| Xenia Desni |
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Xenia Desni (auch Desny) wurde am 19. Januar 1894 im damals noch
zaristisch beherrschten Kiew (heute Hauptstadt der Republik Ukraine)
geboren. Schon früh zeigte sich ihr künstlerisches Talent, vor allem ihre
Leidenschaft für den Tanz wurde von ihren Eltern unterstützt und
gefördert. Während der Wirren des 1. Weltkrieges bzw. der russischen
Revolution floh Xenia Desni nach Konstantinopel, trat einige Zeit als
Tänzerin in einem Varieté auf, kam schließlich Anfang der 20er Jahre nach
Berlin und startete eine erfolgreiche, wenn auch kurze Leinwandkarriere. Nach ihrem Debüt in "Sappho" (1921) drehte sie in rascher Folge meist unter der Regie von Johannes Guter die Streifen "Die Schwarze Pantherin" (1921), "Pariserinnen" (1921) und "Bardame" (1922), die erste Hauptrolle erhielt die elegisch wirkende Russin von Johannes Guter in "Der Ruf des Schicksals" (1922). Spätestens mit der Titelrolle in "Die Prinzessin Suwarin" (1923), einer Geschichte von Ludwig Wolff, die zuvor in der "Berliner Illustrierten Zeitung" erschienen war, gehörte dann auch Xenia Desni zu den "stummen Stars". Es folgte der Film "Wilhelm Tell" (1923), in "Der Sprung ins Leben" (1924) mimte sie eine Zirkusakrobatin, in Gerhard Lamprechts Rührstück "Die Andere" (1924, auch: Die Frau ohne Namen) die mittellose Georgette Cressin, die in die Rolle einer anderen Frau schlüpft, aber schließlich auf dramatischen Umwegen zum Glück findet. Weitere "ergreifende" Geschichten mit Xenia Desni waren "Der Turm des Schweigens" (1925) und "Die Gefundene Braut" (1925), ebenfalls 1925 wurde von Ludwig Berger "Ein Walzertraum" (1925) produziert, in der sie als Partnerin von Willy Fritsch die Franzi Steingruber mimte. Zunächst hatte Berger die Operette von Oscar Strauss aus verständlichen Gründen nicht verfilmen wollen eine Operette als Stummfilm , das erschien ihm absurd. Doch dann erkannte er "Hier ist Neuland! Stummfilm aus dem Geist der Musik. Melodie in jedem Gesicht, Rhythmus in allen Bewegungen und Einstellungen. Nur so lässt sich die banale Geschichte einer puritanisch erzogenen Prinzessin, die von einer Geigerin lernt, ihren Gatten glücklich zu machen, künstlerisch umsetzen. Mit Schauspielern, die man erst "renovieren" muss. Berger wird zum Besessenen, zum Dompteur. Die elegische Russin Xenia Desny verwandelt er in eine quicklebendige Persönlichkeit. Aus dem jungen Willy Fritsch wird, bevor er erschöpft zusammenbricht, das Letzte herausgeholt. Nachts lässt Fritz Lang aus Bergers Atelier Lampen für "Metropolis" klauen, die sich Berger tobend zurückholt. Erschöpft wartet die ganze UFA auf das Ergebnis dieser Tortur. "Ein Walzertraum" wird ein Welterfolg. (Zitat: Hans Borgelt, "Berliner Zeitung" vom 20.03.1995) Xenia Desni befand sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, drehte einen Film nach dem anderen als Partnerin populärer Kollegen: So beispielsweise mit Rudolf Klein-Rogge "Der Rosa Diamant" (1926), mit Olga Tschechowa und Max Hansen "Familie Schimeck Wiener Herzen" (1926), erneut mit Willy Fritsch "Die Boxerbraut" (1926), mit Hans Albers "Küssen ist keine Sünd'" (1926) und "Nixchen" (1926), mit Harry Liedtke "Der Soldat der Marie" (1927) und "Ein Mädel aus dem Volke" (1927) sowie mit Fern Andra "Funkzauber" (1927). Darüber hinaus spielte sie die Hauptrolle in "Schützenliesel" (1926), "Durchlaucht Radieschen" (1927), "Die Bräutigame der Babette Bomberling" (1927), "Madame macht einen Seitensprung" (1927) und "Ein Rheinisches Mädchen beim rheinischen Wein" (1927). Nach der französischen Produktion "La Danseuse Orchidée" (1928) und Max Neufelds "Erzherzog Johann" (1929) war ihre Karriere mit Aufkommen des Tonfilms beendet. Xenia Desni verstarb 1954 in Frankreich; über das genaue Todesdatum ist nichts bekannt, ebenso wenig wie über den weiteren Lebensweg des ehemaligen Stummfilmstars. Sie war die Mutter der 1913 in Berlin geborenen Schauspielerin Tamara Desni und Schwiegermutter des kanadischen Schauspielers Raymond Lovell (1900 1953). |
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Siehe auch www.cyranos.ch,
wikipedia.org Filmografie bei der german.imdb.com; Fotos bei film.virtual-history.com |
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