Im Kittchen ist kein Zimmer frei
Originaltitel: Archimède, le clochard

Frankreich/Italien 1959
Genre: Komödie
Regie: Gilles Grangier
Drehbuch: Albert Valentin, Michel Audiard, Gilles Grangier
Nach einer Original-Idee von Jean Moncorgé (= Jean Gabin)
Musik: Jean Prodromides
Kamera: Louis Page, Henri Tiquet
Darsteller:
Jean Gabin: Archimedes, Darry Cowl: Arsène,
Bernard Blier: Herr Pichon, Julien Carette: Félix,
Paul Frankeur: Herr Grégoire, Dora Doll: Frau Pichon,
Gaby Basset: Frau Grégoire, Jacqueline Maillan: Frau Majorie,
Noël Roquevert: Pensionierter Offizier, Albert Dinan: Restaurator,
und andere

(Die Links führen zu Wikipedia (deutsch/englisch), zum Kurzportrait innerhalb dieser HP
sowie zu www.cyranos.ch)
 
Kurzinhalt:
Archimedes (Jean Gabin) hält nicht viel von der Arbeit. Er ist ein Taugenichts, ein rechter Schelm – und ein liebenswerter Mensch, obwohl er auch vor gelegentlichen kleinen Gaunerstreichen nicht zurückschreckt. Er verbringt seine Tage so, wie das nur in Paris möglich ist; er fühlt sich glücklich und frei wie ein Vogel unter dem Himmel. Dennoch ist sein Leben keineswegs ohne Kümmernisse. Besonders belastet ihn im Augenblick die Frage, wo er im kalten Winter einen günstigen Unterschlupf finden könnte. Für den Sommer war das Zimmer in dem halbfertigen Haus, das er für sich "beschlagnahmt" hatte, zwar recht komfortabel – doch erstens gilt es jetzt die Heizungsfrage zu lösen, und zweitens kommen die Bauarbeiter wieder, um den Hausbau zu vollenden. Archimedes muss bald weichen. Aber wohin?
Am erstrebenswertesten erscheinen ihm Obdach und Wärme eines schönen alten Gefängnisses. Unter den Brücken der Seine zu nächtigen, wie viele seiner "Kollegen" das tun, hält er für unbequem und unter seiner Würde. Dort schläft er so gut wie nie, welche Jahreszeit auch immer sein mag. Von Ende November an kennt er nur zwei annehmbare Lösungen: entweder ein geheiztes Gefängnis oder die Côte d'Azur. "Freiheit", sagt er, "heißt tun und lassen zu können, was man mag, und ins Quartier zu gehen, wenn man's nötig hat." Unter "Quartier" versteht er dabei jene staatliche Unterkunft, die ein wenig unschön "Gefängnis" genannt wird. Jedenfalls hofft er fest, die drei kältesten Monate im Kittchen verbringen zu dürfen.

Indessen: Archimedes muss erleben, dass drei Monate Gefängnis doch nicht so leicht zu haben sind. Obwohl er mutwillig in einem Café die gesamte Einrichtung zertrümmert, verurteilt ihn das Gericht lediglich zu acht Tagen Gefängnis. Kaum hat er die viel zu kurze Strafe abgesessen, inszenierte er einen Krawall auf der Straße -  vergeblich, man beachtet ihn kaum – bis auf einen Pressefotografen, der das Foto als Titelbild an eine Illustrierte verkauft. Archimedes beleidigt einen Polizeibeamten und erreicht nur, dass statt seiner sein unschuldiger Kumpel Arsène (Darry Cowl) festgenommen wird.

Inzwischen hat sich in Archimedes' Behausung auf dem Bauplatz der Gauner Félix (Julien Carette) mit fünf gestohlenen Hunden breitgemacht, die er nach einigen Tagen ihren Besitzern gegen "ehrlichen Finderlohn" zurückbringen will. Archimedes wirft ihn hinaus  – da fällt Félix so unglücklich, dass er nicht mehr weiter kann. So müssen nun Archimedes und Arsène losmarschieren, um die Hunde ihren Besitzern zuzuführen. Während Archimedes bei dieser "Aktion" wie immer besten Erfolg hat, wird Arsène erneut von der Polizei gestellt.
Als die Bauarbeiter Archimedes endgültig aus seinem "Heim", der halbfertigen Wohnung, mit sanfter Gewalt hinauskomplimentieren, setzt er sich kurzentschlossen nach der Côte d'Azur ab, wo fast das ganze Jahr schönstes Wetter herrscht. Zwar ist das kein bequemes Gefängnis im geliebten Paris  – aber für einen schelmischen Taugenichts wie Archimedes dennoch ein Paradies, in dem man sorgenlos warten kann, bis in Paris wieder der Frühling einzieht.
 
Quelle: Illustrierte Filmbühne Nr. 4894

  
Auszeichnung:
Berlinale 1959: "Silberner Bär" für Jean Gabin als "Bester Darsteller"
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