| Robert Mitchum |
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Robert Mitchum (Robert Charles Durman Mitchum) wurde am 6. August 1917 in
Bridgeport (Connecticut)
geboren; er stammte aus bescheidenen Verhältnissen. Sein Vater James
Thomas Mitchum, der als einfacher Arbeiter die Familie ernährte, verunglückte
bei einem Eisenbahnunfall tödlich, als Robert erst 18 Monate alt war, seine Mutter heiratete
später wieder und arbeitete bei einer Zeitung. Der achtjährige Robert stand
erstmals mit seiner Schwester Julie als Sänger und Tänzer auf der Bühne.
Die beiden wuchsen in New Yorks berüchtigter
"Hell's Kitchen" auf und in diesen jungen Jahren kam
Robert bereits mit dem Gesetz in Konflikt.
Im Alter von 14 Jahren riss der junge Robert von zu Hause aus,
hielt sich mit kleinen Gaunereien über Wasser und heuerte als Kesselputzer
auf einem Frachter nach Südamerika
an. Später schlug er sich als Tellerwäscher, Boxer und Gelegenheitsarbeiter
durch, bis er mit Hilfe seiner inzwischen berühmt gewordenen Schwester Julie (1914 2003) und deren Manager
nach Hollywood kam; auch sein Bruder John (1919 2001) ging später in die
Filmmetropole und war als Schauspieler recht erfolgreich. Nach winzigen, kaum nennenswerten Rollen erhielt Robert Mitchum 1943 seine erste größere Aufgabe in dem Billigwestern "Border Patrol", in dem er einen Bösewicht mimte. Kurz bevor er 1945 zum Kriegsdienst eingezogen wurde, bekam der Schauspieler die erste Oscar-Nominierung für seine darstellerische Leistung in dem Film "Schlachtgewitter am Monte Cassino" (The Story of G.I. J). Nach achtmonatiger Militärzeit konnte er dann nahtlos an seine gerade begonnene Karriere anknüpfen. Sogar eine 60-tägige Haftstrafe wegen Marihuana-Besitzes schadete 1948 dem Ruf des charismatischen Künstlers nicht, im Gegenteil, es schien seine Beliebtheit noch zu steigern. "Kreuzfeuer Crossfire" (1947, Crossfire), ein Klassiker des "film noir", verhalf Mitchum dann endgültig zum Durchbruch. Zum ersten Mal wurde Antisemitismus und Rassenwahn auch als Teil des amerikanischen Alltags gezeigt das sorgte für Aufsehen. Im Privatleben als "Bad boy" verschrien, verkörperte Mitchum auf der Leinwand meist den schweigsamen und nachdenklichen, vom Schicksal gezeichneten Helden. Obwohl er in Western wie in Howard Hawks' "El Dorado"1) (1967, El Dorado2)) oder "Todfeinde" (1968, Five Card Stud) sowie Filmen der "Schwarzen Serie" wie in "Goldenes Gift"1) (1947, Out of the Past2)) oder "Engelsgesicht"1) (1952, Angel Face2)) seine größten Erfolge feierte, blieb Robert Mitchum vielseitig. Er meinte einmal: "Mir ist egal, was ich spiele, polnische Schwule, Zwerge, Frauen alles". Ob in Raoul Walshs Familiendrama "Verfolgt"2) (1947, Pursued) oder in William A. Wellmans Familiensaga "Spur in den Bergen"1) (1954, Track of the Cat), wo er als herrschsüchtiger Curt überzeugte, stets machte Mitchum eine gute Figur. Als "Der Einzelgänger" (1955, Man with the Gun) glänzte in dem gleichnamigen Western, als melancholischer Held an der Seite seines Sohnes James in der atmosphärisch dichten Gangster-Ballade "Letzte Fahrt nach Memphis"1) (1958, Thunder Road). Vincente Minnelli besetzte ihn in dem Südstaaten-Melodram "Das Erbe des Blutes"1) (1959, Home from the Hill), Robert Aldrich in dem packenden Agententhriller "Hügel des Schreckens"1) (1959, The Angry Hills), eher zu vernachlässigen ist Robert Parrishs Western "Heiße Grenze"1) (1959, Wonderful Country). Robert Mitchum betrachtete die Schauspielerei
ganz nüchtern als gutbezahlten Job und er machte ihn ohne viele Worte
gewissenhaft und gut. Zu seinen Rollen gehörte der gemeine Soldat und der Offizier in steifer
Uniform, er war Privatdetektiv und Agent, Vater, Farmer, Chirurg und zynischer Bösewicht,
wahnsinniger Sexualverbrecher, versoffener Western- und charmanter Frauenheld.
