Mel Ferrer 
Mel Ferrer (Melchior Gaston Ferrer) wurde am 25. Februar 1917 als Sohn eines ein renommierten, wohlhabenden kubanischen Arztes und einer New Yorkerin in Elberon (New Jersey) geboren. Seine ältere Schwester Dr. M. Irené Ferrer (1915 – 2004) machte sich später als erfolgreiche Kardiologin einen Namen machte, ebenso wie sein Bruder Dr. Jose M. Ferrer als Chirurg. Ferrers Eltern hätten es gerne gesehen, wenn Sohn Mel ebenfalls den Beruf des Mediziners ergriffen hätte, doch den großen Blonden mit der attraktiven Lücke zwischen den Schneidezähnen reizte die Welt des Showbusiness. Ferrer erhielt Privatunterricht, begann später ein Studium in Princeton. dass er jedoch abbrach, um am "Cape Cod Playhouse" Sommertheater zu spielen. Nebenher verdiente er sich seinen Lebensunterhalt als Zeitungsredakteur in Vermont sowie als Kinderbuchautor mit dem 1940 erschienen Buch "Tito's Hats". Als er mehr und mehr Hauptrollen am Theater bekam, hielt Ferrer die Zeit für gekommen, an den Broadway zu gehen, 1938 debütierte er als Tänzer in Cole Porters "You Never Know" und in Marc Conellys "Everywhere I Roam". Die Arbeit als Tänzer entsprach jedoch nicht ganz seinen Vorstellungen und als Ferrer 1940 an Kinderlähmung erkrankte, war diese kurze, aber dennoch erfolgreiche Karriere beendet.

Er ging zum NBC Radio und avancierte schnell vom Discjockey in Texas und Arkansas zum Produzenten in New York. 1945 begann Ferrer in Hollywood zu arbeiten und brachte es innerhalb kürzester Zeit vom Drehbuchbearbeiter zum Regisseur bei den Columbia Studios. Mit der "low-budget"-Produktion "Girl of the Limberlost" lieferte er 1945 sein Regie-Debüt ab. Danach war er 1947 Assistent bei John Fords "Befehl des Gewissens" (The Fugitive; mit Henry Fonda), lieferte anschließend in rascher Folge einen Kinofilm nach dem anderen ab – in unterschiedlichen Funktionen, als Regisseur, Darsteller, Autor oder Produzent.
Seit Ende der 40er bis Anfang/Mitte der 60er Jahre arbeitete Ferrer hauptsächlich als Schauspieler, sein Leinwanddebüt hatte er mit einer winzigen Rolle in dem Streifen "Lost Boundaries" (1949) gegeben. Es folgten Filme wie Fritz Langs Western "Engel der Gejagten"1) (1952, Rancho Notorious) mit Marlene Dietrich und prägnante Nebenrollen in erfolgreichen Produktionen wie den Abenteuern "Scaramouche, der galante Marquis"2) (1952, Scaramouche) mit Stewart Granger oder "Ritter der Tafelrunde"2) (1953, Knights of the Round Table) mit Robert Taylor. Höhepunkte seiner darstellerischen Karriere waren die Rollen des Puppenspielers in dem Musical "Lili"2) (1953) mit Leslie Caron und der Andrej Bolkonsky in King Vidors Tolstoi-Adaption "Krieg und Frieden"1) (1956, War and Peace2)) neben Audrey Hepburn und Henry Fonda.

Infolge wenig befriedigender schauspielerischer Aufgaben zog sich Ferrer Mitte der 60er Jahre nach Auftritten in Produktionen wie dem Kriegsfilm "Der längste Tag"2) (1962, The longest Day) oder dem Historienspektakel "Der Untergang des Römischen Reiches"2) (1963, The Fall of the Roman Empire) mehr und mehr von der Schauspielerei zurück, konzentrierte sich vornehmlich in Europa auf die Filmproduktion und seine Regiearbeit – zumeist mit geringer Resonanz, was seine Arbeiten als Regisseur anbetraf.
1966 entstand in Spanien das Biopic "El Greco" von Regisseur Luciano Salce mit Ferrer in der Titelrolle, 1967 produzierte er in Schweden den Thriller "Perfekte Rache" (The Night Visitor) mit Max von Sydow, Trevor Howard und Liv Ullmann. Seine Filme der 70er als Darsteller sind eher zu vernachlässigen, wie die in Italien gedrehten Horrorstreifen "Der Antichrist" (1974, L'Anticristo) oder "Die heilige Bestie der Kumas"2) (1979, Il fiume del grande caimano). Sehenswert dagegen war der britische Krimi "Brannigan – Ein Mann aus Stahl"2) (1975, Brannigan) mit John Wayne in der Titelrolle. In Deutschland stand Ferrer 1978 für Wolfgang Staudtes Drama "Zwischengleis" neben Pola Kinski vor der Kamera, sowie 1981 für Rainer Werner Fassbinders "Lili Marleen"2), wo er das Oberhaupt der Familie Mendelssohn darstellte.
Auch im Fernsehen war Ferrer Anfang der 80er Jahre präsent, von 1981 bis 1982 übernahm er die Rolle des Vertrauten und späteren Ehemannes von Angela Channing alias Jane Wyman, den Anwalt Philip Erikson, in dem TV-Quotenrenner "Falcon Crest"2). Neben verschiedensten anderen Serienauftritten spielte Ferrer beispielsweise auch in den TV-Mehrteiler "Peter der Große" (1986, Peter the Great) und "Katharina die Große"2) (1995, Catherine the Great); danach zog sich der grauhaarige Charmeur vom Filmgeschäft zurück.

