) (1964, Der Große Wolf ruft) mit Leslie Caron und die turbulente Geschichte "Walk Don't Run" (1966, Nicht so schnell, mein Junge) mit Samantha Eggar und Jim Hutton. Einen Gastauftritt hatte er noch in "Elvis – That’s the Way It Is" (1970), einem Dokumentarfilm über Elvis Presley.

Das Phänomen Cary Grant, der in mehr als 70 Filmen das Image des selbstironischen Schönlings kultivierte, manifestierte sich durch die 30 Jahre, die er seine Top-Position in Hollywood halten konnte. Das (kaum spürbare) Alter machte ihn eher attraktiver, und er blieb überzeugender Charmeur bis zu seinem freiwilligen Ruhestand mit 62 Jahren. 1966 zog sich Cary Grant gänzlich aus dem Filmgeschäft bzw. auf einen Sitz im Aufsichtsrat des Kosmetikkonzerns Fabergé zurück und ließ sich nie mehr zu einem Comeback bewegen. 1969 erhielt er den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.
Cary Grant war nonchalant, höflich und leise, das Komische lag ihm ebenso wie das Mysteriöse, Geheimnisvolle, das sich freilich als liebenswerte Harmlosigkeit herausstellt. Sprichwörtlich wurden Charme und Hilflosigkeit des "netten Jungen von nebenan" in den "Sophisticated Comedies" der amerikanischen Paramount. Grant war attraktiv, ohne ein Schönling zu sein, und charmant, ohne schmierig zu wirken. Während er in früheren Filmen das Salonlöwen-Image gern durch betont peinliche Grimassen kontrastierte, entwickelte der ehemalige Akrobat und Pantomime im Lauf der Jahrzehnte einen immer subtileren Humor, der seine Rollengestaltungen nachhaltig prägte. (…) Grants nachhaltige Beliebtheit (kaum ein Star konnte sich so lange an der Spitze von Hollywood halten und fast 30 Jahre lang ausschließlich Hauptrollen spielen) resultierte nicht zuletzt daraus, dass hinter seiner perfekten Fassade ein warmherziger Gentleman zu spüren war, der nie zynisch, arrogant oder gemein wurde. Der ehemalige Pantomime und Akrobat führte, mit einem unbestechlichen Gefühl für das komödiantische Timing, das Image des hyperperfekten Weltmannes gerne ad absurdum, indem er unvermittelt alberne Scherze trieb: in "Charade" duscht er im Anzug, in "Indiskret" legt er einen grotesken schottischen Tanz aufs Parkett, in "Der unsichtbare Dritte" macht er sich beim Rasieren in einer öffentlichen Toilette ein Hitlerbärtchen und erzeugt bei seinem Nachbarn große Verwunderung. (Quelle: Wikipedia)
Cary Grants Ruf litt nicht unter den privaten Affären, die seine Filmografie begleiteten. In den 1980er Jahren wurde gemutmaßt, dass er eine homosexuelle Affäre mit Kollege Randolph Scott3) gehabt haben soll, da da die beiden bis 1942 rund zehn Jahre lang ein gemeinsames Haus bewohnten. Wenn dem so war, so bewies Cary Grant durch seine vier Ehen und leidenschaftliche Techtelmechtel –  zum Beispiel mit Sophia Loren während der Dreharbeiten zu "Hausboot" –  dass er vornehmlich am anderen Geschlecht interessiert war.
 
Mit seiner Kollegin, der Schauspielerin Virginia Cherrill1) (1908 – 1996) war Grant von 1933 bis 1935 verheiratet, seine zweite Frau war die Millionenerbin Barbara Hutton1) (1912 –  1979), mit der er von Juli 1942 bis August 1945 liiert war. Ehefrau Nummer 3 wurde Ende Dezember 1949 die Schauspielerin Betsy Drake1), von der er sich Mitte August 1962 wieder scheiden ließ. Mit der Schauspielerin Dyan Cannon1) folgte am 22. Juli 1965 Ehefrau Nummer 4, doch trotz der 1966 geborenen gemeinsamen Tochter Jennifer wurde die Verbindung knapp drei Jahre später offiziell getrennt; Jennifer Grant4) ist in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten und steht seit Anfang der 1990er Jahre vor der Kamera. Grants letzte Lebensgefährtin wurde am 11. August 1981 die 46 Jahre jüngere damalige Presse-Chefin des Londoner Hotels "Lancaster", die bis zu seinem Tod an seiner Seite war.
Cary Grant, der 1942 die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, starb am 20. November 1986 im Alter von 82 Jahren in Davenport (Iowa) an den Folgen eines Schlaganfalls – seine Filme haben ihn unsterblich werden lassen. Das "American Film Institute" wählte ihn Ende der 1990er Jahre auf Platz 2 der 25 größten männlichen amerikanischen Filmstars aller Zeiten. Grant selbst sah seinen Ruhm zu Lebzeiten eher kritisch und meinte einmal mit britischem Understatement: "Im Grunde genommen bin ich ziemlich langweilig; eigentlich tue ich weiter nichts, als mich zu entspannen. Bis zu meinem 40. Lebensjahr war ich ein Idiot, ein Schauspieler, ein grässlich langweiliger Mensch, der nur mit sich selbst beschäftigt war."
 
Von dem britischen Cineasten Geoffrey Wansell stammt die Mitte der 1980er Jahre veröffentlichte reich bebilderte Biografie "Cary Grant – Die Karriere eines perfekten Gentlemans" (Haunted Idol: The Story of the Real Cary Grant); weitere englischsprachige Bücher, die sich mit der Hollywoodlegende beschäftigen sind unter anderem "Cary Grant. A Biography" von Marc Eliot, "Cary Grant: A Celebration of Style" von Richard Torregrossa und "Cary Grant: A Touch of Elegance" von Warren G. Harris.
 

Foto: Cary Grant im Jahre 1975
Quelle: Wikimedia Commons bzw. Wikipedia
Urheber: Allan Warren*) (www.allanwarren.com); Lizenz: CC BY-SA 3.0
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*) Link: Wikipedia, englisch

Cary Grant im Jahre 1973; Quelle: commons.wikimedia.org bzw. Wikipedia; Urheber: Allan Warren (www.allanwarren.com); Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Lizenz Fotos Cary Grant (Urheber Allan Warren): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert.  Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Link 1) Wikipedia (deutsch), 2)  prisma-online.de,  3) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 4) Wikipedia (englisch)
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Englischsprachige Fanseite: www.carygrant.net
Siehe auch Wikipedia, Dirk Jasper Filmstarlexikon, www.whoswho.de
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, prisma.de)
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