Hochzeitsfoto Fritz Imhoff mit Gattin Huberta am 10. August 1931; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber: Atelier D'Ora-Benda (Madame d'Ora (1881–1963) / Arthur Benda (1885–1969); Copyright ÖNB/Wien, Bildarchiv (Inventarnummer 205074-D); Quelle: www,cyranos.ch Fritz Imhoff wurde am 6. Januar 1891 als Friedrich Arnold Heinrich Jeschke und Sohn des Oberbuchhalters Karl Jeschke (1858 – ?) in der österreichischen Hauptstadt Wien geboren. Er war der Bruder des Komponisten Ernst Arnold1) (1892 – 1962), der sich mit Wiener Liedern einen Namen machte. Nach dem Besuch einer Handelsakademie nahm Jeschke ein Jahr lang Gesangsunterricht bei Karl Streitmann1) (1858 – 1937), gab 1911 sein Bühnendebüt als 2. Operettentenor am Stadttheater von Troppau (heute Opava1), Tschechien). "Weil er nur als Statist und Chorsänger fungieren durfte, ließ er sich in der Operettenschule von Ludwig Gothov-Grünecke (1847 – 1921) ausbilden und wurde 1913 unter dem Namen Fritz Imhoff als Operettensänger an das Stadttheater Baden bei Wien1) engagiert. Angeblich rührt sein Künstlername "Imhoff" daher, dass sein Vater, als er diesem unterbreitete, Schauspieler werden zu wollen, gesagt haben soll: "Was? Im Theater willst spielen? Im Hof kannst spielen!"2) Seine erste Hauptrolle spielte er als Graf Boléslaw Baranski in der Operette "Polenblut"1) von Oskar Nedbal mit sensationellem Premierenerfolg."*) Weitere Engagements führten ihn 1916 an das Stadttheater von Brünn1) (heute Brno, Tschechien) und 1918 an das Sommertheater in Teplitz1) (heute Teplice, Tschechien).
Seit 1919 trat Imhoff vorwiegend als Operettensänger und Komiker an vielen renommierten Wiener Bühnen auf und avancierte schnell zu einem populären Volksschauspieler.

Hochzeitsfoto Fritz Imhoff mit Gattin Huberta am 10. August 1931
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber: Atelier D'Ora-Benda (Madame d'Ora1) (1881–1963) / Arthur Benda1) (1885–1969)
© ÖNB/Wien, Bildarchiv (Inventarnummer 205074-D); Quelle: www,cyranos.ch

