Karl Malden, fotografiert von seinem Freund Barry Iddon (Variety Club of Great Britain); Urheber: Barry Iddon; Lizenz: CC-BY-SA-3.0; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons Karl Malden wurde am 22. März 1912 als Mladen Sekulović und ältester von drei Brüdern in Chicago geboren; sein Vater stammte aus Serbien, seine Mutter aus Böhmen, und die Eltern sprachen kein Wort Englisch, als sie sich 1917 in der Industriestadt Gary unweit von Chicago niederließen, und auch Sohn Mladen sprach nur Serbisch, bis er in den Kindergarten kam. Schon während seiner Schulzeit an der "Emerson School for Visual and Performing Arts" in seiner Heimatstadt Gary zeigte sich der junge Mladen als begeisterter Sportler, Baseball, Basketball und Football zählten zu seinen Leidenschaften; 1931 machte er seinen Abschluss. Talent und Erfolg brachte ihm dann ein Stipendium an der Lehrerhochschule Arkansas in Conway ein, doch beim Studium machte ihm nur der praktische Sport Spaß, die Vorlesungen schwänzte er häufig und nach einem Jahr gab er das Studium auf, kehrte in seine Heimatstadt zurück und jobbte drei Jahre in einem Stahlwerk als Metallarbeiter. Dort half er eines Tages beim Aufbauen von Kulissen in einem Theater mit und wurde vom Bühnenfieber infiziert.
1934 entschloss er sich, nach Chicago zu gehen und am "Chicago Art Institute" Schauspielunterricht zu nehmen, seinen Lebensunterhalt verdiente er sich als Basketball-Profi. Während der Ausbildung lernte er durch seinen Freund, den Dramatiker Robert Ardrey, ein paar einflussreiche Leute kennen, so unterschiedliche Charaktere wie Richard Widmark, Elia Kazan und Marlon Brando zählten zu seinem Freundeskreis – während dieser Zeit kam es zur Begegnung mit seiner späteren Frau, Mona Greenberg, die unter dem Namen Mona Graham als Schauspielerin auftrat.
 
