Zwei Jahre nach seinem Welterfolg "Kleiner Mann was nun?"
(1932) veröffentlichte der Schriftsteller Hans
Fallada (1893 1947) seinen sozialkritischen Roman "Wer einmal aus dem Blechnapf
frisst" (1934),
mit dem er seine Erfahrungen im Gefängnis von Neumünster verarbeitet hatte.
Fallada beschreibt die Odyssee des Sträflings Willi Kufalt, der fünf Jahre
seines Lebens im Gefängnis verbracht hat und nun nach seiner Freilassung ein
neues Leben beginnen will: Bindungslos und ohne Familie geht er nach Hamburg,
kommt zunächst in einem Fürsorgeheim für ehemalige Häftlinge unter, dass
die Gestrauchelten mit eigenwilligen Methoden unterstützt, sich in die
Gesellschaft zu integrieren. Kufalt erfährt erneut Demütigungen und willkürliche Unterdrückung,
er erhält keinen freien Ausgang, für seine Arbeit er muss Adressen
schreiben erhält er nur einen Hungerlohn. So beschließt er, sich auf
eigene Füße zu stellen und eine Wohnung zu suchen, stößt nun aber auf eine
gnadenlose Gesellschaft, Misstrauen und Ablehnung. Erst als er seine Zeit im
Gefängnis verschweigt, findet er eine Unterkunft, sein Versuch, sich mit einigen Bekannten
selbständig zu machen, scheitert. Enttäuscht zieht er in die Kleinstadt, in der
die ehemalige Haftanstalt liegt, auch hier verschweigt er seine Vergangenheit,
baut sich eine Existenz als Abonnentenwerber einer Lokalzeitung auf. Alles
scheint sich zum Guten zu wenden, zumal er die junge Hilde kennen- und lieben
lernt, die mit ihrem unehelichen Sohn bei ihren Eltern
lebt. Doch dann wird Kufalt zu Unrecht eines Diebstahls bezichtigt, wegen
seiner Vorstrafe von einem voreingenommenen Kriminalbeamten eingesperrt. Seine
Unschuld kann zwar bewiesen werden, doch für Kufalt ist damit jegliche
Hoffnung auf ein normales Leben erloschen, der Traum von der ehrbaren Existenz
begraben. Er verlässt Hilde, geht nach Hamburg zurück, nun entschlossen, seinen
Lebensunterhalt auf illegale Weise zu verdienen. Er trifft auf einem
ehemaligen Mithäftling, den verschlagenen Ganoven Batzke, will mit ihm einen
Juwelenraub begehen. Doch Batzke lehnt zunächst ab, zieht den Coup dann
später auf eigene Faust durch. Dann überschlagen sich die Ereignisse, Kufalt
erfährt von Batzkes Tat, sinnt auf Rache, ein Erpressungsversuch schlägt
fehl. Verzweifelt bestiehlt er schließlich seine Vermieterin und flieht.
Schnell kommt ihm die Polizei auf die Spur, Kufalt wird festgenommen und zu sieben Jahren Haft
verurteilt. Somit schließt sich der Kreis, Kufalt kommt wieder dort an, wo er
vor Beginn des Romans gewesen ist in der Unfreiheit. Aber nun erscheint ihm
dieser Ort als der einzige Platz, wo er ein ruhiges und geregeltes Leben
führen kann frei sein kann.
Die tragische Geschichte des ehemaligen Häftlings Kufalt, dem ein bürgerliches Dasein
auch wegen einer von
Vorurteilen geprägten Gesellschaft nicht gelingt, wurde Anfang der 1960er Jahre auf den
Bildschirm gebracht. Regisseur Fritz Umgelter1) , der bereits mit mehrteiligen
Literaturverfilmungen wie dem das Heimkehrerdrama "So weit die Füße
tragen"2) (1959) und der Hans Scholz-Adaption "Am grünen Strand der
Spree"1) (1960) Fernsehgeschichte geschrieben hatte, siedelte die Geschichte des gestrauchelten
Buchhalters Willi Kufalt in den frühen sechziger Jahren an,
um Wirklichkeitsnähe zu erreichen. Die Inszenierung aktualisiert
einen Lebensweg in einer Zeit, in der das sogenannte Wirtschaftswunder
das Leben in Deutschland noch nicht allzu sehr stabilisiert hatte:
Nach fünf Jahren Knast wegen Unterschlagung und schwerer Urkundenfälschung
wird Willi Kufalt in eine Freiheit entlassen, der er nicht mehr gewachsen ist.