So bleibt auch seine Darstellung eines psychopathischen Mörders
in dem fast surrealen Thriller
"Die Nacht des Jägers" (1955, The Night of the Hunter) sowie
der gewalttätige Sexualverbrecher Max Cady in dem
Krimi "Ein Köder für die
Bestie"1) (1962, Cape
Fear2)) unvergesslich. |
Ben Harper (Peter Graves) hat sich zu einem Bankraub hinreißen lassen und dabei zwei Menschen getötet. Als er mit rund 10.000 Dollar Beute nach Hause flüchtet, kann er das Geld gerade noch verstecken und seinem zehnjährigen Sohn John (Billy Chapin) das Versprechen abnehmen, niemandem das Versteck zu verraten, dann wird er verhaftet und abgeführt. Ein Gericht verurteilt ihn zum Tode. Die letzten Tage vor der Hinrichtung verbringt Harper in einer Zelle mit Harry Powell (Robert Mitchum), der nur eine geringfügige Strafe verbüßen muss, weil niemand weiß, dass er ein vielfacher Mörder ist. Powell, der wegen eines kleineren Delikts in Haft ist, verbirgt hinter seinem sympathischen Äußeren einen gefährlichen Mörder und Psychopathen, der als Prediger durch die Lande zieht. Powell versucht vergeblich, aus Harper herauszubringen, wo dieser die Beute versteckt hat. Nach Harpers Hinrichtung gibt sich der entlassene Powell wie gewohnt als Wanderprediger aus und erschleicht sich das Vertrauen von Harpers junger Witwe Willa (Shelley Winters). Sie heiratet den falschen Frömmler; als er sicher ist, dass sie das Versteck des Geldes nicht kennt, bringt er sie um. Damit sind ihr Sohn John Harper und dessen kleine Schwester Pearl (Sally Jane Bruce) ganz in seiner Hand. Er quält die beiden so lange, bis das Mädchen ihm aus Angst das Versteck verrät. Ihrem Bruder gelingt es jedoch, mit Pearl und dem Geld zu entkommen. Verfolgt von Powell, gelangen sie auf die Farm der resoluten Rachel Cooper (Lillian Gish), die sich ihrer annimmt. Auch dort taucht jedoch bald der wahnsinnige Mörder auf (Quelle: www.wdr.de)
"Die Nacht des Jägers", Charles Laughtons einzige Regiearbeit, ist
ein nervenaufreibender Psycho-Thriller und gehört zu den Klassikern des Film Noir. |
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Mit Curd Jürgens und Mitchum in den Hauptrollen entstand der von Dick Powell nach der Anti-Kriegs-Novelle von D.A. Rayner in Szene gesetzte Film "Duell im Atlantik"2) (1957, The Enemy Below), 1961 gehörte auch Robert Mitchum als Brigadegeneral Norman Cota zur hochkarätigen Besetzung in dem Kriegsfilm "Der längste Tag"1) (The Longest Day2)). Doch vor allem an der Seite der schönsten Frauen der Traumfabrik wusste Robert Mitchum seine männlich-herbe Strahlkraft einzusetzen, so beispielsweise als Matt Calder neben Marilyn Monroe in Otto Premingers melodramatischem Western "Fluss ohne Wiederkehr"1) (1954, River of No Return2)), neben Deborah Kerr in John Hustons Literaturverfilmung "Der Seemann und die Nonne"2) (1957, Heaven knows, Mr. Allison) und der heiteren Geschichte "Vor Hausfreunden wird gewarnt"1) (1960, The Grass is Greener2)), mit Shirley MacLaine in der Komödie "Immer mit einem anderen"2) (1964, What a Way to Go) sowie mit Elizabeth Taylor in "Die Frau aus dem Nichts" (1968, Secret Ceremony). Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte Mitchum 1970 unter der Regie von David Lean in dem Irland-Epos "Ryans Tochter" (Ryan's Daughter). |
