|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Jean Gabin wurde am 17. Mai 1904
als Sohn eines Künstlerehepaares mit bürgerlichem Namen Jean-Alexis Moncorgé
in Paris1) geboren; seine Eltern waren Varietékünstler,
der Vater
spielte kleine Opernrollen, seine Mutter sang in den Cafés. Nach einer
Maurerlehre und diversen handwerklichen Berufen machte Gabin ab 1924 seine
ersten Schritte im Showgeschäft.
Er trat als Statist, später als Sänger und Tänzer in der Revue der "Folies Bergéres" in Paris
auf und wurde unter anderem durch seine Imitationen des berühmten Maurice Chevalier2)
(1904 1972) berühmt. Entdeckt worden war er 1928 von der legendären Mistinguett2) (1875 1956), dem damaligen Star des Revuetheaters, die ihm auch ein Engagement im "Moulin Rouge" verschaffte. 1931 gab Gabin dann sein Leinwanddebüt in dem Streifen mit dem symbolträchtigen Titel "Chacun sa chance" (Jedem seine Chance), unter der Regie des deutschen Hans Steinhoff3) (1882 1945). Allgemeine Beachtung fand er jedoch erst vier Jahre später mit Filmen wie "Maria Chapdelaine" (1934, Das träumende Herz) oder neben Josephine Baker in "Zouzou" (1934), mauserte sich in den 1930er Jahren dann rasch zum beliebtesten und bestbezahlten Stars des französischen Kinos.
Seine Darstellungen von Arbeitern und Außenseitern in Filmen von
Julien Duvivier, Jean Renoir und Marcel Carné hatten wesentlichen Anteil
am Weltruhm des französischen Films dieser Jahre. Vorzugsweise waren es
schweigsame Eigenbrötler, die in einer dunklen Welt einem vorbestimmten
Schicksal folgten. Julien Duvivier hatte als erster das
dramatische Potential des jungen Schauspielers Gabin entdeckt und ihn 1935 in
"La Bandéra" (Kompanie der Verlorenen), 1936 in "La belle
équipe" (Uns lachte das Glück) und 1937 als Gangster in " Pépé le Moko"3)
(Pépé le Moko Im Dunkel von
Algier4) besetzt, drei Filme, die den
Mythos Gabin als tragischem Arbeiterhelden begründeten.
Während der Besetzung Frankreichs ging der bestbezahlte Star des französischen Films
für eine kurze Stipvisite nach Hollywood und spielte dort jedoch nur zwei
mehr oder weniger unbedeutende Rollen, war an der Seite von Ida Lupino in
"Moontide" (1942, Nacht im Hafen) und in "The Imposter" (1944) zu
sehen. Desillusioniert von Hollywood ging Gabin 1943 nach Frankreich zurück, kämpfte als Soldat
bei der Marine in Nordafrika, nahm an der Befreiung Frankreichs teil und erwarb hohe
Auszeichnungen. Nach dem Krieg kam seine Filmkarriere zunächst nur schleppend
wieder in Gang den ihm angebotenen Rollen
mangelte es an Qualität; sein erster Nachkriegsfilm war 1946 das
Melodram "Martin Roumagnac"4)
mit Marlene Dietrich als Partnerin, mit der ihm auch eine kurze Affäre nachgesagt wird. Weitere Erfolge ließen nicht auf sich warten; so spielte Gabin 1955 in
Claude-Autant-Laras hinreißenden Komödie "La
traversée de Paris"3) (Zwei Mann, ein Schwein und die
Nacht von Paris) an der Seite von
Bourvil und Louis de Funès, der hier mit einer Nebenrolle glänzen konnte:
Martin und Grandgil transportieren für den Metzger Jambier (Louis de Funès) ein schwarzgeschlachtetes
Schwein quer durch Paris; Bourvil spielte den Schwarzhändler Martin in einer erstaunlichen Mischung
von Klamauk, schwarzem Humor und echter Tragödie
und sein Kumpan, der arbeitslose Taxifahrer Grandgil alias Jean Gabin erwies sich dabei als ganz unangenehmer
Zeitgenosse. 1958 wirkte er als Jean Valjean
in der von Jean-Paul Le Chanois für das Fernsehen inszenierten Victor Hugo-Verfilmung "Les misérables" (Die Elenden)
mit, einer Koproduktion der DEFA mit der
französischen Produktionsfirma " Pathé".
Ab Mitte der 1950er Jahre war Gabin häufig in Rollen autoritärer, zuweilen
auch Selbstjustiz favorisierender Charaktere von stoischem Zuschnitt zu sehen.
Die Anschauungen Gabins wurden kaum mehr unterscheidbar, so unter anderem mit der Rolle des Kommissar Maigret, den er 1957
in Jean Delannoys Simenon-Verfilmung "Maigret tend un piège"4) (Kommissar
Maigret stellt eine Falle) erstmalig spielte. Zwei weitere Filme mit Gabin
als Maigret folgten, so "Maigret et l'affaire Saint-Fiacre" (1959, Maigret kennt kein Erbarmen)
und "Maigret voit rouge"4) (1963, Kommissar Maigret sieht rot). In erster Ehe war die Kinolegende seit 26. Februar 1925 bis 1930 mit der Schauspielerin Gaby Basset6) (1902 2001) verheiratet gewesen; am 20. November 1933 ehelichte er die Tänzerin Suzanne Marguerite Jeanne Mauchain, doch auch diese Verbindung hielt nur sechs Jahre und endete 1939 vor dem Scheidungsrichter. Ehefrau Nr. 3 wurde am 28. März 1949 das Mannequin Christiane "Dominique" Fournier, mit der er bis zu seinem Tod zusammen lebte; Christiane Fournier-Gabin starb 2002. Gabin hinterließ außer seiner Ehefrau die drei gemeinsamen Kinder Florence (geb. 1949), Valérie (geb. 1952) und Mathias (geb. 1956); Florence Moncorgé-Gabin wurde später eine erfolgreiche Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Weiterhin soll Gabin noch Vater von drei weiteren Kindern gewesen sein, Mary Moncorgé, Cleia Moncorgé und Alexis Moncorgé.
Während seiner 60 Jahre umspannenden beeindruckenden Leinwandkarriere war
Gabin in über 90 Kinofilmen zu sehen und etablierte sich als einer der
ganz Großen des französischen Films. Er war in den unterschiedlichsten
Rollen zu sehen und überzeugte als Aristokrat ebenso wie als Bauer; er
spielte den Clochard genau so gut wie den vornehmen Herrn, konnte einen
Dieb ebenso lebensnah wie einen Managertypen darstellen und war
der nachdenkliche Kommissar Maigret mit der Pfeife im
Mundwinkel. Man sagte ihm nach, dass er nie seine Rollen "spielte",
sondern er selbst zu der Figur wurde, die er in jedem seiner Filme darstellte.
Eine Umfrage von "PARIS MATCH" stellte Gabin 1996
neben General de Gaulle unter die markantesten Franzosen unseres
Jahrhunderts. 1981 war der "Jean-Gabin-Preis"3) ins Leben gerufen
worden, mit dem jährlich ein männlicher Nachwuchsschauspieler
ausgezeichnet wird. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
1) nach anderen Angaben in Mériel, einer kleinen Stadt im französischen Val d'Oise Link: 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) Wikipedia, 4) prisma-online.de, 5) Beschreibung innerhalb dieser HP, 6) www.cyranos.ch |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Textbausteine des Kurzportraits von
www.prisma-online.de Siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster
schließen. Home: www.steffi-line.de |