Eva-Maria Bauer wurde am 21. Oktober 1923 als Tochter eines
Offiziers in Hamburg geboren. Nach dem
Abitur begann sie zunächst auf Wunsch ihrer Eltern ein Betriebswirtschafts-Studium,
brach dieses jedoch ab, weil sie unbedingt Schauspielerin werden
wollte. Sie nahm entsprechenden Unterricht und stand dann bereits mit 20 Jahren auf der
Theaterbühne. Über Provinzbühnen wie Oldenburg und Leer
kam sie später an das Hamburger "Ernst Deutsch Theater", die
"Hamburger Kammerspiele"
sowie an das "Thalia Theater", wo sie viele Jahre zum Ensemble gehörte.
Ab Anfang der 1970er Jahre wurde die Schauspielerin durch verschiedenste Fernsehrollen einem
breiteren Publikum bekannt. Enorme Popularität erlangte sie dann ab Mitte
der 1980er Jahre im bereits "vorgerückten" Alter durch ihre Rolle
der resoluten Oberschwester Hildegard in dem Dauerbrenner und
"Mutter" aller Arztserien "Die Schwarzwaldklinik"1) eine Rolle, die
Eva-Maria Bauer 70 Folgen lang bis zum Ende der Serie im Jahre 1989 verkörperte.
Da die Serie in mehr als 15 Fremdsprachen übersetzt und in mehr als 40 Ländern
ausgestrahlt wurde, konnten nicht nur die deutschen Fernsehzuschauer die
forsche Oberschwester sehen, die Professor Brinkmann alias Klausjürgen Wussow mit guten
Ratschlägen tatkräftig unterstützte, aber auch so manches Mal Krankenhauspersonal und Patienten
tyrannisierte.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Es folgten
weitere Serien-Hits wie "Detektivbüro Roth" (ab 1986) oder
"Der Landarzt"1), wo Eva-Maria Bauer ab 1987 zusammen mit der unvergesslichen
Gerda Gmelin2) die Deekelsener "Klatschtante" Frau Sellmann mimte.
Neben wiederholten Auftritten in so beliebten TV-Krimis wie "Die Männer vom K3",
"Derrick" oder "Der Alte" zeigte sie sich 1993 als Olga Fink
in Dieter Wedels Mehrteiler "Der Große
Bellheim"1) neben Mario Adorf, Hans Korte und Will Quadflieg oder war 1998 als
ehemalige Prostituierte Charlotte in Wedels "Der König von St. Pauli"1) (mit Heinz Hoenig)
zu sehen. Für Wedel hatte die Schauspielerin bereits 1979 in der Serie "St. Pauli Landungsbrücken"
vor der Kamera gestanden und der Filme-Macher gehört zu ihren bevorzugten
Regisseuren.
Eva-Maria Bauer avancierte zu einer festen Größe auf dem Bildschirm und
konnte sich von dem Image der "Oberschwester Hildegard" befreien.
Man sah sie 1998 als Mutter der Protagonistin (Kathrin Waligura) in der
Arztserie "Am liebsten Marlene",
ein Jahr später tauchte sie als resolute Putzfrau Elsbeth Schmitz in der beliebten Serie
"Zwei Männer am Herd"3) neben Wolfgang Fierek, Florian Fitz
und Gerd Baltus auf.
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In Bernd Fischerauers dreiteiligem TV-Drama "Zwei Asse und ein König"3) war sie 2000 die
Lotte und stand zusammen mit Heiner Lauterbach und Heinz Hoenig vor
der Kamera, 2001 agierte
sie als Evi Meierhöfer in der Komödie "Ich schenk dir meinen Mann", mit Hannelore Elsner
und Christiane Krüger, sowie als Frau Schober in "Der Held an meiner
Seite" mit Suzanne von Borsody und August Zirner. Die Fernsehzuschauer
erlebten die beliebte und sympathische Schauspielerin als
Haushälterin Telse in
der Utta Danella-Verfilmung "Der Blaue Vogel" (2001), auch in Wedels
großem TV-Mehrteiler "Die Affäre Semmeling"1) (2002) wirkte Eva-Maria Bauer
als
Haushälterin Ada mit.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue. |
Natürlich durfte die Schauspielerin in dem 90-minütigen Special "Die Schwarzwaldklinik Die nächste
Generation", welches das ZDF Ende Februar 2005 ausstrahlte
und damit das 20-jährige Bestehen der erfolgreichsten deutschen Fernsehserie aller
Zeiten feierte, nicht fehlen. Die melodramatische Geschichte knüpfte an Dr. Benjamin Brinkmann
(Alexander Wussow) an, der in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist und
als Assistenzarzt in der Schwarzwaldklinik arbeitet. Auch alle anderen
ehemaligen Stars der legendären Serie waren mit von der Partie, so Klausjürgen Wussow als Dr. Brinkmann,
Gaby Dohm als seine Frau Christa, Sohn Udo alias Sascha Hehn, Evelyn Hamann als Haushälterin
Carsta Michaelis sowie viele mehr und
selbstverständlich Eva-Maria Bauer als ehemalige Oberschwester
Hildegard; Anfang Dezember 2005 folgte dann eine weitere melodramatische
"Schwarzwald"-Story mit dem Titel "Neue Zeiten".
Eine prägnantere Rolle verkörperte die Schauspielerin zuletzt in dem packenden, zweiteiligen Familiendrama
"Vera Die Frau des Sizilianers"3), das Ostern 2005 ausgestrahlt
wurde und von Joseph Vilsmaier in Szene gesetzt worden war. Hier sah man
sie als Großmutter der Titelheldin Vera Kienzle (Lara Joy Körner),
die sich in den charmant-unbekümmerten Sizilianer Gaetano Scalli (Gunther Gillian)
verliebt, ihn heiratet und, als dieser in die Mafia-Dynastie aufsteigt, um
ihre Liebe kämpft.
Neben ihrer umfangreichen Arbeit für Film- und Fernsehen war Eva-Maria Bauer
stets der Theaterbühne treu geblieben; unter anderem glänzte sie an der Seite der im
April 2003 verstorbenen Gerda Gmelin im "Winterhuder Fährhaus" in
"Arsen und Spitzenhäubchen".
Die Schauspielerin, die von Freunden und Kollegen als großzügiger und
warmherziger Mensch charakterisiert wurde, erlag am 17. Mai 2006 im Alter von
82 Jahren in einem Hamburger Krankenhaus ihrem Brustkrebsleiden. Hajo Siewers, seit 30 Jahren
Lebensgefährte von Eva-Maria Bauer, sprach von "einem schmerzhaften Verlust, den alle Worte nicht beschreiben können."
Ob Krankenhaus-Matrone oder Kiez-Veteranin: Im wirklichen Leben galt
sie als umsichtige, hilfsbereite Kollegin: "Eva-Maria Bauer war einer der
großzügigsten, warmherzigsten Menschen, die ich in meinem Leben kennen
gelernt habe", sagte heute ihr Schauspielkollege Walter Plathe.4)
Ihre letzte Ruhestätte fand Eva-Maria Bauer auf dem anonymen Urnenhain des Ohlsdorfer Friedhofes
in Hamburg.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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