Carola Toelle wurde am 2. April 1893 in Berlin geboren. Auch wenn sie nie zu den ganz großen Diven der frühen Filmjahre gehörte, hat sie sich doch einen Platz in der Geschichte des deutschen Stummfilms erobert.
 
Die Karriere  der Schauspielerin begann 1916 am "Deutschen Theater" in Berlin, ein Jahr später erhielt sie bei der bei der "Deutschen Bioscop" eine tragende Rolle in dem stummen Streifen "Die Geächteten". Es folgten zahlreiche weitere Produktionen, in denen sie oft als Partnerin von Carl de Vogt1) (1885 – 1970) vor der Kamera stand, wie beispielsweise für "Erloschene Augen"2) (1917), der Tragödie eines blinden Kindes, oder "Das Licht des Lebens" (1918, u.a. auch mit Hans Albers). Carola Toelle drehte Geschichten, deren Titel allein melodramatisches erwarten ließen, beispielsweise "Opfer"2) (1919), "Die blonde Loo"2) (1919), "Der falsche Schein"2) (1919), "Die Ehe der Frau Mary"2) (1919), "Das Ewige Rätsel"2) (1919) oder "Tötendes Schweigen"2) (1920). In "Johannes Goth"2) (1920) agierte sie als Ehefrau eines Wahrheitsfanatikers und Schriftstellers (Ernst Stahl-Nachbaur), die sich aus Liebe zu ihrem Mann einem Verleger (Werner Krauss) hingibt, damit dieser ein Buch ihres Mannes herausbringt, in "Hazard"2) (1921) eine junge Frau, die wegen ihres zwielichtigen Bruders (Anton Edthofer) um ihre Liebe zu dem Industriellen Hallström (Ernst Stahl-Nachbaur) kämpfen muss.
 
Foto: Carola Toelle ca. 1919/20
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: Wikipedia; Ross-Karte Nr. 262/2 (Ausschnitt)
Lizenz: Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei.
Carola Toelle ca. 1919/20; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: Wikipedia; Ross-Karte Nr. 262/2 (Ausschnitt); Lizenz: Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei.
Danach zeigte sie sich Streifen wie beispielsweise "Landstraße und Großstadt" (1921) mit Fritz Kortner und Conrad Veidt, dem Abenteuer "Die Perle des Orients"2) (1921) mit Viggo Larsen oder dem von Fritz Lang inszenierten Krimi "Kämpfende Herzen"2) (1921) mit Rudolf Klein-Rogge. In "Kean"2) (1921) verkörperte sie die Anna Danby, die den großen Schauspieler Edmund Kean (Heinrich George) vergöttert und ebenfalls Schauspielerin werden will, nach dramatischen auf Umwegen dann dessen Herz erobert. In "Die Tragödie im Hause Bang" (1922) spielte sie neben Paul Bildt, in "Menschenopfer" (1922) mit Alfred Abel und Hans Albers oder in "Christoph Columbus" (1923) mit Albert Bassermann. Nach "Der rote Reiter" (1923, mit Fern Andra) zog sich Carola Toelle aus heute unbekannten Gründen vorerst aus dem Filmgeschäft zurück.
 
Sie intensivierte nun wieder ihre Arbeit auf der Bühne, trat in Berlin am "Deutschen Künstlertheater" und am "Deutschen Theater" sowie in Frankfurt am Main am "Kleinen Haus" der "Städtischen Bühnen" auf.
Erst in den 1940er Jahren übernahm Carola Toelle wieder für kurze Zeit Aufgaben vor der Kamera. In Carl Froelichs Romanze "Hochzeit auf dem Bärenhof"2) (1942) mit Heinrich George als Baron von Hanke, dem Herren auf Bärenhof, mimte sie die Ehefrau des Freiherrn Leonhard von Krakow (Paul Wegener). Ein Jahr später sah man sie in Veit Harlans Storm-Adaption "Immensee"2) (1943), ihren endgültigen "Abgang" von der Leinwand hatte Carola Toelle mit kleinen Rollen in "Der Verzauberte Tag"2)  (1944), "Seinerzeit zu meiner Zeit"2) (1944) und in dem unvollendet gebliebenen Film "Tierarzt Dr. Vlimmen"2) (1945).
Nach Kriegsende stand sie nur noch auf der Theaterbühne, spielte beim Staatsschauspiel in Dresden sowie ab 1951 am Berliner "Renaissance-Theater".
 
Carola Toelle starb am 28. Januar 1958 im Alter von 64 Jahren in Berlin-Grunewald. Sie war mit dem Schauspieler und Stummfilmregisseur Ernst Stahl-Nachbaur1) (1896 – 1960)
verheiratet, der in einigen Filmen auch ihr Leinwandpartner war. Ihre Schwester Uschi Elleot3) machte sich ebenfalls als Darstellerin beim Stummfilm einen Namen.
 
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 3)  www.cyranos.ch
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
Fotos bei film.virtual-history.com;
Filmografie bei www.imdb.de
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