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Die Älteren unter uns werden sich noch daran erinnern, dass in der
ersten Zeit des Fernsehens nette und freundliche Ansagerinnen dem
Fernsehpublikum mitteilten, welches Programm es nun zu erwarten hatte. Die
Damen galten als "Visitenkarten" des Fernsehens, Diktion und
Minenspiel waren dem jeweiligen Programm angepasst und die anfangs noch
kleine, später wachsende Zuschauergemeinde wurde durch entsprechende
Informationen auf die jeweilige Sendung eingestimmt. Zu den Ansagerinnen der ersten
TV-Stunden zählen unter anderem Irene Koss, Ursula von Manescul,
Dagmar Bergmeister,
Annette von Aretin,
Ruth Kappelsberger, Anneliese Fleyenschmidt, Claudia Doren und
Hilde Nocker. |
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Irene Koss wurde am 3. August 1928 als Tochter eines Zigarrenhändlers und
Hobby-Magiers in Hamburg geboren. Schon früh zeigte sich ihre
künstlerische Begabung, sie erhielt Ballettunterricht und wirkte bei Theateraufführungen in der Schule
mit. Nach der "mittleren Reife" nahm sie Schauspielunterricht bei Lotte Brackebusch, erhielt
dann 1946 ein erstes Engagement an der Landesbühne Hannover,
wo sie an der Seite Hardy Krügers in Kleists "Der zerbrochne Krug" ihr
Bühnendebüt gab. Ein Jahr später wechselte Irene Koss nach Flensburg an
das Stadttheater, weitere Engagements führten unter anderem an die Hamburger
Kammerspiele sowie das Hamburger "Theater am Besenbinderhof" und
meist wurde sie mit Rollen der Naiv-Sentimentalen besetzt. Als der damalige Nordwestdeutsche Rundfunk
dann 1950 eine Ansagerin suchte, wurde sie unter 60 Bewerberinnen
ausgewählt und als Programmansagerin vom NWDR engagiert. Erstmals kündigte
sie am 31. Dezember 1950 die Silvester-Sendung an, informierte fortan im Wechsel mit
Angelika Feldmann über die Programme, die anfangs noch versuchsweise dreimal pro Woche für
wenige Stunden aus dem Bunker auf dem Hamburger Heiligengeistfeld ausgestrahlt
wurden, verabschiedete sich meist mit den Worten "Wir sehen uns morgen
wieder."
Bald avancierte Irene Koss zur beliebtesten TV-Frau, auch wenn ihr von
der Presse, wie einmal im SPIEGEL zu lesen war ein "ein wenig
altjüngferlichem Charme" attestiert wurde. Ihre Popularität zeigte
sich in zahllosen Preisen, wie der "Goldenen Rose" der
Zeitschrift "Star-Revue", dem "Goldenen Bildschirm" von
"TV Hören und Sehen" oder dem "Großen Otto" der
Jugendzeitschrift "Bravo". Die Fernsehzuschauer beobachteten jede
Veränderung peinlichst genau, als Irene Koss 1959 mit einer neuen Frisur
auf dem Bildschirm erschien, liefen beim NDR die Telefone heiß und die
Hamburger Morgenpost rief ihre Leserschaft zur Abstimmung über Irenes
Haarschnitt auf: Erster Preis war ein Nachmittag mit der Ansagerin im Studio
Lokstedt. |
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Ursula von Manescul wurde
am 14. Mai 1931 als Tochter eines adeligen rumänischen Großgrundbesitzers
in Lemberg (damals Lwów, Polen; heute Lwiw, Ukraine) geboren. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges flüchtete sie
mit ihrer Familie vor der Roten Armee von Posen nach Berlin.
Dort ging sie weiter zur Schule, ließ sich dann ab 1946
an der Schauspielschule von Hilde Körber zur Schauspielerin
ausbilden und nahm an der Städtischen Oper Berlin Unterricht
in Gesang und Tanz. Ihr Bühnendebüt gab Ursula von Manescul am Berliner Theater am
Nollendorfplatz, weitere Verpflichtungen führten sie im
Verlaufe der Jahre an das "Hebbel-Theater" sowie an
die Berliner "Komödie", bei Gastspielen unter
anderem am Theater der Stadt Baden-Baden sowie am Berliner
Theater begeisterte sie das Publikum. Daneben stand sie für
zahlreiche Kino- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. Zu
ihrem Theaterrepertoire zählten beispielsweise in den 70er
und 80er Jahren die "Diana" in Frattis "Das
Opfer", die "Lena Bunkin" in Sandbergs "So ist meine
Frau", die "Madame Pernelle" in Molieres "Tartuffe".
die "Elsbeth Treu" in Sternheims "Die Kassette"
oder die "Mrs. Eynsford-Hill" in dem Musical "My Fair
Lady". Auf der Leinwand agierte sie in Spielfilmen wie
"Professor Nachtfalter" (1950), "Das tanzende
Herz" (1953), "Das ideale Brautpaar" (1954),
"Mädchen mit Zukunft" (1954) und zuletzt 1969 in
"Rat mal, wer heute bei uns schläft".
