Wera Frydtberg; Copyright Roberto Ferrantini Wera Frydtberg wurde am 11. August 1926 als Wera Friedberg und Tochter eines Arztes in Freiburg/Breisgau geboren. Nach der Schule ließ sie sich in Wien von Professor Neugebauer zur Schauspielerin ausbilden, stand anschließend ab 1949 bis Anfang der 60er Jahre unter anderem in Wien am "Akademie-Theater", "Kosmos-Theater" und "Theater in der Josefstadt" auf der Bühne. Seit den 1950er Jahren gab Wera Frydtberg zahlreiche Gastspiele, beispielsweise in München an der "Kleinen Komödie", in Düsseldorf an der "Komödie", in Berlin am "Renaissance Theater " oder trat bei den Schlosspark-Spielen in Wiesbaden auf, wo sie beispielsweise 1978 in Goldonis "Der Diener zweier Herren" glänzte; darüber hinaus ging sie auf zahlreiche, erfolgreiche Tourneen.
Zu ihrem breit gefächerten Repertoire zählen viele Komödien, unter anderem gab sie die "Sally" in van Drutens "Das Lied der Taube" (Kosmos Theater Wien), feierte Erfolge in in Colettes "Cherie", Hubaleks "Herr Nachtigall" (Komödie Berlin) oder in Raphaelsons "Zauber der Jugend" (Theater in der Josefstadt).
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Agentur Jovanovic zur Verfügung gestellt. 
© Roberto Ferrantini
Zum Film kam Wera Frydtberg Anfang der 1950er Jahre und spielte in den folgenden Jahrzehnten in mehr als 40 Kinoproduktionen prägnante Frauenfiguren. Erste Erfahrungen vor der Kamera hatte die Schauspielerin in dem Skandalumwitterten Knef-Film "Die Sünderin"1) (1951) sammeln können, nach unterhaltsamen Streifen wie "Vater braucht eine Frau" (1952), "Einmal keine Sorgen mehr" (1953) oder "Das Forsthaus in Tirol" (1955) gelang ihr mit Kurt Hoffmanns heiter-melancholischen Erfolgsgeschichte "Ich denke oft an Piroschka"1) (1955) der Durchbruch zum populären Filmstar, auch wenn ihr nie die ganz große Hauptrolle vergönnt war. Neben Liselotte Pulver und Gunnar Möller mimte sie die attraktiv-elegante Greta und Freundin des jungen Studenten Andreas, in das sich das unkomplizierte, einfache Dorfmädel Piroschka verliebt hat. Den Typus der hübsch-eleganten Frau legte Wera Frydtberg auch in ihren nachfolgenden Filmen kaum ab, in dem Rühmann-Klassiker "Der Pauker"1) (1958) zeigte sie sich unter der Regie von Axel von Ambesser als Vera Bork, blendend aussehende Schwester eines rebellischen Schülers, in die sich der "Pauker" alias Heinz Rühmann verliebt. In Kurt Hoffmanns "Wir Wunderkinder"1) (1958), nach dem gleichnamigen Roman von Hugo Hartung, tauchte sie als Vera von Lieven, Freundin von Hans Boeckel alias Hansjörg Felmy auf. Bis Mitte der 1960er Jahre stand Wera Frydtberg für Produktionen wie "Meine 99 Bräute" (1958), "Die Feuerrote Baronesse" (1959) oder "Das Glück läuft hinterher" (1963) vor der Kinokamera. Mit Beginn des neuen Mediums Fernsehen Anfang der 1950er Jahre fand die Schauspielerin auch hier neben ihrer Arbeit für das Theater viele interessante Aufgaben.
  
Man erlebte sie beispielsweise in Operetten wie "Der Vogelhändler" (1960) oder "Das Land des Lächelns" (1961), in Peter Beauvais' heiteren, zeitkritischen Geschichte "Ich fahre Patschold" (1964) spielte sie die Ehefrau eines krisengeschüttelten Maklers und Bauunternehmers (Walter Jokisch), Peter Beauvais besetzte sie erneut als Filmehefrau von Walter Jokisch in dem Stück "Der Zug der Zeit" (1967), welches gesellschaftliche Phänomene wie das Reisefieber der Deutschen thematisierte. Wera Frydtberg spielte in erfolgreichen TV-Produktionen wie "Preußenkorso" (1973, mit Harald Juhnke), dem von Claus Peter Witt in Szene gesetzten Mehrteiler "PS – Geschichten ums Auto"1) (1975) und war sporadisch in populären Krimi-Reihen wie "Der Alte", "Hamburg Transit" und "Ein Fall für zwei" zu sehen.  
In den letzten Jahren machte sich die sympathische Schauspielerin auf dem Bildschirm rar, einen ihrer letzten größeren TV-Auftritte hatte sie in Jochim Roerings Komödie "Neptun und Isolde" (1992) neben Ernst Schröder und Renate Winkler. Nach langer Zeit gab es dann ein kleines Wiedersehen als alte Autofahrerin in der Episode "Und dann so was" (2006) aus der TV-Reihe "München 7"1).

Wera Frydtberg starb am 16. Juni 2008 im Alter von 81 Jahren in München; sie lebte zuletzt abwechselnd in München und Cambridge. Die als Wera Urbach verheiratete Schauspielerin hinterließ eine Tochter; ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem Friedhof in Überlingen (Bodensse).
 
Link: 1) Wikipedia
Siehe auch Wikipedia
  
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia)
  • 1951: Die Sünderin
  • 1952: Vater braucht eine Frau
  • 1953: Einmal keine Sorgen haben
  • 1953: Unter den Sternen von Capri
  • 1954: Das Kreuz am Jägersteig
  • 1954: Die tolle Lola
  • 1954: Sie
  • 1955: Das Forsthaus in Tirol
  • 1955: Ich denke oft an Piroschka
  • 1955: Ihr erstes Rendezvous
  • 1956: Holiday am Wörthersee
  • 1956: Hurra – die Firma hat ein Kind
  • 1957: Der Etappenhase
  • 1957: Die große Chance
  • 1957: Es fing so harmlos an
  • 1958: Wenn die Bombe platzt
  • 1958: Der Pauker
  • 1958: Meine 99 Bräute
  • 1958: Wir Wunderkinder
  • 1959: Die feuerrote Baronesse
  • 1960: Als geheilt entlassen
  • 1960: Der Vogelhändler (TV)
  • 1961: Das Land des Lächelns (TV)
  • 1961: Toller Hecht auf krummer Tour
  • 1963: Sing, aber spiel nicht mit mir
  • 1964: Sechs Stunden Angst (TV)
  • 1964: Ich fahre Patschold (TV)
  • 1967: Der Zug der Zeit (TV)
  • 1967: Der Tag, an dem die Kinder verschwanden
  • 1970: Beiß mich, Liebling
  • 1972: Das Geheimnis der Mary Celeste (TV)
  • 1974: Preussenkorso Nr. 17 (TV-Serie)
  • 1975: PS – Geschichten ums Auto (TV-Serie)
  • 1988: Der Bierkönig (TV)
  • 1992: Neptun und Isolde (TV)
  • 2006: München 7 (TV-Serie)
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