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Trotz seiner Alkoholabhängigkeit und seines oftmals skandalösen Benehmens blieb Mitchum bis Ende der 70er Jahre ein gefragter Kinostar, drehte Filme wie den Gangsterstreifen "Die Freunde von Eddie Coyle"1) (1973, The Friends of Eddie Coyle), den Thriller "Yakuza"1) (1974, The Yakuza) oder das Melodram "Der letzte Tycoon"1) (1976, The Last Tycoon), machte Produktionen wie den Krimi "Fahr' zur Hölle Liebling!"1) (1975, Farewell My Lovely2)) und "Tote schlafen besser" (1978, The Big Sleep) zu Kassenschlagern. 1983 übernahm er in der TV-Miniserie "Der Feuersturm"2) (The Winds of War), der monumentalen, hochkarätig besetzten Verfilmung des Bestsellers von Herman Wouk2) über den Werdegang des Marineoffiziers Victor "Pug" Henry, seine erste Fernsehrolle und beeindruckt mit der Figur des Victor "Pug" Henry, den er auch in der Fortsetzung "Feuersturm und Asche" (1988, War and Remembrance) spielte. In dem Mehrteiler "Fackeln im Sturm"2) (1986, North and South) war er als Colonel Patrick Flynn ebenfalls mit von der Partie, bald konzentrierte er sich jedoch wieder auf die Leinwandarbeit. So stand ein Gastauftritt in Martin Scorseses Remake von "Ein Köder für die Bestie"2) (1991, Cape Fear) auf seinem Drehplan, in dem Robert De Niro den Part des Killers Max Cady übernahm und Mitchum den Lieutenant Elgart mimte. Eine interessante Altersrolle spielte Mitchum 1995 dann noch einmal in dem gelungenen Western "Dead Man"2) von Regisseur Jim Jarmusch an der Seite von Johnny Depp, in "Pakten The Sunset Boys" (1995, Pakten) konnte er neben seinen Kollegen Cliff Robertson, Erland Josephson und Espen Skjønberg als einer vier betagte Ärzte überzeugen, die sich nach langer Zeit wiedersehen, um ein Versprechen einzulösen.
Robert Mitchum starb kurz vor seinem 80. Geburtstag am 1. Juli 1997 in seinem Haus
in Santa Barbara (Kalifornien); im Frühjahr 1997 war Lungenkrebs
bei ihm diagnostiziert worden.
Der frühere Preisboxer Mitchum imponierte stets durch ein robustes Äußeres,
seine schweren Augenlider und die wortkarge, manchmal teilnahmslos wirkende
Art unterstrichen, dass er in seiner schweren Jugend viel Kraft gelassen hat.
Kritiker verglichen sein Temperament
einmal mit einem "Kühlschrank beim Abtauen". Das Publikum
aber bewunderte in ihm den coolen Leinwandtypen mit dem überlegen-misstrauischen Blick,
der durchaus Charme und Humor besaß, den Hollywood-Rummel aber mied und im Umgang nicht eben einfach war. Trotz seiner mehr
als hundert Filme blieb er privat ein Außenseiter, der vielen den
Rücken kehrte und vielleicht auch deswegen nur ein einziges Mal für einen
(Nebenrollen-)Oscar in Frage kam. |
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| Link: 1) prisma-online.de, 2) Wikipedia (deutsch), 3) Wikipedia (englisch) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
und Dirk Jasper FilmstarLexikon Siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de Fotos bei www.virtual-history.com |
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