Zum Fernsehen kam Ursula von Manescul 1954 und war bis Ende 1973 Chef-Ansagerin beim Südwestfunk-Fernsehen in Baden-Baden, spielte aber während dieser Zeit immer wieder Theater. Nach Beendigung ihrer Tätigkeit als Ansagerin arbeitete sie zunächst im Besetzungsbüro des Südwestfunks mit, erhielt später ein festes Engagement als Sprecherin beim SWF-Hörfunk, moderierte Hörfunksendungen wie "Von der Operette zur Oper", wirkte als Conferençier bei Galas, Konzerten und Modeveranstaltungen mit und blieb weiterhin in Fernsehproduktionen als Schauspielerin auf dem Bildschirm präsent. Bereits Ende der 50er Jahre hatte sie beispielsweise unter der Regie von Heinz Bennents die weibliche Hauptrolle in "Ich bin heute abend allein" (1959) oder in Noel Cowards "Intimitäten" übernommen, man erlebte sie ab 1968 18 Folgen lang als Henrike in der beliebten Serie "Salto Mortale" oder 1979 in der Serie "Parole Chicago". In "Ein Abend mit Georg Thomalla" führte sie 1982 durch das Programm, 1984 übernahm sie die Ansage der Sendung "30 Jahre Fernsehen SWF" und 1985 spielte sie in einem "Johannes Heesters-Special" mit. Die Schauspielerin, Rundfunkmoderatorin und Ansagerin Ursula von Manescul, die von 1953 bis 1969 mit dem Regisseur Franz M. Lang verheiratet war, starb am 19. März 1991 mit nur 59 Jahren an den Folgen ihres Krebsleidens in einer Klinik bei Karlsruhe.Siehe auch Wikipedia |
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Dagmar Bergmeister wurde 1929 als Dagmar Lindemann in
Hannover geboren; bevor sie ab Ende 1954 beim Süddeutschen
Rundfunk als Ansagerin fungierte, hatte sie unter anderem in
Berlin als Mannequin gearbeitet. Am 16. Dezember 1954 um 20 Uhr
erschien sie zum ersten Mal via Bildschirm in den
bundesdeutschen Wohnzimmern: "Guten Abend, meine Damen und
Herren das Fernsehen des Süddeutschen Rundfunks
begrüßt Sie herzlich und wünscht Ihnen einen guten Empfang".
Bis vorerst 1966 war ihr Gesicht die "Visitenkarte des SDR",
dann wurde der damals 36jährigen "aus
Altergründen" gekündigt. Der damalige SDR-Fernsehdirektor Jaedicke vertrat die
Ansicht, die mit dem Chemiekaufmann Kloth verheiratete Bergmeister solle sich um ihre Familie kümmern.
Dagmar Bergmeister zog vor das
Arbeitsgericht, gewann den Prozess und blieb bis 1971
Chefansagerin. Siehe auch Wikipedia |
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Annette von Aretin wurde am 23. Mai 1920 als Marie
Adelheid Kunigunde Felicitas von Aretin in
Bamberg geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Niederbayern und München,
studierte später in München an der "Hochschule für Musik" und
erlernte nach dem Krieg den Beruf der Fotografin. Bereits 1947
begann sie als freie Mitarbeiterin bei Radio München, dem späteren Bayerischen
Rundfunk, und sprach unter anderem das "Ännchen von
Kalau" in Kurt Wilhelms beliebter Radiosendung "Fleckerlteppich",
wurde später Produktionsassistentin im Kinderfunk. Seit 1954 war sie als Ansagerin für den Fernsehfunk des BR tätig, avancierte schließlich zur Chefin des Besetzungsbüros im Bayerischen Rundfunk, eine Tätigkeit, die sie bis zu ihrer Pensionierung 1980 ausübte.
Annette von Aretin wurde auch auf dem Bildschirm rasch
zu einer beliebten Sprecherin, ungeheure Popularität erlangte sie
dann ab 1955 als "Ratefuchs" neben Staatsanwalt Hans Sachs,
Fernsehjournalist Guido Baumann und der Schauspielerin Marianne Koch in Robert Lembkes
legendären Sendung "Was bin ich"1).
