Irma Münch wurde am 15. Mai 1930 im thüringischen Sonneberg geboren. Schon früh vom Theater fasziniert, ließ sich die gelernte Schneiderin ab 1948 drei Jahre lang in Berlin an der Schauspielschule des "Deutschen Theaters" (heute Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin"1)) ausbilden. Schon während des Studiums sammelte sie Bühnenerfahrungen, als sie 1949 in Wolfgang Langhoffs1) Inszenierung von Friedrich Wolfs1) Drama "Tai Yang erwacht" zur Besetzung gehörte und sich neben so berühmten Kollegen wie Sabine Krug1), (Titelrolle), Ernst Wilhelm Borchert (Wan), Willy A. Kleinau (Tschu Fu) oder Lotte Loebinger (Mutter) profilieren konnte → Szenenfotos bei "Deutsche Fotothek".
Ein erstes Engagement erhielt Irma Münch anschließend am "Staatstheater Schwerin"1) wo sie bis 1953 ihren Ruf als Charakterdarstellerin festigen konnte und zudem ihren späteren Ehemann Hans-Peter Minetti kennenlernte. Dann wechselte sie nach Potsdam an das "Hans Otto Theater"1), dessen Ensemble sie bis 1958 angehörte. Hier sah man sie unter anderem 1957 als Schauspielerin Tatjana in dem Drama "Die Feinde"1) von Maxim Gorki in einer Inszenierung des Intendanten Gerhard Meyer1). Von Wolfgang Langhoff1) zurück nach Berlin an das renommierte "Deutsche Theater"1) geholt, bereicherte sie bis weit in die 1960er Jahre das legendäre Ensemble, zu dem auch Inge Keller, die spätere die "Grande Dame" des Hauses gehörte, mit der sie eine langjährige Freundschaft verband.
Am "Deutschen Theater" gestaltete sie unter anderem die Tochter Angela Kubisch in dem Stück "Mitternachtsmesse" (1960) des slowakischen Schriftstellers Peter Karvaš1) (Regie: Ernst Kahler1)), mit Wolfgang Langhoff erarbeitete sie die Rolle der Berta von Bruneck in Schillers "Wilhelm Tell"1) (1962), spielte unter der Regie von Friedo Solter1) die junge Frau in der Uraufführung von "Baran oder die Leute im Dorf" (1967) von Friedhold Bauer oder "die Schöne" in Goethes "Faust I"1) (1968/69) in der Inszenierung von Adolf Dresen1) und Wolfgang Heinz1) mit Fred Düren als Faust und Dieter Franke als Mephistopheles. Ende der 1950er Jahre trat sie zudem am Berliner "Theater der Freundschaft" (heute "Theater an der Parkaue"1)) auf, wirkte in "Der Igel als Bräutigam" nach der Kinderoper von Cesar Bresgen1) mit (Premiere: 01.03.1958; → parkaue.de) sowie in der Komödie "Hals- und Beinbruch" von Viktor Rosow1) (Premiere: 28.04.1959;  → parkaue.de; Szenenfotos bei "Deutsche Fotothek").
 
