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Der dänische Tenor Helge Roswaenge (auch: Rosvaenge, Rosvænge)
wurde am 29. August 1897 als Helge Anton Rosenvinge Hansen in
Kopenhagen geboren. Zunächst absolvierte er nach dem Abitur an der Technischen Hochschule
seiner Geburtsstadt ein Ingenieurstudium, welches er mit der Note
"sehr gut" und Diplom abschloss, hatte während dieser Zeit jedoch
schon privaten Gesangsunterricht bei einem ehemaligen Schüler des
legendären polnischen Tenors Jean de Reszké1) (1850 1925) genommen. Sein
Operndebüt gab der Autodidakt Roswaenge 1921 als Don José in Bizets "Carmen"2) am Stadttheater von Neustrelitz und verzeichnete
erste Erfolge. Ein weiteres Engagement führte den Tenor dann 1922 für zwei
Jahre zusammen mit seiner damaligen Ehefrau, der ungarischen Sopranistin Ilonka Holndonner
(1895 ?) in das thüringische Altenburg, über Basel (1924 1926) und
Köln (1926 1929) kam Roswaenge Ende 1929 nach Berlin an die Staatsoper
sowie 1930 nach Wien, avancierte mit seiner ungemein brillanten Stimme
schnell zu einem der bedeutendsten Tenöre nicht nur im deutschsprachigen
Raum wurde gar als Nachfolger von Richard Tauber1) (1891 1948)
gefeiert. Bis 1950 blieb er
der Wiener Staatsoper verbunden, die neben Berlin zu seiner künstlerischen
Heimat wurde. Bei seine Gastauftritten an so bedeutenden Bühnen wie in Salzburg, München oder London glänzte Roswaenge vorwiegend mit Titelrollen in Opern von Giuseppe Verdi, Wolfgang Amadeus Mozart oder Giacomo Puccini, mit Wagner-Partien war er eher selten zu hören; seine wenigen Auftritte, wie 1934 sein "Parsifal"2) in Bayreuth hinterließen jedoch stets nachhaltigen Eindruck. 1932 trat Roswaenge erstmalig in Salzburg bei den Festspielen als Tamino in Mozarts "Die Zauberflöte"2) auf und wurde von Fachwelt und Publikum gleichermaßen umjubelt. Bis 1939 stand er regelmäßig bei den Festspielen auf auf der Bühne, brillierte dort unter anderem auch als Herzog von Guienne in Carl Maria von Webers "Oberon"2) oder als Florestan in Beethovens "Fidelio"2), mit dem er 1938 auch am Londoner "Covent Garden" das Publikum in seinen Bann zog. Neben seinem Mozart-Repertoire, glänzte Roswaenge mit dramatischen Heldenrollen in Verdi-Opern wie beispielsweise als "Otello"2) und "Rigoletto"2), er interpretierte den Alfredo Germont in "La Traviata"2) oder den jungen Arrigo in "Die Sizilianische Vesper"2) ebenso grandios wie den ägyptischen Feldherrn Radames in "Aida"2) oder den Titelhelden Manrico in "Der Troubadour"2). Roswaenge gab den Gounodschen "Faust"2), den Canio in Leoncavallos "Der Bajazzo"2) oder den Rodolfo in Puccinis "La Bohème"2), überzeugte aber auch bei seinem Ausflug in die Moderne: So hörte man ihn als Mackie Messer in der Brecht/Weillschen "Die Dreigroschenoper"2). Seine Vielseitigkeit war ebenso legendär wie seine stimmliche Unverwüstlichkeit eine Roswaenge-Absage gehörte zu den allerseltensten Ereignissen. Er sang nicht nur die Standard-Puccini- und Verdi-Rollen, sondern auch Mozarts "Tamino" ( ), auf der heldischen Seite reichte seine Spannweite bis zu "Radames" und "Otello" (für den Rundfunk) sowie zu "Lohengrin", "Stolzing" und "Parsifal". Vor allem aber war er Spezialist für die Rollen, denen seine Kollegen wegen der stimmlichen Schwierigkeiten aus dem Wege gingen je häufiger und je höher Spitzentöne gefordert waren, desto wohler fühlte Roswaenge sich, und auch vor Ausgefallenem machte er keine Umwege, sei es Aubers "Fra Diavolo" oder Berlioz' "Troyens". ( ) Es bereitete ihm keine Kopfschmerzen, "Manrico" und "Radames", "Rodolfo" und "Bacchus" innerhalb einer Woche zu singen.3)
Roswaenge, der für seine äußerst flexible Stimme bekannt war, trat auch
als Liedsänger in Erscheinung und setzte sich besonders für
Werke von Hugo Wolf sowie die skandinavischen Komponisten ein. Zu seinen
Glanzzeiten soll er über 200 Vorstellungen pro Jahr gegeben haben, nach dem
2. Weltkrieg hatte er zunächst Schwierigkeiten wegen seiner Nähe
zum Nazi-Regime, war nach Russland in das Lager
Krasnogorsk nahe Moskau deportiert worden. Rosvaenge war in politischer Hinsicht eher von großer Naivität,
wie er später auch im Umgang mit der DDR bewiesen hat, wo er nicht nur einmal ins Fettnäpfen getreten ist.
Tatsächlich blieb er sein ganzes Leben lang dänischer Staatsbürger, alle gegen ihn in seiner Heimat
geschürten Ressentiments sind nach genauem Studium seines Lebens und Wirkens daher nicht nachvollziehbar.4) |
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Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia Quelle: 3) "Grosse Stimmen" von Jens Malte Fischer, Verlag J. B. Metzeler, Stuttgart 1993, S. 200/201 4) Wikipedia (abgerufen 30.12.2011) |
| Siehe auch Wikipedia |
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