Karl Malden, fotografiert von seinem Freund Barry Iddon (Variety Club of Great Britain)
Urheber: Barry Iddon; Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
1937, nach Ende der Ausbildung, begannen für Mladen zunächst Jahre der Wanderschaft, oft von Arbeitslosigkeit, Not und Angst vor Zurückweisung begleitet. In New York wurde er schließlich in das Ensemble des "Group Theatre" aufgenommen. Die Direktoren Harold Clurman und Elia Kazan waren es auch, die Mladen Sekulović baten, seinen Namen zu ändern; sie wollten dem Eindruck entgegentreten, dass die "Group" ein jüdisches Theater sei und waren der Auffassung, dass Sekulović jüdisch klinge. Voller Gewissensbisse entsprach Mladen dem Wunsch seiner Arbeitgeber, nannte sich fortan "Karl Malden"; seinen neuen Vornamen entlehnte er vom Großvater mütterlicherseits. 
Ende der 1930er Jahre begann dann Maldens Bühnenkarriere, die wesentlich von der Zusammenarbeit mit Regisseur Elia Kazan in Stücken von Tennesse Williams und Arthur Miller geprägt war. Seine Karriere beim Film begann eher zögerlich, Malden selbst hatte sich in Hollywood keine großen Chancen ausgerechnet – wegen seiner beim Basketball doppelt gebrochenen Nase. "Ich wusste, dass ich kein Hauptdarsteller bin. Schauen Sie sich doch mal mein Gesicht an" soll der Schauspieler einmal in einem Interview gesagt haben. Sein Leinwanddebüt gab er 1940 in Garson Kanins Komödie "They New What They Wanted" mit Carole Lombard und Charles Laughton. Nach weiteren gelegentlichen Filmauftritten während der 1940er Jahre kam 1951 der Durchbruch, als er seine Bühnenrolle, den brutalen Mitch aus "Endstation Sehnsucht" (A Streetcar Named Desire), auch in der Hollywoodversion spielte und für seine Darstellung den Oscar als "Bester Nebendarsteller" gewann. Seitdem war Malden im Film ein vielbeschäftigter Charakterstar in äußerst sympathischen Rollen, häufig aber auch als abgefeimter Schurke wie in dem Western-Melodram "Der Galgenbaum" (1959, The Hanging Tree) mit Gary Cooper und Maria Schell. Für seine Rolle des New Yorker Hafen-Paters Barry in dem Brando-Klassiker "Die Faust im Nacken" (On the Waterfront) bekam er 1954 eine Oscar-Nominierung. 1956 spielte er in Elia Kazans Tennessee Williams-Adaption "Baby Doll"1) (1957, Baby Doll – Begehre nicht des anderen Weib) eindringlich den erfolglosen Baumwollpflanzers Archie Lee Meighan, dessen Ehe mit der minderjährigen Baby auch nach zwei Jahren nicht vollzogen ist. Bei dem Kriegsfilm "Wenn Männer zerbrechen" (1957, Time Limit) führte Malden ein Jahr später Regie und übernahm dieselbe Funktion zeitweilig auch bei "Der Galgenbaum", als Regisseur Delmer Daves ausfiel.
Karl Malden hat in den zurückliegenden Jahrzehnten auf dem Broadway und vor der Kamera eine Vielzahl unterschiedlicher Menschen dargestellt – gute und böse – und war einer der markantesten Charakterdarsteller Amerikas. Gab er in seinen frühen Filmen häufig den Schurken, so sah man ihn in den 60er Jahren eher als Respektperson. So verkörperte er beispielsweise 1961 den Sheriff Dad Longworth in Marlon Brandos "Der Besessene" (One-Eyed Jacks) oder 1962 den Gefängnisdirektor Harvey Shoemaker in John Frankenheimers "Der Gefangene von Alcatraz" (Birdman of Alcatraz). Filme wie John Fords Western "Cheyenne Autumn"1) (1963, Cheyenne) oder Ken Russels Agententhriller "Billion Dollar Brain"1) (1967, Das Milliarden-Dollar-Gehirn) zeigen Malden in weiteren prägnanten Rollen.

Im Fernsehen – und damit auch bei den deutschen Zuschauern –  wurde Malden in den der 70er Jahren äußerst populär als knubbelnasiger Detektivleutnant Mike Stone in der Krimiserie "Die Straßen von San Francisco"2) (The Streets of San Francisco); diese Rolle spielte er zwischen 1972 und 1977 in 120 Folgen. "Mike Stone" gehörte wie "Kojak" alias Telly Savalas zu den weicheren Polizisten, den wenigen mit Sinn für die Menschen, vor allem für jene Unterprivilegierten in den Slums und Ghettos. An der Seite von Michael Douglas spielte Malden den älteren Herrn, der dem Bösen mit Verstand, Charme und Lebenserfahrung zu Leibe rückt, der seine Fälle ohne blinden Aktionismus zu lösen weiß und meist auch auf die Waffe verzichten kann. 1992 wurde in den USA der TV-Film "Zurück auf die Straßen von San Francisco" (Back to the Streets of San Francisco) ausgestrahlt, in dem Malden wieder den Mike Stone mimte. Zuletzt stand der Schauspieler für die Folge "Take This Sabbath Day" (2000) aus der TV-Serie "The West Wing – Im Zentrum der Macht" vor der Kamera und spielte einen Priester.
 
Karl Malden, der sich in den letzten Jahren vom Filmgeschäft zurückgezogen hatte, starb am 1. Juli 2009 mit 97 Jahren in seinem Haus in Brentwood, einem Vorort von Los Angeles (Kalifornien). Seit dem 18. Dezember 1938 war er mit seiner Frau Mona Graham glücklich verheiratet – eine kleine Sensation im ansonsten oft so skandalträchtigen Hollywood und eine der längsten Ehen in der Filmmetropole. Aus der Verbindung stammen zwei Töchter, Mila und Carla, die 1948 bzw. 1953 zur Welt kamen; außerdem war Malden inzwischen mehrfacher Großvater. Tochter Carla war Mitautorin von Maldens Ende der 1990er Jahre erschienen Autobiografie "When Do I Start".
 