1966 verließ Irma Münch das "Deutsche Theater" als festes Mitglied, um sich verstärkt ihrer Arbeit bei Film und Fernsehen zu widmen, seit 1970 gehörte sie zum Schauspielerensemble des "Deutschen Fernsehfunks"1) (DFF). Nach einem Auftritt in dem "Stacheltier"-Kurzfilm "Ein freier Mensch" (1954) gab die dunkelhaarige, attraktive Mimin bereits 1956 in dem DEFA-Streifen "Der Teufelskreis"1) ihr Leinwanddebüt in einem Langfilm und spielte in der Adaption des Theaterstücks von Hedda Zinner1) über den Reichstagsbrand1) und anschließenden Schauprozess im Jahre 1933 die Journalistin Herta Ring. Weitere Aufgaben in Kinoproduktionen schlossen sich an, mit Rollen wie der Agentin Hanna Melvien in dem Krimi "Reserviert für den Tod"1) (1963) oder der Widerstandskämpferin Mildred Harnack1) in "KLK an PTX – Die Rote Kapelle"1) (1970), Horst E. Brandts aufwendigem Film über die Widerstandsgruppe "Rote Kapelle"1) um den von Horst Drinda gespielten Arvid Harnack1) und Harro Schulze-Boysen1) (dargestellt von Klaus Piontek), bleibt Irma Münch in nachhaltiger Erinnerung. Auch mimte sie 1965 die Filmehefrau von Alfred Müller in dem Verbotsfilm "Das Kaninchen bin ich"1), der erst Mitte Dezember 1990 zur Uraufführung gelangte.
Das Fernsehen bot Irma Münch seit Ende der 1950er Jahre ein breites Betätigungsfeld, in etlichen Literaturadaptionen, Gegenwartsstücken, Krimis und Komödien stellte sie ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis. Sie prägte sich in verschiedenen Verfilmungen von Theaterklassikers ein, beispielsweise als Lady Milford in "Kabale und Liebe"2) (1959) nach dem Drama von Friedrich Schiller1), als Elmire, Frau von Orgon, in der Moličre-Komödie "Tartuffe"2) (1960), als Lady Chiltern in "Ein idealer Gatte"2) (1962) nach der Komödie von Oscar Wilde1) oder als Sybil Hull in "Der Snob"2) (1967) nach dem Lustspiel von Carl Sternheim1). Sie überzeugte als Inge Fohrmann, Ehefrau des Bergmanns Jürgen Fohrmann (Günther Simon), in der zweiteiligen Max von der Grün1)-Verfilmung "Irrlicht und Feuer"2) (1966) ebenso wie als Rosemarie Lorenz1) bzw. dritte Ehefrau von Axel Springer1) in dem Fünfteiler "Ich – Axel Cäsar Springer"1) (1968–1970). Populäre Krimireihen gehören ebenfalls zur Filmografie, unter anderem zeigte sie sich in den Folgen "Der Fall Timo Rinnelt"2) (1967) und "Das Verbrechen an Timo Rinnelt und seine Aufklärung"2) (1969) aus der Reihe "Kriminalfälle ohne Beispiel" als verzweifelte Mutter des verschwundenen, bzw. ermordeten siebenjährigen Timo Rinnelt, war seit Mitte der 1970er Jahre wiederholt mit prägnanten Rollen beim " Polizeiruf 110 "1) auf dem Bildschirm präsent. So erschien sie erstmals 1976 als nervenschwache Buchhalterin Irmgard Meyer in der Folge "Schwarze Ladung"1), in "Des Alleinseins müde"1) (1977) war sie die Kunstwissenschaftlerin Marga Lindemann, die auf den windigen Heiratsschwindler Ewald Schulz (Rolf Ludwig) hereinfällt, in "Ihr faßt mich nie!"1) (1988) die Mutter des Täters Norbert Schumann und in "Still wie die Nacht"1) (1988) die Renate Liebig, welche während ihrer Kur den betrügerischen Musiker Horst Plessow (Jürgen Zartmann) kennenlernt.
 
Ungeheurer Beliebtheit erfreute sich Irma Münch mit der Figur der mitunterleidgeplagten Mutter Marianne Neumann in der unterhaltsamen Serie "Familie Neumann"1) (1984) bzw. der Fortsetzung "Neumanns Geschichten"2) (1986), basierend auf der erfolgreichen Hörspielreihe "Neumann, zweimal klingeln"1). In den humorvollen Geschichten spielte sich Irma Münch an der Seite von Filmehemann Herbert Köfer in die Herzen der Zuschauer. Eine Zusammenarbeit mit Köfer hatte es bereits 1978/79 in der amüsanten Serie "Rentner haben niemals Zeit"1) gegeben, wo Irma Münch in einigen Folgen als Hanna Kühne auftauchte. Zu nennen ist auch ihre Darstellung der Königin Maria Josepha1), Frau von August III.1), in vier Folgen des Mehrteilers "Sachsens Glanz und Preußens Gloria"1) (1985), gedreht nach Motiven des Romanzyklus "Aus der Sachsenzeit"1) von Józef Ignacy Kraszewski1). Eine weitere Person der Zeitgeschichte verkörperte sie als Johanna von Bismarck1) in "Bebel und Bismarck"2) (1987), einem Dreiteiler über den sozialistischen Politiker August Bebel1) (Jürgen Reuter) und den Staatsmann Otto von Bismarck1) (Wolfgang Dehler) → mehr Filmografie siehe hier.
Darüber hinaus betätigte sich die Schauspielerin sporadisch als Sprecherin bei verschiedenen Hörspielproduktionen, eine Auswahl der in der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Stücke mit Irma Münch findet man hier am Ende dieser Seite.
 