In die Schlagzeilen war Mel Ferrer 1954 durch seine spektakuläre Hochzeit mit Hollywoods Lieblingsstar Audrey Hepburn3) (1929 – 1993) geraten. Mit seiner berühmten Frau in der Hauptrolle betreute er zwei Filme, einmal als Regisseur in der abenteuerlichen Romanze "Tropenglut" (1959, Green Mansions) und dann als Produzent des Krimis "Warte, bis es dunkel wird" (1967, Wait Until Dark).
Ferrers erste Ehen mit der Schauspielerin bzw. späteren Bildhauerin Barbara C. Tripp sowie Frances Pilchard (mit ihr war er zwei Mal verheiratet, 1937 bis 1939 und kurz ab 1944) waren trotz gemeinsamer Kinder ebenso gescheitert, wie die mit Audrey Hepburn, mit der er lange Jahre in der Schweiz lebte; die Verbindung, aus der Sohn Sean Hepburn Ferrer (geb. 1960) stammt, war 1968 offiziell getrennt worden. Danach gab Ferrer Anfang der 70er Jahre Elizabeth Soukutine das Ja-Wort.
Aus der Ehe mit Barbara C. Tripp stammen die Kinder Mela (geb. 1943) und Christopher Ferrer (geb. 1944), aus der Ehe mit Frances Pilchard die Tochter Pepa Phillippa (geb. 1941) und Sohn Mark Young Ferrer (geb. 1944). Sohn Sean veröffentlichte 2004 die die Erinnerungen an seine Mutter unter dem Titel "Audrey Hepburn. Melancholie und Grazie!".
 
Der amerikanische Schauspieler, Regisseur und Produzent Mel Ferrer starb am 2. Juni 2008 im Alter von 90 Jahren auf seinem Anwesen nahe Santa Barbara (Kalifornien) an den Folgen einer Darmerkrankung und Lungenentzündung.

Link: 1) prisma-online.de, 2) Wikipedia, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Siehe auch Wikipedia

Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei www.imdb.de
1949 Wenn Eltern schweigen (Lost Boundaries) 1950 Born To Be Bad
1951 Frauen und Toreros (The Brave Bulls) 1952 Engel der Gejagten (Rancho Notorious)
1952 Scaramouche, der galante Marquis (Scaramouche) 1953 Lili (Lili)
1953 Saadia 1953 Die Ritter der Tafelrunde (Knights of the Round Table)
1954 Verboten (Proibito) 1954 Fledermaus
1955 Weiße Margeriten (Elena et les hommes) 1956 Krieg und Frieden (War and Peace)
1957 Zwischen Madrid und Paris (The Sun Also Rises) 1957 Unter glühender Sonne (The Vintage)
1958 Fräulein (Fraulein) 1959 Die Welt, das Fleisch und der Teufel
(The World, the Flesh and the Devil)
1960 An einem heißen Nachmittag (L' homme à femmes) 1960 Und vor Lust zu sterben (Et mourir de plaisir)
1961 Die unheimlichen Hände des Dr. Orlak (The Hands of Orlac)  1961 Kriegsgesetz (Legge di guerra)
1962 Der längste Tag
(The Longest Day)
1962 Der Teufel und die zehn Gebote
(Le Diable et les dix commandements)
1963 El Greco (El Greco) 1962 Die schwarzen Reiter von Tula (I lancieri neri)
1964 Der Untergang des römischen Reiches
(The Fall of the Roman Empire)
1964 …und ledige Mädchen
(Sex and the Single Girl)
1971 Das Pariser Appartement
(A Time for Loving)
1971 Das Mädchen aus der roten Mühle
(La Chica del Molino Rojo)
1974 Der Antichrist (L' Anticristo) 1975 Brannigan –Ein Mann aus Stahl (Brannigan)
1975 Der lautlose Killer (La Polizia accusa:il servizio segreto uccide) 1976 Der schwarze Korsar (Il corsaro nero)
1976 Das Netz 1977 Blutrausch (Eaten Alive)
1977 Blutiger Zahltag (La Ragazza dal pigiama giallo) 1978 "Killer sterben einsam (I Gabbiani volano basso)
1978 Hi Riders – Jungs lasst die Fetzen fliegen (Hi-Riders) 1978 Die Nordmänner
1978 Zwischengleis 1978 L'Immoralità
1978 Yesterday's Tomorrow 1979 Screamers
1979 Insel der neuen Monster
(L'isola degli uomini pesce)
1979 Die heilige Bestie der Kumans
(Il fiume del grande caimano)
1979 Die Außerirdischen (Stridulum) 1980 Guayana – Kult der Verdammten (Guyana, el crimen del siglo)
1980 Lebendig gefressen (Mangiati vivi) 1980 The Fifth Floor
1980 Großangriff der Zombies (Incubo sulla città contaminata) 1981 Lili Marleen
1982 Tausend Milliarden Dollar (Mille milliards de dollars) 1982 Die Jäger
1989 Eye of the Widow 
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