Der Oscar-Preisträger überzeugte während seiner langen Karriere durch seine enorme Wandlungsfähigkeit, war in Gangster- und Kriegsfilmen, in Western und vereinzelt auch in Komödien ein profilierter Darsteller, spielte sich mit über 70 Film- und Fernsehproduktionen in die Herzen des Publikums. Sogar in der Reklame wurde sein markantes Gesicht in den 1970er bzw. 1980er Jahren einsetzt, seine Werbespots für Reiseschecks des Kreditkartenkonzerns "American Express" bzw. der Spruch "Don't leave home without them!" ("Gehe nie ohne sie aus dem Haus") sind in den USA inzwischen legendär. Zwischen 1989 und 1993 war Malden Präsident der renommierten Oscar-Akademie in Los Angeles. 
Neben dem Oscar für "Endstation Sehnsucht" sowie der Oscar-Nominierung für "Die Faust im Nacken" erhielt Malden mehrere "Golden Globe"-Nominierungen als "Bester Hauptdarsteller" bzw. "Bester Schauspieler, so 1957 für seine Darstellung  in dem Drama "Baby Doll – Begehre nicht des anderen Weib", 1963 für "Gypsy – Königin der Nacht", der Filmversion des erfolgreichen Broadway-Musicals "Gypsy", sowie 1976 für die TV-Serie "Die Straßen von San Francisco". Weitere Preise und ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame sprechen für sich, Malden erhielt eine "BAFTA-Award"-Nominierung, einen "Emmy" und vier weitere "Emmy"-Nominierungen, drei Mal den "Laurel Award", den "Mary Pickford Award" des Medienpreises "Satellite Awards", 1979 kam noch der deutsche "Bambi" dazu. Zu seinen letzten Ehrungen zählt 2004 der "Screen Actors Guild Life Achievement Award" für sein Lebenswerk bzw. seine Verdienste um die Schauspielerei, welcher ihm von seinem Freund Michael Douglas überreicht wurde. (Quelle für die Auszeichnungen: Wikipedia)
 

Link: 1) prisma-online.de, 2) Beschreibung innerhalb dieser Webpräsenz
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
siehe auch Wikipedia und www.karlmalden.de
 
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia)
  • 1962: How the West Was Won (Das war der Wilde Westen)
  • 1962: All Fall Down (Mein Bruder, ein Lump)
  • 1962: Birdman of Alcatraz (Der Gefangene von Alcatraz)
  • 1963: Come Fly with Me (Flieg mit mir ins Glück )
  • 1964: Cheyenne Autumn (Cheyenne)
  • 1964: Dead Ringer (Der schwarze Kreis)
  • 1965: The Cincinnati Kid (Cincinnati Kid)
  • 1966: Murderers' Row (Die Mörder stehen Schlange)
  • 1966: Nevada Smith (Nevada Smith)
  • 1967: Billion Dollar Brain (Das Milliarden Dollar Gehirn)
  • 1967: The Adventures of Bullwhip Griffin
    (Bullwhip Griffin oder Goldrausch in Kalifornien)
  • 1967: Hotel (Das Hotel)
  • 1968: Hot Millions (Das Millionending)
  • 1968: Blue (Inferno am Fluß)
  • 1970: Patton (Patton – Rebell in Uniform)
  • 1971: Wild Rovers (Missouri)
  • 1971: Il gatto a nove code / Le chat neuf queues
    (Die Neunschwänzige Katze)
  • 1972: Summertime Killer (Killer Driver)
  • 1979: Meteor
  • 1979: Beyond the Poseidon Adventure (Jagd auf die Poseidon)
  • 1983: Twilight Time (Tanz in der Dämmerung)
  • 1983: Sting II (Zwei ausgekochte Gauner)
  • 1986: Billy Galvin
  • 1987: Nuts (Nuts – Durchgedreht )
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de