Unter der Direktion Wilhelm Karczag1) (1857 – 1923) war Imhoff zwischen 1919 und 1922 an den damals vereinigten Operettenbühnen des "Raimundtheaters"1) und des "Theaters an der Wien"1) tätig und trat gleichzeitig im Kabarett "Die Hölle"1) als Komiker auf. Von 1920 bis 1928 wirkte er im "Johann-Strauß-Theater"1) als 1. Operettenbuffo. Im Jahre 1928 wurde er an das "Theater an der Wien" berufen, in den kommenden Jahren trat er an fast allen Wiener Bühnen (ausgenommen dem "Burgtheater"1) bzw. "Akademietheater"1)) auf, vor allem an der "Volksoper"1), dem "Raimundtheater", der "Staatsoper"1), dem "Bürgertheater"1), dem "Theater in der Josefstadt"1), dem "Carltheater"1) und dem "Stadttheater"1) begeisterte er immer wieder das Publikum. 1928/29 zog er mit Hubert Marischka1) (1882 – 1959) in der Revue "Alles aus Liebe" auf einer Tournee durch Deutschland, Holland und die Schweiz. In der letzten Glanzzeit des "Theaters an der Wien" spielte er zwischen 1928 und 1934 im Fach der Charakterkomik. Wichtige Rollen als Komiker hatte Imhoff an der "Staatsoper" in der Lehár-Operette "Das Land des Lächelns"1) an der Seite von Richard Tauber (1891 – 1948) und am "Stadttheater" in dem Singspiel "Im weißen Rößl"1) von Ralph Benatzky1). An der "Volksoper" spielte er von 1934 bis 1938, wo die anfänglich erfolglose Operette "Der gütige Antonius" von Jara Beneš1) (1897 – 1949) durch seinen persönlichen Einsatz zum Triumph geriet. Seit Anfang der 1930er Jahre trat Imhoff auch an der Revuebühne "Femina"1) auf, er gab Gastspiele in Deutschland, England, Frankreich, Italien, Holland, in der Schweiz, der CSSR sowie in Ungarn. Zwischen 1939 und 1944 wirkte er erneut am Wiener "Raimundtheater", als dessen Direktor er nach Kriegsende bis 1948 fungierte. An der Wiener "Scala"1) spielte er seit der Uraufführung am 2. Oktober 1948 mit großartigem Erfolg die Titelfigur des einfachen Fleischhauers Karl Bockerer in dem antifaschistischen Volksstück "Der Bockerer"1) von Ulrich Becher1) und Peter Preses1), bewährte sich damit als Menschengestalter auch im ernsten Fach. In der Nachkriegszeit war Imhoff in Wien am "Volkstheater", "Bürgertheater", an den "Kammerspielen"1), am Kabarett "Simpl"1), am "Kolosseum" (Wien-Alsergrund1), Nußdorfer Straße 4), an der "Löwinger-Bühne"1) und am "Raimundtheater" tätig. Zwischen 1959 und 1961 war Imhoff ständiges Mitglied des "Theaters in der Josefstadt".*)
Fritz Imhoff (links), Martha Wallner (?) und Claus Clausen 1953; in den Zuschauersitzreihen während einer Pause anlässlich der Proben für die "Jedermann"-Aufführung bei den "Salzburger Festspielen"; Claus Clausen gab den Tod; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Körperschaft: New York Times Photo; Datierung: 07.1953; Copyright ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer US 25.633) Bei den "Salzburger Festspielen"1) gab er zwischen 1953 und 1959 grandios den "Dicken Vetter" in den von Ernst Lothar1) in Szene gesetzten "Jedermann"1)-Aufführungen an der Seite von Will Quadflieg in der Rolle des Jedermann. 1958 erlebte man ihn zudem als Korporal Wimberger in dem ebenfalls von Ernst Lothar inszenierten Schauspiel "Juarez und Maximilian" von Franz Werfel1) mit Fred Liewehr als Maximilian I.1), Kaiser von Mexiko.

Fritz Imhoff (links), Martha Wallner1) und Claus Clausen
in den Zuschauersitzreihen während einer Pause
1953 anlässlich der Proben für die "Jedermann"-Aufführung
bei den "Salzburger Festspielen"; Claus Clausen gab den Tod,
Martha Wallners Ehemann Erich Auer1) Jedermanns guter Gesell
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Körperschaft: New York Times Photo; Datierung: 07.1953
© ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer US 25.633)

Bereits 1921 zeigte sich Imhoff in den heiteren Stummfilmen "Verlobung im Negligé" und "Der Klub der Dicken", im Verlaufe seiner Karriere als Filmschauspieler wirkte er in mehr als 170 Kinoproduktionen mit. Doch erst im Tonfilm der 1930er und 1940er Jahre wurde er, auch wenn man sein darstellerisches Potential nicht voll ausschöpfte, mit profilierten Nebenrollen zum unverzichtbaren Darsteller zumeist komischer Figuren. Er mimte Staatsdiener, Bürgermeister, Sekretäre, Hausmeister, Portiers, Direktoren oder Gastwirte, eine Hauptrolle war ihm kaum vergönnt. Man sah ihn beispielsweise als Portier Seidl in dem Krimi "Hotel Sacher"1) (1939), als Musikgelehrten Johann Georg Albrechtsberger1) (1736 – 1809) in dem Biopic über Wolfgang Amadeus Mozart1), dargestellt von Hans Holt, mit dem Titel "Wen die Götter lieben"1) (1942) oder als Meister Strolz in in dem Revuefilm "Der weiße Traum"1) (1943) – um nur einige der zahlreichen Produktionen bis 1945 zu nennen.
Auch im Nachkriegsfilm konnte Imhoff sein komisches Talent beweisen, zu einer seiner schönsten Rollen gehörte der Theaterdirektor Fürst in dem Musikstreifen "Die Fiakermilli" (1953) über die Tänzerin und Sängerin Emilie Turecek1), genannt "Fiaker Milli" (Gretl Schörg1)), im gleichen Jahr war er der Gemischtwarenhändler Herr Zangler in der Komödie "Einmal keine Sorgen haben"1), gedreht nach der Posse "Einen Jux will er sich machen"1) von Johann Nestroy1). 1955 beispielsweise stand er als Portier Polter für Kurt Hoffmanns1) Kästner-Adaption "Drei Männer im Schnee"1) vor der Kamera, als General-Kommandant Köpnick zeigte er sich in dem Heimatfilm "Zwei Herzen und ein Thron"1) (1955). Imhoffs letzte Arbeit für das Kino war der Part des Wirts Palivec in der von Axel von Ambesser in Szene gesetzte Verfilmung des gleichnamigen Romans1) von Jaroslav Hašek1) "Der brave Soldat Schwejk"1) (1960) mit Heinz Rühmann in der Titelrolle → Übersicht Filmografie.
Fritz Imhoff "spielte sowohl auf der Bühne als auch im Film viele Wiener Typen, unter anderem Fiaker, Bäcker, Selcher. In seinem wahren Wert durch die Erfolge seiner drastischen, einfallsreichen Komik lange verkannt, entwickelte er sich als Charakterkomiker zum eindringlichen Gestalter menschlicher Schicksale. Er sah in der winzigsten Rolle eine große Aufgabe und setzte sich auch hier mit seiner ganzen künstlerischen Persönlichkeit ein. Obwohl ihm der Film die Rolle seines Lebens schuldig blieb, gestaltete er selbst den "Filmwurschtel" als Mensch".*)
  
