Ray Milland wurde am 3. Januar 1907 als Alfred Reginald Jones in Neath, Vale of Glamorgan an der Westküste von Wales, geboren; er hatte drei Schwestern. Seine Eltern trennten sich, als er noch ein Kind war und er wuchs mit dem Namen seines Stiefvaters Mullane auf. Von 1922 bis 1923 besuchte er das College in Cardiff, machte anschließend eine Ausbildung zum Sekretär im Büro eines Stahlwerks. Zwischen 1925 und 1928 tat er Dienst der "Royal Household Cavalry" in London, schon als Jugendlicher war er ein exzellenter Reiter gewesen.
Nach seiner Entlassung interessierte er sich für den Schauspielerberuf, erhielt erste kleine Rollen an Provinzbühnen und gab 1928 sein Leinwanddebüt mit einem winzigen Part in E. A. Duponts ganz auf Olga Tschechowa zugeschnittenen Stummfilm "
Moulin Rouge"1). Seit der ersten Hauptrolle ein Jahr später in "The Flying Scotsman" (1929, Der Schottland-Express) nannte er sich "Raymond Milland", diesen Künstlernamen adaptierte er von einer Ebene nahe seines Geburtsortes, welche "mill lands" hieß.
 

Foto: Ray Milland, aufgenommen 1973 in seinem Garten in Beverly Hills (Kalifornien)
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Ray Milland, aufgenommen 1973 in seinem Garten in Beverly Hills (Kalifornien);  Quelle: commons.wikimedia.org; Urheber: Allan Warren (www.allanwarren.com); Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Jetzt war auch Hollywood auf den Nachwuchsschauspieler aufmerksam geworden und er erhielt von MGM einen Vertrag. Von 1930 bis 1932 war er in einigen Streifen als Nebendarsteller beschäftigt, entschied sich dann für eine kurze Rückkehr in seine Heimat, wo er als Jockey bei Hindernisrennen arbeitete. 1933 kam er dann endgültig in die USA zurück und blieb fast 20 Jahre bei "Paramount" unter Vertrag. Er diente sich von Kleinstrollen bis zum kompetenten Darsteller empor, bestach durch lockere Nonchalance, beredten Charme und ironisch-arrogantes Selbstbewusstsein. Milland arbeitete mit allen Spitzenregisseuren der "Paramount" zusammen und avancierte rasch zum Hauptdarsteller, vor allem in leichten romantischen Komödien, wie unter der Regie von Billy Wilder neben Ginger Rogers in "Der Major und das Mädchen"1) (1942, The Major and the Minor2)). Aber auch in Horror- und Abenteuerfilmen – beispielsweise neben John Wayne in dem Abenteuer "Reap the Wild Wind"1) (1942, Piraten im karibischen Meer"2) – sowie Musicals spielte er seine Rollen überzeugend. Sehenswert ist auch Fritz Langs Graham Greene-Adaption "Ministerium der Angst"1)  (1942, Ministry Of Fear), in dem es hintergründig um eine Nazi-Organisation geht (siehe auch www.moviemaster.de).
Besonders in den Filmen von Mitchell Leisen und John Farrow realisierte er einen eigenen "Milland"-Stil, wie z.B. 1937 in Leisens Komödie "Easy Living" (Mein Leben in Luxus), wo er einen Millionärssohn an der Seite von Jean Arthur mimte, der als armes Mädchen in New York ein Zobelmantel auf den Kopf fällt. Diesen ihm eigenen Stil wahrte er auch 1945 in dem Kostümstreifen "Kitty" (Eine Lady mit Vergangenheit), wo er einen verarmten, adligen Lebemann verkörperte, der die Taschendiebin alias Paulette Goddard zur Dame der Gesellschaft erzieht. 1949 trat Milland in John Farrows "Alias Nick Beal" als geheimnisvolle und diabolische Titelfigur in Erscheinung, nach seiner bestürzenden Studie des alkoholkranken Schriftstellers Don Birnam an der Seite von Jane Wyman in Billy Wilders 1945 gedrehten Film "The Lost Weekend"1) (Das verlorene Wochenende)" erhielt Milland auch internationale Anerkennung und wurde mit einem "Oscar" ausgezeichnet.

Mit zunehmendem Alter wechselte der Schauspieler in das Rollenfach des eher finsteren, undurchsichtigen Mannes mit Geheimnis, wie 1954 mit dem meisterlichen Hitchcock-Thriller "Dial M For Murder"1) (Bei Anruf Mord2)). Hier mimte er grandios den eiskalt kalkulierenden, ehemaligen Tennisspieler Tony Wendice, der einen alten Schulkameraden erpresst, die eigene Frau alias Grace Kelly  zu ermorden. Seinen stechenden Blick setzte Milland 1963 wirkungsvoll als "Der Mann mit den Röntgenaugen"1) in dem Sciencefiction-Streifen "X – The Man with the X-Ray Eyes"2) ein. Millands faszinierende Wirkung veranlasste auch Roger Corman, ihn 1962 in einem seiner brillanten Edgar-Allen-Poe-Verfilmungen "Lebendig begraben"1) (The Premature Burial2)) zu besetzen.
In den 1950er und 1960er Jahren versuchte sich Milland auch als Regisseur und Produzent beim Fernsehen. Spannende Regiearbeiten sind unter anderem der Western "Ein Mann allein" (1955, A Man Alone) oder ein Jahr später der Krimi "Geheimzentrale Lissabon" (1956, Lisbon), in denen er auch mitspielte.
Daneben war Milland im Fernsehen 1954/55 als "Professor Ray McNutly" in der Serie "The Ray Milland Show" zu sehen und 1959/60 in der Serie "Markham", wo er den wohlhabend eleganten Anwalt Ray Markham spielte, der sich als Privatdetektiv niederlässt. In den 1960er Jahren schwenkte Milland auf Hauptrollen in Billig-Produktionen von Roger Corman um und blieb auf diese Weise neben weiteren TV-Arbeiten bis Ende der 1970er Jahre regelmäßig für den Film beschäftigt. Seine Charakterrolle als Ryan O'Neals steifkonservativer Vater in "Love Story"1) (1970) oder seine Mitwirkung in Elia Kazans Porträt "Der Letzte Tycoon"1) (1976, The Last Tycoon) blieben vielbeachtete Ausnahmen.

Die Liste der Filme, in denen der Schauspiel-Veteran mitgespielt hat, scheint endlos; Milland war fast 60 Jahre auf der Leinwand und im Fernsehen präsent und man hat ihn auch heute noch als verbindlichen britischen Gentleman in Erinnerung. Einige seiner Filme wie etwa der Horrorstreifen "Frogs – Killer aus dem Sumpf"1) (1972, Frogs) waren weniger bemerkenswert, aber immer bemühte er sich, dass das Publikum auch diesen Produktionen durch seine Darstellung eine interessante Seite abgewinnen konnte.
 
Ray Milland starb am 10. März 1986 kurz nach seinem 79. Geburtstag im kalifornischen Torrance an Lungenkrebs. Die Asche seiner sterblichen Überreste wurde am Redondo Beach verstreut.
Aus seiner Ehe mit der Tänzerin Muriel Webster, die er am 30. September 1932 geheiratet hatte und mit der er bis zu seinem Tod zusammen lebte, stammen die Kinder Daniel David (1940 – 1981) und Adoptivtochter Victoria Francesca, geboren 1941.

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.zauberspiegel-online.de
Link: 1) Wikipedia, 2) prisma.de
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