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Erna Berger wurde am 19. Oktober 1900 als Tochter des Eisenbahningenieurs
Georg Alfred Curt Berger († 1927) im sächsischen Cossebaude1)
(heute Ortsteil von Dresden1)) geboren.
Da der Vater unter anderem in Ostpreußen1) an Eisenbahnprojekten beteiligt war,
verbrachte sie die ersten Lebensjahre allein mit Mutter Amalie, 1906 übersiedelte die Familie nach
Berlin-Tempelhof1), wo
sie im selben Jahr eingeschult wurde. Ab 1908 arbeitete der Vater zwei Jahre lang in
Afrika und da ihm seine Ehefrau folgte, lebte das Mädchen bei den Schwestern des Vaters in
Dresden, besuchte das dortige Lyzeum bis zum Abitur. Obwohl sie schon damals mit
ihrer schönen Stimme auffiel die Hofschauspielerin Auguste Diacono1)
(1863 1945) riet ihr, diese ausbilden zu lassen war das aus finanziellen
Gründen jedoch nicht möglich und Erna Berger nahm zunächst eine Tätigkeit als Bankangestellte in
Zittau1)
an. Im Jahre 1920 wanderte der Vater, der gegen eine Sangeskarriere der Tochter war, mit
der Familie nach
Paraguay1)
aus, Berger folgte ihnen und nahm eine Stelle als Erzieherin auf einer Großfarm
an. Schließlich kehrte sie 1924 nach Deutschland zurück,
arbeitete als Stenotypistin und konnte so eine Ausbildung zur Sängerin
finanzieren.*)
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Sie studierte in Dresden Gesang bei Melitta Hirzel1)
(1888 1976), Ehefrau des damals an
der "Sächsischen Staatsoper"1) tätigen lyrischen Tenors
Max Hirzel1) (1888 1957)
und startete anschließend eine fulminante Karriere, die zu einer herausragendsten Sopranistinnen ihrer Generation
machen sollten. Am 17. Juni 1926 gab Erna Berger an der
"Staatsoper" ihr Bühnendebüt unter
Dirigent Fritz Busch1)
(1890 1951) als erster Knabe in der Mozart1)-Oper "Die
Zauberflöte"1), wurde zunächst mit kleineren Rollen überwiegend als Opern-Soubrette
besetzt. Am 17. Februar 1927 konnte sie mit dem Part der Hannele in der Uraufführung
der Oper "Hanneles
Himmelfahrt" von Paul Graener1)
(Musik) und Georg Gräner1) (Libretto), basierend auf der gleichnamigen
Traumdichtung1) von
Gerhart Hauptmann1), erste Aufmerksamkeit
erregen. Zwei Jahre später wechselte sie an die
"Städtische Oper Berlin"1) und
begeisterte dort beispielsweeise seit der Premiere am 30. November 1933 in der Berliner Erstauffühnrung der Weihnachtsoper "Das Christ-Elflein"1) von
Hans Pfitzner1)
(Musik) als das Elflein; unter anderem gab Anton Baumann1) späterer Intendant
der "Volksoper Wien"1) den
"Tannengreis" → deutscheoperberlin.de.
Mit dem Weggang aus Dresden wuchs Erna Berger in ihre eigentliche Karriere hinein und kreierte dabei ein Fach,
das es bis dahin noch nicht gab den leichten, lyrischen Sopran.
Foto: Erna Berger vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander
Binder1) (1888 1929)
Quelle: cyranos.ch;
Angaben zur Lizenz (gemeinfrei)
siehe hier
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Zu weiterer Meilensteinen ihrer grandiosen Laufbahn gerieten ab 1929 ihre
Auftritte bei den "Bayreuther Festspielen"1), wo sie bis 1933 jährlich
mitwirkte, ebenso wie ab 1932 bei den "Salzburger Festspielen"1). Ab 1934
triumphierte sie dann an der "Staatsoper Berlin"1), brillierte beispielsweise als
Mozart1)-Interpretin mit dem Part der "Königin der Nacht"
in "Die Zauberflöte"1) sowie als
Konstanze in "Die Entführung aus dem Serail"1). Mit der Rolle der
Konstanze erwarb sie sich auch internationales Ansehen,
glänzte beispielsweise damit 1934 1938 am Londoner
"Royal Opera House"1) in
Covent Garden1). Es sollte dann noch rund zehn Jahre dauern, bis auch das
US-amerikanische
Publikum an der New Yorker "Metropolitan Opera"1)
erstmals die Sopranistin feiern konnte. Zu ihrem herausragenden
Repertoire zählten neben der Konstanze die
Gilda
in der Verdi1)-Oper "Rigoletto"1)" sowie die
Zerbinetta in der Richard-Strauss1)-Oper "Ariadne auf Naxos"1).
Als führende Mozart-Sängerin brillierte sie als Despina in "Così fan tutte"1), als
Zerlina in "Don Giovanni"1)
sowie als Susanna, aber auch als Cherubino in "Die Hochzeit des Figaro"1). Darüber hinaus begeisterte sie als
Rosina in "Der Barbier von Sevilla"1)
von Gioacchino Rossini1),
als Olympia in
"Hoffmanns Erzählungen"1)
von Jacques Offenbach1) oder als
Ännchen in "Der
Freischütz"1) von Carl Maria von Weber1). Bei zahlreichen
Konzert-Tourneen rund um den Globus sang sie in stets ausverkauften
Häusern, brillierte in Europa ebenso wie in Japan, den USA und Australien.