Nach der so genannten "Wende" bzw. dem Ende des "Deutschen Fernsehfunks" übernahm Irma Münch nur noch selten Aufgaben vor der Kamera, zu ihren letzten Fernsehauftritten zählen 1998 bzw. 2004 zwei Folgen des Dauerbrenners "In aller Freundschaft"1). Sie arbeitete nun als freischaffende Schauspielerin, begleitete beispielsweise ihren Ehemann Hans-Peter Minetti Anfang der 1990er Jahre im Rahmen einer "Faust"-Tournee durch die alten Bundesländer, bei der sie die Frau Marthe gestaltete. Das Paar veranstaltete zudem literarische Leseabende mit deutschen Balladen und Lyrik aus acht Jahrhunderten, mit dem 2002 auf CD erschienenen Programm "Liebesgedichte – Vom Mittelalter bis heute" stellten sie erotische Poesie von den Minnesängern Gottfried von Straßburg1) und Walther von der Vogelweide1) über Rainer Maria Rilke1) bis hin zu Peter Hacks1) vor.
Auch im fortgeschrittenen Alter ist Irma Münch künstlerisch aktiv geblieben, so war sie zur Spielzeit 2016/17 am "Theater Konstanz" in dem Zweipersonenstück "Schwarz ohne Zucker" als ebenbürtige Partnerin von Hermann Beyer zu erleben → www.theaterkonstanz.de; Am 6. März 2015 hatte das von Kirsten Stina Michelsdatter eigens für Münch und Beyer geschriebene Stück am Dresdner "Societaetstheater"1) in einer Inszenierung von Andreas Pirl (→ www.andreaspirl.com) seine Uraufführung gefeiert. Ein Jahr zuvor begeisterte sie gemeinsam mit Hermann Beyer in "Treffen am Nachmittag" das Publikum (Premiere 16.10.2015), einem ursprünglich als Rundfundhörspiel konzipierten Kammerstück von Henning Mankell1) → www.theaterkonstanz.de; diese Adaption war schon 2012 erfolgreich am "Societaetstheater" von Andreas Pirl inszeniert bzw. uraufgeführt worden und erzählt die Geschichte eines Ehepaare, das seit 60 Jahren verheiratet ist, aber schon seit über 20 Jahren getrennt lebt – nun will sie offiziell die Scheidung. "Das Psychogramm zweier Menschen, die sich einmal das Jawort gaben, es endet versöhnlich, wenn auch offen. Und wenn das ein Vermächtnis Henning Mankells sein sollte, dann bitte. Aber für Pathos ist das Ganze viel zu klug angelegt. Und sogar auch voller Ironie. Ein beachtlicher Theaterabend mit zwei ungewöhnlichen Schauspielern." schrieb der "Südkurier" → www.suedkurier.de.
Aktuell findet am 27. Oktober 2017 in Konstanz die Uraufführung des Mutter-Tochter-Beziehungsstücks "Gestern ist auch noch ein Tag" von Kirsten Stina Michelsdatter statt, das die Autorin eigens für die beiden Darstellerinnen Irma Münch und Hannelore Koch1) geschrieben hat – Regie führt einmal mehr Andreas Pirl → www.theaterkonstanz.de.

Bis zu seinem Tod am 10. November 2006 war die in Berlin lebende Irma Münch mit Hans-Peter Minetti, Sohn des legendären Bernhard Minetti verheiratet. Aus der Ehe ging der gemeinsame, 1958 geborene Sohn Daniel Minetti1) hervor, der die Familientradition fortsetzt und ebenfalls ein erfolgreicher Schauspieler wurde. Auch dessen Tochter bzw. Münchs Enkelin Anne-Elise Minetti1) hat die Künstlerlaufbahn eingeschlagen und sich als Theaterschauspielerin profiliert → www.stadttheater-giessen.de.

Quellen: "Lexikon der DDR-Stars"*), Wikipedia sowie
ehemalige Seite defa-sternstunden.de → Memento bei web.archive.org
*) "Lexikon der DDR-Stars" von F.-B. Habel und Volker Wachter (Ausgabe 1999, S. 238)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehenderddr.de
Stand Oktober 2017
     
Filme
Kino / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links:  Wikipedia (deutsch/englisch), defa-stiftung.de, filmportal.de,
fernsehenderddr.de, fernsehserien.de)
Kinofilme  (DEFA-Produktionen, wenn nicht anders vermerkt) Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia (deutsch/englisch))
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