Der ehemalige Buchhalter versucht es mit Gelegenheitsarbeiten, aber die
Inflationszeiten sind schlecht. So gerät er wieder auf die schiefe Bahn
und kehrt resigniert ins Gefängnis zurück, den Ort, der ihm die Sorgen ums
tägliche Dasein abnimmt und der dem geschundenen kleinen Mann nicht trister vorkommt
als die ärmliche, feindselige, tückische Welt draußen.
(Quelle: www.wdr.de)Der schwarz-weiße Dreiteiler "Wer einmal aus dem Blechnapf frisst" ging am 8. Mai 1962 mit
der ersten Folge auf Sendung, wurde bis Ende der 80er Jahre
mehrfach wiederholt. Der routinierte Regisseur Fritz Umgelter1)
(1922 1981) hatte den Roman er in Szene gesetzt, für die Rolle des Willi Kufalt
hatte man den charismatischen Theaterschauspieler Klaus Kammer (1929 1964) verpflichten können,
welcher
der tragischen Gestalt eindrucksvolle Züge verlieh. Auch die anderen Figuren
waren prominent besetzt, zu nennen sind beispielsweise Ursula Dirichs, Peter Ehrlich,
Hans Cossy2) (1911 1972), Wolfgang Reichmann,
Alfred Schieske1)
(1908 1970; siehe auch defa-sternstunden.de)
oder Friedrich Maurer.
1) Der Link führt zu Wikipedia
2) Der Link führt zum Kurzportrait innerhalb dieser Homepage
Siehe auch www.wunschliste.de
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Einige der Akteure:
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| Klaus Kammer
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spielte den Willi Kufalt.
Geboren am 10. Januar 1929 in Hannover,
gestorben am 9. Mai 1964 in Berlin.
Kurzportrait
zu Klaus Kammer innerhalb dieser Homepage
Siehe auch Wikipedia
sowie den Artikel bei www.zeit.de
Weitere
Filme*) mit Klaus Kammer
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| Ursula Dirichs
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spielte die junge Hilde Harder.
Geboren 1935 in Recklinghausen.
Ursula Dirichs kam 1935 im nördlichen Ruhrgebiet zur Welt und verbrachte ihre Kindheit im ostpreußischen Königsberg.
Nach der Schulausbildung nahm sie Schauspielunterricht an der renommierten Otto-Falkenberg-Schule in München.
Ihre ersten festen Theaterengagements hatte sie im heimatlichen Ruhrgebiet. Zunächst ging sie an das Theater
in Oberhausen, anschließend an das Schauspielhaus Bochum. Nach einer weiteren Verpflichtung
in Frankfurt am Main war sie als freiberufliche Schauspielerin tätig. Gastspiele führten
sie u. a. nach Essen, Darmstadt, Berlin, München, Frankfurt am Main,
Stuttgart und Köln. Sie unternahm Tourneen durch die Bundesrepublik Deutschland,
Österreich, Schweiz und die Niederlande. Mit der Überseeunternehmung
"Die Brücke" ging sie auf eine große Europa- und Welttournee.
Auch beim Kabarett war sie im Einsatz, wie beispielsweise in einem Gastspiel bei der
"Münchner Lach- und Schießgesellschaft".
Ein weiteres Standbein hatte sie bei Rundfunk, Film und Fernsehen.