Mitunter beteiligte sie sich an Film-Produktionen, mehr dazu siehe hier.
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Auf de Höhepunkt ihres Ruhms zog sich Erna Berger mit erst 54 Jahren von der Opernbühne zurück,
da ihre Stimme sie auch im fortgeschrittenen Alter an jugendliche Rollen band:
Erna Berger aber, so wollte es die Natur, war die "Königin der
Nacht" und die "Gilda", und sie blieb es fast bis ans Ende
ihrer Laufbahn. Sie hat dies bedauert, hätte gerne schwerere Rollen gesungen,
aber ihre Stimme blieb so, wie sie war, und begrenzt blieb dadurch auch ihr
Repertoire
Das mädchenhafte und Rührende ihrer silbrigen, glockenklar
schwingenden Stimme waren ihre stärksten Waffen, und mit diesen bezauberte
sie auch in fortgeschrittenem Alter noch ihre Zuhörer. Es ist ja ein großes
Problem für eine Sopranistin, wenn sie so wie Erna Berger an das Fach ihrer
Jugendtage gebunden bleibt, ihre Glaubwürdigkeit nicht zu verlieren. Und es
ist sicher dieses Problem gewesen, das sie 1953/54 veranlasste, ihren Abschied
von der Bühne zu nehmen, denn ihre Stimme war nach wie vor intakt.2)
Sie begeisterte aber in den folgenden Jahren mit Konzert- und
Liederabenden, vor allem mit Werken von Hugo Wolf1), weiterhin die
Freunde klassischer Musik. Ihren letzten Auftritt hatte die Sängerin am 15. Februar 1968 im
Münchener "Cuvilliés-Theater"1).
Erna Berger 1946 als Antonia in der Oper "Hoffmanns Erzählungen"1)
von Jaques Offenbach1) an der "Deutschen Staatsoper"1)
in Berlin
Inszenierung: Ernst Legal
Quelle: Deutsche
Fotothek, (file: df_pk_0000063_019)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham
Pisarek1) (19011983); Datierung: 04.1946
Quelle: www.deutschefotothek.de;
Genehmigung zur
Veröffentlichung: 30.03.2017
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Erna Berger, seit 1955 Mitglied der Berliner "Akademie der
Künste"1) und anlässlich
ihres 85. Geburtstages zum Ehrenmitglied der
"Berliner
Staatsoper" ernannt, leitete seit 1959 bis Anfang der 1970er Jahre die
"Meisterklasse" an der Hamburger "Staatlichen Hochschule für Musik
und Theater"1), war zudem in Essen1) als
Musikpädagogin tätig. Sie engagierte sich stark für den sängerischen
Nachwuchs, so gehört beispielsweise Rita Streich
(1920 – 1987) zu ihren
"Entdeckungen". 1988 veröffentlichte die Künstlerin ihre Erinnerungen unter
dem Titel "Erna Berger: Auf Flügeln des Gesanges" und blickt darin
auf ihr bewegtes Leben zurück. Zahlreiche Fotos, eine Auswahl von Opern- und
Konzertprogrammen, ein Ausschnitt aus den persönlichen Aufzeichnungen ihrer Tätigkeit,
Pressestimmen und eine Zusammenstellung von Schallplatten- und Rundfunkaufnahmen
ergänzen dieses Buch zu einer eigentlichen Dokumentar-Biografie.
Die legendäre Koloratur-Sopranistin, die neben Lotte Lehmann
(1888 1976), Elisabeth Grümmer
(1911 1986), Martha Mödl1)
(1912 2001), Elisabeth Schwarzkopf
(1915 2006), Hilde Güden1)
(1917 1988) und Gundula Janowitz1)
zu den
herausragenden deutschen Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts gehörte,
starb am 14. Juni 1990, wenige Monate vor ihrem 90. Geburtstag, an einer
Herzschwäche im nordrhein-westfälischen Essen1), welches sie in ihren letzten
Lebensjahren zu ihrer neuen Heimat gemacht hatte; die letzte Ruhe fand
die legendäre Sängerin auf dem "Wiener Zentralfriedhof"1)
(Gruppe 31B, Reihe 12, Nummer 7) → Foto der
Grabstelle bei Wikimedia Commons.
Von 1934 bis 1946 war sie mit dem in Narvik (Nordland) geborenen Ingenieur Sverre Wiull (1900 1987) verheiratet.
Ihr zu Ehren benannte man 1992 "Bästleinstraße" in Dresden in "Erna-Berger-Straße"
um.
In der heutigen Dresdner Ortschaft Cossebaude (seit 1990) und in Berlin-Mitte1)
(seit 2003; nahe dem "Potsdamer Platz"1)/"Leipziger Platz"1))
wurden ebenfalls Straßen nach der legendären Sopranistin benannt, die bis ins hohe Alter
ihre jugendliche Gesangsstimme behielt.3)
An Auszeichnungen zu Lebzeiten sind weiterhin zu nennen (Link:
Wikipedia)
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