| Fernandel | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Fernandel wurde am 8. Mai 1903 als Fernand Joseph Désiré Contandin im
französischen Marseille geboren. Gemeinsam mit seinem Vater, einem Lebensmittelhändler,
trat er schon als Kind in zahlreichen Amateurvarietés von Marseille auf.
Gegen Ende des Ersten Weltkrieges wurde Fernandels Vater zum Militärdienst
eingezogen, der Junge musste seine Schulausbildung abbrechen und mit
Gelegenheitsarbeiten sowie kleineren Auftritten in Music-Halls und Kabaretts
seinen Lebensunterhalt selbst verdienen. Später war er Arbeiter in einer Seifenfabrik
und schließlich Angestellter bei einer Bank. Ab 1921 trat Fernandel als Sänger in Konzertcafés von Marseille auf und erlangte recht schnell regionale Popularität in der südfranzösischen Provinz; ab 1928 trat er auch als Buffo in Pariser Operetteninszenierungen auf. Zum Film kam er 1930 und wurde zunächst in wenig erwähnenswerten Filmen überwiegend mit komischen Rollen besetzt. Erste Aufmerksamkeit erregte er 1932 in der Maupassant-Adaption "Le Rosier de Madame Husson" (Der Tugendjüngling der Madame Husson), erste größere Erfolge konnte er ab 1934 mit pathetisch-poetischen Auftritten in Marcel-Pagnol-Filmen verzeichnen: "Angèle" (1934), "Le Schpountz" (1937) und "Régain" (1938) ließen ihn bald einem breiteren Publikum bekannt werden. Fernandel verkörperte meist südländisch-kuriose Charaktere aus dem dörflichen Leben und sein unverwechselbar langes Gesicht sowie das beeindruckende Gebiss wurden zum Markenzeichen eines der herausragendsten Komödianten der Filmgeschichte und brachten ihm den liebevollen Spitznamen "der Komiker mit dem Pferdegesicht" ein.
Nach dem Krieg erwies sich Fernandel aber auch als vorzüglicher
Darsteller im ernsten Fach, so z. B. 1950 in Sacha Guitrys "Tu m'as sauvé
la vie". Weltruhm erlangte er dann 1951 in der Rolle des schlitzohrigen
Priesters Don Camillo, der in enger Konsultation mit Christus und ständiger
Auseinandersetzung mit dem kommunistischen Bürgermeister Peppone seiner Gemeinde steht.
Die Verfilmung "Don Camillo und Peppone"1) nach dem Roman von Guareschi wurde ein
Riesenerfolg und bereits ein Jahr später wurde die Fortsetzung "Don Camillos
Rückkehr" gedreht,
erneut unter der Regie von Duvivier. 1955 folgte "Die große Schlacht des Don
Camillo"1), 1961 "Hochwürden Don Camillo"1), beide von Carmine Gallone inszeniert. Im
vierten Film war der Dorfpfarrer Don Camillo inzwischen zum ehrenwerten Monsignore
aufgestiegen, sein Gegenspieler Peppone Senator geworden. In "Genosse Don Camillo"1),
dem von Luigi Comencini 1965 gedrehten fünften und letzten
Don-Camillo-Film, reisen die beiden Streithähne in die Sowjetunion.
Ein schauspielerisches Kabinettstückchen lieferte Fernandel 1953 in
Henri Verneuils "Le mouton à cinq pattes" (Der Hammel mit den fünf
Beinen) ab und wurde zum Liebling des französischen Publikum: In sechs
Hauptrollen charakterisierte er in diesem Film auf differenzierte Weise einen
Vater und seine fünf Söhne. Ein köstlicher Spaß war auch die
gemeinsam mit Heinz Rühmann gedrehte Komödie "Geld
oder Leben"1) (1965, La Bourse ou la Vie).
1970, ein Jahr vor seinem Tod, vollendete der Schauspieler den gefühlvollen Tierfilm
"Heureux qui comme Ulysse" (Sein letzter Freund) und wurde
von der Presse überschwänglich gefeiert. Erzählt wird die Geschichte
des Stallburschen Antonin, der 25 Jahre lang ein Pferd betreut, das er
dann im Auftrag seines Herrn an die Stierkämpfer von Arles verkaufen soll.
Er rettet jedoch das Tier vor der Stierkampfarena und verschafft ihm
in der Camargue einen friedlichen Alterssitz. Seit April 1925 war Fernandel glücklich mit d'Henriette Manse verheiratet und zu seinem Künstlernamen soll er übrigens durch seine Schwiegermutter gekommen sein, die in mit dem Satz begrüßte "Voici le Fernand d'elles!", frei übersetzt "He, da ist ja ihr Ferdinand!; "Fernandel" ist somit die einfache phonetische Umschreibung von "Fernand d'elles". Fernandel, der 1964 zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden war, verstarb am 26. Februar 1971 mit 67 Jahren in Paris an Lungenkrebs. |
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| 1) Der Link führt zur Filmbeschreibung von br-online.de | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Einige Informationen stammen von der "Don Camillo &
Peppone"- Seite www.doncamillo.homepage.t-online.de Es lohnt sich, dort einmal vorbei zu schauen. Textteile von www.prisma-online.de; siehe auch wikipedia.org, www.br-online.de |
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