Ihren vermutlich ersten größeren Auftritt vor der Kamera hatte sie 1960 in einem der
ersten großen Straßenfeger des noch jungen deutschen Fernsehens: in dem fünfteiligen Fernsehspiel
"Am grünen Strand der
Spree"1), das nach einem Buch von Hans Scholz entstand,
war sie gleich in zwei Rollen zu sehen. In der dritten Folge spielte sie das
Mädchen Hannah, das sich nach der Schlacht bei Kunersdorf um die verletzten Soldaten kümmert,
im vierten Teil die
"Ziegenprinzessin" Bärbel Kroll, die sich kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs
liebevoll um einen sterbenden Soldaten (Peter Thom) bemüht. Bis heute ist sie in
ca. 60 Filmen und Fernsehspielen in großen und kleinen Rollen aufgetreten, darunter in den Fernsehspielen
"Besuch auf einem kleinen Planeten", "Balthasar im Stau", den Fernsehserien
"Derrick", "Tatort", dem Mehrteiler "Die Buddenbrooks"2) (1979), und dem Spielfilm
"Pünktchen und Anton".
Seit den 1960er Jahren war sie auch beim Rundfunk als Hörspielsprecherin im Einsatz.
Auch hier konnte man sie in den unterschiedlichsten Rollen erleben, wie z. B. neben Horst Tappert
in einer Rundfunkadaption von Bertolt Brechts
"Die Dreigroschenoper", dem Krimi-Mehrteiler "La Boutique" von Francis Durbridge und dem Kinder-Hörspiel
"Das Gänseblümchen".
Die in München lebende Ursula Dirichs ist immer noch eine viel beschäftigte Schauspielerin,
die nebenher auch noch literarische Lesungen veranstaltet.
Quelle: Wikipedia
(Stand März 2009)
Webpräsenz der Künstlerin: www.ursuladirichs.de
Ursula Dirichs bei ihrer Agentur: www.agenturfloeter.de
Weitere
Filme*) mit Ursula Dirichs
Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP
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| Friedrich Maurer
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spielte den Glaser Harder.
Geboren am 17. April 1901 in Mannheim,
gestorben am 2. März 1980 in München.
Friedrich Maurer wurde als Sohn eines Fabrikarbeiters in der
Industriestadt Mannheim geboren. Nach Ableistung einer Kaufmannslehre und
einer Schauspielausbildung bei dem bekannten deutschen Stummfilmschauspieler
Robert Garrison erhielt er 1924 zunächst ein erstes Theaterengagement
in Frankfurt/Main. Weitere Engagements in Koblenz, Riga, Königsberg und Leipzig folgten.
Bis 1960 war er bei dem ab 1950 vereinten Westberliner Schiller- und Schloßparktheater
engagiert, bevor er sich bis zu seinem Tod den Bayerischen Staatsschauspielen in München anschloss.
Parallel zu seinen Theaterauftritten fand der Charakterschauspieler Maurer auch Verpflichtungen
beim Film und Fernsehen und trat hier überwiegend in Nebenrollen auf. Wie viele deutsche
Schauspieler aus Westdeutschland wurde er auch von den ostdeutschen DEFA-Filmstudios verpflichtet,
drehte aber nach Schließung der Grenzen nur noch Filme im Westen.
Bei defa-sternstunden.de
kann man nachlesen: Seit 1938 beim Film aktiv, kann Maurer auch in
einigen DEFA-Streifen unverwechselbare Charaktere darstellen. Dazu zählen
der Rechtsanwalt Dr. Wormser im Justizdrama "Affaire Blum", der
verzweifelte Arzt Dr. Michaelis in der Filmbiografie "Semmelweis Retter der Mütter"
oder der um das Wohl seiner Tochter besorgte
Fabrikant Göpel im "Untertan".
Friedrich Maurer wurde für sein Lebenswerk mit dem Bundesverdienstkreuz und 1957 mit dem
Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Waldfriedhof in München/Neuer Teil.
Quelle: Wikipedia
(Stand März 2009)
Weitere
Filme*) mit Friedrich Maurer
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| Hildegard Flöricke
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spielte die Frau Harder.
Weitere
Filme*) mit Hildergard Flöricke
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| Peter Ehrlich
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spielte den Ganoven Batzke.
Geboren am 25. März 1933 in Leipzig.