Der Volksschauspieler, Operettensänger und Komiker Fritz Imhoff erlag am 24. Februar 1961 – nur wenige Wochen nach seinem 70. Geburtstag – in seiner Heimatstadt Wien im Spital "Rudolfinerhaus"1) den Folgen seiner Gallenblasenkrebs- Erkrankung. Er wurde in einem von der Stadt Wien ehrenhalber gewidmeten Grab in bevorzugter Lage des Zentralfriedhofes1) ((33A–1–30)) beigesetzt → Foto der Grabstelle bei knerger.de. Dort fand auch Imhoffs Ehefrau Huberta (geborene Mojzis, 1909 – 2002) ihre letzte Ruhe; 1931 hatte das Paar geheiratet, die Ehe blieb kinderlos. 
 
  

Fritz Imhoff (rechts) 1943 als Gast beim "Hauptallee-Radrennen" vor dem Mikrofon
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Körperschaft / Urheber: Franz Blaha → bildarchivaustria.at;
© ÖNB/Wien/Franz Blaha; Datierung: 28.06.1943
Bildarchiv Austria (Inventarnummer B6 12562)

Fritz Imhoff (rechts) 1943 als Gast beim "Hauptallee-Radrennen" vor dem Mikrofon; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Körperschaft / Urheber: Franz Blaha; Copyright ÖNB/Wien/Franz Blaha; Datierung: 28.06.1943; Bildarchiv Austria (Inventarnummer B6 12562))
Ende des Jahres 2000 wurde der schriftliche Nachlass des neben Hans Moser (1880 – 1964) wohl bedeutendsten Wiener Komikers und Liedersängers Fritz Imhoff von der Handschriftensammlung der "Wienbibliothek im Rathaus"1) erworben.
Imhoff lebte von 1945 bis zu seinem Tod im Habig-Hof1) an der Wiedner Hauptstraße1), seit 12. Januar 1976 erinnert eine Gedenktafel am Eingang an den beliebten Künstler. Der "Fritz-Imhoff-Park" im 6. Wiener Gemeindebezirk Mariahilf1) wurde nach ihm benannt.2) → Foto der Gedenktafel bei Wikimedia Commons.
Textbausteine stammen aus deutsche-biographie.de*)
Siehe auch cyranos.ch, Wikipedia, geschichtewiki.wien.gv.at
Foto bei www.virtual-history.com
*) Karner, Ingrid, "Jeschke, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974,  S. 419 f. (Onlinefassung: www.deutsche-biographie.de)
Fremde Links: 1) Wikipedia
Quelle: 2) Wikipedia (abgerufen 23.11.2011)
   
Filme (Auszug)
(wenn nicht anders vermerkt: Kinofilme)
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia, wilhelm-koehler-verlag.de,
Murnau Stiftung, Die Krimihomepage (Spezial))
Stummfilme
  • 1921: Verlobung im Negligé / Villa Daheim! (als ?) → IMDb
  • 1921: Der Klub der Dicken (als ?) → IMDb
Tonfilme
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