1989 stellte Robert Lembke zum
letzten Mal seine berühmte Frage: "Welches Schweinderl hätten’s denn
gern?", für das Bayerische Fernsehen moderierte Annette von Aretin
den Rückblick auf 34 Jahre dieser Kultsendung. |
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Ruth Kappelsberger wurde am 13. November 1927 in München geboren. Für den Hörfunk war sie bereits seit 1946 tätig, 1954 wurde sie eine der ersten Fernsehansagerinnen des Bayerischen Rundfunks. Bis 1969 informierte sie die Zuschauer über die Programme, moderierte dann bayerische Regionalsendungen wie "Zwischen Spessart und Karwendel". Als Darstellerin trat Ruth Kappelsberger in vielen "Komödienstadeln" auf, spielte in Heimatfilmen wie beispielsweise "Das Schweigen im Walde"1) (1955) oder "Wetterleuchten um Maria"1) (1957) und war Ende der 60er Jahre auch in Fernsehserien wie "Das Königlich Bayerische Amtsgericht"2) auf dem Bildschirm präsent. In den 1970er und 80er Jahren erlebte man sie unter anderem in den Serien "Drei sind einer zuviel" (1977) oder "Der Gerichtsvollzieher" (1981). Seit 1966 ist die Schauspielerin und
ehemalige Fernsehansagerin in zweiter Ehe mit der Schlagerlegende Fred Bertelmann2) verheiratet und lebt heute am
Starnberger See; sie ist Mutter einer Tochter. |
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Anneliese Fleyenschmidt wurde am 14. November 1919 als Anneliese Schmidt im westfälischen
Hagen geboren; ihr Vater unterrichtete als
Rektor an einer Mittelschule die Fächer Mathematik und Physik. 1940 kam
Tochter Anneliese nach München, um dort ein Studium der Zeitungswissenschaft, Literatur- und Theatergeschichte
zu beginnen, anschließend ließ sie sich an der renommierten Otto Falckenberg-Schule
zur Schauspielerin ausbilden. Engagements an Bühnen in Hannover und
München folgten, 1945 wurde der Bayerische Rundfunk auf das
Nachwuchstalent aufmerksam und bot ihr einen Vertrag an. In den kommenden
Jahren arbeitete Anneliese Fleyenschmidt, wie sie sich jetzt
(bezogen auf den Ortsteil Fley ihrer Geburtsstadt Hagen) nannte, als Schauspielerin und Sprecherin für Hörspiele,
war auch als Journalistin für den "Zeitfunk" tätig. Doch vor allem als eine der ersten Fernsehansagerinnen des Bayerischen Rundfunks machte sie neben Ruth Kappelsberger und Annette von Aretin Furore, mehr als 30 Jahre lang prägte sie das "Gesicht" des Senders und war ungemein populär. Mit ihrer charmanten Ausstrahlung, der perfekt ondulierten Frisur und in topmodischer Kleidung lächelte sie sich in die bayerischen Wohnzimmer. Wie bekannt sie dadurch wurde, hat Fleyenschmidt selbst erstaunt: "Wir haben mal eine Umfrage in der Fußgängerzone gemacht. Da haben sie ein Bild von mir gezeigt. Da haben 87 Prozent gesagt, die ist vom Fernsehen. 78 Prozent haben gesagt, das ist die Fleyenschmidt. Damals hab ich immer gesagt: Ich bin ja bekannter als Strauß."*)
Dr. Thomas Gruber, Intendant des Bayerischen Rundfunks, würdigte die Journalistin und "Fernsehfrau der ersten Stunde" in einem Nachruf unter anderem mit den Worten: "Anneliese Fleyenschmidt, die von ihren Kolleginnen und Kollegen liebevoll nur 'Fley' genannt wurde, hat den guten Ruf des Bayerischen Rundfunks von Anfang an mitbegründet und ist über Jahrzehnte eine der legendären Grandes Dames des Fernsehens gewesen. Sie war eine Persönlichkeit, die publikumswirksam das Gesicht des BR mitgeprägt hat. Bis heute unvergessen von den Zuschauern, gehört sie über den Tod hinaus zum Ensemble des Hauses, das ihr viele schöne Erinnerungen verdankt." Siehe auch Wikipedia *) Quelle: br-online.de (Seite nicht mehr existent) Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP |
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Claudia Doren wurde am 4. November 1931 geboren. Ihre
Fernsehkarriere hatte sie beim damals noch privaten Sender
Saarbrücken begonnen, wechselte dann zum Westdeutschen Rundfunk.
Sie war mit 31 Dienstjahren eine der längsten TV-Ansagerinnen. Claudia Doren erlag am 19. Februar 1987 mit nur 55 Jahren ihrem Krebsleiden. Siehe auch Wikipedia |
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Hilde Nocker wurde am 5. Oktober 1924 in Rödgen in der
Nähe von Gießen geboren. Als der Fernsehsender Feldberg des Hessischen Rundfunks am 29. Mai 1953 seinen Betrieb aufnahm, gehörte sie zu den ersten TV-Ansagerinnen des HR und wurde rasch ungeheuer beliebt. Neben ihrer Arbeit als Ansagerin war sie auch mit Kindersendungen wie beispielsweise den Sandmännchen-Geschichten "Hilde, Teddy und Puppi" in den 60ern ungeheuer populär und wurde von den Zuschauern liebevoll "Telemietze" genannt. Für die "Augsburger Puppenkiste" führte sie im August 1959 gemeinsam mit dem "Mumin Snorki" durch die jeweils 30-minütigen Folgen. Siehe auch Wikipedia |
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