Kurzportrait
zu Peter Ehrlich innerhalb dieser Homepage
Agentur von Peter Ehrlich: www.agentur-delaberg.de
Siehe auch Wikipedia
Weitere Filme*)
mit Peter Ehrlich
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| Sigurd Fitzek
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spielte Kufalts ehemaligen Mithäftling Emil Bruhn.
Bruhn ist nach seiner Entlassung an den Vorurteilen der Gesellschaft
gescheitert. Kufalt erfährt, dass Bruhn für einen Großbrand in seiner
Holzfabrik verantwortlich gemacht wird und flüchtig ist.
Geboren am 24. Dezember 1928 in Breslau.
Sigurd Fitzek (auch Siegurd Fitzek) kam am Heiligen Abend 1928 im
niederschlesischen Breslau zur Welt und wuchs dort auf. Nach dem Ende seiner
Schulzeit wollte er zunächst Landwirt werden. Nach dem Kriege kam er nach
Bayern und übernahm später in München eine Reitschule. Zum Schauspieler
ließ er sich an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule ausbilden. 1950 ging
er an das "Junge Theater" in Stuttgart. Von 1960 bis 1965
arbeitete er regelmäßig an der damaligen Kleinen Komödie, dem heutigen
GOP Varieté-Theater. In dieser Zeit sah man ihn unter anderem in den
Stücken "Hokuspokus" von Curt Goetz, "Erinnerst du
dich" von John Osborne und "Tausend Clowns" von Herb Gardner.
Mitte der 1950er Jahre kam Fitzek zum Fernsehen, wo er jahrzehntelang in
vielen Fernsehspielen, Serien und Mehrteilern zu sehen war. Bereits 1955
sah man ihn in dem Film "Unruhige Nacht" nach Albrecht Goes
in der Rolle des fahnenflüchtigen Soldaten Baranowsky, der die letzte Nacht
vor seiner geplanten Hinrichtung durchlebt. Vier Jahre später sah man ihn
in dem ersten Durbridge-Klassiker "Der Andere". 1964 war er
einer der Hauptdarsteller in der "Stahlnetz"-Folge
"Rehe". Der Film trug zwar viel zu seinem Bekanntheitsgrad, wenig
jedoch zu seiner Popularität bei. Denn er verkörperte in diesem Film, der
auf der Entführung von Joachim Göhner basierte, einen Kindermörder
(Rollenname Willy Funke).
Auch in einigen Kinofilmen ist er aufgetreten. So beispielsweise in
"Fluchtweg St. Pauli – Großalarm für die
Davidswache" und in dem Edgar-Wallace-Film "Mordnacht in
Manhattan."
Der in München lebende Sigurd Fitzek ist mit der Schauspielerin Maria Böhme
verheiratet und hat eine Tochter.
Quelle: Wikipedia
(Stand Januar 2009)
Weitere Filme*)
mit Sigurd Fitzek
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| Werner Hessenland
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spielte den Richter.
Geboren am 14. März 1909 in Höchst (heute Frankfurt am Main),
gestorben am 10. Juni 1979 in Troisdorf (Rheinland).
Kurzportrait
zu Werner Hessenland innerhalb dieser Homepage
Weitere
Filme*) mit Werner Hessenland
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| Gerhard Geisler
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spielte den Wachtmeister Petrow.
Geboren am 21. Oktober 1907 in Cottbus,
gestorben am 22. September 1977 in Wien (Österreich).
Weitere
Filme*) mit Gerhard Geisler
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| Adolf Ziegler
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spielte den Pfarrer.
Geboren am 3. Januar 1899,
gestorben 1985.
Nicht zu verwechseln mit Adolf Ziegler (1892 1959), Präsident der Reichskammer der Bildenden Künste
(siehe auch Wikipedia).
Weitere
Filme*) mit Adolf Ziegler
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| Wolfgang Reichmann
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spielte den Marcetus.
Geboren am 7. Januar 1932 in Beuthen (Oberschlesien),
gestorben am 7. Mai 1991 in Waltalingen bei Zürich (Schweiz).
Kurzportrait
zu Wolfgang Reichmann innerhalb dieser Homepage
Siehe auch Wikipedia
Weitere
Filme*) mit Wolfgang Reichmann
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